Einstelllupen (Mattscheiben, Bildfeldlinsen, Sucherlupen) für die Wechselsucher der Exakta Varex und Exa

Ein derartiges Bauteil verwenden Spiegelreflexkameras, um das vom Objektiv erzeugte und über den Spiegel abgelenkte Luftbild des anvisierten Fotomotivs im Sucher sichtbar zu machen. Im Laufe ihrer 35jährigen Bauzeit hat die Exakta eine stattliche Zahl solcher Einstellhilfen verbraucht. Es fällt nicht ganz leicht, für dieses Spiegelreflex-typische Bauteil eine allgemeinverbindliche Begriffsdefinition zu finden. Am meisten verbreitet ist wohl die "Mattscheibe" - aus der klassischen Photographie mit Plattenkameras übernommen. Für die Exakta zumindest ist dies jedoch nicht korrekt. Abgesehen von der Spezialausführung für den späteren Lupensucher fanden in der Exakta keine "Scheiben" Verwendung.

Fresnellupe 2 TeileDie "Mattscheiben" für die Lichtschacht- und Prismensucher der Exakta waren stets mit einer Lupe verbunden, um das Kleinbildmotiv für den Einstellvorgang im Sucher etwa in normaler Größe darzustellen. Entsprechend wurden die Sucher-Einstellscheiben bei der Ihagee als "Lupe" bezeichnet. Sammelbezeichnung in der Exakta-Literatur ist demnach "Einstelllupe". Auch "Bildfeldlinse" oder "Sucherlupe" sind gebräuchlich.


Die beiden Funktionen der Exakta-Einstelllupen zeigt anschaulich das Foto einer (demontierten) Fresnellinse aus dem Jahr 1964. Das flache Teilstück stellt die "Mattscheibe" dar, in diesem Fall eine Kunststoffscheibe mit Fresnelraster und zwei Messkeilen in der Mitte. Daneben liegt der Lupenteil; beide sind normalerweise fest miteinander verklebt. Nur zur Klarstellung - diese Fresnellupe wird zur Darstellung der Lupenfunktion gezeigt; in diesem Zustand ist sie für die Praxis unbrauchbar!

Mattlupen alt-neuBei der Kine Exakta begann alles mit einem massiven Glasblock im Format 39x28mm, wegen der seitlichen Auflage war das Teil ein wenig größer als das Kleinbildformat. Dieser Glasblock - 28 mm dick - ist auf einer Seite mattiert und auf der gegenüberliegenden mit einem Lupenschliff ausgestattet. Es war eine patentierte Spezialität (D.R.P. 627460), dessen Dicke so bemessen war, dass der Brennpunkt in die Mattebene fällt. Durch den Glaskörper hindurch kann das auf 4x6 cm vergrößerte Mattscheibenbild gleichmäßig hell betrachtet werden. Die einklappbare Vergrößerungslupe im Kine-Lichtschacht vergrößerte den Bildausschnitt auf 6x9 cm.

Bei der Einführung des Prismensuchers mit der Exakta Varex wurden 1950 handlichere Einstelllupen im Format 38x26mm angeboten, die nur noch etwa 7mm "dick" waren. Erst ab 1960 konnten diese auch im neukonstruierten Lichtschacht verwendet werden. Die wechselbaren Lichtschachteinsätze der Exakta Varex ab 1950 benötigten als "Mattscheibe" noch den gleichen massiven Glasblock aus der Kine-Exakta. Die neuen flachen Bildfeldlinsen blieben somit bis 1960 dem Prismeneinsatz vorbehalten.

Rechts im Foto die beiden Mattlupen der Exakta im Größenvergleich.


