Frühe Belichtungsmesser (Photometer, Aktinometer) by Photo but More

Die Reihenfolge der Aufstellung bestimmt sich bis auf Weiteres nach dem Gerätenamen, nur ausnahmsweise nach dem Herstellernamen. Auch zu diesem Teil meiner Seite wird es von Zeit zu Zeit Updates geben, (aktueller Stand ist September 2014). Bitte schauen Sie also gelegentlich wieder vorbei, danke. Herzlichen Dank an dieser Stelle auch an Sammlerkollege Thomas Meyer für einige wichtige Informationen und andere Sammlerfreunde für Fotos.

Meine Einführung in das Thema Belichtungsmesser finden Sie auf der Belichtungsmesser-Hauptseite auch mit Informationen zu Belichtungsmessern mit anderer Arbeitsweise. Diese Seite enthält nur die ab etwa 1895 angebotenen frühen Belichtungsmessertypen ohne elektrische Mess- und Anzeigeelemente.

Ein wichtiger Hinweis noch an die Sammlerkollegen dieser alten Teile. Manch einer ist stolz, wenn er zu seinem historischen Belichtungsmesser noch das originale, handgenähte Lederetui besitzt. Natürlich wird es auch zur Aufbewahrung verwendet. Doch Vorsicht, die Lagerung in diesen Etuis verursacht Oxidation an den vernickelten Teilen der Geräte! Das beginnt mit leicht klebrigem grünen wachsartigem Schmier und endet mit der Zersetzung der Metalloberflächen und Gravuren. Verursacher ist die bei der Herstellung alter Leder verwendete Gerbsäure. Gleiches gilt übrigens auch für die Aufbewahrung von Objektiven!


Chemische Belichtungsmesser (Photometer) – Gruppe 1

Bei den Geräten dieser Gruppe wird die Belichtung nach der Zeit bestimmt, die ein Streifen Photopapier zur farblichen Veränderung bis zu einem festgelegten Vergleichswert benötigt. Sie waren von 1895 bis etwa Ende der 20er Jahre im Handel. Watkins und Wynne's beherschten, sogar mit jeweils eigenen Empfindlichkeits-Werteskalen, den Markt. Die wenigen Übrigen waren Nachbauten oder Lizenzprodukte.

Die Anwendung war nach heutigen Maßstäben ein kompliziertes Unterfangen, zumal es damals noch keine Normwerte für Blenden, Empfindlichkeiten usw. gab. Zunächst musste das verwendete Plattenmaterial (oder Planfilme, die noch "Films" hießen) und deren Empfindlichkeitswert aus einer Tabelle ermittelt werden. Der Blendenwert (F-Zahl) war jeweils mittels dividieren der Objektivbrennweite durch den Blendendurchmesser zu ermitteln. Etwa auf dem Objektiv angegebene Blendenwerte entsprachen nicht unbedingt den Wertangaben des Belichtungsmessers. Auch sind damalige Blendenwerte mit den heute üblichen geometrischen Blendenstufen nicht vergleichbar. Zudem gab es unterschiedliche Wertetabellen, alte Zeiss-Werte zählen gar andersherum .... (Eine Blendenvergleichstabelle finden Sie hier). Nach alldem konnte dann mit der Stoppuhr oder der klassischen Zählweise ...21 ...22 ..23 usw. gemessen werden, wie lange es dauert, bis der Photopapierstreifen die Farbe der Vergleichsskala erreicht hat (Aktinometerzeit). Mit diesem Wert war dann auf der Rechenskala des Belis die passende Blende abzulesen. Andere Belichtungszeiten ergaben sich danach durch den Wechsel der Blendenspalte.

Für jede Messung war ein frisches Stück Fotopapier erforderlich. Die Geräte waren so eingerichtet, dass das eingelegte Fotopapier mittels der Krone oder durch Verdrehen des oberen und unteren Gehäuseteiles jeweils ein Stück weiterbewegt wurde. Dennoch war der Vorrat in der Uhr rasch verbraucht, Ersatzpapier war zwar billig, musste aber im Dunkeln nachgeladen werden. Beim Wynne's kostete Ersatzpapier für 300 Expositionen in der Schweiz 80 Rappen. Hinzu kommt, das das licht- und wärmeempfindliche Papier nicht beliebig lange lagerfähig war und Messungen deshalb nur bei frischem Papier brauchbare Werte ergeben. Deshalb taugen diese Geräte heute auch nur noch für's Sammeln. Zwar wäre prinzipiell auch noch Fotopapier erhältlich, doch der zugehörige Aufwand mit Zuschneiden und Bestücken in der Dunkelkammer usw. macht eine praktische Verwendbarkeit solcher Oldies so gut wie unmöglich. Ich habe jedenfalls - trotz aller Experimentierfreude an und mit klassischen Geräten - noch nie die Belichtungsermittlung mit einem Photometer ausprobiert. Der Maßstab ihrer Funktionsfähigkeit orientiert sich also nur daran, ob sich ihre beweglichen Skalen noch drehen ....

Adams Exposure Meter

AdamsAdams RDieses "PHOTOGRAPHIC EXPOSURE METER" ist weitgehend baugleich mit dem Wynnes Exposuremeter, und steckt ebenfalls in einem mit Fotopapier gefüllten Taschenuhrgehäuse.

Hersteller oder Vertriebsfirma war ADAMS & Co., London W.C. Vermutlich handelt es sich um eine Lizenzausgabe des "Wynnes". Die (englische) Blendenskala beginnt einen Wert früher bei F 3.5 und reicht wie beim Wynnes bis F 362. Auch der Zeitenbereich ist von 64 bis 1/1000 s erweitert.

In der Schachtel findet sich neben der Anleitung und Fotopapier eine Speed List mit WATKINS-Werten, auf der Gehäuse-Rückseite sind verschiedene Korrekturfaktoren für Sea and Sky, Ships at Sea, Open Landscape, Portraits and Near Dark Objects graviert.


EffWee - EXPOMETER D.R.G.M.

Taschenuhrgehäuse waren für Aktinometer sehr beliebt. Hier ein Aktinometer / Expometer aus deutscher Fabrikation mit Dr. Rudolph's Blendenwerten (3,2-50) aus dem Jahr 1914, Hersteller Dr. F. Stolze & Co., Berlin/Hamburg. Der Name "EffWee" ist die ausgeschriebene Abkürzung "FW" der Vertriebsfirma Friedo Wiesenhavern, Hamburg. Dieser bot später als Nachfolgemodell auch das weiter unten beschriebene HAKA Expometer (letzte Version) an.

EFFWEE Expom EffWee RückseiteDas vernickelte Taschenuhrgehäuse hat 62 mm Ø. Auf dem Gerät lassen sich Belichtungswerte zwischen 4 Minuten und 1/250 s ablesen. Die Blendenwerte nach Dr. Rudolph entsprechen den späteren Leica-Blenden.



EffWee - EXPOMETER II

EffWee Typ 2Aus der Sammlung Brandau stammt das Foto (rechts) eines weiteren EffWee-Expometers, das mir der Sammlerkollege freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Bei diesem Modell II, aus der Zeit vor 1914, beziehen sich die Blendenwerte f:4,5 bis 50 auf die Ica/Zeiss-Skala. Die Skala ist allerdings auswechselbar; beim Kauf wurde eine Skala mitgeliefert (Relative / Jca- und Zeiss / Goerz / Kodak). 1 Extra-Skala mit Scheiben kostete beim Nachkauf 1,50 Mk.

EFFWEE AnleitungDas vernickelte Taschenuhrgehäuse hat ebenfalls 62 mm Ø, jedoch eine andere Kronenform als das zuvor beschriebene. Die drehbare Krone dient lediglich als Drücker zum Öffnen des Deckels. Auf dem Gerät lassen sich Belichtungswerte zwischen 4 Minuten und 1/250 s ablesen.

Der Verkaufspreis dieser Ausführung betrug 8 Mk. incl. 1 Päckchen Ersatzpapier für 300-400 Aufnahmen. Beim Nachkauf kostete das Ersatzpäckchen 50 Pfennig; ein Blatt davon reichte für ca. 30-40 Messungen.

ErsatzscheibeFür ganz Penible lieferte Wiesenhavern auch eine Austauschscheibe mit "wissenschaftlich" errechneten Belichtungswerten. Zwar gab es nur wenige Abweichungen und diese waren auch noch sehr gering - z.B. 1/43 s statt 1/40. Doch wenn es jemand genau wissen wollte - es gab dabei nur das Problem, den Verschluss um genau diese Differenz länger oder kürzer zu öffnen...





Das Bild rechts zeigt als Kopie aus der Bedienungsbroschüre des Expometer II die Skalenscheibe mit den wissenschaftlich errechneten Belichtungswerten. Die "normale" Skala für relative Blendenwerte weist dagegen die üblichen gerundeten Zeitwerte aus. Sammler also aufgepasst - es gibt demnach 2 unterschiedliche Skalen mit dem Aufdruck "Relative Blenden"!

Dr. Schlichters Photometer

Dr. Schlichter'sDr. Schlichter'sBei diesem Gerät aus der Fertigung von Dr. W. Schlichter Gmbh, Freiburg (Breisgau) aus dem Jahr 1921 handelt es sich um eine Kombination eines chemischen mit einem optischen Belichtungsmesser. Zwei Messungen ergeben nach entsprechender Verstellung von zwei Rechenringen die richtige Belichtungszeit.

Das Gerät war komfortabel ausgestattet, mit Milchglaskappe für Innenaufnahmen und Lichtdämpfer für Hochgebirge und Strand. Für "Kinoaufnahmen" mit Filmkameras war ein zusätzlicher K-Ring lieferbar. Der Photometer wurde aufgrund seines hohen Verkaufspreises (Fr. 54,- in der Schweiz) nur wenig verkauft.

Franka Unfehlbar Belichtungsmesser

Franka UnfehlbarDie deutsche Lizenzversion des "Wynne's Infallible" aus England. Diese stammt von den Franka-Camera-Werken Bayreuth, etwa aus der Zeit um 1914. Daten und Funktionsweise entsprechen im übrigen dem weiter unten vorgestellten Wynne's Exposure-Meter.

HAKA Expometer "unfehlbarer Belichtungsmesser"

Dieser chemische Belichtungsmesser in Form einer runden Rechenscheibe war in den beiden ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts von allen Messhilfen dieser Art in Deutschland wohl am meisten verbreitet. Es sind verschiedene Bauformen mit unterschiedlichen Durchmessern und Ausführungen für eine oder mehrere Blendenskalen zu finden. Das Mod. I hat vier Blendenskalen, das Mod. II nur eine Blendenskala nach Dr. Rudolph. Hersteller war Heinrich Klapprott, Hamburg, der später auch den bekannten "Autoknips"-Selbstauslöser herstellte.

Das Fotopapier wird nach Öffnen des Gehäuses eingelegt. Nach jeder Messung muss der Gehäusering auf eine noch unbenutzte Stelle des Fotopapiers weitergedreht werden. Die Kapazität reicht für etwa 300 Belichtungen.



Haka Expometer Mod. I

Haka Expometer IHaka Mod. IHAKA Expometer Mod. I, eine runde glanzverchromte Rechenscheibe, war mit 65mm Ø oder 57mm Ø erhältlich (ca. 1910). Das Messfenster und die Rechenscheibe sind bei dieser ersten Ausführung jeweils auf einer Seite. Die Skalen sind mattverchromt bzw. vernickelt.

Diese Version hat 4 Blendenskalen nach Dr. Rudolph, Dr. Stolze, Relativ und Englisch. Die Dr. Rudolph-Skala mit den sog. deutschen oder Leica-Werten reicht von 3,2 bis 50. Die "Relative" Skala entspricht den späteren internationalen Werten. Belichtungswerte sind von 4 Minuten bis 1/250 sek zu ermitteln. Empfindlichkeitswerte nach der deutschen "Scheiner"-Skala von 8 bis 21,5. Auf der äußeren Empfindklichkeitsskala können noch Motiv- bzw. Wetterwere berücksichtigt werden.

Haka offen
HAKA Expometer, zum Wechseln des Chlorsilberpapiers geöffnet.


Haka Expometer VergleichZwei HAKA Expometer Mod. I im Vergleich. Links im Foto die eingangs bereits beschriebene Version mit 65 mm Ø. Rechts eine französische Ausführung 57 mm Ø.

Bis auf den unterschiedlichen Durchmesser und die Sprache haben beide Geräte identische Daten.

Haka Ersatzpapier



In einem solchen Tütchen wurde das Fotopapier zum Befüllen der Taschenuhrgehäuse nachgekauft.



Haka Expometer Mod. II

Haka Mod. IIaHaka Mod.IIHAKA Expometer Mod. II "unfehlbarer Belichtungsmesser" D.R.G.M., runde glanzverchromte Rechenscheibe Ø 49 mm mit nur einer Blendenskala (ca. 1912).





Auch bei dieser Ausführung sind das Messfenster und die Rechenscheibe jeweils auf einer Seite.

Die Blendenskala nach Dr. Rudolph (sog. deutsche oder Leica-Werte) reicht von 3,2 bis 64, die Belichtungswerte von 4 Minuten bis 1/250 s. Empfindlichkeitswerte nach der deutschen "Scheiner"-Skala von 9,5 bis 21,5.


Haka Expometer 1920Haka Expometer

HAKA Expometer (Vers. 1920)

Diese letzte Version des HAKA Expometer als runde glanzverchromte Rechenscheibe Ø 57 mm wurde in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg bis 1928 angeboten. Eine Empfindlichkeitsskala fehlt hier, die Werte gelten für "normal"-empfindliche Platten, bei höherer Empfindlichkeit gelten die halben und bei geringerer Empfindlichkeit die doppelten Werte. Das Messfenster und die Rechenscheibe sind bei dieser Version gemeinsam auf einer Seite. Die Rückseite ist blank verchromt. Friedo Wiesenhavern (EFFWEE) verkaufte diese Geräte 1928 für 4 Mk; eine Packung Ersatzpapier kostete 1 Mk.

Bild links: Die Blendenskala nach Dr. Rudolph reicht von 2,5 bis 50, die Belichtungswerte von 4 Minuten bis 1/400 s.

Bild rechts: Bei diesem selteneren Modell reicht die Blendenskala nach Dr. Rudolph von 2,7 bis 50 und die Belichtungswerte von 4 Minuten bis 1/300 s.


IMPERIAL EXPOSURE METER

Imperial Exposure Meter

Photometer des britischen Fotoplattenherstellers Imperial Dry Plate Co. Ltd, London (um 1900). Chemischer Belichtungsmesser in Form einer klappbaren Taschentabelle. Der Photopapierstreifen wird jeweils vor einer Messung seitlich eingeschoben, um die Belichtungszeit (Aktinometerzeit) im runden Fenster mit dem gelbgrünen Vergleichsrahmen ermitteln zu können. Die in das Ledermäppchen eingeklebten Papp-Tabellen mit dem Rechenschieberstreifen - ebenfalls aus Pappe - sind nicht für intensive Benutzung ausgelegt. Deshalb wird dieses Teil wohl nicht mehr häufig, vor allem nicht in noch gutem Zustand, zu finden sein.

Imperial Exposure MeterJe nach Motiv / Wetter muss die festgestellte Aktinometer-Zeit um einige Striche (divisions) nach links oder rechts korrigiert werden, bevor durch Verschieben des Rechenstabes mit H.&D.-Empfindlichkeiten zwischen 5 bis 600 und Blenden auf der unteren Skala die Belichtungszeit abgelesen werden kann. Blendenwerte (Stops) sind von F 5.6 bis 64 bzw. 2 - 256 (U.S. Stops) angegeben, Belichtungszeiten von 96 - 1/250 Sekunde.

M. & V. Photometer

M + V PhotometerSehr preiswertes Gerät (1927 in der Schweiz Fr. 5,-), entspricht etwa dem weiter oben abgebildeten und beschriebenen EffWee-Expometer II. Wie dieses war es mit 5 unterschiedlichen Skalen erhältlich, jeweils mit einer der damals gebräuchlichen Blendenwerteskalen.

Belichtungswerte sind zwischen 64 und 1/350 Sekunde ablesbar. Das Fotopapier wird bei geschlossenem Gehäuse durch Druck auf die Uhrkrone jeweils um eine Fensterposition zur Messung vorgeschoben.

WATKINS Bee Exposure Meter

Watkins Bee MeterEbenfalls im Jahr 1895 und - wie Wynne's Infallible - auch im Taschenuhrgehäuse erschien das Bee Meter von Watkins Meter Co., Hereford, England. Die Arbeitsweise - mit Fotopapier - entspricht dem Wynnes-Gerät. Die Handhabung scheint etwas einfacher, deshalb war das Gerätchen auch rund 30 Jahre im Handel und wird deshalb in geringfügig unterschiedlichen Ausführungen zu finden sein. Die "Speed List" mit Plattendaten im Bild unten stammt jedenfalls vom 7. März 1921, der braune Karton mit Anleitungen ist älter.

