
Daten und Fabriknummern der Exakta Varex VX Modellreihe
Die Exakta Varex VX ist nach der IIa das meistgebaute Exakta-Modell. Jedoch entstanden während der 6jährigen
Bauzeit drei verschiedene Modellvarianten, die sich - gemessen an der sonstigen Konstanz der Exakta -
untereinander nicht unwesentlich unterschieden. In der Sammlerliteratur, auch im Referenzwerk von
Richard Hummel, gibt es zu den Modellvarianten unterschiedliche Wertungen. So werden beispielsweise
die Exportmodelle in die USA als eigenständige Modelle aufgeführt, obwohl sie nur eine andere Frontplatte
(VX) und rechte Deckkappe (ASA / WESTON) erhielten. Technisch entsprachen sie völlig den Kameras mit
der europäischen Kennzeichnung. Ich trage diesem Umstand aber insoweit Rechnung, als ich den US-Kameras
eine eigene Unterabteilung widme. Allerdings können dafür keine eigenständigen Typen- und Nummernfolgen
benannt werden - s. hierzu auch meine weiteren Ausführungen.
Das es sich nicht um eigenständige Kameramodelle handelt, wird insbesondere auch an der Fabriknummernfolge
deutlich. Hier finden sich Kameras mit "Varex VX" und "VX"-Frontplatten in bunter Folge. Zwar lassen sich
innerhalb der Fabriknummernreihe durchaus Kontingente für die jeweiligen Bezeichnungsvarianten ausmachen, doch
sind diese eher zufällig über die modellspezifische Nummernfolge verteilt. Auch kann noch nicht einmal mit
Sicherheit gesagt werden, dass Nummernkontingente durchgängig der jeweiligen Bezeichnungsvariante
zugeteilt wurden.
Leider gibt es dazu von der Ihagee keine Aufzeichnungen, so dass es allenfalls möglich ist,
solche Daten "empirisch" zu ermitteln. Soweit ich dies anhand meiner seit 1985 geführten Exakta-Datei (mit
inzwischen rund 1.500 Fabriknummern) nachvollziehen kann, gibt es anhand der Varex VX / VX-Fabriknummern
keine Anhaltspunkte für eigenständige Modelle. Zwar sind durchaus zusammenhängende Nummernbereiche zu finden -
etwa 691.500-695.00 oder 699.500 - 708.600 für die VX bzw. 709.200-711.000 für die Varex VX usw. Jedoch ist
nicht auszuschließen, dass irgendwo auch eine andere Bezeichnungsvariante innerhalb dieser Reihen existiert.
Man müßte also sehr viel mehr Nummernangaben zu Verfügung haben, um dazu schlüssige Aussagen treffen zu können.
Allerdings scheint dies ziemlich sinnlos, weil die Ihagee-Nummernvergabe stets fertigungsorientiert erfolgte und
nicht - wie z.B. bei Leitz - modellbezogen. Ich habe es jedenfalls aufgegeben, innerhalb der Produktionsperioden
nach Nummernabweichungen zu forschen. Schon die regelmäßigen Überschneidungen bei Modelländerungen zeigen, dass
es bei der Ihagee hier keine nachvollziehbare Systematik gegeben hat. So dienen die Fabriknummern lediglich dazu,
die Produktionszeit einigermaßen sicher bestimmen zu können.
Auffällig ist hingegen, daß bis etwa 1955 die VX-Versionen gegenüber der Varex VX überwiegen.
Dies entspricht auch der Kenntnis, dass zu Beginn der 1950er Jahre der überwiegende Teil der Exakta Produktion
in die USA exportiert wurde. In Deutschland waren in diesen Jahren Exakta Kameras selten, manche Photo-Porst
Kataloge enthielten erst gar keine Exakta-Kameras. In den meisten Preislisten aus dieser Zeit wurde auch auf
die beschränkten Liefermöglichkeiten hingewiesen. Erst mit der 3. Ausführung ab 1956 entspannte sich diese
Situation mehr und mehr und es gab auch in Deutschland Exakta-Kameras ohne Wartezeiten zu kaufen.