Spezial-SucherlupeExakta-Fotografen hatten es also, je nachdem welche Kameraversion sie benutzten, bereits bei der Mattlupe mit zwei verschiedenen Ausführungen zu tun. Doch damit gab sich die für universelle Nutzung ausgelegte Systemkamera bei weitem nicht zufrieden. Die Lupen wurden in zahlreichen Varianten als Mattlupe, Klarlupe, mit Entfernungs-Einstellhilfen, Fadenkreuz, Netzteilungen und noch einigen mehr angeboten. Für Anwender mit speziellen Wünschen fertigte die Ihagee sogar Einstelllupen mit selbstgewählten Einteilungen oder Begrenzungen an. Deshalb wird eine vollständige Übersicht aller je für die Exakta gefertigten Sucherlupen wohl Utopie bleiben.
Auf Kundenwunsch angefertigte Spezial-Mattlupe

Zeiss-MeßlupeZeiss-Messlupe

Zeiss-Messlupen

Neben der Mattlupe wurde die etwa 1954 eingeführte "Zeiss-Meßlupe" (später nur noch "Messlupe"), eine Mattlupe mit eingesetztem Schnittbildentfernungsmesser, zur wohl meistverwendeten Einstelllupe. Es handelte sich dabei um ein empfindliches optisches Bauteil, bei dem in die mattierte Glasfläche zwei gegeneinander versetzte Linsenhälften eingeklebt wurden. Damit ließ sich auf einfache Weise die richtige Entfernungseinstellung finden.

Bei nicht wenigen Fotografen hielt sich allerdings die Begeisterung über dieses Zubehörteil in Grenzen. Dies nicht nur wegen des hohen Preises (bei Einführung 77,- DM, 44,- DM im Jahr 1964), der runde "Fleck" mitten im Sucherbild wurde häufig als störend empfunden. Insbesondere bei der Arbeit mit Teleobjektiven, bei lichtschwächeren Objektiven (Fernobjektive) oder bei der Einstellung mit kleineren Blenden (> Blende 8) verdunkeln sich eine oder gar beide Hälften dieses Schnittbild-Entfernungsmessers und lassen so nur eine eingeschränkte Motivbeobachtung zu. Auch bot nicht jedes Motiv die für den Gebrauch erforderliche senkrechte Gerade an. Erst das später mit der Fresnellinse eingeführte Mikroprismenraster bot eine bessere Alternative zum Schnittbild.

Prospektbeispielfoto der Zeiss-Messlupe. Falsche Entfernungseinstellung (oberes Bild) und korrekte Entfernung (unteres Bild).

Bis etwa 1960 waren alle Lupeneinsätze aus Glas. Eine in der Lichttechnik bereits lange bekannte Vergrößerung der nutzbaren Glasoberfläche durch Stufen sorgte dann für eine kleine Revolution bei der Konstruktion von Sucherlinsen - die Fresnellinse. Kreisförmig geschliffende oder eingepresste Stufen bewirken eine größere wirksame "Mattscheiben"-Oberfläche und damit ein deutlich helleres Sucherbild als die bisher übliche planmattierte Oberfläche. Ein wenig beeinträchtigten zunächst die noch recht groben konzentrischen Ringe der allerersten Fresnellinsen das Sucherbild, weil die Oberfläche nicht geschliffen, sondern aus Kunststoff gepresst wurde. Prinzipiell wäre diese Technik auch mit der klassischen Glaslupe möglich, jedoch sehr zeit- und kostenaufwendig gewesen. Die meisten SLR-Kameras verwendeten deshalb - wie die Exakta - Kunststoffteile. Mit der Zeit wurde auch deren Fertigungsqualität besser, eine Erhöhung der Anzahl der Ringe verbesserte zudem nochmals die Bildhelligkeit. Der Einfachheit halber nahm man auch für die Lupe der Exakta-Sucher Kunststoff und verklebte diese mit der Fresnellscheibe (s. Foto weiter oben).