Die Blendenskala reicht hier "nur" bis F90. Ein ähnliches oder gar gleiches Gerät ist als "Watkins Indoor-Meter" für die Verwendung im Fotostudio zu finden.
Watkins Bee

WATKINS Blue Meter

Watkins BluemeterWie die meisten anderen der damals angebotenen Belichtungsmesser gab es auch das Bee Meter von Watkins Meter Co., Hereford, England in geringfügig abgewandelten Ausführungen. Dieses Blue Meter nimmt den Trend der Zeit auf, eine blaue Vorsatzscheibe für die Belichtungsermittlung zu verwenden. Dies sollte vor allem den sich gerade verbreiteten Gelbscheiben (Gelbfilter) entgegenkommen. Die Arbeitsweise - mit Fotopapier - entspricht dem Üblichen dieser photochemischen Aktinometer. Es stammt wohl aus der Zeit um 1915/1925.

Die Skalen entsprechen dem normalen Bee-Meter. Was die blaue Glasabdeckung hier bewirken soll, leuchtet mir so recht nicht ein. Vermutlich berücksichtigt sie einen Verlängerungsfaktor für das Gelbfilter bei der "Messung".

Wynne's "INFALLIBLE" Belichtungsmesser

Wynnes Infallible1895 von der Exposure Meter Company, Wrexham, England als "PHOTOGRAPHIC EXPOSURE METER" vorgestelltes Photometer in Form einer Taschenuhr, das mit Fotopapier arbeitet. Die Namensgebung war nicht einheitlich - das englische "Exposure Meter" wurde im deutschsprachigen Verbreitungsgebiet teils schon als "Belichtungsmesser" aber auch als "photographischer Expositionsmesser" vertrieben. Die (englische) Blendenskala reicht bis F 362! Der Zeitenbereich von 64 bis 1/128 s.

Der Verkaufspreis betrug 8 Mark oder 10 Franken, nicht wenig für die Zeit vor dem 1. Weltkrieg. Dennoch war es damals eines der verbreitetsten Geräte.

Wynnes Zubehör

Eine zeitgenössische Wynne's-Ausrüstung. In der "Tabakdose" befinden sich neben der kryptischen Gebrauchsanweisung eine Fotoplatten-Tabelle und eine Ersatzpackung Chlorsilberpapier.

Aus der Infallible-Gebrauchsanweisung:
"Was Die Uhr ist, um die Tageszeit zu ermitteln, das ist der Infallible-Expositionsmesser zur Bestimmung der korrekten Belichtungsdauer. Man richtet eine Skala, der "Infallible" besorgt das Uebrige."
Na denn ....





Optische Belichtungsmesser (Aktinometer) – Gruppe 2

Optische Bel.Messer

Optische Belichtungsmesser sind in mancherlei Ausführungsformen zu finden. Einigen Fummelteilen ist ihre Funktion kaum anzusehen, sie gehen eher als kaputtes Rollbandmaß durch... Manche lassen die Motivbeobachtung im Messfenster zu und sind einstellbar, viele zeigen nur Skalen mit Werten. Andere wiederum sind wie spätere elektrische Handbelichtungsmesser bedienbar. Bei allen jedoch hängen die Ergebnisse ganz wesentlich vom menschlichen Auge ab und davon, wie gut der Benutzer in der Lage ist, Helligkeitswerte im Vergleich abzuschätzen. Ist dies durch Übung und Konzentration gegeben, lassen sich erstaunlich genaue Belichtungswerte ermitteln. Derartige Hilfsgeräte fanden vor allem in den Jahren nach dem ersten Weltkrieg bis weit in die 50er Jahre große Verbreitung. Sie waren preiswert herzustellen und wurden teilweise mit sensationsverheißenden Werbesprüchen angeboten. Es war aber nicht allein der für den gemeinen Fotoamateur oft unerschwinglich hohe Preis photoelektrischer Belichtungsmesser, der ihren preiswerten optischen Kollegen ein langes Leben ermöglichte.

Elektrische Belichtungsmesser waren anfänglich bei geringem Licht noch recht unempfindlich. Optische Belichtungsmesser boten hier aufgrund der hohen Anpassungsfähigkeit des menschlichen Auges auch an geringe Helligkeiten eine gute Ergänzung. Daraus resultieren teils phantastisch anmutende Werte für den Messbereich, z.B. 1:1.800.000 beim ADDIPHOT ..... Es finden sich auch Kombinationen optischer und elektrischer Belichtungsmessung in einem Gerät (Bertram BEWI). Optische Belichtungsmesser wurden auch in Kameras integriert, bekanntestes Beispiel ist die erste Braun Paxette (1949).

Gut verdeutlicht ein Bild aus der Bedienungsanweisung des JUSTOPHOT (rechts) das Einstellprinzip des optischen Belichtungsmessers. Hier wird auf Belichtungswerte eingestellt (anschließend erfolgt die Ablesung der passenden Blende von einem Einstellring). Es muss zwischen den beiden Extremwerten - helle Anzeige (oben) und keine Anzeige (mitte) auf die Stellung gedreht werden, bei der gerade noch oder schon ein Zahlenwert zu erkennen ist (unten). Dies gilt in ähnlicher Weise für alle Belichtungsmesser dieser Bauart.

Eine hochwertige aber nur wenig bekannte Unterart des optischen Belis ist der Einsatz mit einer Vergleichslichtquelle. Prinzipiell wären solche Geräte den meisten anderen überlegen, weil sie die Ausleuchtung heller und dunkler Motivpartien objektiv messen können. Eine Verbreitung scheiterte seinerzeit jedoch an der Verfügbarkeit zuverlässiger Vergleichslichtquellen. Das Verfahren wurde von Voigtländer, leicht abgewandelt, bei dem zu einigen Brillant-Kameras gelieferten Belichtungsmesser eingesetzt. Vor der eigentlichen Messung musste dieser Belichtungsmesser etwa 30 Sekunden vorbelichtet werden, damit eine nachleuchtende Masse als Vergleichslichtquelle für die nachfolgende Messung verfügbar ist. Das Gerätchen ist wie ein Filter gestaltet und wird auf das TLR-Sucherobjektiv aufgesteckt. Die Auswertung erfolgt auf der Mattscheibe – in gewisser Weise ein Vorläufer der späteren TTL-Belichtungsmessung.

Addiphot

Addiphot und Logaphot - System H.C. Lange

Logaphot schwarz

In der bisherigen Fassung meiner Belichtungsmesserbeschreibungen hatte ich geschrieben, dass Dr. H.C. Lange, Elmshorn b. Hamburg den Belichtungsmesser Addiphot seit Anfang der 30er bis noch in die 50er Jahre in aller Welt vertrieb. Nach einigem Schriftwechsel mit Sammlerkollegen hat sich ergeben, dass diese Formulierung einer Ergänzung bedarf, wenn man die Begriffe Hersteller bzw. Vertrieb genauer interpretiert.

Richtig ist, dass die systemverwandten optischen Belichtungsmesser Addiphot, Logaphot und der weiter unten beschriebene Loga nach einem ab 1938 wirksamen und an Conrad Lange vergebenen Patent produziert wurden. Dies ist aus dem Hinweis "System H.C. Lange" ersichtlich, der auf den Bakelittafeln zu lesen ist. Offen bleibt dabei jedoch, wer diese Teile tatsächlich produziert hat. Aus der bekannten Literatur (Anleitungen, Prospekte) ist lediglich zu erfahren, dass E. Fleischer, Phototechn. Neuheiten, Berlin-Frohnau (Markenzeichen VTN) als Allein-Vertrieb für den Addiphot aufgetreten ist. Zumindest die erste Addiphot-Version mit der 2fachen Empfindlichkeitsskala (s. Foto von W. Kreib) wurde um 1935 von Fleischer/VTN beworben. Auf dem Loga ist sogar das "VTM"-Zeichen graviert, das auch in der Anleitung zum frühen Addiphot auftaucht. Spätere Addiphot-Anleitungen enthalten keinen Hersteller- oder Vertriebshinweis mehr.

Nun mag Mancher dies als Spitzfindigkeiten betrachten, doch derartige Feinheiten bei der Zuordnung historischer Fototeile machen das Sammeln oft erst attraktiv. Da der Addiphot noch in den 1950er Jahren - zum Preis von 3,50 DM von H.C. Lange, Elmshorn bei Hamburg - angeboten wurde und zeitweise sehr verbreitet war, besteht durchaus ein Interesse daran, die Herstellerfrage zu klären. Bitte um Nachricht, wenn jemand hierzu Näheres weiß.

Logaphot

Der Addiphot ist ein eher untypischer optischer Beli. Die Kombination einer Belichtungstabelle mit einem optischen Belichtungsmesser mit 7 Graukeilen in Form eines Rechenstabes vermeidet Fehlinterpretationen z.B. durch ungenügende Augenadaption (Hell-/Dunkel-Wechsel). Er war aufgrund seines damals fast unschlagbar geringen Preises ein Welterfolg. Das Teil in der Art eines Miniaturrechenstabes ist aus Bakelit und nur 60x33 mm groß; eine noch kleinere Version war unter dem Namen Logaphot erhältlich (Bilder rechts + oben rechts). Die Preise lagen incl. Lederetui anfangs bei 2,50, später bei 3 Reichsmark (bzw. RM 2,75 für den Logaphot). Anfang 1950 kostete der Addiphot DM 3,50.

Der Addiphot arbeitet mit einem "Lichtwertsystem, das in wenigen Minuten erlernt und verstanden wird" und fast 1000 Werte ermitteln kann. Blendenbereich ist von 2 - 32, Belichtungszeiten 30 Min. bis 1/1000 s, Filmempfindlichkeiten 9 - 24 DIN. Auch Cine-Werte für die Geschwindigkeiten 8, 16 und 32 sind ablesbar. Der Logaphot - es gab eine kleinere Ausführung in weiß und eine größer in schwarz - war etwas einfacher ausgestattet. Blendenbereich von 2 - 22, Belichtungszeiten 60 bis 1/1000 s, Filmempfindlichkeit nur 17/18° DIN.

verschiedene Addiphot Der Addiphot wurde recht aggressiv beworben, der Messbereich dabei mit 1:1800000 angegeben. Prospekte und Anzeigen warben mit der Aussage: "Wer einen elektr. Belichtungsmesser besitzt oder kaufen will, für den ist der große Messbereich des ADDIPHOT (misst herunter bis zu 30 Min.) eine willkommene und notwendige Ergänzung".

In den 50er Jahren wurde gar eine Prämie von 1000,- DM für denjenigen ausgesetzt, der einen im Photohandel käuflichen Belichtungsmesser (Preisklasse bis 75,- DM) mit gleichwertigen Eigenschaften nennen kann. Außerdem gab es 10 Jahre Garantie!

Addiphot (Din/Sch)Der Addiphot war in etlichen Versionen erhältlich, die sich bei den Modellen in meinem Sammlungsbestand nur durch unterschiedliche Gehäuse- und Skalen-Farben unterscheiden.

Doch gibt es offenbar noch Andere:
Wolfgang Kreib schickte mir das Foto eines Addiphot mit DIN/Scheiner-Kombi-Skala (Bild links).


Die Blendenskala dieses Addiphot beginnt zudem erst mit f2,8. Vermutlich handelt es sich um eine frühe Version, weil die Empfindlichkeitsskala noch mit den später nicht mehr gebräuchlichen niedrigen Werten ab 3 DIN/13° Sch beginnt.

ADLAT

ADLAT

Sieht so ein Belichtungsmesser aus? Dieses Spielzeugteil ist gerade mal 3x4 cm groß. Der Verarbeitung nach stammt es aus den 50er Jahren. Volker Busse teilte mir mit, dass der Hersteller Hermann Netzeband, Berlin N54 war. Vielen Dank! Das gleiche Gerätchen wurde in den USA auch als Wirgin verkauft.

Adlat Nach Schwenken der Chromklappe blickt man in einen Spalt und erahnt Ziffern von 1 bis 7. Mit der ermittelten Ziffer, per Rändelscheibchen einer 4stufigen DIN-Skala (12-15-18-21) gegenübergestellt, lassen sich für Blenden zwischen 1,4 bis 32 Belichtungszeiten von 16 bis 1/1000 Sek. ablesen.

Es sind sogar zwei Blendenskalen für die internationale Reihe und Leica-Werte vorhanden.

BEWI Bertram / Will

Bertram in München war neben Gossen und Metrawatt der größte Hersteller von Belichtungsmessern in Deutschland. Die Entstehungsgeschichte ist etwas unübersichtlich. Das Unternehmen wurde 1929 von Ernst Bertram aus einer schon länger bestehenden Werkstatt "Leiner & Bertram" gegründet. Dessen erste (optische) Belichtungsmesser in verschiedenen Ausführungen vertrieb allerdings ab 1930 der in München-Pasing benachbarte Betrieb von Paul Will. Bertrams Bruder Wilhelm entwickelte 1935 den elektrischen Belichtungsmesser "Elektro Bewi", der ebenfalls von Paul Will vertrieben wurde. Ernst und Wilhelm Bertram gründeten 1940 die Firma Bertram. Bis 1945 vertrieb noch Paul Will deren Geräte, danach Bertram selbst.

Bewi BelichtungsmesserDie Namensgebung "BEWI" für die Bertram-Erzeugnisse wird allgemein aus Bertram, Wilhelm abgeleitet, doch gehörte dieser im Jahr 1930 bei der Einführung des optischen BEWI noch gar nicht zum Unternehmen. Es dürfte sich also anfangs um eine Kombination der Namen Bertram und Will gehandelt haben. Einerlei, wie die Namensgebung zustandekam - die BEWI-Belichtungsmesser gehörten bis Ende der 1970er Jahre zu den bekanntesten Geräten dieser Art. Die meisten finden Sie in der Gruppe 3 bei den elektrischen Belis.

Neben den nachfolgend beschriebenen Modellen Senior und Junior waren noch eine Mini-Variante als "BEWI-PICCOLO (RM 3,90), ein BEWI-Leica (RM 18,90) und ein WILLO Cinemeter (RM 22,-) erhältlich (Bilder rechts von oben nach unten).

Um 1938 bot Bertram die Änderung bzw. einen Austausch der Filmempfindlichkeitsskalen älterer Geräte in DIN-Grade für 2,25 RM an.

BEWI - BEWI senior

Bewi Senior versch.Drei BEWi (Senior) in auch zeitlich unterschiedlichen Ausführungen. Bei allen ist auf der Gebrauchsanweisung nur "Paul Will, München-Pasing" genannt obwohl die Geräte von Bertram hergestellt wurden.


Alle Varianten dieses Modells haben den blauen Motivsucher in der Skalenmitte, die Skala selbst reicht von 1 bis 17. Ansonsten gibt es aber Unterschiede bei den Empfindlichkeiten und der Blendenskala; die Belichtungswerte sind - soweit ich das feststellen konnte - bei allen gleich (3 Stunden bis 1/3000 Sek.). Nachstehend werden verschiedene Ausführungen dieses Belichtungsmessers noch im Detail beschrieben.

Der BEWI aus dem Jahr 1930 wurde in den Folgejahren als BEWI senior angeboten, nachdem es etwas später auch ein einfacheres Modell JUNIOR zu kaufen gab. Wichtigster Unterschied zwischen beiden ist der blaue Motivsucher des BEWI (SENIOR) in der Skalenmitte, mit dem auch Objektkontraste zielgenau "gemessen" werden konnten. Der BEWI-JUNIOR hat diesen Sucher nicht sondern nur die 17stufige Mess-Skala beider Modelle.

Der Verkaufspreis des BEWI senior betrug RM 14,40 (ohne Tasche).

BEWI SeniorBEWI aus dem Jahr 1930, in den Folgejahren als BEWI SENIOR angeboten, nachdem auch das einfacheres Modell JUNIOR erhältlich war. BEWi SignetIm Bild links sehen Sie die erste Ausführung (Modell I) mit eingraviertem "BEWi"-Zeichen.

Nach Einstellung der Filmempfindlichkeit in Scheiner (A=Autochrom-Platte und 1 bis 27°) auf der vorderen Rastskala wird der Messwert auf dieser Skala durch Verdrehen des Gehäuses auf eine Pfeilmarkierung gestellt. Danach können in einer Fensterspalte unterhalb des Pfeiles neben den Blenden die Belichtungswerte abgelesen werden.

Blendenwerte 1,35 bis 50 (deutsche Werte), Belichtungszeiten 3 Stunden bis 1/3000 Sek. Die Drehskala zeigt in anderen Feldern noch Korrekturwerte für Filter, Belichtungshilfen, Gebrauchshinweise und noch eine Tiefenschärfenskala für 3 Brennweiten (7,5 / 10,5 / 13,5 cm) an.

BEWi Senior Blende 2,2Eine wohl etwas spätere Version des BEWI / BEWI Senior, etwa aus dem Jahr 1932 in einer geringfügig anderen Ausführung. BEWi SignetDie Gehäuseausführung mit dem eingraviertem "BEWi"-Zeichen entspricht ansonsten der vorher beschriebenen Version.

