Lichtschachtsucher Exakta Varex bis Exakta Varex IIa und Exa/0 (1950 - 1960)

Schnitt

Mit der Exakta Varex stellte die Ihagee 1950 die weltweit erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera mit einem Wechselsuchersystem vor. Basisausstattung blieb der schon von der Kine Exakta her bekannte Lichtschachtsucher. Allerdings konnte dieser Sucher nun aus dem Gehäuse entnommen und gegen einen neu entwickelten Prismensucher ausgetauscht werden. Der Prismensucher war gegen Aufpreis erhältlich, zu dem noch der Preis für die dazu passende Mattscheibe hinzugerechnet werden mußte. Auf der Reflexsucherseite für die Kine Exakta habe ich die Handhabung des Lichtschachtsuchers vorgestellt. Deshalb beschränke ich mich hier wieder auf die Beschreibung der technischen Ausführung und der Varianten.

Wie schon die frühen Kine-Lichtschachtsucher benutzten auch die nun austauschbaren Lichtschachteinsätze als "Mattscheibe" einen massiven Glasblock, der das Reflexbild für das Auge etwa in normaler Größe darstellt. Die neuen flachen Bildfeldlinsen blieben bis zur Einführung des klappbaren Lichtschachtes mit der Exakta Varex Mod. 1961 im Jahr 1960 dem Prismeneinsatz vorbehalten. Die unverändert gebliebene einschwenkbare Zusatzlupe finden Sie in der Beschreibung des Suchers der Kine Exakta.

Für einen Exakta Anwender ist ein Lichtschachtsucher so gut wie der andere. Eine Lichtschachtsucher-Seite ist deshalb auch nicht unbedingt eine spannende Angelegenheit. Dagegen hat der Sammler nach einer ganzen Reihe von im Detail unterschiedlichen Suchereinsätzen zu forschen und darf darüberhinaus noch darüber grübeln, welche Ausführung denn nun zu welchem Kameramodell passen möge ... Es finden sich im Laufe der 10jährigen Bauzeit sowohl kleine technische, wie auch Unterschiede in der Gehäuse-Ausführung und der Hersteller-Gravur auf dem Gehäuse. GravurDie erste Ausführung des neuen Wechselsuchereinsatzes erhielt in Anlehnung an den neuen Namenszusatz der Exakta rückseitig die Gravur "Varex". Schon nach kurzer Zeit mußte diese jedoch infolge von Patentproblemen in den USA geändert werden. Seither wird dort generell "Ihagee" graviert. Es wird nicht - wie bei den Gehäusen - nach US-Modellen und für den Rest der Welt unterschieden.
Auf der Frontseite des Einsteckgehäuses stand anfangs "Ihagee Dresden", bei späteren Ausführungen auch "Ihagee Dresden Germany". Diese alternativen Kennzeichnungen finden sich ebenfalls bei den folgenden Varianten bis 1957. Die Lackierung der Gehäuse variierte geringfügig zwischen Kräusellack und Hammerschlag ebenso wie die Verchromung zwischen matt und glänzend.

eine Madenschraubezwei MadenschraubenTechnisch finden sich im Laufe der Jahre nur kleine Abweichungen. Bei den ersten im Jahr 1950 gefertigten Ausführungen war die dicke Glaslupe noch unbeweglich im Gehäuse festgeschraubt, teils mit nur einer (Typ 0), teils mit zwei Madenschrauben auf der Frontseite des Lupengehäuses. Wohl mit dem Wechsel zum Modell VX wurde das Glas mitteils zweier seitlicher Bolzen federnd gelagert um das Einsetzen in das Kameragehäuse zu erleichtern. Die Lupeneinsätze aus Glas wurden hierzu mit zwei seitlichen Einkerbungen versehen.

Bei der allerersten Ausführung (Typ 0, Bild links) ist die Glaslupe im Gehäuse mit einer frontseitig angebrachten Madenschraube gehalten. Dadurch sitzt sie fest im Gehäuse, federt nicht und splittert bei robustem Gebrauch leicht an den Seiten. Bei den Typen 1 und 2 wird die Glaslupe mit zwei Schrauben (Bild rechts), aber ebenfalls noch unbeweglich in das Gehäuse eingeklemmt.