Lupenkartons Mit der Verbesserung der Herstellungstechnik wurden in den Kunststoff auch eine Mattierung, die von der Messlupe her bekannten Schnittbildhälften und/oder sogar Mikroprismen eingegossen, die eine gegenüber dem Schnittbild verbesserte Entfernungskontrolle ermöglichten. Auch die klassischen Matt- oder Schnittbildlupen ohne Fresnellringe gibt es aus dieser Zeit in Kunststoffausführungen. Parallel dazu wurde aber auch die herkömmliche Mattlupe aus Glas noch bis weit in die 1980er Jahre produziert.

Der Sammler findet also bei den Sucherlupen ein reich bestelltes Betätigungsfeld. Wer es genau nimmt, kann neben den katalogmäßig lieferbaren Einstelleinsätzen vor allem bei den Fresnellinsen noch die eine oder andere Variante finden. Dabei geht es allerdings um Feinheiten, wie einen etwas kleineren oder größeren Mattring-Durchmesser. Bei den Spezialeinsätzen können evtl. auch Varianten in Kunststoffausführungen zu finden sein - hier hilft nur suchen und vergleichen!



Die Ihagee lieferte die Einstelllupen in hübschen kleinen Kartons. Bis etwa Mitte der 1960er Jahre waren diese sogar aufwendig mit Samt gefüttert um die empfindlichen Glasteile zu schützen.

In der folgenden Detailaufstellung habe ich, soweit vorhanden, Fotos meiner Sammlungsstücke verwendet. Doch lassen sich die Lupendetails im Foto nicht immer gut darstellen, deshalb verwende ich auch grafische Darstellungen aus Ihagee-Katalogen oder eigener Herstellung. Sie finden die verschiedenen Lupen in 3 Gruppen:

Gruppe 1: nur im alten Lichtschachteinsatz (1950-1961) verwendbare Glasblöcke

Gruppe 2: gewölbte Einstelllupen und Planmattscheiben aus Glas für Prismensucher, Lichtschachtsucher neuer Bauart (ab 1960) und Objektiv-Lupensucher

Gruppe 3: gewölbte Einstelllupen aus Kunststoff (für die Sucher aus Gruppe 2 verwendbar), Bauzeit ab 1964


Gruppe 1 - Lupen aus massivem Glas 28 mm dick, für Lichtschachtsucher alte Ausführung

Art der Lupe
Katalogbezeichnung
Katalog-Nr. Foto Foto Grafik
Standardlupe für alle fotografischen Anwendungen
vollständig planmattiert
301.01-8
Mattlupe groß
 
Mattlupe
Mattlupe mit Klarfleck 3mm Ø
und Fadenkreuz; planmattiert
301.03
 
 
Mattlupe groß
Mattlupe mit Klarfleck 10mm Ø
und Fadenkreuz; planmattiert
301.04
Sucherlupe alt Fadenkreuz
 
Sucherlupe Klarfleck 10mm FK
Mattlupe mit Fadenkreuz; planmattiert
301.09
 
 
Mattlupe Fadenkreuz alt
Klarlupe
301.11
Klarlupe 301.11
 
Klarlupe 301.11
Mattlupe mit Klarfleck 3mm Ø, planmattiert
301.12
Sucherlupe alt Klarfleck 3mm 
 
Mattlupe mit Klarfleck 3mm

Gruppe 2a - gewölbte Lupen aus Glas ~7 mm dick, für Prismensucher und Lichtschachtsucher neue Ausführung (auch für Objektivlupen-Einsatz passend)

Art der Lupe
Katalogbezeichnung
Katalog-Nr. Foto Foto Grafik
Zeiss-Messlupe, Standardlupe mit Schnittbildentfernungsmesser
für allgemeine fotografische Anwendungen; planmattiert
mit horizontal eingesetzten Messkeilen Ø 6mm

s. auch Erläuterungen im Text weiter oben
310
Schnittbildlupe
Zeiss Meßlupe im Karton
Zeiss-Messlupe
Messlupe, planmattierte Standardlupe mit Schnittbildentfernungsmesser
mit horizontal eingesetzten Klarlupen-Messkeilen Ø 3mm

stammt vermutlich aus westdeutscher Fertigung ab etwa 1963
Ihagee West
Schnittbildlupe
 