Nach Einstellung der Filmempfindlichkeit wie zuvor in Scheiner (A=Autochrom-Platte und 1 bis 27°) auf der vorderen Rastskala wird der Messwert auf dieser Skala durch Verdrehen des Gehäuses auf eine Pfeilmarkierung gestellt. Danach können in einer Fensterspalte unterhalb des Pfeiles neben den Blenden die Belichtungswerte abgelesen werden.

Blendenwerte 2,2 bis 50 (internationale und deutsche Werte), Belichtungszeiten 3 Stunden bis 1/3000 Sek. Die Drehskala zeigt in anderen Feldern noch Korrekturwerte für Filter, Belichtungshilfen, Gebrauchshinweise und noch eine Tiefenschärfenskala, hier für 4 Brennweiten (5 / 7,5 / 10,5 / 13,5 cm) an.

BEWI Mod. 1Exportversion mit englischsprachiger Skalenbeschriftung der ersten Ausführung des BEWI (Mod. I / SENIOR) etwa aus dem Jahr 1932. Die Bedienung entspricht dem vorher beschriebenen Modell. Statt des "BEWi"-Signets ist eine kleine Platte mit dem Schriftzug "BEWI", Patenthinweis und Made in Germany aufgenietet.

Filmempfindlichkeiten sind ebenfalls Scheiner A-27°, Blendenskala jedoch 1,9 bis 36 (deutsche und internationale Werte), Belichtungszeiten 3 Stunden bis 1/3000 Sek. Die Drehskala bietet in verschiedenen Feldern noch Korrekturwerte für Entfernung, Motiv und Filter an. Außerdem ist noch eine Tiefenschärfenskala für 4 Brennweiten (2 / 3 / 4 / 51/4 inch) vorhanden.
BEWI Senior engl. ab 1,35
Auch die Exportversion des BEWI-Senior ist mit verschiedenen Skalen zu finden: Blendenwerte 1,35 bis 50 und einer dreiteiligen Depth of Focus Table (3 / 4 / 51/4 inch).

BEWI Senior ExportEine spätere Exportversion mit englischsprachiger Skalenbeschriftung des BEWI (senior Mod. II / Groß-Modell) etwa aus dem Jahr 1935. Statt des "BEWi"-Signets ist eine kleine Platte mit dem Schriftzug "BEWI", Patenthinweis und Made in Germany aufgenietet. Die Skalenanordnung ist bei diesem Modell horizontal ausgeführt, bei den anderen BEWI-Modellen sind die Skalen vertikal angeordnet.

Diese Ausführung mit Blenden von 1,2 bis 36 wurde von Bertram als "BEWI Groß-Modell" angeboten, eine Sonderausführung für sehr lichtstarke Kameras (Contax oder Peggy lt. Prospektangabe). Außerdem hat diese Ausführung erweiterte Scheiner-Filmempfindlichkeiten A-32°, die den neuen Kodak SS-Film berücksichtigen. Die Belichtungszeiten sind mit 3 Stunden bis 1/3000 Sek. unverändert geblieben. Auch die Bedienung entspricht dem vorher beschriebenen Modell. BEWI Senior Export Skala
Die neugestaltete Drehskala bietet in verschiedenen Feldern noch Korrekturwerte für Entfernung, Motiv und Filter und eine spezielle Motivskala mit Belichtungswerten für den KODAK S.S.-Film an. Außerdem ist noch eine Tiefenschärfenskala für 4 Brennweiten (5 cm / 2", 7,5 cm / 3", 10,5 cm / 4 1/8", 13,5 cm / 5 1/4") vorhanden. Die deutsche Version dieses BEWI Großmodell kostete RM 17,30 incl. Lederköcher.

BEWI Senior DINNach Einführung der DIN-Norm für Filmempfindlichkeiten im Jahr 1934 wurden viele Belichtungsmesser auch mit diesen Werten angeboten. Hier der BEWI Senior mit einer DIN-Skala von 0 bis 26. Davor sind auch noch drei alte Werte (A=Autochrom und 1-3 / 4-6° Scheiner) vorhanden. Auch diese Version trägt das BEWi SignetBEWi-Zeichen. Das Motivsucher-Fenster ist jetzt rechteckig.

Die Bedienung bleibt unverändert - nach Einstellung der Filmempfindlichkeit wie bisher mit der vorderen Rastskala wird der Messwert auf dieser Skala durch Verdrehen des Gehäuses auf eine Pfeilmarkierung gestellt. Danach können in einer Fensterspalte unterhalb des Pfeiles neben den Blenden die Belichtungswerte abgelesen werden.

BEWi MessbildBlendenwerte 1,9 bis 36 (internationale und deutsche Werte), Belichtungszeiten 3 Stunden bis 1/3000 Sek. Die Drehskala hat Korrekturwerte für Filter, Belichtungshilfen, Gebrauchshinweise und eine Tiefenschärfenskala, hier für 4 Brennweiten (5 / 7,5 / 10,5 / 13,5 cm) an.

BEWI TELE-BEWI

TELE-BEWI Eine Spezialversion des BEWI Senior zur Belichtungs- und Entfernungsmessung mit Telebrennweiten wurde für RM 27,50 mit angesetztem Entfernungsmesser angeboten.
Der Entfernungsmesser (nach dem Winkelspiegel-Prinzip) war auch einzeln zum Preis von RM 15,80 erhältlich.

BEWI Junior

BEWI JUNIORProspekttext etwa aus dem Jahr 1931:

"BEWI junior ist aus der Not der Zeit geboren! Er ist das Produkt des Bestrebens, auch dem sparsamen Amateur, der scharf rechnen muß, ein zuverlässiges Meßinstrument in die Hand zu geben!"

Gegenüber der größeren (SENIOR) Ausführug ist der Bewi Junior in Ausstattung und Bedienungsmöglichkeit etwas einfacher. Vor allem fehlt der Mattscheiben-Sucher, gleich ist jedoch die 17stufige Mess-Skala im Sucher. Der Verkaufspreis für das Modell I betrug RM 10,80, für das Modell II RM 7,20. Im Jahr 1938 bot Bertram für 2,25 RM die Änderung älterer Bewis mit Scheiner-Skalen in DIN-Grade an.

Das Gehäuse ist kürzer als das des Senior, die Filmempfindlichkeitseinstellung mit rastendem Frontring gleich, allerdings nur mit Filmempfindlichkeiten von 10 bis 24° Scheiner.

Der mittlere Gehäuseteil mit dem schwarzen Griffring ist drehbar und wird mit dem Pfeil auf den abgelesenen Messwert gedreht. Dabei können auch Filterfaktoren (2x, 4x, 8x) berücksichtigt werden. Auf der hinteren Skala werden für Blenden von 3,2 bis 36 (deutsche + internationale Werte) Belichtungszeiten zwischen max. 1,5 Stunden bis 1/200 Sek. abgelesen werden.

BEWI JUNIOR Mod. 1





Bild links: das Modell I des BEWI JUNIOR ist auch in einer leicht abgewandelten Version mit teilweise roten Skalenwerten zu finden. Bis auf unterschiedliche Belichtungszeitenskalen (schwarz 30 Minuten bis 1/250 Sek. und rot 45 Minuten bis 1/400 Sek.) sind beide Ausführungen gleich.

BEWI Junior Mod.II

BEWI JUNIOR Mod. IIBEWI-JUNIOR Modell II, etwa aus dem Jahr 1937. Gegenüber der größeren (SENIOR) Ausführung und dem Modell 1 ist das Modell JUNIOR Mod.II in Ausstattung und Bedienungsmöglichkeit einfacher, dafür etwas bunter. Gleich ist die 17stufige Mess-Skala im Sucher. Der Verkaufspreis betrug RM 7,20 zzgl. Lederköcher 1,50 RM.

Das Gehäuse des Modell II ist mit drei verschiedenen Skalen für Filmempfindlichkeiten 16-18° Scheiner = 240-390 H.&D. (schwarz) / 19-21° Scheiner = 500-800 H.&D. (rot) / 22-24° Scheiner = 1050-1700 H.&D. (blau) beklebt.

Ein auf dem Gehäuse verschiebbarer Ring mit einer 3fach vorhandenen Blendenskala von 2,2 bis 25 (deutsche und internationale Werte) wird entsprechend dem abgelesenem Messwert auf eines der Felder 1-17 geschoben. Dann können auf der schwarzen, roten oder blauen Skala Belichtungszeiten zwischen max. 2 Stunden bis 1/400 Sek. abgelesen werden.

BUSCH Expositionsmesser

BuschBusch

Eines der ersten optischen Belichtungsmessgeräte stellten schon 1903 die Optische Industrie Emil Busch AG, Rathenow, her. Busch ist ansonsten durch seine Objektivfertigung bekannt und wurde 1929 in den Zeiss-Konzern eingegliedert.

Das namenlose Gerät wirkt wie ein Sucher, in den 6 verschieden getönte Blauscheiben eingeschwenkt werden. Die Scheiben sind mit Belichtungszeiten markiert, die mit der neben dem Einblick angebrachten Skala in Bezug zu Blenden zwischen F 4 bis 32 gesetzt werden. Um die Arbeitsweise dieses Belis völlig zu verstehen, bin ich wohl ein Jahrhundert zu spät geboren ....

Combimeter

CombimeterCombimeteraEin ungewöhnliches Zubehörteil konnte man in den frühen 1950er Jahren erwerben. FFW Berlin war der Hersteller eines Mischbildentfernungsmessers, kombiniert mit einem optischen Belichtungsmesser für den Zubehörschuh der meisten Kameras aus jenen Jahren. Mit diesem Gerätchen lassen sich sowohl die Entfernung zwischen 1 m und unendlich - wie bei der Leica nach dem Mischbildprinzip - als auch Belichtungswerte ermitteln. Hierzu ist eine Anzeige nach dem optischen Verfahren integriert.

Ein Blick in das etwas größere Sucherfenster zeigt eine Zahlenreihe von 3-7. Mit dem Drehknopf wird - je nach Wetterlage - eine der Filmempfindlichkeitsskalen auf die gerade noch sichtbare Zahl gedreht und von der rechten Skalenseite kann die Zeit-/Blendenkombination abgelesen werden.

Werte: Empfindlichkeit 17-21 DIN; Blenden 1,5-11; Belichtungszeiten 4-1/1000 Sek.

Combimeter rote PlatteCombimeter rote Pl.Diese Combimeter-Version habe ich noch gefunden, dessen rötlich eloxierte Deckplatte mir bislang nicht aufgefallen war. Im Übrigen ist es mit der oben beschriebenen Ausführung identisch, möglicherweise handelt es sich sogar um die allererste Combimeter-Version, etwa aus der Zeit um 1954.

Die Werte sind identisch: Empfindlichkeit 17-21 DIN; Blenden 1,5-11; Belichtungszeiten 4-1/1000 Sek.

Combimeter IIa

Combimeter IIaCombimeter IIaaAuf den ersten Blick sind die Unterschiede zur vorherigen Combimeter-Version von FFWB kaum auszumachen, auch die Handhabung ist gleich.

Bei näherem Hinschauen gibt es aber doch einige Abweichungen im Detail zu bemerken. Die geschraubte - zuvor nur geklebte - Deckplatte trägt den Zusatz IIa. Auch sind die Gehäusekanten jetzt blank poliert; dabei stellt man fest, dass das zuvor verschraubte Gehäuse nun aus einem Stück besteht. Der Steckschuh ist etwas höher ausgeführt, offenbar gab es mit einigen Kameras Aufsteckprobleme wegen zu geringen Abstandes. Bei den Einstellwerten gibt es nur eine Unterscheidung zum Vormodell, die Filmempfindlichkeitsskala reicht jetzt bis 23° DIN.

Combimeter IIa grauDiese Ausführung war auch in einer grau lackierten Version mit blanken Skalen erhältlich. Offenbar handelte es sich um ein Sondermodell für Kameras, die damals mit einer grauen Belederung angeboten wurden (Finetta 88 / 99, Braun Paxette).

Das Combimeter ist ein schönes Beispiel für die Vielfalt der Zubehörteile aus den Blütejahren der deutschen Kameraindustrie der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg.

Werte: Empfindlichkeit 17-23 DIN; Blenden 1,5-11; Belichtungszeiten 4-1/1000 Sek.

Combimeter Standard

Combimeter StandardHier noch ein Combimeter das wohl in Zusammenarbeit zwischen FFW Berlin und Wateler (WATA) in Braunschweig entstanden ist. Jedenfalls entspricht das Gehäuse dieses Combimeter dem der von Wateler in den 1950er Jahren angebotenen Entfernungsmesser. Einzelheiten zu Ort und Zeit der Produktion sind mir nicht bekannt.

Combimeter StandardMit diesem Gerätchen lassen sich in gewohnter Combineter-Weise die Entfernung zwischen 1 m und unendlich nach dem Mischbildprinzip ermitteln. Für Belichtungswerte ist die übliche Anzeige nach dem optischen Verfahren integriert.

Werte: Empfindlichkeit 17-23 DIN + Wettersymbole
Blenden 1,5-11
Belichtungszeiten 4-1/1000 Sek.

Corfield

Corfield Optical Exposure Meter

Schwerer optischer Beli im massiven Gussgehäuse von Kenneth G. Corfield Ltd., Merridale, England (1951). Die Bedienung dieses optischen Belis ist üblichen Handbelichtungsmessern vergleichbar. Es wird solange am Einstellknopf gedreht, bis im Sucherfenster nur noch ein Lichtschimmer sichtbar ist. Dann kann auf der Skala direkt die Belichtung zur passenden Blende abgelesen werden.

Der Blendenbereich geht von 1 bis 32, auch die "Leica"-Werte 3,5 - 4,5 - 6,3 und 9 sind vorhanden. Die Belichtungszeitenskala reicht von 60 Minuten bis 1/2000 s. Die Filmempfindlichkeit wird nach der logarithmischen B.S.I.-Skala eingestellt (ähnlich Scheiner). Eine rückseitige Tabelle zeigt Vergleichswerte zu allen anderen Wertetabellen (ASA / American Scheiner / European Scheiner / DIN / Weston / H. & D. / Ilford).

DECOUDUN's PHOTOMETER

DecoudunDecoudunDieses historische Gerätchen kann mit Fug und Recht als der erste TTL-Belichtungsmesser bezeichnet werden. Das Extinktionmeter (Dichtemesser) in einem massiven Messinggehäuse mit 66 mm Ø lässt eine Belichtungsermittlung auf Vergleichsbasis zu.

Eine der beiden mir bekannten Versionen stammt von der LONDON STEREOSCOPIO Co, eine weitere von BREVETE Paris etwa aus der Zeit um 1890. Vermutlich ist die im Foto gezeigte französische Version, benannt nach ihrem Konstrukteur J. Decoudun, das Ursprungsgerät.

Die Handhabung gestaltete sich wie folgt: das Gerät wurde mit der Skalenseite gegen die Einstell-Mattscheibe der Kamera gehalten. Der Rändelknopf wurde dann solange gedreht, bis der Farbton eines von 16 Löchern (bezeichnet mit Buchstaben von A-P) im ovalen Fenster mit dem Vergleichswert übereinstimmte. Der so gefunde Buchstabe im Fenster gibt auf der Skala die Belichtungszeit an. Der jeweilige Blendenwert ist durch die Objektiveinstellung - die Messung erfolgt ja TTL - vorgegeben. Die so ermittelbaren Belichtungszeiten reichen von 6 Min. bis 4/10 sek.; dies entsprach der Empfindlichkeit der damals verfügbaren Platten.

DIAPHOT

Der wohl bekannteste und meistverbreitete optische Belichtungsmesser ist der Diaphot mit dem prägnanten Ica-Stern und der - leider oft zerbrochenen - schwarzen Glasscheibe. Dieser "Rundkeil"-Belichtungsmesser wurde 1921 von Ica erstmals angeboten und nach dem Zusammenschluss zur Zeiss Ikon bis etwa 1935 weitergebaut. Aufgrund des sehr niedrigen Verkaufspreises von etwa 4 RM war der Belichtungsmesser weit verbreitet. Eine Einstellmöglichkeit für die Filmempfindlichkeit ist nicht vorhanden. Die Zeitangaben gelten für "normalempfindliche" Platten (14-17° Scheiner). Für Negativmaterial geringerer Emfindlichkeit wird die doppelte, für höhere Empfindlichkeit die halbe Belichtungszeit empfohlen.

Zwar blieb das Gehäuse in seiner taschenuhrähnlichen Bauform mit ca 58 mm Ø äußerlich nahezu unverändert, es sind dennoch eine Reihe im Detail unterschiedlicher Exemplare zu finden. Bei den Belichtungsskalen gibt es folgende Ausführungen:

1. Blendenreihe 3,5-18 / Zeiten 6 Min. - 1/2000s (1,3,5)
2. Blendenreihe 3,5-16 / Zeiten 6 Min. - 1/2000s (5a)
3. Blendenreihe 4,5-25 / Zeiten 12 Min. - 1/1000s (2, 4)
4. erweiterte Blendenreihe mit den deutschen und internationalen Werten 3,5-25/5,6-22 / Zeiten 12 Min. - 1/2000s der späten Zeiss-Versionen 6,7,8.