3 Scharniere5 ScharniereBis zur Version 2 sind die beiden Scharniere der Lupenabdeckung mit einer einteiligen, später mit der dreigeteilten Lagerhülse am Lichtschachtdeckel verbunden. Der in das Kameragehäuse hineinragende Verschlusssperrhebel der Kine-Ausführungen fand sich auch bei den ersten wechselbaren Versionen (bis Version 3), erwies sich dort aber als wenig dauerhaft und fehlt deshalb nicht selten. Er brach häufig ab, weil er nur mit einer winzigen Niete befestigt war. Mit der Exakta Varex VX wurde diese Schwachstelle beseitigt und die Verschlusssperre auf die Kamerafront verlegt.



Anfangs hatte der Lichtschachtdeckel eine einteilige (Bild links), ab Mitte 1951 eine dreigeteilte (Bild rechts) Aufnahme für die Achsverbindung mit der Abdeckklappe der einklappbaren Vergrößerungslupe

Wie schon bei den frühen Standard Exaktas zeigten sich anfangs Probleme mit der Geradstellung des Lichtschachtdeckels. Diese war deshalb von Bedeutung, weil ansonsten die beiden seitlichen Lichtschutzklappen nicht arretiert wurden. Bei frühen Varex-Kameras löste man das Problem durch Verbiegen des Frontschildes nach innen (deshalb ist dies nicht selten verbeult). Ohnehin brauchte der Exakta-Fotograf zum Schließen dieses eigenwilligen Bauteils eigentlich drei Hände. Lupenstifte, NutBis zur Ablösung durch den Klappsucher experimentierte man in der Ihagee herum, zunächst mit einer eingeprägten Sicke auf dem Abdeckblech, später mit einem kleinen Blech, das auf die Front geschraubt wurde (Frontblech). Dieses Frontblech bewirkte, dass der Sucher im aufgeklappten Zustand auch außerhalb der Kamera seine Form behielt.

Davon abgesehen erfuhr dieses Bauteil nur noch zwei bedeutende technische Innovationen (im Bild rechts dargestellt): bei den letzten Ausführungen (etwa ab Typ 7) wurde der Minihebel für die Vergrößerungslupe um 1 mm länger. Das Gehäuse erhielt ab Typ 8 seitlich zwei Führungsnuten, die anfangs auch noch dem Folgemodell und einigen Gehäusen des neuen Prismensuchers spendiert wurden, später aber wieder entfielen.

Alles in allem habe ich im Laufe der Jahre 23 Varianten dieses Lichtschachteinsatzes gefunden, aus denen ich eine Typenliste von 0 bis 9 erstellt habe. Einerseits wollte ich mit der Kategorisierung "einstellig" bleiben. Zum anderen sind die Unterschiede auch nicht so bedeutend, um noch weiter zu untergliedern. Man mag gar darüber streiten, ob es überhaupt so viele sein müssen. Manche Unterschiede zeigen sich erst, wenn man die Teile nebeneinander vor sich liegen hat. Aber immerhin sind diese Unterschiede eben vorhanden und somit in der Sammlung darstellbar. Vielleicht findet sich sogar noch die eine oder andere Kleinigkeit mehr?

Es gibt auch noch andere Systematiken, mit denen ich allerdings nie so ganz zurechtgekommen bin. Das Thema ist auch so wichtig nicht, als dass man sich unbedingt weltweit auf eine Norm einigen müßte. Ich selbst hatte mich in meinen "Fotolisten" Anfang der 1990er Jahre schon einmal daran versucht, das damals gewählte System aber im Laufe der Jahre wieder ein wenig verändert. Beibehalten habe ich jedoch - wie bei den Prismensuchern - die Abgrenzung nach dem alten hier beschriebenen Typ "mit der dicken Glaslupe" und der ab 1960 gebauten Klappversion (s. hier).

In der folgenden Fotogalerie zeige ich die verschiedenen Typen im Detail und beschreibe sie in der Tabelle danach.

Typ 0Typ 0Typ 0Typ 0
Erste Sucherausführung "Varex" mit einer Madenschraube für die Glasbefestigung.

Typ 0aTyp 0aTyp 0aTyp 0a
Erste Sucherausführung "Ihagee" mit einer Madenschraube für die Glasbefestigung.

Typ 1Typ 1Typ 1Typ 1
Frühe Sucherausführung "Varex" mit zwei Madenschrauben für die Glasbefestigung.

Typ 1aTyp 1aTyp 1aTyp 1a
Frühe Sucherausführung "Ihagee" mit zwei Madenschrauben für die Glasbefestigung.

