Die vorgesehende Detailbeschreibung der Exa nimmt viel Zeit in Anspruch und wird mir voraussichtlich so schnell nicht gelingen. Deshalb hatte ich zunächst einmal meine bereits in den frühen 1990er Jahren für meine damalige Exakta-Fotoliste entstandene Beschreibung eingestellt. Zur Ergänzung habe ich die nach einem Gespräch mit Richard Hummel im Jahr 1993 für meine eigene Sammlerkartei erstellte und nach Erscheinen von Richard Hummels Buch "Spiegelreflexkameras aus Dresden" im Juli 1994 ergänzte Exa-Klassifizierung im Oktober 2009 eingefügt.
Die Aufstellungen werden im Laufe der Zeit überarbeitet; auch Fotos werde ich nach und nach hinzufügen.
Bitte schauen Sie also gelegentlich wieder vorbei. Danke!
Die Exa ist die wohl erste „Einsteigerkamera“, wie Jahrzehnte später die Grundmodelle vornehmlich japanischer Kamerafabrikate genannt wurden. Während die in den Nachkriegsjahren in der DDR-Ära entstandene Exakta Varex noch ein Nachfolgemodell der Ur-Exakta aus den 30er Jahren ist, handelt es sich bei der Exa um eine echte "Eigenentwicklung" der zwar unter DDR-Verwaltung stehenden, aber immer noch eigenständigen Ihagee. Doch bis es diese recht einfach konstruierte Spiegelreflexkamera ab 1950 in den Läden zu kaufen gab, hatte die Exa einige Geburtswehen zu überstehen.
Mit der Exa wurde 1950 eine einfache Kleinbild-Spiegelreflexkamera eingeführt. Sie sollte zu einem vergleichsweise günstigen Preis die Benutzung von Zubehör und Objektiven der für professionelle Zwecke ausgerichteten Exakta Varex ermöglichen. Deshalb war auch für diese Kamera der Name Exa mit dem Zusatz "Varex" vorgesehen. Damit sollte auf die Anwendungsvielfalt dieser beiden Dresdener SLR schon im Namen aufmerksam gemacht werden. Da jedoch "Varex" aus rechtlichen Gründen in den USA nicht durchsetzbar war, wurde bei der Exa auf diesen Zusatz schon vor ihrer Einführung verzichtet. Die USA waren für die Ihagee das Hauptabsatzgebiet. Für die Exakta wurde ein anderer Weg gewählt, den ich auf meiner Seite bei den Exportausführungen ausführlich beschreibe.
Die Verkaufserfolge waren anfangs eher mäßig, weil die potentiellen Käufer mit einem solchen Unikum gar nichts anzufangen wussten. Anwender der Spiegelreflex-Technik waren Profis und engagierte Amateurfotografen, die neben fotografischem Fachwissen auch über ein wenig Kleingeld verfügen mussten. Denn eine Exakta - dazu gab es damals kaum Alternativen bei den SLR's - kostete nicht gerade wenig. Und wenn es denn keine Exakta sein sollte, entschied man sich eben für Leica oder Contax. Was, bitteschön, sollte man mit einer Exa anfangen, die mit Verschlusszeiten von 1/25-1/150 sec. eher kümmerlich daherkam? Die anfangs bei den ersten verkauften Kameras gravierte Verschlusszeit von 1/250 s wurde nie erreicht. Überdies lässt der eigenwillige Klappenverschluss die Verwendung langbrennweitiger Objektive nur bedingt zu, ab etwa 100 mm Brennweite tritt meist eine Vignettierung am oberen Bildrand auf. Und für die heranwachsende Käuferschicht preiswerter Amateurkameras waren die anfänglichen 260 DM, die für eine Exa mit Meritar auf den Ladentisch geblättert werden sollten, auch nicht gerade ein Reizangebot. Diese entschied sich also eher für Silette + Co.
Es brauchte einige Zeit, für die Exa eine Marktnische zu finden. Die fand sich erst, nachdem in der Werbung die Exa als "kleine Schwester der Exakta Varex" angeboten wurde. Zuvor musste die Exa noch die schon erwähnte Korrektur bei der Namensgebung und der kürzesten Verschlussgeschwindigkeit über sich ergehen lassen. Doch dann brachte 1953 der Hinweis auf ein zur Exakta Varex passendes Zweitgehäuse in Verbindung mit einer drastischen Preissenkung auf 195 DM den Umschwung. Zugleich wurde dem durch die zunehmende Verbreitung des Farbfilmes ausgelösten Trend nach einer „Zweitkamera“ Rechnung getragen. Auch erwachte bei immer mehr Fotografen das Interesse an der Spiegelreflex-Technik und wo sonst konnte man eine solch preiswerte Möglichkeit dazu finden als bei der Exa? Der Grundstein für die - nach der Leica - am längsten gebaute Kamer war somit gelegt.