Es ist durchaus möglich, dass es noch Geräte mit anderen Zahlenwerten gibt.

In der ersten Fassung meiner Übersicht hatte ich die mir bekannten 8 Varianten aufgenommen. Mittlerweile erhielt ich von anderen Fotofreunden Hinweise, dass auch Wertetabellen mit anderen Zeiten und Blenden zu finden sind. Bei den Gehäusen sind hingegen keine oder nur geringfügige Abweichungen zu entdecken. Solche lassen eher auf ungleichmäßige Fertigung schließen. Das hatte ich z.B. bei den Gehäusen mit der ICA-Prägung schon erwähnt. Doch im Grundsatz denke ich, mit den acht Gehäusevarianten die Diaphot-Produktionsgeschichte ausreichend abgehandelt zu haben. Wer für seine eigene evtl. umfangreichere Sammlung eine weitergehende Unterteilung oder noch andere Zeit-/Blendenvarianten gefunden hat, mag mir dies gern schreiben.
Die mir von Rainer Mahn mitgeteilte abweichende Blendenausführung habe ich in die folgende Übersicht als 5a-Version eingefügt:

1ICA DiaphotSchriftzug graviertChromrandBlendenreihe 3,5-186 Min. - 1/2000s1921
2ICA DiaphotSchriftzug graviertChromrandBlendenreihe 4,5-2512 Min. - 1/1000sum 1923
3ICA DiaphotSchriftzug geprägtChromrandBlendenreihe 3,5-186 Min. - 1/2000sum 1925
4ICONTA DiaphotSchriftzug graviertChromrandBlendenreihe 4,5-2512 Min. - 1/1000sum 1921/23
5ZEISS IKON DiaphotSchriftzug geprägtChromrand Blendenreihe 3,5-186 Min. - 1/2000sum 1926
5aZEISS IKON DiaphotSchriftzug geprägtChromrand Blendenreihe 3,5-166 Min. - 1/2000sum 1926
6ZEISS IKON DiaphotSchriftzug geprägtChromrand2 Blendenreihen 3,5-25/5,6-2212 Min. - 1/2000sum 1926
7ZEISS IKON DiaphotSchriftzug geprägtEdelstahlgehäuse2 Blendenreihen 3,5-25/5,6-2212 Min. - 1/2000sum 1930
8ZEISS IKON DiaphotSchriftzug geprägt, Craquele-LackEdelstahlgehäuse2 Blendenreihen 3,5-25/5,6-2212 Min. - 1/2000sum 1930

In der Aufstellung werden geringfügige Gehäuseabweichungen, wie etwa die unterschiedliche Größe der ICA-Prägung oder die beiden Iconta-Gravuren, nicht mehr weiter differenziert. Wer mag, kann dies in seiner Sammlung z.B. mit Typ 3a (Ica kleine Prägung) oder Typ 4a/b (Iconta) tun. Auch beim Suchereinblick sind kleine Unterschiede zu finden, meist ist der Fensterrahmen mit Riffelringen stark geprägt, bei den frühen Ica-Ausführungen wirkt dieser runder mit weniger stark ausgeprägten Riffelungen. Am augenfälligsten sind diese Unterschiede bei den beiden Iconta-Versionen festzustellen; das Sucherfenster der frühen Version erscheint dabei wie aufgesetzt (s. hierzu die Vergleichsfotos weiter unten). Doch scheinen mir diese kleinen Unterschiede eher fertigungsbedingte Zufälligkeiten zu sein, die für den Sammler sicher interessant sind, als Typisierungsmerkmale aber nicht herhalten...

Diaphot Ausf. 3Ica Diaphot (Ausführungen 1 und 3),
Zeiss Ikon (Ausführung 5),

Blendenreihe 3,5-18,
Belichtungszeiten 6 Min. - 1/2000s


Diaphot Ausf. 1 Diaphot Ausf. 3 ICA Diaphot vergl.
gravierter Schriftzug der Ausführung 1 (links);
geprägter Schriftzug der Ausführung 3 (mitte); nur im direkten Vergleich fällt auf, dass es Ausführungen mit unterschiedlich großer ICA-Prägung gibt (rechts)

Diaphot Ausführung 2Ica Diaphot (Ausführung 2),
Iconta Diaphot (Ausführung 4)
Blendenreihe 4,5-25,
Belichtungszeiten 12 Min. - 1/1000s


Diaphot Ausf. 2 Iconta (alt) Diaphot Ausf. 4
gravierter und weiß ausgelegter Schriftzug der Ausführung 2 (links)
geringfügig unterschiedlich gravierte Iconta-Schriftzüge der Ausführung 4 (frühe Version mitte, spätere rechts)

Diaphot 5aZeiss Ikon Diaphot (Ausführung 5a)
Blendenreihe 3,5-16
Belichtungszeiten 6 Min - 1/2000s


Diaphot Ausf. 7
rückseitig geprägter Zeiss Ikon-Schriftzug (Ausf. 5-7).

Diaphot Ausführung 6Zeiss Ikon Diaphot (Ausführung 6),
erweiterte Blendenreihe 3,5-25,
Belichtungszeiten 12 Min - 1/2000s


Diaphot Ausf. 7Diaphot Zeiss + Made in Germany
rückseitig geprägter Zeiss Ikon-Schriftzug (Ausf. 5-7).
Exportversionen zum Teil zusätzlich mit "Made in Germany".

Diaphot Ausführung 7Diaphot Ausf. 8Zeiss Ikon Diaphot mit Edelstahlgehäuse (Ausführungen 7 und 8), erweiterte Blendenreihe 3,5-25, Belichtungszeiten 12 - 1/2000s

Das rechte Bild zeigt die Rückseite der Ausführung 8 mit Craquele-Lack.

Diaphot Ica-RückwandDiaphot Zeiss-Rückwand
Unterschiedliche Rückseiten bei Ica- (links) und Zeiss Ikon-Versionen (rechts).

Iconta Typ 1Iconta Typ2
Unterschiedliche Sucherfenster bei den beiden Iconta-Typen (frühe Version, links, späte Version rechts).


Diaphot LederetuisDiaphot Anleitung
Die Belis stecken in unterschiedlich ausgeführten Lederetuis mit jeweils einer runden Bedienungsanleitung.
Erst ganz späte Zeiss-Versionen kamen mit einer ausführlicheren Anleitung.


DREMO

Optischer Belichtungsmesser von Dr. E. Meyer (DREM), Wien aus der Zeit um 1930, bei dem vieles anders ist als bei den anderen Belis dieser Jahre. Die ungewöhnliche Bauform vermittelt den Eindruck eines Cinemeters für Filmkameras, allerdings sind die Werte nur für photographische Aufnahmen verwendbar. Der Einblick auf das braun-orangefarbene Messfenster wird mit dem ausziehbaren Tubus des Sucherokulars scharfgestellt.

DremoDREM a

Zur Lichtmessung muss das Messfenster zunächst mit dem seitlichen Schieber freigegeben werden, bevor mit dem Drehrädchen die Skala und der uhrähnliche Zeiger auf der anderen Seite bewegt werden. Der Schieber (mit Federkraft) ist dabei festzuhalten. Zuvor wird die Filmempfindlichkeit (in Scheiner 13-28°) eingerastet, dabei kann zugleich ein Filterfaktor (2x, 4x, 8x) eingestellt werden. Auf der gleichen Skala sind die Belichtungszeiten von 30 Minuten bis 1/1000 Sek., auf der Uhrskala die Blenden von 1,6 bis 50.

DREMOSCOP

DREMOSCOP

Optischer Belichtungsmesser von Dr. E. Meyer (DREM), Wien (um 1930), sozusagen eine Miniaturversion des DREM-Flaggschiffes Justophot. Anders als bei DREM's Preiswert-Meter Instoscope ist die Bedienung dem Justophot ähnlich. Wie dieser hat das Dremoscop drei Skalenringe, wie bei der letzten Justophot-Version aus glanzkaschiertem bedruckten Papier. Deshalb datiere ich die Verkaufszeit ebenfalls auf die frühen 1930er Jahre.

Sammlerkollege Petermann stellte mir freundlicherweise die beiden Fotos (links und u. rechts) dieser wohl späteren Version zur Verfügung. Eine Variante des Dremoscop mit den besonderen Zeit-/Blendenwerten der Leica wurde als LEICASCOP angeboten, ebenso ein "CONTAXCOP" und ein "CINEMETER".

DREMOSCOPDremoscop 17-30°Die Handhabung ist ähnlich wie beim Justophot. Die Einstellung der Filmempfindlichkeit erfolgt mit dem ersten Ring zwischen 11-26° Scheiner; mir ist auch noch eine andere Version mit 17-30° Scheiner und etwas anderer Skalenausführung bekannt (s. Bild links).

Auf dem dritten Ring finden sich die Belichtungszeiten 1 Std. bis 1/1500s, die Standardzeit 1/25 ist markiert, ebenso die Blende 4,5 auf dem mittleren Ring (Blenden 1-36). Wenn sich diese beiden Werte gegenüberstehen, können andere Zeit-/Blendenkombinationen entnommen werden. Auf dem mittleren Ring finden sich noch Filterfaktoren von 1 1/2-8.

Expohot

Expophot

Einfacher optischer Belichtungsmesser von Rudolf Kiesewetter, Excelsior-Werk, Leipzig, etwa aus dem Jahr 1934. Kiesewetter war 1934 einer der ersten Hersteller elektrischer Belichtungsmesser (s. Photoskop).

In der Literatur wird dieser Belichtungsmesser meist Balda zugeordnet, doch Max Baldeweg produzierte meines Wissens keine eigenen Belichtungsmesser. Allerdings hatte Balda auch Belichtungsmesser, wie diesen Expophot oder das Selenmodell Temeter (Weigand Actino) im Vertrieb.

Sammlerfreund Thomas Meyer gab mir die Information, dass die Herkunft dieses Beli umstritten ist; meine Herstellerangabe "Kiesewetter" sei dabei neu. Der Expophot ist jedenfalls der Vorgänger der späteren DDR-Belichtungsmesser Platin und Filux (s. dort).
Der Verkaufspreis betrug 3,- RM.

Im Anzeigefenster bei aufgestellter Expohot-Abdeckklappe á la Spiegelreflex werden Werte zwischen 1,4 bis 16 sichtbar. Mit den seitlichen Rändeln wird der abgelesene Wert auf die entsprechende Filmempfindlichkeit (7-22° DIN / 14-29° Scheiner) gedreht. Danach lassen sich Belichtungszeiten zwischen 30 Min. bis 1/1000 Sek. von der 3teiligen (Sonne / Wolken / Innenaufnahme) mittleren Skala für Blendenwerte zwischen 1 bis 64 ablesen.

Filux - Platin

Filux neu

Einfacher optischer Belichtungsmesser, produziert vom Platin-Werk Gerhard Räder, Neukirchen (Erzgeb.), etwa 1955. Bauvorlage für diesen in mehreren leicht unterschiedlichen Versionen (s. auch Platin) gebauten Beli ist der Expophot von Rudolf Kiesewetter, Excelsior-Werk, Leipzig. Auch dort wurden noch bis 1958 Belichtungsmesser hergestellt.

Bei meinem Aufenthalt in Sachsen in den 1990er Jahren wurde mir auch folgende Geschichte erzählt. Nach Kriegsende 1945 seien Konstruktionspläne aus dem Kiesewetter Werk von russischen Besatzungssoldaten beschlagnahmt und in die Sowjetunion geschafft worden. Dort habe man auch einen dem Expophot ähnlichen Belichtungsmesser als Optek nachgebaut. Eine Kopie der Pläne sei auf abenteuerliche Weise in die Hände von Gerhard Räder gelangt, der sie für den Bau des Platin verwendete. Auch wenn ich die Wahrheit nicht verbürgen kann - es klingt in Anbetracht der damaligen Situation nicht unlogisch.

Die Funktionsweise entspricht bis auf die fehlende Empfindlichkeitsskala dem Expophot. Alle Werte gelten für 17/18° DIN. Im Anzeigefenster bei aufgestellter weißer Abdeckklappe á la Spiegelreflex werden Werte zwischen 2 bis 16 sichtbar. Mit den seitlichen Rändeln wird die vorgesehene Belichtungszeit auf den abgelesenen (Blenden-) Wert gedreht. Danach lassen sich für die Blenden 2-22 Belichtungszeiten zwischen 900 bis 1/1000 Sek. von der 3teiligen (Klares Wetter / Bedeckter Himmel / Innenraum) mittleren Skala ablesen.

Filux REKORD

Filux Rekord

Optischer Belichtungsmesser aus Bakelit, produziert vom Platin-Werk Gerhard Räder, Neukirchen (Erzgeb.) in der Bauform eines Handbelichtungsmessers, um 1960. Das Funktions- und Bedienungsprinzip entspricht den in mehreren Versionen (s. auch Platin) gebauten Beli und geht zurück auf den Expophot von Rudolf Kiesewetter, Excelsior-Werk, Leipzig. Auch dort wurden noch bis 1958 Belichtungsmesser hergestellt. Bei aufgeklapptem Plexideckel wird die Werteskala zwischen 2 bis 16 á la Spiegelreflex sichtbar.

Nach Einstellen der Filmempfindlichkeit auf der äußeren Skala zwischen 9 bis 24° DIN wird mit den seitlichen Rändeln eine der schwarzen Marken (Klares Wetter / Bedeckter Himmel / Innenraum) auf den abgelesenen (Blenden-) Wert gedreht. Danach lassen sich zu den Blendenwerten von 2 bis 22 Belichtungszeiten zwischen 60 bis 1/1000 Sek. ablesen.

GRACOPHOT - optischer Spotbelichtungsmesser

GRACOPHOT

Ein dem LIOS ähnlicher optischer Beli mit jedoch eigenständigen Einstellelementen stammt aus der Fertigung des kleinen Berliner Herstellers für photo- und kinegraphische Chemie und Technik, Dr. Joachim Grassmann & Co in Berlin-Halensee. Dort entstanden in den frühen 1930er Jahren einige wenige Foto-Zubehörteile, u.a. auch der Belichtungsmesser Gracoscop. Der hier vorgestellte handliche Teleskopbelichtungsmesser GRACOPHOT arbeitet mit Filmempfindlichkeiten 17-29° nach der Scheiner-Skala und zeigt Belichtungswerte zwischen 3 Std. (!) bis 1/1000 sec. für Blenden zwischen 1,4 bis 45 (deutsche und internationale Werte kombiniert) an.

Seine Besonderheit - mit dem vorderen Einstellring wird auf einer Entfernungsskala ein eingebautes Objektiv auf das Messmotiv scharf eingestellt. Dadurch wird er quasi zum optischen Spotbelichtungsmesser.

GRACO MINOFOT

Graco Minifot

Auch dieser - offensichtlich dem beliebten Justophot nachempfundene - optische Beli stammt wie das Gracophot aus der Fertigung des Berliner Herstellers Dr. Joachim Grassmann & Co in Berlin-Halensee. Dieser kleine optische Teleskopbelichtungsmesser wird in gleicher Weise gehandhabt wie das Justophot.

Er arbeitet mit Filmempfindlichkeiten 17-29° nach der Scheiner-Skala und zeigt Belichtungswerte für Blenden zwischen 1,4 bis 18 nach der deutschen Skala an.

Guli - Belichtungsmesser für photographische Aufnahmen

Guli Der "Guli" ist ein Mittelding zwischen einem optischen Belichtungsmesser und einer Tabelle. Durch die roten Messfenster in unterschiedlicher Dichte wird das Motiv beobachtet und mit Schieber 1 oder 2 ein Feld eingestellt, bei dem das Motiv gerade noch erkennbar ist. Ein ähnliches, allerdings etwa 40 Jahre älteres, Hilfsmittel finden Sie noch weiter unten als Schrey's Belichtungsschieber.

In einem Skalenausschnitt (1-12) sind jeweils drei Belichtungszeitenreihen für 17/20/23° Scheiner-Empfindlichkeit sichtbar. Auf der Hülle sind demgegenüber zwei Blendenreihen mit den internationalen Blenden 2,2 bis 22 bzw. den deutschen Werten 2,7 bis 25 vorhanden. Die Belichtungswerte sind je nach Skalenausschnitt zwischen 3 Stunden bis 1/500 Sekunde ablesbar.
Guli 2

HAUFF - Belichtungsmesser, System Heinz Kilfitt

Hauff BelichtungsmesserHauff BelichtungsmesserMiniatur-Belichtungsmessgerät des Stuttgarter Filmherstellers HAUFF AG in Lizenz von Heinz Kilfitt aus der Zeit um 1935. Dieser knapp 6 cm große Sechseck-Zylinder benötigt praktisch keine Einstellung. Die ermittelten Werte gelten nur für Aufnahmematerial 17/18 DIN. Mit RM 2,85 incl. Etui war er extrem billig.