Schnittbildlupe West
Mattlupe, Standardlupe für alle fotografischen Anwendungen
vollständig planmattiert
302.01-16
Mattlupe
Mattlupe
Mattlupe
Mattlupe mit Klarfleck 3mm Ø
und Fadenkreuz; planmattiert
302.03
 
 
Mattlupe 3mm Klarfleck Fk
Mattlupe mit Klarfleck 10mm Ø
und Fadenkreuz; planmattiert
302.04
Mattlupe 10mm Klar+FK
Mattlupe Klarfleck 10mm FK
Mattlupe Klarfleck 10mm Fk
Mattlupe mit Klarfleck 10mm Ø + Fadenkreuz
und Millimetereinteilung; planmattiert
302.04S
Mattlupe 3mm Klarfleck FK mm
Mattlupe mit Fadenkreuz und Millimetereinteilung
302.05
 
Karton Mattlupe FKmm
Mattlupe m. Fadenkreuz mm
Mattlupe mit Fadenkreuz und 1/16Inch-Teilung
302.06
 
Karton Mattlupe FK Inch
Mattlupe FK inch
Mattlupe mit 5x5mm Quadratnetz
302.07
 
 
Mattlupe 5mm Netz
Mattlupe mit 1/8 Inch Quadratnetz
302.08
 
 
Mattlupe 1/16
Mattlupe mit Fadenkreuz
302.09
Mattlupe Fadenkreuz
Mattlupe Fadenkreuz
Mattlupe mit Fadenkreuz
Klarlupe mit Fadenkreuz
vorzugsweise für Makro- oder Mikroskopfotografie
302.10
Klarlupe Fadenkreuz
Klarlupe Fadenkreuz
Klarlupe mit Fadenkreuz
Klarlupe für Makro- oder Mikroskopfotografie
302.11
Klarlupe
Klarlupe
Klarlupe
Mattlupe mit Klarfleck 3mm Ø
vorzugsweise für Makrofotografie
302.12
Mattlupe 3mm Klarfleck
Mattlupe 3mm Klarfleck
Mattlupe mit Klarfleck 3mm
Mattlupe mit Klarfleck 10mm Ø
vorzugsweise für Makrofotografie
302.13
Mattlupe 10mm Klarfleck
 
Mattlupe m. Klarfleck 10mm
Klarlupe mit Fadenkreuz + Millimeterteilung
vorzugsweise für Makro- oder Mikroskopfotografie
302.14
Klarlupe Fadenkreuz mm
Klarlupe mit Fadenkreuz mm
Klarlupe mit Quadratnetz 1/8inch
vorzugsweise für Makro- oder Mikroskopfotografie
302.15
 
 
Klarlupe 1/8inch Quadrat
Klarlupe mit Fadenkreuz + 1/16inch-Teilung
vorzugsweise für Makro- oder Mikroskopfotografie
302.16
 
 
Klarlupe m. Fadenkreuz Inch
Mattlupe mit Formatbegrenzungen 135, 180, 300mm
verwendbar mit Normalobjektiven 50 und 58 mm
302.17
Mattlupe mit Motivbegrenzung
 
Mattlupe m. Motivbegrenzung
Klarlupe mit 5x5mm Quadratnetz
vorzugsweise für Makro- oder Mikroskopfotografie
302.18
Klarlupe Gitter 5x5
Klarlupe Gitter 5x5
Klarlupe 5x5mm Quadrat

Gruppe 2b - flache Einstellscheiben aus Glas ohne Lupe; Spezialausführung für die Verwendung im Objektivlupen-Einsatz

