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Exakta Varex - die Doppelsystemkamera

Herzlich Willkommen bei der ersten SLR mit Wechselsuchern auf Photo but More by Horst Neuhaus
Dieser Teil meiner Seite ist noch im Aufbau. Bitte schauen Sie gelegentlich wieder vorbei. Danke!

Exakta Varex Modellreihe - Daten und Fabriknummern

Typ: einäugige 24 x 36 mm Spiegelreflexkamera für Kleinbildfilm, Hersteller Ihagee Dresden
Produktionszeit 2/1950 – 5/1951
Fabriknummern: 667.105 – 691.209
gebaute Stückzahl: 21.160 in 2 Modellausführungen (4 Modelle nach Richard Hummel)
Frontplatten: Exakta Varex, Exakta V. (bei USA-Exportmodellen)

Ausstattung: Gussgehäuse aus Leichtmetall; Schlitzverschluss mit 12 (!) bis 1/1000 sec
(12, 11, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1, ½, 1/5, 1/25, 1/50, 1/100, 1/150, 1/250, 1/500, 1/1000. Z und B, Vorlaufwerk (= Selbstauslöser, auch für Langzeiten 6, 5, 3, 2, 1 ½, ¾, 1/5 sec.) Schnellaufzug, jetzt 2-fache Blitzsynchronisation für Blitzbirnen (V) und Elektronenblitz (E), Mehrfachbelichtungsmöglichkeit, Lichtschachtsucher mit Verschlusssperrhebel, Filmmesser für teilbelichtete Filme, abnehmbare Rückwand; Objektivbajonett für ein riesiges Objektivangebot aller Spitzenhersteller; umfassendes Zubehörprogamm.


Nach dem Auslaufen der Kine Exakta im Jahr 1949 stellte Ihagee Dresden eine völlig überarbeitete Exakta vor. Die Kamera erhielt erstmalig in der Geschichte der Spiegelreflexkameras einen austauschbaren Sucher!
Der von der Kine bekannte Lichtschachtsucher konnte nun aus dem Kameragehäuse entnommen und gegen einen Prismeneinsatz ausgetauscht werden. Damals eine Sensation erster Güte, war nun auch mit der Exakta ein seitenrichtiges und aufrechtstehendes Sucherbild möglich! Diese technische Neuerung hatten soeben die Contax und die Rectaflex mit einem fest in das Gehäuse integrierten Prismensucher eingeführt. Ihagee zog gleich nach und schuf mit der Austauschbarkeit der Suchersysteme wieder neue Maßstäbe. In die USA exportierte Exakta Kameras erhielten ein Typenschild mit der Modellbezeichnung „V“, weil der Name „Varex“ in den USA für ein Argus-Objektiv typgeschützt war. Deshalb wurde auch die anfängliche Sucherbezeichnung „VAREX“ für die Wechselsucher wieder aufgegeben.

Erste Ausführung der Exakta Varex mit geschraubter Filmbühne - hier als Exportversion Exakta V mit dem gelben Aufkleber der Exakta Camera Co. New York auf der Innenseite der Rückwand

Zweite Ausführung der Exakta Varex mit fest angegossener Filmbühne

Exakta Varex 1. Modell – geschraubte Filmbühne
(Richard Hummel-Modell 013)

Produktionszeit 2/1950 – 11/1950
Produktionsnummern: 670.529 – 683.017; Stückzahl 12.965 (RH)

Blanke Gehäuseteile weiterhin Nickel poliert; vier Blitzbuchsen, mit V/E – Gravur. Gebogener Spannhebel, Zählwerk mit Rändelrad, noch ohne zusätzliches Einstellrad; Verschlusszeitenknopf mit 19 mm Durchmesser und „B,Z“-Gravur. Bajonett ohne Außenbajonett. Anfangs nur runder Frontplattenausschnitt für den Auslöseknopf, ab etwa Nr. 682 xxx auch mit eckigem Ausschnitt.
Bei den ersten Ausführungen lag die seitliche Befestigungsschraube für das innere Aufzugs-Abdeckblech noch unzugänglich unter der Chromabdeckung. Bei späteren Kameras ist diese tiefer angeordnet (ab 676538, 676824, 677238) damit das Abdeckblech gelöst werden kann, ohne zuvor die Chromabdeckung entfernen zu müssen.