Während bis Ende 1951 kaum mehr als 500 Exa's einen Liebhaber fanden, waren es Ende 1953 schon über 30.000... Das war für damalige Verhältnisse eine stattliche Zahl und führte bald schon zu Produktionsengpässen in der Blasewitzer Straße. So fand eine Verfügung der DDR-Staatsführung, die Exa-Produktion in die Rheinmetall Werke nach Sömmerda zu verlegen, neben viel Kritik auch Zustimmung. Zwar ging die dieser Entscheidung wohl auch zugrundeliegende Intention, bei Rheinmetall moderne Produktionsabläufe nach "imperialistischen" Vorbildern zu erkunden, gründlich in die Hose. Doch gab es in der Folge auch in westdeutschen Fotoläden wieder Exakta's zu kaufen. Abgesehen davon ranken sich um diesen Umzug der Exa von Dresden in thüringische Sömmerda fortan Legenden und Spekulationen, beginnend schon bei der in Sömmerda gebauten Stückzahl.
Eine eindeutige Modellklassifizierung der Exa für Sammler ist nicht ganz einfach. In Werbeschriften oder Bedienungsanleitungen des Herstellerwerkes werden bis 1960 keine Modelle oder gar Namensvarianten unterschieden (Ausnahme System Exa). Die Bezeichnung „Exa (0)“ ist erst weit später von Sammlern zur Unterscheidung von den Nachfolgetypen geprägt worden. Obwohl nicht sonderlich einfallsreich, hat sie sich mit den Jahren eingebürgert, auch „Exa Original“ ist geläufig. Richard Hummel gibt in seinem Standardwerk insgesamt 25 Exa-Modelle (darunter 2 Prototypen) und eine Gesamtstückzahl von 1.060.625 im Zeitraum Februar 1950 bis September 1987 an. Dazu kommen noch 9 Modelle (darunter 2 Prototypen) der Exa II mit insgesamt 307.792 Exemplaren. Auch der Berliner Sammler Klaus Wichmann hat in seinem recht verbreiteten Exa Buch (Verlag Lindemanns) versucht, die Exa-Modelle praxisgerecht zu typisieren.
Obwohl manche Sammler die Exa nach technischen und Ausführungsmerkmalen teilweise anders einordnen, werde ich der besseren Übersicht und Vergleichbarkeit halber die Modellangaben von Richard Hummel übernehmen. Richard Hummel unterscheidet überdies nach Exa – 1. Generation (1950 – 1961, Stückzahl 257.761) und Exa – 2. Generation (1962 – 1987), Stückzahl 802.864. Da aus dem Ihagee Werk – wie auch für die Exakta – keine Produktionsangaben vorliegen, sind die von RH genannten Stückzahlen deshalb nur Anhaltswerte.
Für den Exa – Sammler ist eine Einteilung in 3 Gruppen entsprechend folgender Aufstellung bedarfsgerecht, auch die üblichen Modellbezeichnungen sind genannt. Für die Exa existieren insgesamt fünf verschiedene Nummernbereiche; eine Einordnung aller Typen nur nach der Fabriknummer ist demnach nicht mölich.
Wie bei der Exakta wurden auch für die Exa in der Folge der Auseinandersetzung mit Steenbergen / Ihagee West ab etwa 1967 Namensvarianten für Exportzwecke verwendet:
Exa Ia – VX 100, EXAKTA 100, ELBAFLEX 175
Exa 500 – VX 200, EXAKTA 500.
Auch die Herstellerbezeichnung variierte: Ihagee Dresden, aus DRESDEN, Dresden, Pentacon.
Innerhalb der einzelnen Baureihen sind überdies im Detail noch einige verkaufs- und produktionsbedingte Unterschiede vorhanden, die dem Sammler – je nach Einstellung – Freude oder Verdruss bereiten. Es bleibt jedem selbst überlassen, daraus eine eigenständige (sammelnswerte) Modellvariante zu kreieren. Der Sammler muss wohl immer wieder neu entscheiden, was, wofür und wie viel er auszugeben bereit ist. Gerade bei den Exas ist diese Entscheidung umso schwieriger, weil es keine Werksaufzeichnungen gibt. Selbst einige Hummel-Angaben stellten sich nach einigem Nachfragen als unrichtig oder zumindest unvollständig heraus. So kann man dann seine Sammlung ohne weiteres auf über hundert Kameras mit im Detail unterschiedlichen Merkmalen aufstocken - bei mir sind es erst sechzig (und viel mehr sollen es auch nicht mehr werden).