Art der Lupe
Katalogbezeichnung
Katalog-Nr. Foto Foto Grafik
Mattscheibe
für Repro- und Nahaufnahmen mit dem Objektivlupeneinsatz; planmattiert
308.22
Sucherscheibe Flach 
 
Mattscheibe
Mattscheibe mit Fadenkreuz
für Repro- und Nahaufnahmen mit dem Objektivlupeneinsatz; planmattiert
308.23
Einstellscheibe flach FK
Einstellscheibe FK
Mattscheibe mit Fadenkreuz
Mattscheibe mit Fadenkreuz und Millimetereinteilung
für Repro- und Nahaufnahmen mit dem Objektivlupeneinsatz; planmattiert
308.24
Einstellscheibe mm
Einstellscheibe mm
Mattscheibe mit Fadenkreuz mm
Mattscheibe mit 5x5mm Quadratnetz
für Repro- und Nahaufnahmen mit dem Objektivlupeneinsatz; planmattiert
308.25
Einstellscheibe Netz
Einstellscheibe Netz
Mattscheibe mit 5x5mm Quadratnetz
Klarscheibe
für Makro- und Mikroaufnahmen mit dem Objektivlupeneinsatz
 
 
 
Klarscheibe

Fresnellinsen und andere Einstellscheiben aus Kunststoff

Fresnelbild

Die Fresnellinse tauchte ab 1964 in den Exakta-Preislisten auf. Im Einführungstext hatte ich schon Einiges zu dieser neuartigen Einstelllupe geschrieben. Nach meiner Kenntnis hat die Ihagee erstmals eine Exa IIa mit einer Fresnel-Linse mit Messkeil bestückt. Der Mehrpreis gegenüber einer mit der Standard-Mattlupe ausgestatteten Kamera betrug anfangs 14,- DM. Ein nicht unwesentlicher Nachteil der Fresnellscheibe - die Ringe erhöhen zwar die Bildhelligkeit, verhindern jedoch eine exakte Scharfeinstellung. Deshalb wurde um die Messkeile noch ein Mattring integriert, der die übliche Mattscheibeneinstellung - auf allerdings erheblich kleinerer Fläche - ermöglichte. Bei Einzelbestellung kostete diese Einstelllupe 22,- DM (1964). Ab 1966 war eine verbesserte Ausführung nun auch mit Mikroraster anstelle der Messkeile zunächst zum Preis von 23,- DM erhältlich. Vergleichbar dem Schnittbildentfernungsmesser zeigte das Mikroraster Fehleinstellungen durch einen gegenüber der üblichen Mattscheibe deutlich stärkeren Unschärfeeffekt an, der sofort ins Auge springt. Auch um diesen Mikroprismenfleck in der Suchermitte ist zusätzlich noch ein Mattscheibenring für die gewohnte Scharfeinstellung angeordnet.

Ein Bild aus der Exa-Bedienungsanleitung zeigt die deutliche Bildaufhellung durch die Fresnelringe im Vergleich zu dem um das Mikroraster in der Mitte angeordneten Mattring.

Nach der endgültigen Eingliederung der Ihagee in den VEB Pentacon wurden auch wieder Fresnellinsen mit Schnittbild angeboten (Fresnellinse MR). Die Ausführung mit Mikroraster (Fresnellinse M) war weiterhin parallel lieferbar. Aus der Zeit um/nach 1970 sind auch einige Varianten mit Mikroraster + Schnittbild oder sogar mit einem glasklaren anstelle des mattierten Ringes zu finden. Die Fresnellringe wurden auch feiner, so dass der anfänglich ziemlich störende "Ringeleffekt" im Sucherbild verschwand. Zuletzt konnte auch auf die zweiteilige (s. Foto oben) Bauweise verzichtet werden. Diese Scheiben sind den klassischen Glas-Messlupen zum Verwechseln ähnlich, jedoch wesentlich leichter und mechanisch sehr empfindlich. Sie sind sowohl mit einem Schnittbild als auch mit Mikroprismen in der Mitte zu finden (Ø 3mm); mit dem umlaufenden Mattring haben diese Einstellhilfen zusammen 10mm Ø.

