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Exakta Objektivseite

Die Kine Exakta war nicht die erste Kamera mit Wechselobjektiven, setzte jedoch mit ihrem praktischen und stabilen Bajonett neue Maßstäbe. Zu ihrer Zeit waren herstellereigene Optiken eher eine Ausnahme und Leitz und Zeiss vorbehalten. Andere Fabrikate wetteiferten darum, als Normalobjektiv-Ausrüster im Herstellerkatalog enthalten zu sein. Wer dabei nicht zum Zuge kam, bot oft Zusatzobjektive an.

So war schon die Ur-Exakta 1934 wahlweise mit Objektiven von Meyer, Schneider, oder Zeiss erhältlich. Auch das als Ihagee Exaktar oder Ihagee Anastigmat angebotene Normalobjektiv 1:3,5 stammte von Meyer Görlitz. Diese Firmen lieferten zunächst auch die Zusatzobjektive - eine Auswahl aus dem offiziellen Lieferprogramm der Ihagee finden Sie in der Grafik. Anfangs überwogen die langen Brennweiten; Weitwinkelobjektive gab es noch nicht. Bei kürzeren Brennweiten als 40 mm kollidierten die damaligen Linsenkonstruktionen mit der Spiegelbewegung.

Der Verkaufserfolg der Exakta ließ in den Folgejahren alle renommierten Objektivhersteller der Welt Wechselobjektive mit Exakta-Bajonett produzieren. Es werden insgesamt wohl mehrere 1.000 verschiedene Objektive sein, die mit der Exakta verbunden werden können... Nach dem M42-Gewindeanschluss, dem sogenannten Pentax/Praktica-Anschluss, war für das Exakta Bajonett das umfangreichste Objektivangebot verfügbar.

Für uns Sammler sind zunächst die offiziell in den Exakta-Preislisten angebotenen Objektive von Interesse, allein die gibt's schon reichlich. Bei den Normalobjektiven kamen nach und nach die deutschen Hersteller Enna, Isco, Ludwig, Schacht, Rodenstock und Steinheil hinzu. Vor allem in den USA wurde auch das hochlichtstarke Angenieux 1,5/50 angeboten. Bis auf Ludwig hatten alle Hersteller auch Zusatzbrennweiten im Programm. Angenieux entwickelte 1950 das erste echte Weitwinkelobjektiv Retrofocus, Zeiss Jena folgte kurz darauf mit dem Flektogon. Kleinere Hersteller wie Astro, Berthiot, Dallmeyer, Kilfitt, Novoflex, Piesker, Roeschlein oder Tewe fertigten meist Spezial-Objektive mit Exakta-Anschluß. Von Voigtländer gab es das erste Standard-Zoom-Objektiv, von ENNA das erste Tele-Zoom.

In den frühen 1950er Jahren produzierten auch die damals eher noch unbedeutenden Hersteller Canon, Nikon und Olympus Objektive mit Exakta Bajonett. Später kamen weitere aus Fernost hinzu, natürlich Soligor, Tamron und Tokina. Die Westberliner Ihagee vertrieb solche und andere Produkte unter dem Namen Berolina. Viele gehören jedoch eher zur Kategorie „no Name“. Doch sind auch Spezialitäten darunter zu finden, wie das lichtstärkste Exakta-Objektiv überhaupt, das Taika Harigon 1,2/58. Aus Japan stammen auch dreiste Nachbauten von Zeiss Objektiven; ein Exemplar ist dem Pancolar zum Verwechseln ähnlich...

Auf den folgenden Seiten finden Sie Bilder, Informationen und Tabellen zu vielen Objektiven, die seit 1936 bis noch weit in die 80er Jahre lieferbar waren. Natürlich ist es einem Sammler schlechterdings unmöglich, alle Objektive für die eigene Sammlung zu erwerben. Überwiegend zeigen die Fotos jedoch Objektive aus eigenem Bestand. Andere sind aus Prospekten oder Katalogen entnommen. Die technischen Daten sind nach bestem Wissen aufgeführt, natürlich ohne jede Gewähr für die Richtigkeit. Ergänzungen nehme ich gern entgegen und füge sie - auf Wunsch auch mit Herkunftsangabe - in meine Aufstellung mit auf.

Wenn Sie etwas Bestimmtes suchen, können Sie für den Objektivhersteller sich an der Index-Leiste orientieren oder die Google-Suche benutzen. Geben Sie dann einfach das gesuchte Objektiv oder den Hersteller in die Maske ein.




Posted 2008/01/15 last updated 2009/05/01; Copyright © 2007-2013 by Horst Neuhaus