Hierzu zählen die bei der Exa 0 anzutreffende exportbedingte Unterscheidung beim Stativgewinde 3/8 oder ¼ Zoll (überwiegend für USA-Exporte). Auch die zeitweise notwendige Herkunfts-Kennzeichnung legaler USA-Exporte gehört in diese Kategorie. Meist wurde dies mittels eines silberfarbenen Stempelaufdrucks auf dem Bodenleder „U.S.S.R. OCCUPIED“ oder GERMANY U.S.S.R. OCCUPIED“, seltener auf der Rückwand oder mit einer entsprechenden Ätzung (ab etwa 1960) oder Stempelung der Abdeckung gelöst.
Auch unterschiedliche DDR-Qualitätssiegel lassen sich in den Einprägungen in der Rückwand- oder Bodenbelederung finden. Diese sind teilweise stark abgegriffen oder auch nur schwach geprägt, so dass sie für eine Typisierung kaum herhalten können. Gleiches gilt für den Bajonettring – grundsätzlich hatte die Wechselsucher-Exa keinen Anschlussring mit Außenbajonett. Dieses sollte ja der Aufnahme der wenigen langbrennweitigen Objektive vorbehalten sein, die mit der Exa ohnehin nicht verwendbar waren. Doch es gibt auch Ausnahmen, der Ring kann leicht gewechselt werden. Für die Schlitzverschluss-Exa’s galt die Einschränkung nicht, was aber nicht heisst, das jede Exa II auch über einen Objektivanschluss mit Aussenbajonett verfügt ...
Bis auf zwei Ausnahmen wurde die Exa im Ihagee Stammwerk in Dresden gebaut. Die erste Ausnahme wurde offiziell mit Kapazitätsproblemen der Fertigung begründet, als im Jahr 1954 das vormalige Mercedes-Büromaschinenwerk, VEB Rheinmetall Büromaschinenwerk Sömmerda mit der Exa-Fertigung betraut wurde. Richard Hummel gibt 8.000 dort gebaute Lizenzkameras an.
Beide Angaben sind jedoch falsch.
Die Fertigung der Exa wurde nach Sömmerda verlegt, um dort neue Produktionsmethoden zu erproben und eine automatisierte bzw. Fließbandfertigung nach westlichem Vorbild zu entwickeln. Einige Detailunterschiede der Kameras in dem vergleichsweise kurzen Produktionszeitraum 1954 bis 1956 belegen, dass an dem Gerät "herumgebastelt" wurde. Vor allem die ersten Exemplare (ab Seriennummern 245.000) lassen Ausführungsmängel erkennen. Vielfach musste manuell nachgearbeitet werden, um Passgenauigkeit für Sucher und Objektiv zu erreichen. Die Ihagee hätten solche Gehäuse nie verlassen dürfen ...
Die Werksleitung des damals in Abwicklung befindlichen Betriebes in Sömmerda bestätigte in einem persönlichen Gespräch im Jahr 1995 auf meine Frage hin, dass ursächlich für die Produktionsverlagerung nach Sömmerda war, die Produktion von Einzelfertigung auf Serienfertigung umzustellen. Die Weiterentwicklung war unwesentlich und geschah "nur in dem Maße, daß sie der Fließfertigung besser entsprach“. Die Qualitätsmängel waren offenbar unerheblich „das Ziel bestand ausschließlich darin, diese Kameras zur Versorgung des DDR-Marktes zu produzieren“. Die Exa's aus Sömmerdaer Fertigung wurden auch nicht für den Export freigegeben und nur innerhalb der DDR vertrieben. Im Verlauf der Produktion wurde denn auch das der Dresdener Ihagee 1953 für die Exa verliehene DDR-Prädikat Q1 (1. Qualität) herabgestuft auf /1\ und zeitweise sogar nur /S\..... Das Werk in Sömmerda bestätigt weiter, dass bis 1956 rund 21.000 System Exa Kameras gefertigt wurden. Dies entspricht in etwa auch den heute bekannten Seriennummern (245 000 – 270 000). Nach Wiederaufnahme der Fertigung im Ihagee-Werk 1957 wird die Nummerierung bei 400.000 wieder begonnen.