In diese Zeit fallen wohl auch Kunststoff-Einstelllupen, die den herkömmlichen Mattlupen oder sogar der "Zeiss-Messlupe" mit den beiden Schnittbildlinsen entsprechen. Vor allem die Schnittbild-Linse ist der Fresnellinse zum verwechseln ähnlich; der Unterschied ist nur mit einer Lupe feststellbar. In den Sucher eingesetzt liefern sie allerdings ein weniger helles Sucherbild. Die Kunststoff-Mattlupen unterscheiden sich von den Glasausführungen eigentlich nur durch ihr geringeres Gewicht. Ich habe darunter auch Ausführungen mit größerem Schnittbild und Klarring gefunden. Mir ist nicht bekannt, ob es sich bei diesen Lupen um Ihagee- bzw. Pentacon-Teile oder von Zubehörherstellern handelt.

Wer es mit dem Sammeln solcher Teile genau nimmt, hat also einiges zu tun. Für Noch-Anwender empfehlen sich die ab 1966 gefertigten Mikroprismenscheiben. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die beiden zur Exakta lieferbaren TTL-Prismeneinsätze - EXAMAT und travemat - mit einer Fresnellinse bestückt sein müssen, um korrekte Messergebnisse zu liefern. Hierzu eignen sich die ab 1966 lieferbaren Scheiben mit Mikroraster, am besten jedoch die späteren einteiligen Linsen. Einstellscheiben mit Schnittbild liefern - insbesondere bei Gegenlicht - falsche Messergebnisse! Der EXAMAT stellt dabei noch höhere Ansprüche an die Einstelllupe als der travemat mit seiner bereits eingebauten Streufolie.

Die Unterschiede, vor allem der Fresnelscheiben, lassen sich im Foto nicht besonders gut darstellen. Deshalb sind die grafischen Darstellungen (aus eigener Herstellung) vielleicht eine bessere Hilfe bei der Identifikation. Insbesondere bei den Versionen aus der Pentacon-Zeit ab ca. 1969 werden wohl noch weitere Detailunterschiede zu finden sein; deshalb habe ich bei diesen Ausführungen auf Typenangaben verzichtet.

Gelegentlich sind geringfügig kleinere Einstelleinsätze in Ihagee- oder Pentacon-Kartons zu finden, die nicht ohne weiteres in die Suchereinsätze der Exakta passen. Bei diesen handelt es sich entweder um Ersatzteile für die fest eingebauten Exa IIa/IIb/500-Sucher oder um Lupen für die Nachfolgerin der klassischen Exakta, die Exakta RTL1000 (identisch mit den Suchern der Praktica VLC). Die RTL1000-Sucherlupe ist auch geringfügig dicker als die der klassischen Exakta oder Exa.



Gruppe 3: gewölbte Einstelllupen aus Kunststoff (für die Sucher aus Gruppe 2 verwendbar), Bauzeit ab 1964