Die sechs Zylinderseiten sind für 6 verschiedene Aufnahmesituationen mit jeweils einer Belichtungszeitenskala beklebt. Um diesen Zylinder ist eine Cello-Hülle gespannt, auf die für jede Motivskala jeweils 6 rote Blendenwerte zwischen 2,8 bis 16 gedruckt sind.

Das rote Quadrat der Cello-Hülle wird auf die abgelesene Ziffer (1 - 6 auf der Durchsichtsskala) geschoben. Auf der sechseckigen Trommel kann dann unter dem jeweiligen Blendenwert der Cello-Hülle nach den 6 Motivsituationen eine Belichtungszeit abgelesen werden. Der Belichtungszeitenumfang beträgt insgesamt zwischen 10 Minuten und 1/2000 Sekunde.

Der Beli mag ein hübsches Sammlerstück sein, doch er ist wenig praxisgerecht. Die Blendenwerte auf der rot bedruckten Cello-Hülle sind - so überhaupt noch vorhanden - auf den schwarzen Skalen schlecht ablesbar. Sammler dürften zudem nur höchst selten noch eine funktionierende Cello-Skala vorfinden, ohne die das Gerätchen jedoch wertlos ist. Der von Kilfitt-Optik München in den 50er Jahren selbst produzierte Belichtungsmesser (s. weiter unten) ist hingegen weitaus handlicher und auch haltbarer.

HEYDES AKTINO PHOTOMETER

Die im nächsten Foto gezeigte Ausführung hatte ich in der ersten Version meiner homepage noch als frühestes Modell eingestuft, bis mich Sammlerfreund Thomas Meyer eines Besseren belehrte. Es hat ein wenig gedauert, doch jetzt finden Sie hier die korrekte Versionsaufstellung der Heyde's-Photometer.

Heydes mit Schachtel
Heyde's Aktinometer, das hier gezeigt Modell IV ist nicht die erste, wohl aber die bekannteste und von Sammlern meistgeliebte Version.
Auch die geprägte braune Kartonschachtel dafür ist eine Augenweide.

Das Aktinometer des Dresdner Herstellers Gustav Heyde KG (GHD) war der erste in Deutschland hergestellte optische Belichtungsmesser "das einzige Instrument, welches mit Hilfe des Auges die aktinische Helligkeit misst" (Heyde-Werbeblatt von 1910). Wohl auch wegen seines vergleichsweise niedrigen Preises gehörte er zu den bekanntesten seiner Art. Im Jahr 1904 erstmals vorgestellt, benutzte der Hersteller geschickt den schon eingeführten Namen "Photometer" für Belichtungsmessgeräte und band ihn in die Namensgebung ein. Schon kurz darauf wurde Heydes Aktino-Photometer um zwei Ausführungen ergänzt. Aus dem Ur-Photometer wurde jetzt Modell I, Ausführung in Magnaliumguss. Ein Modell II gab es nun auch in einer vernickelten Messingausführung. Das Modell III - blaues Aktino - entspricht äußerlich dem Urmodell, wurde jedoch um eine Blauscheibe ergänzt, mit der Messungen unter bestimmten Aufnahmebedingunen (z.B. mit dem immer beliebteren Gelbfilter) genauer ablesbar wurden.

Die Verkaufspreise waren für damalige Verhältnisse zwar nicht gering, aber im Vergleich zu den chemischen Belichtungsmessern günstig. Modell I kostete 16 Mk, Modell II 10 Mk und Modell III 18 Mark. Besitzer eines Modell I konnten das Gerät für 2 Mark in ein Modell III aufrüsten lassen und Brillenträger erhielten für 75 Pfennig eine Korrekturlinse eingebaut (Angaben aus einem Prospekt 1907).

Die wohl schönste Ausführung, Heyde's Aktino-Photometer Modell IV, im auch Nicht-Photographica-Sammler begeisternden Jugendstil, gab es nach dem Ende des 1. Weltkrieges ab 1918/1919 zu kaufen. Um 1924 erschien als letzte Version das Modell V - ebenfalls im Jugendstil-Design - mit einem Bereichsumschalter.

Heyde ging 1932 in Konkurs, produzierte aber weiter optisch-mechanische Geräte. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Betrieb von der DDR enteignet und als "Feinmess Dresden Optik VEB" weitergeführt. Es wurden Belichtungsmesser und Objektive (Bonotar) gebaut.

Eine frühe Verkaufsanzeige des Heydes Photometer sehen Sie hier.

Heyde's Modell IHeyde's IDas erste Modell des Heyde's Aktinometer aus dem Jahr 1904

Die Handhabung des Heyde's Photometer gestaltete sich einfach. Das Rändelrad wird soweit gedreht, bis das Motiv im Mittelfenster gerade noch sichtbar ist. Je nach Lichteinfall wird dabei mit dem kleinen Hebelchen auf der Einsichtseite die Messempfindlichkeit (Stufe 1, Werte 0-10 / Stufe 2, Werte 10-20) eingestellt. Mit dem zwischen den beiden Pfeilen im Anzeigefenster gefundenen Wert (zwischen 1-20) wird auf der Rundtabelle der Belichtungswert abgelesen. Jeweils für die Blenden 8 - 11,3 - 16 - 22,6 - 32 und 45 werden Belichtungszeiten zwischen 1500 bis 1/64 sec. angezeigt.

Für die zu dieser Zeit noch nicht sonderlich empfindlichen Platten waren dies praxisgerechte Werte. Sie galten für Platten mit einer Empfindlichkeit von 25 Warnerke bzw. 15½° Scheiner oder 260 Hurter & Driffield (entspricht etwa 10° DIN). Für andere Empfindlichkeiten oder Blenden mussten die Werte entsprechend umgerechnet werden.

Beim Modell II ist die Anzeige des ermittelten Messwertes auf der Einsichtsseite zu finden. Die rückseitigen Wertetabellen der Normalversion des Modell II (Blende 8) sind mit denen des Modell I identisch. Thomas Meyer schickte mir Fotos einer zweiten "lichtstärkeren" Ausführung vom Modell II mit anderen Blenden-/Zeitskalen. Anstatt für die Blenden 8-45 der Normalversion arbeitet diese Ausführung "Blende 4,5" mit den deutschen Blendenwerten 4,5 - 6,3 - 9 - 12,5 - 18 - 25 (also der Blendeneinteilung der späteren Leica). Entsprechend ergeben sich als Belichtungszeiten von 480 (4 Min.) bis 1/192 sec. kürzere Werte. Die Einstellskala auf der Einblickseite ist mit den Werten 0-10 bzw. 1-20 unverändert, es fehlt lediglich "D.R.G.M" unter der Hersteller-/Typenangabe.

Heyde Aktino IIAktino IIR Heydes Actino Photometer Modell II
Blende 8-Version


Heyde Modell II 4,5Heyde Modell II 4,5Heydes Actino Photometer Modell II
Blende 4,5-Version
aus der Sammlung von Thomas Meyer


Auch die Wertetabellen des Heyde's Aktinometer Blue (Modell III) - "blaues Aktino" sind mit denen des Modell I identisch. Ebenso ist die Handhabung und Ablesung der Belichtung gleich. Die zusätzliche Blauscheibe im Sucherokular soll bei schwierigen Lichtverhältnissen, z.B. bei Innenaufnahmen, oder Fern-, Hochgebirgs-, Schnee- oder Wolkenaufnahmen mit einer Gelbscheibe genauere Belichtungsergebnisse zeigen. Wird dabei die Gelbscheibe direkt vor das Messfenster gehalten, wird deren Verlängerungsfaktor gleich mit berücksichtigt.

Nach dem Verkaufsprospekt soll das Modell III zugleich zum Prüfen von Gelbscheiben und deren Verlängerungsfaktor verwendet werden können. Nach Angabe von Thomas Meyer wurden zwei Blendenvarianten (f:8 / f:4,5) produziert, vermutlich gilt dies auch für das Modell I.

Heydes Modell 3Heydes Modell 3Gehäuse und Skalen des Modell III - "blaues Aktino" - aus dem Jahr 1906 entsprechen dem Modell I. In den Sucher wurde lediglich noch eine kontraststeigernde Blauscheibe eingelegt.

Heyde IV/36 OkularHeyde IV/50 Okular

Mit seinem Jugendstil-geprägten Alu-Gussgehäuse ist das Modell IV des Heyde's Aktinometer nicht nur bei Photographica-Sammlern, sondern auch von Antiquitätensammlern begehrt, die mit dessen Funktion zumeist allerdings nichts anzufangen wissen .... Es war nach dem 1. Weltkrieg, also etwa ab 1918/1919 zu kaufen.

Es gibt ihn in zwei unterschiedlichen Ausführungen mit verschiedenen Werteskalen. Auf der Einblickseite unterscheiden sie sich lediglich durch eine kleinere bzw. größere Okular-Einblicksöffnung. Thomas Meyer schreibt, dass vom Modell IV außerdem US-Varianten zu finden sind.

Ganz links das Okular der Normal-Ausführung des Heyde's Aktino Modell IV mit Blendenskala bis f:36, links das größere Okular der Version mit erweiterter Blendenskala bis f:50.

Heydes IV/36Heyde's Mod. IV/36Heyde's Aktino Modell IV/36 kenne ich in den beiden abgebildeten Skalenausführungen. Der Skalenuntergrund der linken Version ist beigefarben lackiert, bei der rechten Version alufarben.

Die Blendenskala reicht von 4,5 bis 36 mit Belichtungszeiten zwischen 80 und 1/300 Sekunde. Das Okularglas ist gegenüber dem Modell IV/50 etwas kleiner und auf der Skalenseite eingefasst.

Heyde IV/50Heydes IVrHeyde's Aktino Modell IV/50 mit beigefarbenem Skalenuntergrund. Die Blendenskala reicht von 4,5 bis 50 mit Belichtungszeiten von 160 bis 1/300 Sekunde. Das Okular hat gegenüber dem Modell IV/36 größere Scheiben und keinen Einfassungsring auf der Skalenseite.

Wie manch andere frühe Photometer hatten auch die letzten Heyde's ein Blauglas zur Messung, mit dem zugleich das Motiv angepeilt werden konnte. Sobald gerade noch etwas zu sehen war, war der richtige Messwert gefunden und auf der Skala konnten die passenden Belichtungswerte abgelesen werden.

Heyde's Mod. VHeyde's Mod VHeyde's Aktino Modell V
- wieder mit 2 umschaltbaren Messbereichen.

Die letzte Version des Heyde's Aktinometer - Modell V - wurde um 1924 wieder mit zwei umschaltbaren Messbereichen vorgestellt. Entsprechend befinden sich auch zwei Skalen auf der Rückseite, die Blendenwerte von 4,5 bis 36 für die normale Version sind gegenüber dem Modell IV unverändert. Die schwarze Skala lässt Belichtungszeiten zwischen 3 bis 1/300 Sekunde zu. Von der roten Skala lassen sich Belichtungszeiten zwischen 15 Stunden bis 1/25 Sekunde ablesen. Diese Ausführung ist zudem mit 12 mm Gehäusedicke geringfügig flacher als das Vorgängermodell IV (15 mm).

Auch von dieser letzten Version sind Varianten, z.B. für den US-Markt, mit verschiedenen Blendenreihen oder auch als Leica-Modelle zu finden.

Ilex

IlexIlexrWas eher nach Gartenpflanze klingt, ist hier ein Mini-Belichtungsmesser, kaum größer als ein altes 5-Mark-Stück.

Hersteller war wohl Karl Arnold, Marienberg (Sachsen), wo um 1939 auch der LUMY produziert wurde. Man arbeitet damit wie bei solchen Teilen üblich - von der Seite her durchgucken, Ziffer von 1-8 merken, Rädchen auf Filmempfindlichkeit drehen und entsprechend auf der Skala die Belichtungswerte ablesen.
Ilex rot
Der Ilex ist auch mit einem roten Gehäuse zu finden, vielleicht gibt es noch andere? Die Produktionszeit schätze ich auf frühe 50er Jahre. In einem ersten Nachkriegskatalog wurde der Ilex für 2,50 DM angeboten.

Empfindlichkeit 13/10-19/10 DIN; Blenden 1,4-22; Verschlusszeiten 15-1/1000 Sek.

Justophot, Justodrem u.a. von Dr. E. Mayer (DREM), Wien

Die Belichtungsmesser aus dem Wiener Werk von Dr. Emil Mayer, kurz DREM, gehörten in den 20/30er Jahren des letzten Jahrhunderts mit zu den Wegbereitern der optischen Belichtungsmesser. Die zahlreichen, teils nur geringfügig unterschiedlichen Typen von Justophot, Justodrem usw. sind für einen engagierten Sammler fast ein eigenständiges Sammlungsgebiet. Mir ist nicht viel über das Wiener Werk in der Oberen Donaustraße 111 bekannt, obwohl Mayer und sein Mitarbeiter Joseph M. Bing (USA) einige Patente - das erste für den Justophot aus dem Jahr 1923 - besaßen. Es wurde dort wohl auch anderes photographisches Zubehör, wie Stativ-Kugelköpfe, produziert.

Justophot BildDie Handhabung der Justophot-Meter drängt sich nicht ohne weiteres auf. Auch ist die Bedienung der verschiedenen Typen zudem nicht einheitlich, weshalb ich hier etwas näher darauf eingehen will. Der/das Justophot verwendet zur Lichtanpassung eine Blende, ähnlich der Irisblende im Objektiv. Diese wird mit dem gerändelten Blendenring (später Irisring) geöffnet bzw. geschlossen. Daneben liegt der Blendenring, von dem an der Strichmarke die Blende abgelesen wird, davor der Zeitenring und ganz vorn der Plattenring für die Einstellung der Empfindlichkeit.

Vor Messbeginn muss zunächst das zweiteilige Teleskop mit dem ausziehbaren Lupenrohr auf persönliche Sehschärfe eingestellt werden. Auf dem blanken Skalenrohr wird eine Millimeter-Skala sichtbar, die man anfangs auf den Mittelwert 5 einstellt. Danach dreht man den kompletten Ringsatz in Pfeilrichtung. Dabei erscheinen in dem kleinen Fensterausschnitt nach und nach vier Buchstaben A, B, C, D (bei den letzten Modellen wurden diese durch die Zahlenwerte 1/25, 1/5, 8sec und 2 Min ersetzt). Bei ausreichendem Licht wird die Schärfeneinstellung bei B (1/5) vorgenommen, dieser Wert muss im Okular klar erkennbar sein. Dazu wird das Okular etwas herausgezogen oder eingeschoben. Das kann einmalig erfolgen und (bei den späteren Ausführungen) mittels der Stellschraube - so noch vorhanden - fixiert werden. Das Gerät ist dann natürlich beim Transport etwas länger...

Zur Lichtmessung wird das zuvor auf Sehschärfe korrekt eingestellte Justophot je nach Ausführung mit dem Stellring auf B bzw. 1/5 (bei normalem Tageslicht) oder bei geringerem Licht auf einen der beiden anderen Werte (C/8s D/2m) eingestellt. Die Blende muss dabei voll geöffnet sein, falls nicht, den Irisring nach rechts drehen, bis die Markierung auf der hellen Skala auf 4,5 steht. Falls danach der zuvor eingestellte Wert nicht sichtbar ist, muss der nächste verwendet werden; bei geschlossener Blende darf die Zahl nicht mehr sichtbar sein - falls doch, den nächsten Wert einstellen. Bei geöffneter Blende muss also der Wert deutlich, bei geschlossener nicht mehr sichtbar sein. Danach wird die Blende geschlossen und langsam zurückgedreht, bis die Zahl gerade lesbar wird.

Damit ist die "Messung" beendet, der eingestellte Wert (A, B, C oder D) ist die Belichtungszeit! Die dazu passende Blende wird an der Strichmarkierung neben dem Irisring abgelesen. Achtung - die Messung kann nicht unmittelbar mehrfach wiederholt werden, weil sich das Auge den verschiedenen Helligkeiten anpasst und die Zahl zu früh oder zu spät erkennt! Will man eine Vergleichsmessung mit einem anderen Wert machen, muss deshalb ein paar Minuten gewartet werden. Der Messwert gilt bei normaler Einstellung für eine Platten- oder Filmempfindlichkeit von 15-16° Scheiner, ggf. muss am Plattenring (ganz vorn) korrigiert werden. Soll eine andere Zeit-/Blendenkombination verwendet werden, kann diese auf der schwarzen Blendenskala und den gegenüberliegenden Werten des Belichtungszeitenringes abgelesen werden.

INSTOSCOPE

INSTOSCOPEINSTOSCOPEExportversion des JUSTODREM (s. unten)

Hersteller war Dr. E. Meyer (DREM), Wien (um 1930), Der Verkaufspreis betrug seinerzeit $ 2.60 in den USA. Die DREM-Vertriebsfirma dort war Drem Products Corporation N.Y.