Die zweite Ausnahme ist die endgültige Produktionsverlagerund der Exa 1b ab 1980 in das ehemalige Certo Werk, die dort gefertigten Kameras erhielten ein „C“ vor der Seriennummer. Für das Folge-Modell 1c wurde eine neue Seriennummernreihe aufgelegt (bis etwa C103 000), nach Angaben im Dresdner Museum wurden 103 875 Exa 1c bei Certo gefertigt.
1. Version Exa Varex (RH 038)
Ur-Version mit 1/250 s als kürzeste Zeit, quer gestreifter Kunstlederbezug, 2 blanke Blitzbuchsen (V), schwarzer Bajonettring mit Stift für die Synchronisation in Position 10:00 Uhr, ohne Riemenösen. Es wurden wohl nur einige Vorserienexemplare hergestellt, lt. Richard Hummel 40 Stück.
Produktionszeit 2/1950, Stückzahl 40 (RH)
2. Version Exa Varex (RH 039)
Ur-Version mit 1/250 s wie Vormodell, jedoch 4 Blitzbuchsen V E, 2 chrom, 2 schwarz.
Produktionszeit 3/1950, Stückzahl 100 (RH) - 1. Änderung lt. Richard Hummel
3. Version Exa mit 1/250 s (RH 040)
Ur-Version noch mit 1/250 s wie Vormodell; jedoch mit Riemenösen
Produktionszeit 2/1951 – 8/1951, Stückzahl 1.150 (RH)
Entgegen den Angaben von Richard Hummel wurden von der Ur-Version der Exa wohl nur etwa 200 bis 250 Stück ausgeliefert, ausserdem hatten die meisten Kameras seitliche Riemenösen. Bei Reparaturen im Werk wurden später sowohl die Frontplatte der Exa Varex als auch die linke Deckplatte mit der Verschlusszeitangabe 1/250 s ausgetauscht. Diese Verschlusszeit wurde von Beginn an nicht erreicht.
Bekannte Fabriknummern 200 034 – 200 224
4. Version Exa mit 1/150 s (RH 041)
gleiche Ausführung wie Vormodelle, jedoch kürzeste Belichtungszeit jetzt 1/150 s.
Produktionszeit 8/1951 – 2/1952, Stückzahl 11.187 (RH)
bekannte Fabriknummern 200 303 - 200 704
5. Version Exa mit M X (RH 042)
gleiche Ausführung wie Vormodelle, jedoch Frontplattengravur für Blitz jetzt M X
Produktionszeit 2/1952 – 6/1952, Stückzahl 6.980 (RH)
bekannte Fabriknummern 202 641- 204 349
6. Version Exa, Bajonettring chrom (RH 043)
gleiche Ausführung wie Vormodelle, jedoch jetzt Bajonettring in verchromter Ausführung
Produktionszeit 5/1952 – 8/1953, Stückzahl 13.852 (RH)
bekannte Fabriknummern 204 212 – 211 445
6. Version Exa Ausführung a (RH 043)
gleiche Ausführung wie Vormodell, jedoch mit Filmrolle in der Rückwand zur besseren Filführung und zusätzlicher Feder für die Filmandruckplatte
Fabriknummern 208 420 – 221 740
6. Version Exa Ausführung b (RH 044)
ab 222 211 gleiche Ausführung wie Vormodelle, jedoch mit einem genarbten Bezug aus Kunstleder.
ab 227 437 Filmandruckplatte jetzt glatt, ohne Sicken
ab 231 624 Frontplatte mit Langloch vorbereitet, jedoch noch ohne neue Abdrucksperre, schmalere Filmlaufstege
Die Filmlaufstege der Modelle 1-6 waren etwas breiter als die der Nachfolgemodelle. Die Herkunftsangabe „Made in Germany“ wurde in die Bodenbelederung, 1953 zeitweise auch in die Rückwand eingeprägt. Zusätzlich wurde das DDR-Gütesiegel, anfangs /1\37/286/0001, später /S\12/2038 eingeprägt. Die zunächst mittels eines Stiftes im Bajonett gelöste Blitzsynchronisation wurde im weiteren Verlauf der Fertigung in das Kamera-Innere verlegt. Offenbar bereitete auch die Filmplanlage bei den ersten Modellen einige Schwierigkeiten. Verschiedene Veränderungen in diesem Bereich (Filmlaufstege, Andruckplatte, Filmlaufrolle, Andruckfeder, Führungsblech) belegen dies.