Art der Lupe
Katalogbezeichnung
Katalog-Nr. Foto Foto Grafik
Fresnellinse Typ 1 (früh) mit Messkeilen (Schnittbild) und Mattring
Bauzeit 1964/65, zweiteilig, grobes Ringmuster, Messkeil-Ø 5mm
Gesamt-Ø der Einstellhilfen mit Mattring 10mm
?
Fresnellinse Typ 1 früh
Fresnellinse Typ 1 früh
Fresnellinse Typ 1
Fresnellinse Typ 1 mit Messkeilen (Schnittbild) und Mattring
Bauzeit 1965/66, zweiteilig, jetzt feineres Ringmuster, Messkeil-Ø 5mm
Gesamt-Ø der Einstellhilfen mit Mattring 10mm
?
Fresnel Typ 1
Fresnel Typ 1 
Fresnellinse Typ 1
Fresnellinse Typ 2 mit Mikroprismen und Mattring
Bauzeit 1966/67, zweiteilig, Mikroraster-Ø 5mm
Gesamt-Ø der Einstellhilfen mit Mattring 10mm
?
Fresnellinse Typ 2 Mikroraster
Fresnellinse Typ 2 Mikroraster
Fresnellinse Typ2
Fresnellinse Typ 3 mit Mikroprismen und Mattring
Bauzeit ab 1966, zweiteilig, stufig ineinandergesetzt
Ø Mikroraster jetzt 6mm
Gesamt-Ø der Einstellhilfen mit Mattring 13mm
?
Fresnellinse Typ 2
Fresnellinse Typ 2
Fresnellinse Typ 3
Fresnellinse Typ 4 mit Mattring, Mikroprismen und Schnittbild
Bauzeit um 1967, zweiteilig, stufig ineinandergesetzt
aufwendigste Lupe mit 3 Meßhilfen - Ø Messkeile 3mm, Mikroraster 6mm
Gesamt-Ø der Einstellhilfen 13mm
?
Fresnel Typ 4
Fresnel Typ 4
Fresnel Typ 4
Fresnellinse M mit Mikroprismen und Mattring
Bauzeit ab 1970, einteilig
Ø Mikroraster jetzt 3mm
Gesamt-Ø der Einstellhilfen mit Mattring 10mm
733 401
Fresnellinse M
Fresnellinse M
Fresnellinse Mikroraster klein
Fresnellinse M mit Mikroprismen und Mattring
Variante, speziell für TTL-Suchereinsatz EXAMAT
Bauzeit ab 1969, einteilig
Ø Mikroraster 5mm
Gesamt-Ø der Einstellhilfen mit Mattring 10mm
733 401
Fresnellupe M (Var.)
Fresnellupe M (Var.)
Fresnel M (Var.)
Fresnellinse M mit Mikroprismen und Klarring
Bauzeit ab 1970, einteilig
Ø Mikroraster jetzt 3mm
Gesamt-Ø der Einstellhilfen mit Klarring 10mm
733 401
Fresnell M Klar
Fresnel M Klar
Fresnellinse M Klarring
Fresnellinse MR mit Messkeilen und Mattring
Bauzeit ab 1970, einteilig
Ø Messkeile 3mm
Gesamt-Ø der Einstellhilfen mit Mattring 10mm
733 400
Fresnellinse MR
Fresnellinse MR
Fresnellinse MR
     
Mattlupe in Kunststoffausführung
Standardlupe für alle fotografischen Anwendungen
703 022
Mattlupe, Kunststoff
Mattlupe, Kunststoff
Mattlupe
Messlupe in Kunststoffausführung
für allgemeine fotografische Anwendungen
mattiert mit horizontalen Messkeilen Ø 3mm
Bauzeit um 1970
?
Messlupe Kunststoff
Messlupe Kunststoff
Zeiss-Messlupe
Messlupe in Kunststoffausführung
mattiert, mit Messkeilen und Klarring
Bauzeit um 1967, westdeutsche Fertigung für den "Frankfurter" Prismensucher
("F" vor der Seriennr.)
Ø Messkeile 5mm
Gesamt-Ø der Einstellhilfen mit Klarring: 10mm
Ihagee West
Kunstofflupe SB klarr
Kunststoff SB,Klarr
Kunststofflupe SB,klar
     
Fresnellinse RTL1000 mit Mikroprismen und Klarring
Bauzeit ab 1972, einteilig, ca. 11mm dick
Ø Mikroraster 5mm, Gesamt-Ø der Einstellhilfen mit Klarring 15mm
207 809
Fresnel RTL1000
Fresnel RTL1000
Fresnellinse RTL1000





Posted 2008/09/15; last updated 2015/01/05 Copyright © 2007-2018 by Horst Neuhaus