Typ 2/1Typ 2/1
Wird hier nur in der Rückansicht abgebildet, weil dem Exemplar in meiner Samlung der Sperrhebel fehlt - kein typisches Merkmal und deshalb hier nicht relevant.
Der Sucher hat noch das einteilige Deckelscharnier, entspricht im übrigen Typ 2 im nächsten Bild. Offenbar wurde 1951 zunächst die federnde Lupenbefestigung eingeführt und danach, auch noch im Jahr 1951, die Änderung am Lupendeckelscharnier.

Typ 2Typ 2Typ 2Typ 2
Sucherausführung 1951, jetzt mit federnd eingesetzter Glaslupe, aber noch ohne Sicke.

Typ 3Typ 3Typ 3Typ 3
Sucherausführung 1951, mit federnd eingesetzter Glaslupe und Sicke.

Typ 3aTyp 3aTyp 3aTyp 3a
Bei dieser Ausführung findet sich erstmalig die zusätzliche Herkunftsbezeichnung "Germany". Es werden zwei unterschiedliche Gravurformen dafür gezeigt, die mir jedoch nicht so bedeutsam scheinen, um als eigenständiger "Typ" eingestuft zu werden.

Typ 3a/1Typ 3a/1Typ 3a/1Typ 3a/1
Übergangsvariante zwischen Typ 3 und 4 ohne Stößel für die Verschlusssperre. Der Deckel hat zwar noch das zusätzliche Loch für die Nietbefestigung, der Rahmen jedoch keine Aussparung (kleines Foto) mehr für den Stößel.
Stößel fehlt


Frühe Lichtschachtsucher ohne Stößel für die Verschlusssperre sind zwar so selten nicht, doch ist dieser dann meist verlorengegangen, weil die Niete für die Befestigung ausgerissen ist. Dies erkennt man am leicht verbeulten Befestigungsloch und der nun nutzlosen Aussparung (s. kleines Foto ganz rechts).

Typ 4aTyp 4aTyp 4aTyp 4a
Typ 4 jetzt ohne Sperrhebel, mit der Frontgravur "Germany". Bei dieser Ausführung ist die bislang stufig gegossene Vorderkante glatt ausgeführt, wohl schon zur Vorbereitung auf das später montierte Frontblech.

Typ 4/1Typ 4/1Typ 4/1
Der Typ 4 hat noch die "Sicke" als Abstandshalter im Deckel ist aber teilweise zusätzlich schon mit dem neuen Frontblech ausgestattet. Der Sperrhebel ist entfallen. Die Rückansicht blieb unverändert und wird deshalb hier nicht gezeigt.

Typ 4/2Typ 4/2Typ 4/2Typ 4/2
Typ 4 in der Version vom VEB Rheinmetall Sömmerda, Baujahr 1954, mit "Sicke" als Abstandshalter im Deckel; noch ohne Frontblech, für das aber bereits die Bohrungen vorhanden sind.

Typ 5Typ 5Typ 5bTyp 5
Der Typ 5 hat als Abstandshalter jetzt nur noch das mit großen Schrauben befestigte Frontblech. Dieses sichert nun auch außerhalb der Kamera die Geradstellung der geöffneten Abdeckklappen.

Typ 5/1Typ 5/1Typ 5/1Typ 5/1
Typ 5 in der Version vom VEB Rheinmetall Sömmerda, Baujahr 1954/55, mit Frontblech.

Typ 6Typ 6Typ 6Typ 6
Beim Typ 6 ist das Frontblech jetzt mit kleineren Schrauben befestigt. Außerdem sind die Suchereinsätze anstatt wie bisher matt, nun mattglänzend oder teilweise sogar hochglänzend verchromt.

Dieser Typ 6 ist unter allen Lichtschachteinsätzen am häufigsten zu finden.

Typ 6aTyp 6aTyp 6aTyp 6a
Entspricht Typ 6, jedoch ist das Frontblech mit schwarzen Zylinderkopf-Schrauben befestigt.

Typ 6bTyp 6bTyp 6bTyp 6b
Entspricht Typ 6, jedoch erstmals mit Kräusellack statt wie bisher Hammerschlaglack lackiert.

Typ 7Typ 7Typ 7Typ 7
Gehäuse unverändert, schwarz eloxierte Zylinderkopfschrauben; jedoch ist der seitliche Stift zum Betätigen der Vergrößerungslupe nun etwa 1 mm länger als bisher.