7. Version Exa (18x24)
Für erfassungsdienstliche Zwecke (Kripo) wurde eine Spezialausführung mit 18x24 mm Bildfenster und verändertem Filmtransport gebaut. Das Zählwerk blieb aber unverändert. Die Filmbühne wurde beidseitig mit 2 Blechen für das Format 18x24 maskiert.
Produktionszeit Ende 1952, Stückzahl etwa 500 (RH)
8. Version Exa mit 2 Blitzbuchsen und Abdrucksperre (RH 045)
Die bisherigen Doppelbuchsen für Blitzgeräte werden durch 2 doppelpolige Blitzgerätebuchsen aus schwarzer Plaste nach neuer Norm ersetzt (PC-Buchsen). An der Frontplatte wird eine klappbare Auslösesperre mit sichelförmigem Ausschnitt (für Drahtauslöser) angebracht.
Produktionszeit 9/1953 – 3/1956, Stückzahl 32.697 (RH)
231 964 – ca. 244 000
9. Version System Exa – Lizenzproduktion bei VEB Rheinmetall, Sömmerda (RH 046) - s. auch Text oben
Weitgehend baugleich mit Version 8, jedoch Frontplatte mit Prägung „System Exa“ und „Rhein metall Sömmerda“. Während der Produktionszeit verschiedene Änderung, z.B. Blitzbuchsen, Bajonettring.
Es sind einige Kameras ohne „VEB“-Prägung auf dem Knopf der Sucherverriegelung bekannt.
Produktionszeit 1954 – 1956, Stückzahl etwa 21.000 (8.000 RH)
245 000 – 271 248
10. Version Exa mit 2 verchromten Blitzbuchsen (RH 047)
Diese Exa Baureihe erhielt nach Rückübernahme der Produktion aus dem VEB Rheinmetall verchromte Metall-Blitzbuchsen und eine neue Synchronisationsgravur F X. Ausserdem wurde die Abdrucksperre vor dem Auslöser verändert (jetzt halbmondförmig) und die Rückwand konnte nach Entfernen des lösbaren Scharnierstiftes abgenommen werden. Im Laufe der Produktion wurde in der linken Filmkammer (Patronenraum) ein Filmführungsblech in das Gehäuse integriert.
Produktionszeit 4/1956 – 5/1959, Stückzahl 94.345 (RH)
400 024 - frühe Modelle noch mit Blitzmarkierung M X, Bajonett noch mit Stift
401 436 – 405 554 Die Filmtransport- und Rückspulachse erhielten Haltefedern für die Spulenkerne, zunächst mit rechteckigen Öffnungen für die Federn. Die Bajonettöffnung mit dem jetzt funktionslosen Stift enfällt.
ab 408 158 Gravur für Blitzsynchronisation jetzt mit F X markiert
ab 423 395 Patronenhalter links vom Filmfenster
432 642 – 440 577 ohne Andruckfedern für Filmkassetten in der Rückwand
ab 443 097 Scharnierstift für die Rückwand mit Knopf, dadurch entfernbar
463 599 – 466 639 Jetzt runde Öffnungen für die Federn in der Filmtransport- und Rückspulachse. Breiterer Rahmen der Blitzbuchsen
472 337 – 531 945 gravierte konzentrische Kreise in Aufzugs- und Rückspulknopf
11. Version Exa mit geprägter Schrift, sog. „Jubiläumsexa“ (RH 048)
Namenszug Exa im Frontschild jetzt geprägt (bisher graviert). Zusätzlich Verschlussklappenarretierung.
Produktionszeit 6/1959 – 8/1960, Stückzahl 38.330 (RH)
bekannte Nummern 528 911 – 557 434
12. Version – Prototyp (RH 049)
13. Version Exa Modell 1961 (RH 050)
Neue Frontplattenform mit gedrucktem schwarzen Namensschild „Exa“
bekannte Nummern 559 491 – 620 693
EXA I
Die – lt. Richard Hummel – 2. Generation der Exa erhielt ein neu konstruiertes Gehäuse mit einer einschiebbaren Rückwand. Diese Gehäuseform wurde auch für die Exa Modelle IIa und II b verwendet. Der Klappenverschluss blieb technisch unverändert, die Zeitenreihe wurde auf die geometrische Stufung 1/30, 1/60, 1/125 umgestellt, kürzeste Zeit jetzt 1/175 s. Der bisherige Schalthebel für die Zeitenwahl wurde durch einen Drehknopf ersetzt. Verschlusssperre jetzt durch einen Umlenkhebel auf der Rückseite der linken Deckkappe.