Typ: einäugige 24 x 36 mm Spiegelreflexkamera für Kleinbildfilm, Hersteller Ihagee Dresden
Produktionszeit 6/1951 – 12/1951 bzw. schon ab 3/1951 s. **
Fabriknummern: 691.523 – 816.117
gebaute Stückzahl: 124.474 in 3 Modellausführungen (4 Modelle nach Richard Hummel)
Frontplatten: Exakta Varex VX, Exakta VX (bei USA-Exportmodellen)
Ausstattung: Gussgehäuse aus Leichtmetall; Schlitzverschluß mit 12 (!) bis 1/1000 sec
(12, 11, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1, ½, 1/5, 1/25, 1/50, 1/100, 1/150, 1/250, 1/500, 1/1000. Z und B,
Vorlaufwerk (= Selbstauslöser, auch für Langzeiten 6, 5, 3, 2, 1 ½, ¾, 1/5 sec.)
Schnellaufzug, 2-fache Blitzsynchronisation für Blitzbirnen (V, später M) und Elektronenblitz (E, später X),
Mehrfachbelichtungsmöglichkeit, Lichtschachtsucher mit Verschlusssperrhebel,
Filmmesser für teilbelichtete Filme, abnehmbare Rückwand;
Objektivbajonett für ein riesiges Objektivangebot aller Spitzenhersteller;
umfassendes Zubehörprogamm.
1. Zählwerk ohne Einstellrad (Richard Hummel 017)
Produktionszeit 6/1951 – 6/1953
Produktionsnummern: 691.523 – 733.580; Stückzahl 40.117 (RH)
Unverändert 4 Blitzbuchsen, Verschlusssperre mittels Auslöser-Sperrstift vom Lichtschachtsucher durch Loch
in linker Deckkappe, Entsperrhebel zum Rückspulen und gebogener Spannhebel (wie beim Vormodell Varex).
Verschlußzeitenknopf mit 19 mm Durchmesser, anfangs noch „B,Z“-Gravur, später „“B,T“.
Noch ohne Verschlusssperrkappe neben dem Auslöser. Bajonett wie bisher ohne Außenbajonett,
Boden des Spiegelkastens gerillt, Filmandruckplatte geprägt.
Gegenüber der Varex verändertes Zählwerk, aber noch ohne zusätzliches Einstellrad; Blitzgravur M/X,
anfangs bei wenigen Kameras auch V/E + M/X. Neue Trageösen, Rückwand-Scharnierstift mit Griffknopf.
Filmmerkring mit Filmgravur auf rechter Deckkappe 12-30/10 DIN, Export-Modelle in angelsächsische
Länder 8-250 ASA und 6-200 W(ESTON). Filmtransportanzeige mittels Scheibe unterhalb einer Öffung in rechter Deckkappe.
ab 696.651 B/T-Gravur auf Verschlußzeitenknopf
695.480-700.464 Einzelstücke mit Blitzanschlussgravur V/E und M/X
Gehäuseänderung etwa bei Nr. 700.000 – es entfällt die Gewindeaufnahme für die äußere Befestigungsschraube
der rechten Deckkappe. Künftig wird diese mittels eines auf der Langzeitwerkplatte angenieteten Abstandsbolzen gehalten.
** Exakta Varex Modell 1951 (Richard Hummel 016) – Angaben laut Richard Hummel;
Produktionszeit 7/1953 – 6/1955
Produktionsnummern: 733.843 – 772.200; Stückzahl 38.710 (RH)
Kamera-Ausführung wie beim Vormodell mit folgenden Abweichungen:
Geschlossenes Bildzählwerk mit Einstellrad, gerader Spannhebel, Druckknopf zum Rückspulen;
Verschlußsperrkappe neben dem Auslöser (sichelförmig); neue Bajonettausführung mit Außenbajonett für
Spezialobjektive und einer Aussparung am rechten Bajonettlappen (gegen Vignettierung);
Filmandruckfeder im Patronenraum.
3. Modell – mit 2 Blitzbuchsen PC sync M/X (Richard Hummel)
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