Diese Exportvariante des Justodrem hat ebenfalls eine Scheiner-Skala von 16-31°, die Blenden beginnen hier bereits mit dem Wert 1,4 und enden mit 22, dafür fehlt die Blende 3,5.

INSTOCINE

InstocineInstocineDer INSTOCINE war die Einfachversion des KINOPHOT / CINOPHOT für den Schmalfilmer.

Hersteller war ebenfalls Dr. E. Meyer (DREM), Wien (um 1930). Die Bauweise entspricht dem INSTOSCOPE, dessen Gehäuse lediglich mit einer anderen, den filmerischen Bedürfnissen entsprechenden, Tabelle beklebt war. Als Foto-Vergleichswerte sind die Verschlussgeschwindigkeiten 1/15, 1/25, 1/30, 1/50, 1/60, 1/100, 1/120 und 1/200 auf der Tabelle enthalten. Somit lässt sich das Gerätchen auch für die normale Fotografie verwenden.
Filmempfindlichkeit nach DIN 13-27 in fünf Stufen
Blendenwerte 1 bis 45
Filmgeschwindigkeiten 8, 12, 16, 24, 32, 48, 64, 96 (Standard ist 16)

JUSTODREM

Justodrem DINKleiner optischer Belichtungsmesser in Teleskopform von Dr. E. Meyer (DREM), Wien (um 1930). Beim Justodrem handelt es sich um eine gegenüber dem Justophot - seit 1925 in vier Modellversionen das "Belichtungsmesser-Flaggschiff" von DREM - einfacher gehaltene Konstruktion. Das Gehäuse ist rundum mit Tabellen beklebt, die - so noch vorhanden und lesbar - eine Direktablesung der Belichtungswerte ermöglichen (sollen...).
Der Verkaufspreis betrug RM 6,50.

Der Messwert wird auf einer 16stufigen Skala von A-Z im Sucher als Buchstabe abgelesen. DREM hat das Alphabet ein wenig umsortiert: A-M-P-X-D ... N-L-Z. Die Scharfeinstellung erfolgt - wie bei diesen Teleskopgeräten üblich - durch herausziehen des Sucherokulars. Der Anfang der oberen (drehbaren) Skala, Wert A, wird auf die passende Filmempfindlichkeit gedreht und unter dem im Sucher abgelesenen Buchstaben kann man anschließend die Belichtung für 9 Blendenwerte ablesen.

Justodrem DIN 24Justodrem Scheiner 24Es gibt mehrere Versionen mit unterschiedlichen Blendenwerten und Empfindlichkeitsskalen.
Eine Export-Variante gab es unter dem Namen "INSTOSCOPE" (Bilder s. oben) gleichfalls in verschiedenen Ausführungen.
Die ablesbaren Zeiten zwischen 8 Stunden und 1/1000 Sekunde sowie die Zusatzskala zur Berücksichtigung von Filterfaktoren 2x, 4x und 8x sind jedoch bei allen Geräten gleich.

Version 1 (Bild oben) mit den neuen internationalen Blendenwerte von 2 bis 22 hat eine 5stufige DIN-Skala von 7 bis 21.
Version 2 (Bild ganz links) hat ebenfalls eine 5stufige DIN-Skala 7-21, jedoch die Leica-üblichen deutschen Blendenwerte von 2 bis 24.
Version 3 (Bild links) hat eine 4stufige Scheiner-Skala von 16-31° und auch die Leica-Blendenwerte nach Dr. Rudolph von 2 bis 24.

Ich kann nicht ausschließen, dass noch weitere Ausführungen zu finden sind, der Hersteller brauchte ja nur das aufgeklebte Papier mit anderen Tabellen oder Zahlen zu bedrucken....

JUSTOPHOT

Der Justophot ist ein beliebter Klassiker unter den optischen Belis, seit 1925 in vier verschiedenen Modellen und als Cinophot für Filmkameras gebaut. Hersteller des Gerätes in Teleskopbauweise ist Dr. E. Meyer (DREM), Wien. Die erste Ausführung aus dem Jahr 1925 hat eine runde Augenmuschel, spätere das übliche olivförmig angepasste Okular. Der Okulartubus ist zur Scharfstellung der Messanzeige nach eigener Sehschärfe ausziehbar und kann bei den späteren Modellen mit einer seitlichen Schraube verriegelt werden. Der Verkaufspreis betrug RM 18. Eine Beschreibung der Handhabung finden Sie weiter oben.

JUSTOPHOT - 1. Modell mit rundem Okulareinblick

Justophot MessingschildJustophot Modell I

Den ersten JUSTOPHOT Belichtungsmesser gab es im Jahr 1925 zu kaufen. Diese erste Version ist erkennbar an der kreisrunden Augenmuschel und dem schwarz lackierten Teleskop-Oberteil, noch ohne Fixierschraube.

Darauf ist eine ovale Messingplatte genietet: DREM - JUSTOPHOT - Pat. Dr. E. Mayer. Das Teleskop-Unterteil mit der 15 Millimeter-Teilung ist blank vernickelt. In der Aussparung hinter der Markierung "OBEN" werden nach Linksdrehung des vorderen Ringkomplexes vier Markierungen A-B-C-D sichtbar. A entspricht 1/25s, B=1/5s, C=4s und D=30s.

Die Plattenempfindlichkeit (vorderer Ring) kann auf die Werte "Autochrom" "O 3" "O 2"(orthochromatisch) "R" (Rapid) "ER" (Extrarapid) und "UR" (Ultrarapid) eingestellt werden, Standardwert ist "ER" (13-16° Scheiner).

Der Blendenring trägt auf der blanken Skala die Werte 4,5-6,3-9-12-18-25-36 und auf der schwarzen Skala 2,8-3,5-4,5-6,3-9-12-18-25-36-48. Der Zeitenring die Belichtungszeiten 240-120-60-30-16-8-4-2-1-1/2-1/5-1/10-1/25-1/50-1/100-1/200s.

Justophot Modell ILeider sind im Laufe der Jahrzehnte die lackierten Ringe mit den geätzten Zahlen meist abgegriffen und unlesbar geworden. Wer mag, kann Papierstreifen mit den angegebenen Werten neu beschriften und die Ringe damit bekleben, wie dies bei dem späteren Justophot Automatic schon bei Auslieferung der Fall gewesen ist (s. Foto).

JUSTOPHOT - 2. Modell mit aufgesetztem ovalen Okulareinblick

Justophot Modell II

Bereits im Jahr 1926 erschien das Modell II des JUSTOPHOT. Diese zweite Version ist erkennbar an der (mit einem massiven Befestigungsring auf das schwarz lackierte Teleskop-Oberteil aufgesetzten) ovalen Augenmuschel. Das Oberteil hat jetzt eine Fixierschraube und noch - wie auch die Urversion - eine aufgenietete ovale Messingplatte: DREM - JUSTOPHOT - Pat. Dr. E. Mayer. Das Teleskop-Unterteil ist wie beim Modell I blank vernickelt, mit 15 Millimeter-Teilung; in der Aussparung hinter der Markierung "OBEN" werden nach Linksdrehung des vorderen Ringkomplexes vier Markierungen A-B-C-D sichtbar. A entspricht wieder 1/25s, B=1/5s, C=4s und D=30s.

Die Plattenempfindlichkeit (vorderer Ring) kann unverändert auf die Werte "Autochrom" "O 3" "O 2" "R" "ER" und "UR" eingestellt werden, Standardwert ist "ER" und entspricht 15-16° Scheiner. Der Blendenring trägt auf der blanken Skala die Werte 4,5-6,3-9-12-18-25-36 und auf der schwarzen Skala jetzt 2-2,8-3,5-4,5-6,3-9-12-18-25-36-48. Der Zeitenring, wie beim Modell I, die Belichtungszeiten 240-120-60-30-16-8-4-2-1-1/2-1/5-1/10-1/25-1/50-1/100-1/200s..

Leider sind bei vielen Justophot die lackierten Ringe mit den geätzten Zahlen meist mit den Jahren abgegriffen und unlesbar geworden. Wer mag, kann Papierstreifen mit den angegebenen Werten neu beschriften und die Ringe damit bekleben, wie dies bei dem späteren Justophot Automatic schon bei Auslieferung der Fall gewesen ist (s. Foto weiter unten).

JUSTOPHOT - Type 1927

Das 3. Justophot-Modell "Type 1927" erschien mit einigen signifikanten Neuerungen. Diese bestanden vor allem in den jetzt zwei Ausführungen I für normal- und kurzsichtige sowie II für normal- und weitsichtige Benutzer. Außerdem ist die Empfindlichkeitseinstellung nach Scheinergraden möglich. Zudem sind beide Versionen noch als Leica-Ausführung oder mit internationalen Blenden erhältlich.

Justophot I und IIDie beiden JUSTOPHOT Ausführungen I (vorne) und II (hinten), Baujahr um 1927-30 im Vergleich. Die Ausführung I ist geschlossen 106 mm, die Ausführung II geschlossen 113 mm lang. Der Justophot I ist das Standard-Modell für Normal- und Kurzsichtige, das Modell II ist etwas länger gebaut und für Normal- und Weitsichtige gedacht. Beide gibt es sowohl mit den Leica-Blendenwerten 1 bis 48 und als Modell IE / IIE auch internationalen Blenden (1 bis 45); außerdem als Versionen mit Scheiner- oder (später) DIN-Empfindlichkeitsskalen.

Die Einstelldaten sind für beide Versionen gleich: Plattenempfindlichkeit 11-30° Scheiner + Autochrom; Blendenskala 1-48; Belichtungszeiten 8/30 Min. - 1/1500. Messanzeige und Bedienung ansonsten wie weiter oben beschrieben.Justophot
Justophot Typ 1927 IIMit einem Rastring kann zwischen vier Messanzeigen (1/25 - 1/5 - 8 s - 2 min) gewechselt werden, die mit unterschiedlichen Helligkeiten der Messung bei mehr oder weniger Licht dienen. Gleichzeitig dient dieser Ring zur Messwertermittlung mittels einer Irisblende. Wenn die eingerastete Messanzeige gerade lesbar wird, hat man den richtigen Messpunkt ermittelt.

Frühe Version eines Justophot II, Type 1927. Die Belichtungszeiten sind bei diesem Modell zwischen 8 Minuten bis 1/1500 s ablesbar; Empfindlichkeiten nach Scheiner 11-28°. Arbeitsweise und Einstellmöglichkeiten im übrigen wie oben beschrieben.

Der Justophot war in den 20/30er Jahren ein beliebtes Teil und ist auch heute noch gut zu finden. Leider sind bei vielen Exemplaren der ersten (schwarzen) Ausführungen die Skalen auf den Einstellringen oxidiert oder abgegriffen und unlesbar. Damit ist es dem auch an der praktischen Anwendung solcher Teile interessierten Sammler nur schwer möglich, mit dem Justophot noch Belichtungswerte zu ermitteln.
Eine kleine Hilfe möchte ich hier zumindest mit der Reihenfolge der Einstellringe geben (s. auch weiter oben). Auf dem äußeren Ring werden die Scheinergrade eingestellt, der mittlere Ring ist (war) mit den Belichtungszeiten und der innere Ring mit den Blendenwerden bedruckt. Bei der letzten Justophot-Ausführung (Type 1928) wurde die Reihenfolge geändert (s. Bild unten). Dafür sind die Skalen auf Papier gedruckt und zumeist noch lesbar vorhanden.

JUSTOPHOT AUTOMATIC - Type 1928

Justophot 1928Justophot 1928Bei diesem Modell sind jetzt beide Teleskoprohre verchromt, die ovale Augenmuschel ist aus schrumpflackiertem Bakelit. Die Sehschärfenskala ist rot unterlegt. Bei den mir bekannten Geräten dieser Version ist eine 6stellige Seriennummer graviert. Die Skalenringe sind aber immer noch lackiert und die Werte eingeätzt, dadurch sind sie heute meist unlesbar geworden.

Die Handhabung ist bei diesem Modell verändert, um der Werbeanpreisung "Der Automatische Belichtungsmesser" gerecht zu werden, nach meiner Einschätzung allerdings komplizierter als zuvor. Die Strichmarkierung des Irisringes zeigt über sieben Kanalstriche auf die Blendenwerte 4,5-6,3-9-12-18-25-36. Für diese Blenden lassen sich die Belichtungszeiten dann direkt ablesen, die Blenden vor 4,5 und die Blende 48 dienen zur Berechnung weiterer Zeit-/Blendenkombinationen. Die frühere zweite Blendenskala für die Ablesung weiterer Kombinationen entfällt deshalb.

Die Werteskalen tragen Belichtungswerte von 30 Minuten bis 1/1500 Sekunden, die vier Standardzeiten sind mit einem Kreis gekennzeichnet, Blendenwerte 1 bis 48 und Filmempfindlichkeit nach Scheiner 11-28° sowie O2, O3 und O4 (orthochrom mit Gelbfilter) oder Vorsatzlinsen und Autochrom. Nach der Gebrauchsanleitung können auf diese Weise Belichtungszeiten zwischen 4 Stunden bis 1/12000 (richtig, 12 + 3 Nullen!) ermittelt werden. Außerdem können Filterfaktoren 2x 4x oder 8x berücksichtigt werden.

Justophot normalDas Foto links zeigt die letzte Version des Justophot (Type 1928, auch JUSTOPHOT AUTOMATIC), Bauzeit nach 1930. Bei dieser Ausführung wurde die Reihenfolge der Skalenringe für die Belichtungszeiten und Filmempfindlichkeit vertauscht. Die Beschriftung auf lackierten bzw. cellogeschützten Papierstreifen ist dauerhafter als zuvor.

Filmempfindlichkeit - jetzt nach DIN 7-21° - und Blendenwerte 1 bis 36 sind auf einem gemeinsamen Skalenring zu finden. Die Strichmarkierung des Irisringes weist mit sieben Kanalstrichen auf die Blendenskala, der erste auf die rot markierte Blende 4,5.

Steht einer der 4 roten Zeitwerte dem ebenfalls roten Blendenwert 4,5 gegenüber, lässt sich die Zeit-/Blendenkombination direkt ablesen. Die Blenden vor 4,5 können zur Berechnung einer anderen Zeit-/Blendenkombination herangezogen werden. Die Belichtungszeiten auf dem jetzt vorderen Zeitenring reichen von 30 Min. bis 1/1500 s. - wie bei den vorherigen Modellen.

Kilfitt Belichtungsmesser

Kilfitt BelichtungsmesserWinziger optischer Beli in Größe und Form eines Dominosteines von Heinz Kilfitt-Optik München (um 1955). Bereits in den 30er Jahren wurde nach dem hier verwendeten Prinzip ein Belichtungsmesser von den HAUFF-Filmwerken (s. oben) angeboten.
Kilfitt Belichtungsmesser Wie schon beim HAUFF-Gerät gibt es so gut wie keine Einstellmöglichkeiten. Die Werte gelten auch nur für eine Filmempfindlichkeit (17/18° DIN).

Die Seite mit dem breiten Sichtschlitz ist zum Hineinsehen. Die quadratische Aussparung - gegen das Motiv gerichtet - wird auf die gerade noch sichtbare Ziffer zwischen 1 - 6 geschoben. Der Schieber ist (wie die Cello-Hülle beim HAUFF) mit sechs Blendenwerten von 2,8 bis 16 bedruckt und hat auf der Ober- und Unterseite je drei Aussparungen. Diese enthalten für sechs unterschiedliche Motivsituationen die jeweiligen Belichtungswerte (gesamt von 10 Min. bis 1/2000 Sek.). Die zum jeweiligen Motiv passende Blenden/Belichtungskombination kann dann einfach abgelesen werden.

LEICASCOP

LEICASCOPLEICASCOPOptischer Belichtungsmesser von Dr. E. Meyer (DREM), Wien (um 1930), eine Spezialversion des DREMOSCOP. Wie dieser hat das Leicascop drei Skalenringe, wie bei der letzten Justophot-Version aus glanzkaschiertem bedruckten Papier, jedoch mit Skalen der besonderen Blendenwerte und Belichtungszeiten der Leica.. Die Verkaufszeit datiere ich auf die Zeit um 1933. Weitere Varianten des Dremoscop wurden als "CONTAXCOP" und "CINEMETER" angeboten.

Auch dieses Leicascop ist in geringfügig unterschiedlichen Ausführungen zu finden (s. Fotos). Der Vertrieb des LEICASCOP erfolgte in den USA von Hugo Meyer & Co, New York, der US-Vertretung des Görlitzer Objektivherstellers. Der Verkaufspreis betrug dort 10 $ im Jahr 1933 incl. Lederetui.