1. Version – EXA I Modell 1963, ohne Ösen (RH 051)
Version ohne seitliche Riemenösen, Nummerngravur oberhalb des Filmfensters, Rückwandverschluß mit Gravur „A Z“, verschraubte Haltebleche für die Rückwandverriegelung, Aussparung unter dem Verschlusssperrhebel mit roter Markierung darunter.
Produktionszeit 9/1962 – 11/1963, Stückzahl 37.960 (RH)
bekannte Nummern 120 024 – 127 445
ab 128 711 Bleche für Rückwandverriegelung jetzt genietet. Roter Punkt als Markierung für den Verschlusssperrhebel
ab 139 841 Fabriknummer jetzt in die Gehäuseunterseite eingeprägt
ab 144 131 Rote Punkte als Kennzeichnung für Rückwandverriegelung (statt A Z)
2. Version – EXA I mit Ösen (RH 053)
Ausführung wie Vormodell, jedoch mit seitlichen Riemenösen.
bekannte Nummern 150 716 – 173 614
ab 159 563 veränderte Rückwand mit geprägten Halterungen für Filmspule und –kassette.
EXA Ia
Technisch unverändert gegenüber der EXA I, jedoch jetzt mit Schnellschalthebel und geänderten Bedienungsknöpfen. Im Laufe der Produktionszeit einige Veränderungen im Detail, zeitweilig wurde die EXA Ia mit Aussenbajonett ausgeliefert. Bemerkenswert ist die vorübergehend geänderte Ausführung des Abdruckknopfes. Ab etwa Nr. 350 000 wurde der bisherige konisch geformte Auslöseknopf gegen eine stumpfe Ausführung ersetzt. Dies brachte aber Probleme beim Wechsel der Objektive mit Auslösearm, deshalb wurde ab Nr. 450 000 der Knopf wieder leicht abgeschrägt. Aus Gründen der Produktionsvereinfachung entfielen nach und nach die Aufsatzknöpfchen der Auslösesperre und des Bajonett-Sperrriegels.
1. Version – EXA Ia (RH 054)
Zählwerkknopf mit aussenliegender chromfarbener Filmmerkscheibe, Rückspulknopf zweiteilig, chrom mit schwarzer Scheibe. Dreiteilige Halterung für Suchersystem. Gravur „Ihagee Dresden“.
Produktionszeit 8/1964 – 8/1965, Stückzahl 30.264 (RH) nicht korrekt, nur etwa 8.000!
bekannte Nummern 200 044 – 207 058
208 725 einteiliger Rückspulknopf, schwarz mit Chromrand und weißem Pfeil
202 495 noch mit ovaler Gehäusekerbe (Filmbühne unten) wie EXA I
2. Version – EXA Ia (RH 055)
jetzt mit veränderter Filmmerkscheibe mit Sichtfenster; Transporttrommel 7 mm kürzer
Produktionszeit 8/1965 bis 5/1977, Stückzahl 328.701 (RH)
209 966 – 213 753 Halterung für Suchersystem jetzt einteilig
bis 211 971 Schraube in linker Filmkammer zur Patronenfixierung, später gegossene Nut
218 303 Basis mit runder Vertiefung
229 741 Rückspulknopf jetzt ohne weiße Markierung im Pfeil
3. Version – EXA Ia (Filmtransportlager senkrecht)
Im Laufe der Produktion wurde der bisher waagerecht mit dem Gehäuse verschraubte Haltewinkel für die Filmtransportachse senkrecht angebracht.
Variante a - Herstellergravur auf der rechten Deckkappe „Ihagee Dresden“
Variante b - Herstellergravur auf der rechten Deckkappe „aus DRESDEN“
Variante c - Pentacon-Turm auf der rechten Deckkappe eingraviert
Variante d - Hersteller-Aufdruck auf der rechten Deckkappe „DRESDEN“
bekannte Seriennummern unterschiedlicher Ausstattungsmerkmale:
263 027 Lager für Filmtransportachse jetzt vertikal verschraubt
272 373 Chromrand Rückspulknopf breiter
296 666 Verschlusssperrhebel ohne Knopf
349 560 Deckkappengravur „aus DRESDEN“
358 524 Auslöseknopf jetzt „stumpf“
393 298 – 400 300 Deckkappe mit graviertem Pentacon-Turm
431 364 Innengehäuse mit ovalem Ausschnitt in vorderer Sucherkante
453 818 Auslöseknopf wieder abgeschrägt
503 806 Knopf auf Schnellschalthebel ohne Kerbe
545 027 – 554 245 Deckkappen-Aufdruck „DRESDEN“
4. Version – EXA Ia mit Rückspulkurbel
Übergangsmodell, noch mit Gehäuse für Bajonettanschluss, jedoch bereits mit Bedienungsknöpfen des Nachfolgemodells EXA 1b. Erkennbar an der 6:00-Verschraubung unter dem Bajonettring, diese ist bei der 1b wegen der Auslösemechanik seitlich versetzt.