Abweichende Einzelstücke:
Nr. 677.238 - eine Exakta Varex mit verchromtem Gehäuse.

In diesem Fabriknummernbereich ist die übliche Ausführung ansonsten Nickel poliert bzw. schwarz lackiert.


Exakta Varex 2. Modell – gegossene Filmbühne
(Richard Hummel-Modelle 014 und 015)

Produktionszeit 11/1950 – 2/1951
Produktionsnummern: 676.768 – 691.209; Stückzahl 4.295 (RH)

Diese Ausführung hat gegenüber dem 1. Modell folgende Abweichungen:
Die Filmbühne ist jetzt fester Bestandteil des Aluguss-Gehäuses. Der Verschlusszeitenknopf wird anfangs noch mit grober, später mit feinerer Riffelung gefertigt; die Basis unterhalb der konischen Abschrägung ist unterschiedlich hoch. Der Frontplattenausschnitt für den Auslöseknopf ist überwiegend eckig, jedoch wurden bis zuletzt auch Frontplatten mit rundem Ausschnitt verbaut (Nr. 691 209 mit rundem Ausschnitt).

Exakta Varex 3. Modell 1951**
(RH 016) – Angaben von Richard Hummel:

Produktionszeit:
3/1951 – 5/1951,
Stückzahl 3.900 (RH)

"Gehäuse jetzt mit Ganzverchromung, neue Trageösen, Rückwand mit Scharnier befestigt, Öffnung in rechter Deckplatte für Filmtransportanzeige, größerer Filmraum (für Transport Patrone zu Patrone), neue Filmspule, Rückspulknopf (statt bisher Hebel), stärkere Stativaufnahme, Frontplatte mit eckigem Ausschnitt für Auslöseknopf."

**Tatsächlich sind in dieser Ausführung keine Kameras mit dem Varex / V-Schild bekannt! Die technischen Angaben entsprechen vielmehr denen der 1. Ausführung der Exakta Varex VX / Exakta VX.

Prägung im Bodenleder
EXTERNARÜberwiegend erhielten die Varex-Kameras eine Prägung im Bodenleder. Hierfür sind vier verschiedene Leder-Prägestempel verwendet worden: „Made in Germany“ / „Germany EXTERNAR“ / „Germany EXTENAR“ / „Germany EXTE NAR“.

Mir ist kein System für die Stempelung bekannt, das sich an Seriennummern orientiert. Sowohl die Varex als auch die V. sind in jeder Stempelvariante als auch ohne Prägung zu finden. Die „EXTE...“-Stempel wurden für Exporte über die 3 Berliner Westzonen benutzt. Es ist anzunehmen, dass jede Exportkamera mit einer Prägung im Bodenleder versehen wurde. In meiner Seite der Export-Exakta finden Sie darüber noch mehr.
Preise 1951:
mit Tessar 3,5/5 cm 450,00 DM
mit Primoplan 1,9/5,8 cm 491,50 DM
mit Biotar 1:2/5,8 cm 675,00 DM

Die Exakta Varex war in Deutschland nur sehr begrenzt lieferbar. In einigen Photo-Porst-Katalogen dieser Jahre war die Kamera erst gar nicht enthalten. Ein großer Teil der Produktion wurde exportiert, vor allem als "Exakta V" in die USA. Dort war die Exakta neben der Leica das Synonym für Qualitätserzeugnisse Made in Germany. Zusätzlich gelangten nicht wenige Exakta Varex auf dem Umweg über US-Besatzungssoldaten in die USA. Bei dem damaligen DM/Dollarkurs von etwa 4:1 war das kein schlechtes Geschäft...

Erst später mussten die Ihagee-Erzeugnisse im Laufe der 1950er Jahre und in der Folge des "Kalten Krieges" mit einem besonderen Herkunftsvermerk als Erzeugnis aus dem "sowjetischen Machtbereich" gekennzeichnet werden (Export-Exakta)..



Posted 2007/09/08 last updated 2014/09/15 Copyright © 2009-2018 by Horst Neuhaus