Typ 7aTyp 7aTyp 7aTyp 7a
Entspricht Typ 7, jedoch sind die Befestigungsschrauben für das Frontblech jetzt wieder blank.

Typ 8Typ 8Typ 8Typ 8
Jetzt mit Führungsnut seitlich am Lupengehäuse zum leichteren Einsetzen. Herstellergravur ohne "Germany", sonst wie vorherige Ausführung.

Typ 8aTyp 8aTyp 8aTyp 8a
Wie Typ 8, jedoch wieder mit Zusatzgravur "Germany".

Typ 9Typ 9Typ 9Typ 9
Die letzte Ausführung dieses Zubehörteils, ab etwa 1959 mit der "Jubiläumsexakta" ausgeliefert. Ohne frontseitige Herstellergravur


Die Lackierung ist jetzt "Kräusellack" mit feinerer Oberfläche statt Hammerschlaglack, die Verchromung unterschiedlich matt- oder hochglänzend. Außerdem ist bei den zuletzt produzierten Suchereinsätzen der Lupendeckel innen mattschwarz lackiert.

Hier nun noch eine Tabellenübersicht aller oben beschriebenen VX-Lichtschachtsucher

Typ Schwarzlack Schrift vorn Schrift hinten Verchromung Sperrhebel Geradestellung Sonstiges SucherBj Kameramodell
0 Kräusellack Ihagee Dresden Varex mattsilber ja ohne; Vorderkante ohne Stufe Glas ungefedert, 1 Schraube vorn 1950 Varex
0a Kräusellack Ihagee Dresden Ihagee mattsilber ja ohne; Vorderkante ohne Stufe Glas ungefedert, 1 Schraube vorn 1950 Varex
1 Hammerschlaglack Ihagee Dresden Varex mattsilber ja ohne; Vorderkante stufig Glas ungefedert, 2 Schrauben vorn (in Stufe) 1950 Varex
1a Hammerschlaglack Ihagee Dresden Ihagee mattsilber ja ohne; Vorderkante stufig Glas ungefedert, 2 Schrauben vorn (in Stufe) 1950 Varex
2 Hammerschlaglack Ihagee Dresden Ihagee mattsilber ja ohne; Vorderkante stufig Glas gefedert 1951 Varex / VX 1
2/1 Hammerschlaglack Ihagee Dresden Ihagee matt ja ohne; Vorderkante stufig Hebel fehlt 1951/52 Varex / VX 1
3 Hammerschlaglack Ihagee Dresden Ihagee matt ja Sicke; Vorderkante jetzt glatt   1951/53 VX
3a Hammerschlaglack Ihagee Dresden Germany Ihagee matt ja Sicke; Vorderkante jetzt glatt   1951/53 Varex / VX 1
3a/1 Hammerschlaglack Ihagee Dresden Germany Ihagee matt - 2 Löcher Sicke; Vorderkante glatt ohne Hebel 1951/53 Varex / VX 1
4 Hammerschlaglack Ihagee Dresden Ihagee matt - Sicke, Vorderkante glatt   1953/54 VX 2
4/1 Hammerschlaglack Ihagee Dresden Germany Ihagee matt - Sicke + Frontblech grosse Flachkopfschrauben   1955 VX 2
4/2 Hammerschlaglack Rheinmetall Sömmerda Germany Rheinmetall matt - Sicke, ohne Frontblech   1954/55 System Exa
4a Hammerschlaglack Ihagee Dresden Germany Ihagee matt - Sicke; ohne Frontblech, Vorderkante glatt   1953/54 VX
5 Hammerschlaglack Ihagee Dresden Germany Ihagee matt - Frontblech / grosse Flachkopfschrauben   1954/55 VX 3
5/1 Hammerschlaglack Rheinmetall Sömmerda Germany Rheinmetall matt - Frontblech / grosse Flachkopfschrauben   1954/55 System Exa
6 Hammerschlaglack Ihagee Dresden Germany Ihagee mattglänzend - Frontblech / kleine Zylinderkopfschrauben (blank) Lupenstift kurz 1955/56 VX / IIa
6a Hammerschlaglack Ihagee Dresden Germany Ihagee mattglänzend - Frontblech / kleine Zylinderkopfschrauben (schwarz) Lupenstift kurz (2 mm) 1956 VX / IIa
6b Kräusellack Ihagee Dresden Germany Ihagee mattglänzend - Frontblech / kleine Zylinderkopfschrauben (blank) Lupenstift kurz 1956 VX / IIa
7 Hammerschlaglack Ihagee Dresden Germany Ihagee mattglänzend - Frontblech / kleine Zylinderkopfschrauben (schwarz) Lupenstift 3 mm 1957 VX / IIa
7a Hammerschlaglack Ihagee Dresden Germany Ihagee mattglänzend - Frontblech / kleine Rundkopfschrauben (blank) Lupenstift 3 mm 1957/58 VX / IIa
8 Hammerschlaglack Ihagee Dresden Ihagee mattglänzend - Frontblech / kleine Rundkopfschrauben (blank) Führungsnut, Lupenstift 3 mm 1957/58 VX / IIa
8a Hammerschlaglack Ihagee Dresden Germany Ihagee mattglänzend - Frontblech / kleine Rundkopfschrauben (blank) Führungsnut, Lupenstift 3 mm 1957/58 VX / IIa
9 Kräusellack ohne Ihagee glänzend - Frontblech / kleine Rundkopfschrauben (blank) Führungsnut, Lupenstift 3 mm; Lupendeckel innen blank oder mattschwarz 1959-61 IIa