658 919 – 659 137 Rückspulkurbel und Zeitenknopf wie Exa 1b, Deckkappe o. Aufdruck
ELBAFLEX 175 (RH 056)
Bezeichnungsvariante für Exporte. Mir ist keine Exa Ia mit diesem Typenschild bekannt.
Produktionszeit 6/1969 bis 12/1970 innerhalb der EXA Ia-Baureihe (RH)
EXAKTA 100 (RH 057)
Bezeichnungsvariante für Exporte. Auch ein solche Typenvariante ist mir nicht bekannt.
Produktionszeit 6/1969 bis 12/1970 innerhalb der EXA Ia-Baureihe (RH)
VX 100 (RH 058)
Bezeichnungsvariante für Exporte
Produktionszeit 6/1969 bis 12/1970 innerhalb der EXA Ia-Baureihe (RH)
274 212 – 361 201
299 536 Gravur Ihagee Dresden mit „aus DRESDEN“ überklebt
EXA 1b – EXA 1c
Schon mit den Konsequenzen aus dem Rechtsstreit um die Namensrechte mit van Steenbergen / Ihagee WEST Mitte der 60er Jahre wurde die Produktionsumstellung auf M42-Objektivbestückung erwogen. Zunächst jedoch erschien mit der EXA 1b ein Parallelmodell zur EXA Ia, das ausschliesslich die Verwendung von Objektiven mit dem auch als Pentax / Praktica bekannten und verbreiteten Objektiv-Schraubanschluss gestattete. Dazu wurde das EXA-Gehäuse mit einer Auslösungsmechanik für den Blendenstift der M-42 Blendenautomatik ergänzt.
Ausserdem erhielt die EXA 1b veränderte Bedienungselemente, den Schnellspannhebel ohne Hebelknopf und den Rückspulknopf mit integrierter und klappbarer Kurbel.
1. Version – EXA 1b Gehäuseausführung chrom (RH 059)
Produktionszeitraum 6/1977 – 6/1983, Stückzahl 206.411 (RH) fraglich!
600 065 – 630 941 mit schwarzem „DRESDEN“ Aufdruck auf rechter Deckkappe
646 740 ohne Aufdruck DRESDEN
655 585 – 675 531 Lederprägung „MADE IN G.D.R.“
653 794 – 750 875 Lederprägung „(1) MADE IN G.D.R.“
754 987 größere Ziffern in der Seriennummer
2. Version – EXA 1b mit schwarzem Frontschild (RH 060)
Das bisherige chromfarbene Frontblech wurde durch ein schwarzes Schild aus Plaste ersetzt.
Produktionszeitraum 7/1983 – 8/1984, Stückzahl 49.780 (RH) fraglich!
823 442 – 830 916
C831 121 – C876 855 „C“ = Fertigung bei Certo
C877 131 – C885 122 glatte Belederung (wie beim Version 1c)
3. Version – EXA 1b mit schwarzer Deckkappe (RH 061)
Auch die Deckkappe wurde jetzt aus schwarzer Plaste hergestellt. Rückwand aber noch in Metall.
Produktionszeitraum 9/1984 – 5/1985, Stückzahl 29.907 (RH) fraglich!
C880 397 –C886 253
EXA 1c
Mit der Produktionsverlagerung zu Certo wurde das Gehäuse nach und nach um Plaste-Bauteile ergänzt. Zuletzt blieb nur noch das Grundgehäuse aus Metall-Druckguss. Mit der Fertigung der Rückwand auch aus Plaste wurde die Kamera zugleich in EXA 1c umbenannt und eine neue Seriennummerierung vorgenommen.
C001 304 – C104 665
EXA IIa
Mit der Einführung der EXA I wurde im Ihagee-Werk entschieden, für alle Exa – Modelle ein einheitliches Gehäuse zu verwenden. Das Gehäuse der bisherigen Exa II wurde aufgegeben und die neue EXA IIa erhielt das Grundgehäuse der EXA I / Ia. Entsprechend gelten für die EXA IIa/IIb – Baureihe die gleichen Merkmale wie für die EXA I/Ia. Die Seriennummern für die EXA IIa beginnen mit 140 000 aus der EXA I-Baureihe.