Die Handhabung ist ähnlich wie beim Justophot - bis auf dessen vier Zeit-Grundeinstellungen. Die Einstellung der Filmempfindlichkeit erfolgt mit dem ersten Ring zwischen 17-30° Scheiner (es gibt auch Ausführungen 11-26° Scheiner). Auf dem dritten Ring finden sich die Belichtungszeiten von 2 Std. bis 1/800s mit speziellen Leica-Belichtungszeiten, die Standardzeit 1/30 ist markiert, ebenso die Blende 3,5 auf dem mittleren Ring (Blenden 1,3-36). Wenn sich diese beiden Werte gegenüberstehen, können andere Zeit-/Blendenkombinationen entnommen werden. Auf dem mittleren Ring finden sich noch Filterfaktoren von 1 1/2-8.

LEUDI

LEUDI Scheiner

Optischer Mini-Belichtungsmesser (40x24 mm) in verschiedenen Versionen, Hersteller Ernst Pless, Wien (USA-Vertrieb Mimosa) - sieht eher aus, wie ein zu klein geratenes Schneiderbandmaß...

Die zeitweilig unterschiedlichen Herkunftsangaben (Made in Austria ab 1937 / Made in Germany ab 1939) resultieren aus der Eingliederung Österreichs in das damalige Deutsche Reich, während der auch Produkte aus Wien als "Made in Germany" gekennzeichnet wurden. Vorher - und nach Kriegsende - waren die Leudis "Made in Austria".

Ein - normalerweiser - verschiebbarer Cello-Streifen umhüllt eine bedruckte Papierskala mit 5 teilweise farbigen Kästchen. Diese symbolisieren verschiedene Motiv-/Wetterkonstellationen (weiß-gelb-blau: Schnee, See / weiß-gelb: Sonne / weiß: Schatten, Wolken / weiß-blau: Helle Innenräume / blau - dunkle Innenräume). Im Sehschlitz erblickt man eine je nach Beli-Version unterschiedliche Ziffernreihe (1-6 / 1-8 / 1-2-4-8-16-32). Das Ablese- und Einstellverfahren ist je nach Version etwas verschieden.



Leudi-Scheiner 19-31Leudi ScheinerVersion 1: Die Made in Austria-Version mit Scheiner-Graden 17-29 bzw 19-31 hat eine Mess-Skala von 1-8. Der gefundene Wert wird mit dem Cello-Band auf eines der Kästchen geschoben, dann lassen sich Belichtungszeiten von 25 Minuten bis 1/1000 Sek. für Blenden von 1-32 ablesen. Der direkt abgelesene Wert gilt für 26° resp. 25° Scheiner.

Auf der Cello-Skala stehen Empfindlichkeiten von 17-29° Scheiner (Ausführung Bild links) oder 19-31° Scheiner (Bild rechts).

Leudi Scheiner /DINLEUDI Scheiner / DINDie Version 2 mit der Doppelskala (Scheiner 17-29°, DIN 12-21°) ist "Made in Germany" und hat eine arithmetische Mess-Skala von 1-32. Diese acht Werte entsprechen bereits den Blenden. Hier lassen sich Belichtungszeiten von 100 bis 1/1000 Sek. für Blenden von 1-36 ablesen.

Die zweiteilige Blendenskala zeigt auf der Messwertreihe die internationale (1-32) und daneben die deutsche-Werteskala (1,1-36). Der direkt abgelesene Wert gilt für 26° Scheiner / 18° DIN.

LEUDI Scheiner / WESTONLeudi Scheiner/WESTONEine weitere Version 3 mit Doppelskala (Scheiner 20-32°, WESTON 12-200) ist wieder "Made in Austria" und hat eine Ziffern-Skala von 1-6. Die Belichtungszeiten von 100 bis 1/1000 Sek. entsprechen Version 2. Das Gehäuse ist geringfügig breiter (40x26 mm) als bei den Versionen 1+2. Das Kunststoff-Etui ist karminrot - das der anderen Modelle orange.

Die zweiteilige Blendenskala hat hier die internationale Blendenreihe 1,4-22 und daneben die deutsche-Werteskala 1,6-25. Der direkt abgelesene Wert gilt wiederum für 26° Scheiner / 18° DIN.

LEUDI - LITE

Dieser Mini-Beli entspricht in Form und Ausführung dem zuvor beschriebenen LEUDI. Er ist ungekennzeichnet, nur auf dem braunroten Bakelit-Etui steht "LITE". Die fünf "Messkästchen" sind etwas anders als beim LEUDI, aber (englisch) beschriftet. Dieser LITE wurde im Photographic-Catalogue 1957 von Nebro, London, für 8/9 angeboten.

Leudi - LiteLeudi LiteDie Ziffern-Skala reicht wiederum von 1 - 6, allerdings ist hier mit der 1 der "hellste" Wert links auf der Skala, bei den anderen Ausführungen ist dieser rechts.

Diese Ausführung hat 4 Empfindlichkeitsskalen mit jeweils 4 Werten (BSI/ASA 16-125, Scheiner 24-33°, WESTON 12-100 und DIN 15-24°). Diese sind von der geringsten bis zur höchsten Empfindlichkeit in 4 Gruppen C, D, E, F eingeteilt, die den abgelesen Ziffern zugeordnet werden müssen. So gilt z.B. für F5 und D6 das gleiche Ablesefeld.

Die Blendenwerte reichen von 2 bis 32 (internationale Reihe) und die Belichtungszeiten von 64 - 1/1000 Sek.

LEUDI II

Leudi IILeudi II

Hier noch eine weitere Variante der zuvor beschriebenen LEUDI's. Sie ist als LEUDI II, Made in U.S.A. gekennzeichnet. Als Hersteller ist Mimosa American Corp. angegeben. Nach einigem Nachforschen findet man ein auf Alois Leber, Vienna Germany(!) eingetragenes US-Patent vom 4.5. 1939. Für die Mimosa Amer. Co, 485, 5th Ave, New York findet sich für den Leudi bereits 1935 eine Fachankündigung in Camera-Zeitschriften und 1937 die im Bild gezeigte Anzeige.

Mimosa-Anzeige

Die fünf "Messkästchen" sind anders als bei den zuvor beschriebenen Versionen gestaltet und jeweils mit Weston-Empfindlichkeitswerten 12/24/50/100 bedruckt. Sie sind unterschiedlich farbig gekennzeichnet (weiß, grün, grüner, gelber oder gelb/grüner Balken) und sollen wohl die Motiv-/Wetterkonstellationen der anderen Leudi-Typen ersetzen. Im Gegensatz zu den vorherigen Leudis wird diese Ausführung in einem hübschen braunen Wildlederschuber aufbewahrt.
Die Ziffern-Skala reicht wiederum von 1 - 8 wie bei der Austria-Version. Allerdings ist hier mit der 8 der "hellste" Wert rechts, wie bei den deutschen Ausführungen. Ich habe es mir erspart, die auch bei diesem Leudi wieder unterschiedliche Mess-/Skalenanordnung auszuprobieren.... Übrigens hat es 1947 noch einen Leudi III in den USA gegeben.

Die Blendenwerte reichen bei dieser Version von 1 bis 32 (internationale Reihe) und die Belichtungszeiten von 25 Min. - 1/1000 Sek. Zusätzlich sind noch Filterfactoren 2x, 4x, 6x, 8x vorhanden.

Lichtfix

Lichtfix

Der Lichtfix ist ein kleiner optischer Belichtungsmesser aus dem Jahr 1933 eines mir unbekannten, aber deutschen Herstellers. Sein Verkaufspreis war RM 3,75. Die Messwertablesung erfolgt ohne jegliche Einstellung. Auf der Vor- und Rückseite sind zwei Papiertabellen aufgeklebt, die eine Direktablesung der Belichtungswerte ermöglichen. Für Filmempfindlichkeiten von 17-18 / 19-20 / 21-22° Scheiner bzw. 6-8 / 9-11 / 12-14 DIN, Gelbfilterfaktoren und Kunstlicht sind Korrekturwerte aufgedruckt.

Nach der Ermittlung eines Messwertes zwischen 3 bis 16 können auf der Skala für Blendenwerte 1,5 bis 36 (deutsche Werte) Belichtungszeiten zwischen 25 Min. bis 1/3000 Sek. abgelesen werden. Das Gerät wurde in einer etwas anderen Ausführung mit Alu-Skala auch noch in den 50er Jahren vertrieben.

Lios Aktinometer

Lios Aktinometer INach nur geringen Verkaufserfolgen ihres komplizierten Photometer, einer Kombination aus chemischen und optischen Verfahren, konzentrierte sich die erst 1921 gegründete Dr. Walter Schlichter GmbH, Freiburg, auf den Bau optischer Belichtungsmesser. In den 1930er Jahren ging das Unternehmen in der Firma Bertram (BEWI) auf.

Das Lios-Aktinometer war quasi der Nachfolger des Photometer ohne die chemische Komponente. Das wertig gebaute Teil in Teleskopform aus vernickeltem Messing wurde knapp 10 Jahre in geringfügig unterschiedlichen Ausführungen vertrieben. Ein vergleichsweise hoher Preis verhinderte aber größere Verkaufserfolge.

Lios Messfenster 1 Die Scharfstellung des Messfensters erfolgt mittels des stufenlos ausziehbaren Sucherteiles. Die Messwertermittlung wird durch Drehen des Vorderteiles (mit der Zeitenskala) vorgenommen. Der mittlere (Blenden-) Ring wird mit der gewünschten Blende auf den Empfindlichkeitswert gedreht, die Belichtungszeit kann dann gegenüber direkt abgelesen werden.

Alle Versionen verfügten über den gleichen riesigen Zeitenbereich von 5 Stunden (!) bis 1/5000 s und eine Empfindlichkeitseinstellung in deutschen Scheinergraden. Die Blendenskala der Ausführung 1 reicht von 1,35 bis 50 mit teils ungewöhnlichen Zwischenwerten, die Scheinerskala von A (für Autochrom-Platten) bis 23°. Die Messfensterausführung (Foto oben) wurde bei den folgenden Ausführungen zwecks besserem Abgleich zweigeteilt

Lios Version 1a Diese - wohl spätere - Version der 1. Ausführung hat eine zusätzliche "Made in Germany"-Gravur. Außerdem ist sie bereits mit dem zweigeteilten Messfenster des späteren Modells ausgestattet. Die Blendenskala entspricht jedoch noch der Ausführung 1 und reicht von 1,35 bis 50 mit teils ungewöhnlichen Zwischenwerten, die Scheinerskala von A bis 23°.

Lios-Aktinometer 2Zweite Ausführung des Lios-Aktinometer, jetzt mit einer veränderten Blendenskala ab 1,4 und erweitert bis 64. Auch die Zwischenwerte sind gegenüber der Vorversion teilweise verändert. Belichtungswerte und Scheinerskala blieben gleich.

Lios Messfenster Version 2 Das Messfenster (Foto) wurde zwecks besserer Einstellung zweigeteilt, der linke (dunkle) Teil dient als Vergleichswert.

Lios-Aktinometer 3Dritte Ausführung des Lios-Aktinometer mit einer um zwei Empfindlichkeitsstufen erweiterten Scheinerskala von A bis jetzt 26°. Alles übrige blieb gegenüber der Vorversion unverändert.

Lios FrontMit der im Frontteil aller Lios-Versionen eingebauten Blende wird durch Verdrehen des Frontringes die Intensität des Blaukeils eingestellt.

Lios Scop

Lios Scop

Ein weiterer optischer Belichtungsmesser in der verbreiteten Teleskopform von Dr. W. Schlichter GmbH, Freiburg / Breisgau (1932). Dieser kleine Beli mit ausziehbarem Sucher (zugleich Scharfeinstellung) ist gegenüber dem Lios-Aktinometer einfacher konstruiert und auch leichter Er hat eine Skala von 4 Min. bis 1/250 s im Sucher, von der der gerade noch ablesbare Wert auf den drehbaren mittleren Einstellring übertragen werden muss. Im Photo Porst-Katalog 1938 wurde der Lios-Scop für 6,- RM angeboten.

Je nach Filmempfindlichkeit kann dann die passende Blende (Werte 1,4-50) abgelesen werden. Es sind zwei Filmempfindlichkeitsskalen vorhanden - °Scheiner 3,5 bis 30,5 und H.&D. 12-8000

Lios-Ultra

Lios-UltraWahrhaftig die Luxus-Version der optischen Belis aus der Schwarzwälder Fertigung von Dr. Schlichter aus dem Jahr 1931 mit zahlreichen Einstellmöglichkeiten. Dieses schwere, präzise gearbeitete Gerät hat sechs Skalen, davon sind drei drehbar. Die Einstellung der Filmempfindlichkeit erfolgt rastend zwischen 2 bis 27,5° Scheiner (US) oder 8 bis 4000° H.&D. Es ist eine Blendenskala mit Werten zwischen 1,4 bis 64 (deutsche + internationale Werte) und eine Cine-Skala für 12 Geschwindigkeiten 4 bis 180 vorhanden. Die Zeitenskala reicht von 24 Minuten bis 1/500 Sekunde und ist damit praxisgerechter als bei den meisten anderen Geräten. Es sind auch die abweichenden Leica-Belichtungswerte vorhanden.

Lios-Ultra MessfensterDas Messfenster lässt auch eine Motivbeobachtung zu, damit sind Messungen einzelner Bildpartien möglich. Der Messfensterabgleich erfolgt mit dem vorderen Drehring auf einer Skala von 0 bis 17. Anschließend wird die Zeitenskala ebenfalls auf diesen Wert gedreht, danach kann der Blendenwert abgelesen werden.

Lios-Box und Lios-Moment

Neben den oben beschriebenen Belichtungsmessern Lios-Aktinometer, Lios-Scop und Lios-Ultra bot Dr. Schlichter noch zwei weitere Hilfsgeräte zur Belichtungskontrolle an. Lios-Box (Verkaufspreis RM 2,10) zeigte an, ob das vorhandene Licht bei Boxaufnahmen noch für eine brauchbare Aufnahme ausreicht.

Lios-Moment (Verkaufspreis RM 2,40) zeigte die für Momentaufnahmen ohne Stativ verwendbaren Belichtungszeiten zwischen 1/25 bis 1/250 Sek. bei Blendenwerten zwischen 4,5 und 12 an.

Loga groß

Loga - VTN

Von Sammlerfreund Wolfgang Kreib stammt auch dieses Foto eines offensichtlich dem Addiphot nachempfundenen optischen Rechenstab-Belichtungsmessers. Als Hersteller nennt er mir allerdings Hans Tönnies, Hamburg, von dem auch die Practos-Teleskopbelichtungsmesser stammen. Andere Informationen (s. auch oben unter Addiphot) lassen jedoch vermuten, dass dieser Loga aus der gleichen Produktion stammt wie Addiphot/Logaphot. Vertrieben wurde er von E. Fleischer, Berlin (VTN).

Wie der Addiphot/Logaphot ist dieser Loga eine Kombination einer Belichtungstabelle mit einem optischen Belichtungsmesser mit 7 Graukeilen in Form eines Rechenstabes.

Werte: Blendenbereich ist von 1,4 - 32, Belichtungszeiten 60 Min. bis 1/1500 s, Filmempfindlichkeiten 3 - 24 DIN. Kine-Gangzahlen von 8-32 lassen sich ebenfalls ermitteln.

LOGAPHOT (s. unter "ADDIPHOT")



Lumy

Lumy 1Lumy 1a Der Lumy ist ein nur ca 3x4 cm grosses Bakelit-Gerätchen. Es wurde von Karl Arnold, Marienberg, in den 30er Jahren bis Kriegsbeginn hergestellt. Bei der links abgebildeten Ausführung ist die Handhabung ganz simpel - man blickt von oben in den Lichtschacht und merkt sich die kleinste gerade noch lesbare Ziffer zwischen 1 bis 8. Lumy

Auf der rückseitigen Tabelle kann man den dazugehörigen Belichtungswert für Blenden von 2,8 bis 22 und Belichtungszeiten von 6 bis 1/1000 Sekunden ablesen. An dem seitlichen Drehrad kann man noch ein Graufilter zur Erhöhung der Empfindlichkeit vorschalten. Eine Filmempfindlichkeitsskala fehlt jedoch, das "Messergebnis" wird sich auf eine Normalempfindlichkeit von 15/10° DIN bzw. 23° Scheiner beziehen, mit dem Umschalter entsprechend 1 Stufe höher.

Lumy 2Lumy 2a Diese 2. Ausführung des Lumy ist etwas "komfortabler" ausgestattet, dafür aber fummeliger zu bedienen. Anstelle der rückseitigen Tabelle befindet sich dort ein kleiner Rechenschieber, mit dem einige Parameter eingestellt werden müssen.

Mit dem linken Schieber wird zunächst die Filmempfindlichkeit in 4 Stufen (15 - 18 -21 - 24 DIN bzw. 23 - 26 - 29 - 32° Scheiner) eingestellt. Der mittlere Schieber muss dann nach drei verschiedenen Index-Werten (Δ Innenaufnahme + Schatten Ο Sonne) auf die Messzahl geschoben werden. Dann kann zu Blendenwerten zwischen 1,4 bis 22 (neue Blenden) die Belichtungszeit zwischen 8 bis 1/1000 Sekunde abgelesen werden.

