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Olympus Zuiko 1:3,5 f=4cm mit Exakta Bajonettanschluss

Das Zuiko C. ist das einzige von Olympus gebaute und seltene Objektiv mit Exakta-Bajonettanschluss. Im gleichen Zeitraum wurde auch ein gleichartiges Objektiv mit Schraubgewinde M39 für die Leica vertrieben, es hatte mit 1:2,8 eine etwas höhere Lichtstärke.

Da die Ihagee selbst keine eigene Objektivfertigung betrieb, gibt es den für spätere Systemkameras geprägten Begriff „Fremdhersteller“ nicht. Alle namhaften Optikhersteller der Welt lieferten Objektive mit dem traditionellen Exakta-Bajonett. Neben den „arrivierten“ deutschen Firmen Zeiss, Meyer, Schneider, Enna, Schacht und Steinheil hatten auch europäische Hersteller der 1930-1960er Jahre, wie Angénieux, Berthiot oder Dallmeyer Wechselobjektive für die Exakta in ihrem Lieferprogramm. Auch alle späteren japanischen Objektivhersteller, wie Soligor, Tamron oder Tokina lieferten Objektive mit Exakta-Anschluss.

Dennoch gelten die in Fernost gefertigten Optiken nicht unbedingt zu des Exakta-Sammlers Lieblingen. Allerdings gibt es auch Ausnahmen: in geringen Stückzahlen nämlich lieferten die späteren Weltmarken Canon, Nikon und Olympus einige Objektive mit Exakta-Festanschluss (also keine Adapteroptiken wie z.B. T-2 oder Umbauten). Diese zählen heute zu den Objektivraritäten für die Exakta.

Um eine solche handelt es sich bei diesem Zuiko C., einem der damals als Weitwinkel verwendeten Normalobjektive mit kürzerer Brennweite. "Echte" Weitwinkelobjektive waren in den frühen Jahren der Kleinbild-Spiegelreflexfotografie noch nicht verfügbar. Man kann bei diesem Objektiv die Problematik der vorstehenden Hinterlinse gut erkennen. Mehr hierzu finden Sie in der Hauptseite. Das Zuiko wurde für den US-Markt entwickelt und hat eine Entfernungsskala in feet. Die stufenlose Blende geht von 3,5 – 16.

Es sind drei unterschiedliche Versionen dieses Objektives bekannt. Optisch dürften sie bis auf abweichende Ausführung der Vergütung baugleich sein:

Die erste Version hat eine schwere verchromte Messingfassung und manuelle Blendeneinstellung (Normalblende). Das Objektiv hat Geradführung, d.h. das Frontelement dreht sich beim fokussieren nicht mit. Der Zusatz "C." steht für coated = vergütet.

Die Entfernungseinstellung beginnt mit 3 ft. Filteranschluss ist A42 oder E40,5. Bekannte Exemplare tragen Fabriknummern um 62xxx

Die zweite Version hat ebenfalls eine verchromte Messingfassung und manuelle Blendeneinstellung. Die Fassung ist knapp 4 mm kürzer und das Vorderteil der Fassung mit Blendeneinstellring und Frontelement dreht sich bei der Entfernungseinstellung mit. Filteranschluss ist ebenfalls A 42, ein Einschraubgewinde fehlt jedoch. Die Entfernungseinstellung beginnt mit 3,5 ft. Bekannte Exemplare tragen Fabriknummern um 224xxx.

Die dritte Version - abgebildet in "EXAKTA Obscurities" by Gary Cullen / Klaus Rademaker auf S. 40 - hat eine Aluminium-Fassung und Vorwahlblende. Das Frontelement dreht sich bei der Entfernungseinstellung, die bereits mit 2ft beginnt, nicht mit. Die Frontbezeichnung lautet "F.C.", full coated = alle Glaselemente sind vergütet. Bekannte Exemplare tragen Fabriknummern um 200xxx.

Es ist nicht bekannt, welche Stückzahlen insgesamt oder auch innerhalb der verschiedenen Versionen hergestellt worden sind. Das Objektiv taucht nur sehr selten auf, so dass keine Nummernfolgen ausgewertet werden können. Ein Exemplar der ersten Version ist mit "MADE IN JAPAN", eines der dritten Version mit "JAPAN" gekennzeichnet.
Auf dem Rückdeckel der dritten Version steht "MADE IN OCCUPIED JAPAN", ebenso auf dem mir bekannten Lederetui.









Hier sehen Sie im Vergleich ein Objektiv der ersten (links) und der zweiten Version (rechts). Gut zu erkennen sind die über die Fassung herausragenden Hinterlinsen.
Bei der zweiten Version ist diese durch einen über die Linse hinausstehenden und abgeschrägten Messingtubus geschützt.




Posted 2008/03/25; Copyright © 2007-2014 by Horst Neuhaus