1. Version – EXA IIa ohne Riemenösen, Vorserie (RH 064)
Etwa 50 Kameras, meist gekennzeichnet durch eine Gravur auf der unteren Filmbühne "EIGENTUM IHAGEE", Fabriknummer auf Filmbühne oben weiß graviert, Rosette auf Filmzählwerk und Verschlusssperre
Produktionszeitraum Ende 1962
140 010 – 140 050
1. Version – EXA IIa ohne Riemenösen, Version 1 (RH 064)
Fabriknummer auf Filmbühne oben weiß graviert, Rosette auf Filmzählwerk und Verschlusssperre
Produktionszeitraum etwa 5/1963 – 6/1963
141 427 – 142 286 (innerhalb der Modellreihe mit EXA I)
1. Version – EXA IIa ohne Riemenösen, Version 2 (RH 064)
Fabriknummer jetzt auf Filmbühne unten eingeprägt, Lederstück auf Filmzählwerk, Verschlusssperre mit Nietbolzen
Produktionszeitraum etwa 6/1963 – 11/1963; Gesamt-Stückzahl des 1. Version 13.637 (RH)
143 681 – 152 379286 (innerhalb der Modellreihe mit EXA I)
2. Version – EXA IIa mit Riemenösen (RH 067)
Ausführung wie vor
Produktionszeitraum 12/1963 – 11/1964, Stückzahl 32.890 (RH)
152 548 – 186 440
Die Exa IIa war in zwei Versionen lieferbar, mit Mattlupe oder mit Fresnell-Linse mit Messkeil (Schnittbildlupe). Der Aufpreis für die Fresnell-Linse betrug jeweils 14 DM. Es sind auch Kameras mit der alten Zeiss Meßlupe zu finden. Eher zufällig ist wohl der bei einigen Kameras zu findende Objektivanschluss mit Außenbajonett.
EXA IIb (RH 068)
Mit dem Modellwechsel von der EXA IIa zur EXA IIb wurde erstmalig eine Ihagee Spiegelreflexkamera mit Rückkehrspiegel ausgerüstet. Ausserdem erhielt die Exa IIb einen neuen Rückspulknopf mit ausklappbarer Kurbel und den Schnellaufzug mit Filmmerkscheibe der EXA Ia. Die Seriennummern innerhalb der EXA Ia-Produktion begannen bei 200 000.
Produktionszeitraum 12/1964 – 8/1966, Stückzahl 69.690 (RH)
1. Ausführung mit waagerecht angebrachter Halterung für Filmtransportrad
200 006 – 264 222
2. Ausführung mit senkrecht angebrachter Halterung für Filmtransportrad
261 243 – 265 771
Alle EXA IIb-Modelle sind mit normaler Mattscheibe oder Fresnellupe zu finden.
EXA 500 (RH 069)
Als Weiterentwicklung der EXA IIb erhielt die EXA 500 eine kürzeste Verschlusszeit von 1/500s, ausserdem einen veränderten Zeiteneinstellring. Die meisten Kameras waren mit Fresnel-Bildfeldlupe mit Mikroraster und Mattring ausgerüstet, alternativ gab es auch die Fresnellupe als Messlupe.
Produktionszeitraum 8/1966 – 10/1969, Stückzahl 102.867
280 375 – 280 552 Kamera noch mit waagerecht angeschraubtem Haltewinkel
EXAKTA 500 (RH 070)
Bezeichnungsvariante für den Export
Produktionszeitraum 6/1969 bis 10/1969 im Rahmen der EXA 500
322 687 – 333 644 Lederprägung (1) Made in Germany (East)
332 465 – 355 747 Bodenplattengravur Made in Germany (East), schwarz ausgelegt
344 577 – 371 526 Bodenplattengravur wie vor, nicht schwarz
VX 200 (RH 071)
Bezeichnungsvariante für den Export
Produktionszeitraum 9/1969 – 10/1969 im Rahmen der EXA 500
358 727 – 369 376 Version 1 mit Schild VX 200 im aufgenieteten Rahmen
361 664 – 379 110 Version 2 mit Schild VX 200 direkt auf Deckkappe geklebt
Bei beiden VX 200 – Versionen war die Ihagee Dresden Gravur auf dem Prisma mit Leder überklebt.
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