Lupeneinsätze aus Glas, Sondertypen oder Ersatz

Abgesehen von den eher geringfügigen Gehäusevarianten gibt es auch diese frühen Sucher schon mit verschiedenen Glaseinsätzen. Während der normale Lichtschachteinsatz mit Mattlupe 301-01 zur Standardausstattung einer Exakta oder Exa gehörte, konnten auch Einsätze mit speziellen Glaseinsätzen (Lupen) bezogen werden. Der Katalogpreis 1954 des Lichtschachtsuchers mit der normalen Mattlupe betrug DM 38,50. Ein Einsatz mit Fadenkreuzlupe kostete DM 47,85 und mit Klarfleck (3 oder 10 mm Ø) DM 56.

Auf besondere Bestellung waren Lupeneinsätze auch einzeln erhältlich. Diese kosteten aber kaum weniger, als ein vollständiger Lichtschachtsucher und der Wechsel war auch nicht ohne Werkzeug möglich. Von Spezialvarianten einmal abgesehen - die es bei der Ihagee für manche Zubehörteile gegeben hat - wurden folgende Lupen im Katalog angeboten (Bestellnummer der Sucherlupe als Einzelteil in Klammern):

30101 Klarlupe (301.11)
30102 Klarlupe mit Fadenkreuz (301.02, später 301.10)
30103 Spezial-Mattscheibenlupe mit 3 mm Ø Klarfleck und Fadenkreuz (301.03)
30104 Spezial-Mattscheibenlupe mit 10 mm Ø Klarfleck und Fadenkreuz (301.04)
30105 Spezial-Mattscheibenlupe mit Fadenkreuz und Millimeterteilung (301.05)
30109 Spezial-Mattscheibenlupe mit Fadenkreuz (301.09)

Im Bild rechts sehen Sie die Spezial-Sucherlupe mit 10 mm Ø Klarfleck und Fadenkreuz im Lichtschacht Nr. 301.04. Diese bietet Einstellvorteile bei der Makrofotografie bis zum Maßstab von etwa 1:1. Bei noch größeren Maßstäben oder in der Mikrofotografie verwendet man vorzugsweise eine Klarlupe oder gleich den Objektivlupeneinsatz.

Die Zeiss-Messlupe (Schnittbildentfernungsmesser) war für den alten Lichtschacht nicht lieferbar.

Klarfleck 3 mm











Lichtschachteinsatz Typ 8a mit Spezial-Sucherlupe mit 3 mm Ø Klarfleck, jedoch ohne Fadenkreuz.


Diese Version war nach Katalog gar nicht lieferbar und ist offenbar als Sonderbestellung ausgeliefert worden. Das Werk berechnete für solche Wünsche üblicherweise keine Sonderpreise sondern lieferte diese zum Listenpreis vergleichbarer Zubehörteile aus, in diesem Fall wohl zum Preis von DM 56 für den Suchereinsatz 30103. Nur wenn spezielle Anfertigungen (z.B. rechteckige Formatrahmen oder individuelle Teilungen in Grad o.ä.) bestellt wurden, mussten diese gesondert bezahlt werden.



Posted 2008/03/16; last updated 2016/06/12 Copyright © 1990-2016 by Horst Neuhaus