Nebro

NEBRO VISUAL

Optischer Belichtungsmesser von Neville Brown, London (1950) in der Form eines Handbelichtungsmessers. Die Handhabung ist recht kompliziert. Der in der Durchsichtsskala abgelesene Ziffernwert (1-6) wird nach drei unterschiedlichen Wetterkriterien auf die Drehskala übertragen, noch nach Dark und Bright gewichtet und ggf. mit Filterfaktor (2x, 4x, 6x) korrigiert. 1957 kostete der Nebro Visual im Nebro Katalog 28/9.

Wenn zuvor die passende Filmempfindlichkeit (C-G, Tabelle auf der Rückseite) richtig eingestellt wurde, kann die Belichtung abgelesen werden. Blenden 2-32, Zeitenbereich 32 Minuten bis 1/1000 s. Empfindlichkeit 16-250 ASA/BSI bzw. 24-36° Scheiner oder 12-200 WESTON.

NEBRO - weiße Version

NEBRO (weiß)Neuere Version des optischen Belichtungsmessers von Neville Brown, London (etwa 1959) jetzt in elfenbeinfarbenem Gehäuse, aktuellem 50er Jahre Design und mit linearer Zeitenskala.

Die Handhabung ist unverändert kompliziert. Der von der Durchsichtsskala abgelesene Ziffernwert (1-6) wird nach drei unterschiedlichen Wetterkriterien auf die Drehskala übertragen, noch nach Dark und Bright gewichtet und ggf. mit Filterfaktor (2x, 4x, 8x) korrigiert.

Wenn zuvor die passende Filmempfindlichkeit (C-G nach der Tabelle auf der Rückseite) richtig eingestellt wurde, kann die Belichtung abgelesen werden. Blenden 2-32, Zeitenbereich 15 Minuten bis 1/1000 s. Empfindlichkeit 16-250 ASA/BSI oder 12-200 WESTON.

Optek

OPTEK Belichtungsmesser - ОПТЗК ЗКСПОНОМЕТР

OPTEK

Die russische Version des Platin FILUX, etwa 1962 aus der Optik-Mechanik-Fabrik Leningrad (Marke ΦΟΜΟ). Es wurde in gleicher Bauform auch von anderen Herstellern in der damaligen UdSSR hergestellt oder vertrieben. Dieses Gerät geht im Ursprung ebenfalls auf die Bauvorlage des Expophot (s. oben) aus den 30er Jahren zurück.

Die Funktionsweise und Bedienung entsprechen dem Platin. Alle Werte gelten für 45 GOST (17/18° DIN). Im Anzeigefenster bei aufgestellter weißer Abdeckklappe á la Spiegelreflex werden Werte zwischen 2 bis 16 sichtbar. Mit den seitlichen Rändeln wird die vorgesehene Belichtungszeit auf den abgelesenen (Blenden-) Wert gedreht. Danach lassen sich für Blenden 2-22 Belichtungszeiten zwischen 240 bis 1/1000 Sek. von der 3teiligen mittleren Skala ablesen.

Die Skalenbeschriftung bedeutet: äußere Skala: ЯСНАЯ ПОГОДА - СНЕГ = Klares Wetter, Schnee / ПАСМУРНАЯ ПОГОДА = Bedeckter Himmel / В ПОМЕЩЕНИИ = Innenraum. Die innere Skala ist für die Filmempfindlichkeit.

Peco Actinometer

Plaubel Peco

Optischer Belichtungsmesser von Plaubel & Co, Frankfurt a.M. aus der Zeit um 1910. Das Gerät in Form einer Taschenuhr hatte ich zunächst als Rechenuhr eingestuft, nach einem Hinweis des Sammlerkollegen Thomas Meyer ist es jedoch ein optischer Beli mit einem verstellbaren Blaukeil, ähnlich dem Heyde's Photometer. Der Blaukeil wird mit dem Rädchen (=Krone) vor dem Okular durchgeschoben; gleichzeitig wird der Zeiger auf den entsprechenden Ablesewert auf der Skala bewegt.

Im Bild sehen Sie einen Ausschnitt aus einer historischen Plaubel-Verkaufsanzeige.

Platin / Platin Filux

Einfacher optischer Belichtungsmesser aus Bakelit, produziert vom Platin-Werk Gerhard Räder, Neukirchen (Erzgeb.), um 1950. Bauvorlage für diesen in mehreren leicht unterschiedlichen Versionen (bitte lesen Sie auch die Beschreibung weiter oben zum Filux) gebauten Beli ist der Expophot von Rudolf Kiesewetter, Excelsior-Werk, Leipzig. Auch dort wurden noch bis 1958 Belichtungsmesser hergestellt. Die Funktionsweise entspricht bis auf die fehlende Empfindlichkeitsskala und einem sehr eingeschränkten Belichtungswertbereich dem Expophot, die Einstellweise auf den Skalen ist jedoch umgekehrt. Alle Werte gelten für 17/18° DIN.
Platin altPlatin Filux alt
In den Fotos sehen Sie zwei ansonsten funktionsgleiche Varianten: "Platin" mit der 50 + Skala in weiß (ganz links) und "Platin Filux" mit der 50 + Skala in rot (links).

Im Anzeigefenster bei aufgestellter weißer Abdeckklappe werden Werte zwischen 2 bis 16 á la Spiegelreflex sichtbar. Mit den seitlichen Rändeln wird der abgelesene (Blenden-) Wert bei Sonnenlicht auf "50" gedreht. Danach lassen sich für diese und die benachbarten Blenden Belichtungszeiten zwischen 1/10 bis 1/100 Sek. von der äußeren Skala ablesen. Für Innenaufnahmen ist der Blendenwert auf "10" zu stellen und die Blendenwerte sind dann von der inneren Ringskala zu entnehmen.

Plex

PLEX

Optischer Belichtungsmesser aus österreichischer Produktion, Ernst Pless, Wien (ca. 1953) mit +/- Anzeigefenster á la Spiegelreflex. Bei diesem Beli entsprechen Form und Arbeitsweise den bekannten Handbelichtungsmessern. Mit den seitlichen Rändeln wird die mittlere Skala bewegt, bis das Plus-Zeichen im Fenster gerade noch zu erkennen ist. Blende (1,4 - 45) und Belichtungszeit lassen sich dann komfortabel direkt ablesen.

Das Gerät verfügt sogar über zwei Messbereiche: Daylight 8 - 1/1000 s und Indoor 4 Min - 1/25 s. Filmempfindlichkeiten sind von 9 bis 24 DIN bzw. 6 bis 200 ASA einstellbar.

Practos Junior

Practos Junior Vers. 1

Ein in den 30er Jahren aufgrund seines niedrigen Preises recht beliebter optischer Belichtungsmesser in Teleskopbauweise. Er wurde von Hans Tönnies, Hamburg, in verschiedenen Ausführungen produziert. Trotz des günstigen Preises von RM 5,50 ist das kleine Gerät von guter Qualität.
Der Messumfang wird mit 1:200 000 angegeben. Tönnies vertrieb neben den Practos Belichtungsmessern auch die bekannten Rechenscheiben Hatos und Presto (s. Rubrik Belichtungstabellen).

Die Unterschiede der verschiedenen Practos-Versionen sind gering. Mir bekannte Ausführungen der Vorkriegsjahre unterscheiden sich nur durch das Material der Fassung und Material und Farbe des vorderen Griffringes. Bei der ersten Version (Bild ganz oben) ist die Fassung aus Messingblech und der vordere Griffring aus vernickeltem Metall. Später ist die Fassung aus Alublech und die vorderen Griffringe sind auch aus weißem oder schwarzem Bakelit.
Der Practos-Junior wurde auch noch nach Kriegsende verkauft; in einem ersten Nachkriegskatalog kostete er 6,90 DM.

Practos JuniorDie Belichtungswerte können im Normalfall (18 DIN, Blende 6,3) direkt abgelesen werden. Allen gleich ist die Mess-Skala, die nach Scharfstellen des Okularauszuges mit 18 Zeitwerten zwischen 1/400 bis 4 Min. sichtbar wird. Die gerade noch ablesbare Zahl ist die Belichtungszeit bei 18° DIN und Blende 6,3.

Practos Junior schwarzDas Gerät hat drei Empfindlichkeitsskalen: DIN 3-24°, Scheiner 11-32° und H.& D. 75 - 11000.
Bei anderer Filmempfindlichkeit als 18 DIN wird die abgelesene Zeit mit dem mittleren drehbaren Ring auf diesen Wert eingestellt. Dann können die zugehörigen Blendenwerte zwischen 1,2 bis 50 (internationale und deutsche Werte) abgelesen werden.
Practos Junior weiss

Practos

Practos

Eine gegenüber dem Practos Junior geringfügig veränderte und um zwei Empfindlichkeitswerte erweiterte Ausführung wurde ab etwa 1935 als "Practos" angeboten. Hersteller ist ebenfalls Hans Tönnies, Hamburg.

Gegenüber dem Practos Junior ist ab 1/10 Sek. die Mess-Skala zweigeteilt, mit jeweils eine Stufe unterschiedlichen Zeiten für Sonne/Wolken. Außerdem wurde die dreiteilige Filmempfindlichkeitsskala erweitert und die H.&D.-Werte durch ASA-Werte ersetzt (DIN 6-30°, Europ. Scheiner 16-40°, ASA 3-800).

Die Belichtungswerte können im Normalfall (18 DIN, Blende 5,6) wie beim Modell Junior direkt abgelesen werden. Die Blendenskala mit internationalen Blendenwerten reicht von 1 bis 32.

Schrey's Belichtungsschieber

Schrey's Belichtungsschieber

Manche der historischen Hilfsmittel zur Belichtungsermittlung lassen sich nicht eindeutig kategorisieren. Sind sie eher ein optischer Belichtungsmesser oder eine Tabelle? Zu diesen gehört dieses bleigefasste Glasbildchen, es hat eine gewisse Wesensverwandtschaft mit dem schon weiter oben vorgestellten (aber wohl späteren) Guli. Thomas Meyer schickte mir eine Werbeanzeige aus dem Jahr 1914, nach der dieser Belichtungsrechner von Ferdinand Schrey GmbH, Berlin** zum Preis von 4,- Mark angeboten wurde.

Zwischen zwei Glasscheiben sind verschiedene Blautäfelchen unterschiedlicher Dichte gerahmt. Drum herum sind auf beiden Seiten Wertetabellen für Belichtungszeiten und Blendenwerte angeordnet. Guckt man durch die Blaugalerie auf das Motiv, wird die Spalte ausgewählt, durch die man das Motiv gerade noch erkennen kann. In der Tabellenspalte darüber und darunter sind dann 6 verschiedene Zeiten ablesbar, die in Verbindung mit den Blendenwerten ganz rechts die Belichtung ergeben.

Schrey'sSchrey'sDurch die übersichtliche und intelligente Anordnung der Werte kann zwischen 3 verschiedenen Blendenskalen - Relative, Goerz und Kodak - gewählt werden.
Auf diese Weise lassen sich für Blenden von 4,5 bis 50 (Relative), 2 bis 288 (Goerz) oder 1,5 bis 168 (Kodak) Belichtungszeiten von 400 Sekunden bis 1/192s ermitteln. Für Filmempfindlichkeiten entsprechend 11-12 / 13 / 16-17° Scheiner oder 25 / 26-27 / 36 Warnerke muss jeweils der 1 1/2fache, der angezeigte oder der halbe Zeitwert verwendet werden. Diese, damals "wissenschaftlich" genannten und genau errechneten Zeiten entsprachen dem um die Jahrhundertwende 1900 mit dem damaligen Aufnahmematerial Erreichbaren.

** Von Thomas Meyer erhielt ich noch folgende ergänzende Information, die für den Einen oder Anderen auch Nicht-Photographica-Fan von Interesse sein mag. Danach ist Ferdinand Schrey (19.07.1850 - 02.10.1938) geboren in Elberfeld - heute Wuppertal - einer der Mitbegründer der Stenographie. 1874 hatte Schrey das System Gabelsberger erlernt. Später entwickelte er ein eigenes Stenographiesystem. Nach Verhandlungen kam es zu einem Zusammenschluss mit dem konkurrierende Stenografiesystem Stolze. Der Entwurf der "Vereinfachten deutschen Stenographie, Einigungssystem Stolze-Schrey" wurde am 9. August 1897 in Berlin angenommen. Das System Stolze-Schrey fand weite Verbreitung, besonders in Norddeutschland, und nimmt heute in der deutschsprachigen Schweiz noch den ersten Platz ein. In Deutschland wurde es 1924 von der Deutschen Einheitskurzschrift abgelöst, deren Grundlage die Systeme Gabelsberger und Stolze/Schrey waren.

Schrey übernahm 1885 die Agentur für die Hammond-Schreibmaschine (weltweit beste Schnellschreibmaschine) und gründete 1891 sein eigenes grosses Schreibmaschinengeschäft in Berlin, mit dem er später seinen stenografischen Verlag verband und weitere Erzeugnisse - auch in einem Zweigwerk in Wien - entwickelte und vertrieb.

Voigtländer Brillant Belichtungsmesser

Voigtländer BrillantBrillant Bel. AnzeigeEine spezielle Bauart des optischen Belichtungsmesser schuf Voigtländer für die Pseudo-TLR Brillant. Es handelt sich hier um den schon in der Einleitung erwähnten optischen Beli mit einer Vergleichslichtquelle.

Als Vergleichslicht dient eine Leuchtschicht, die vor der eigentlichen Messung zunächst 5 Sekunden mit der Innenseite des Beli-Vorsatzes und dann noch einmal 20 Sekunden vor dem Sucherobjektiv vorbelichtet werden muss. Eine nachleuchtende Masse ist dann als Vergleichslichtquelle für die nachfolgende Messung verfügbar. Messwert ist die Zahl zwischen 1-17, die neben dem gerade noch sichtbaren Leuchtfeld steht. Mit dieser Zahl wird in der Tabelle zur Kamera der Belichtungswert gefunden. Das Gerätchen ist wie ein Filter gestaltet und wird zur Messung auf das TLR-Sucherobjektiv aufgesteckt.

Voigtländer Brillant-Bel im FachVoigtländer Brillant Bel. an KameraEs gab diesen Beli in zwei Versionen, die erste (im Bild schwarz) für die frühen Brillant-Kameras mit der Belichtungs-Tabelle im Sucherschacht. Die zweite Version (blanke Ausführung) wird sogar per Bajonett mit dem Sucherobjektiv der späteren Brillant (mit Geheimfach) verbunden. Bei Nichtgebrauch findet sie im Seitenfach Platz, dort ist bei der Brillant V6 auch die Tabelle zu finden (Foto). Im Photo Porst-Katalog 1939 wurde der Spezialbelichtungsmesser zur V6 in der ersten Ausführung für 8,- RM angeboten. Die zweite Ausführung für die Brillant mit eingebauter Scharfstellung war im Verkaufspreis der Kamera (85,- bis 132,- RM) enthalten.

Werte: Filmempfindlichkeit für 18° DIN (für andere Filme muss für je 3/10° je ein Punkt abgezogen oder zugezählt werden); Blenden je nach Objektiv 3,5 / 4,5 / 6,3 bis 18; Belichtungszeiten 4 Min bis 1/500 Sek. (je nach Verschluss).

WIRGIN

WirginWirgin

Eine geringfügig abgewandelte Ausführung des weiter oben schon beschriebenen ADLAT wurde in den USA unter dem Namen "Wirgin" vertrieben. Wirgin war eigentlich Hersteller der bekannten Edixa-Kameras und in den USA von der Exakta Camera Co., New York vertreten. Dort wurde der Name auch für Zubehör und Objektive verwendet, beides jedoch nicht von Wirgin (Wiesbaden) produziert. Der Hersteller dieses Mini-Belichtungsmessers ist mir unbekannt.

Die Handhabung entspricht dem ADLAT - nach Schwenken der Abdeckklappe blickt man in einen Spalt und erahnt Ziffern von 1 bis 7. Mit der ermittelten Ziffer, per Rändelscheibchen einer 7stufigen ASA-Skala (2-100) gegenübergestellt, lassen sich für Blenden zwischen 2 bis 32 Belichtungszeiten von 8 bis 1/1000 Sek. ablesen.

Die Zusatzmarkierungen für unterschiedliche Lichtverhältnisse (Sun, Cloudy, Mazda) sollen wohl den Korrekturfaktor um jeweils eine Stufe ausweisen.


Wirgin

WirginDer zuvor und weiter oben als ADLAT beschriebene optische Miniaturbelichtungsmesser mit einem farblich anders gestalteten Deckel. Es steht zwar Made in USA auf diesem Gehäuse, doch dürfte der (mir noch unbekannte) Hersteller mit den beiden anderen Gerätchen identisch sein.






Posted 2010/09/25; last updated 2015/12/20 Copyright © 2010-2016 by Horst Neuhaus