Arnz Jena Filter von 1929 bis 1972

Arnz

Hugo Arnz KG, Optische Werkstätte, Jena

Hugo Arnz gründete 1929 die Optischen Werkstätten in der Heinestraße in Jena. Ab 1957 wurde der Betrieb von seinem Sohn Joachim Arnz weitergeführt, 1972 wurde das Unternehmen, eher ein mittlerer Handwerksbetrieb, verstaatlicht und in das Kombinat Zeiss Jena eingegliedert. Nach der Verstaatlichung firmierte Arnz unter "VEB JENAer GLASWERK SCHOTT & GEN." Noch bis 1990 wurden dort Filter produziert, Joachim Arnz leitete bis zuletzt den Bereich Filterfertigung.

Arnz übernahm von Hamaphot den Namen "Ultrasorban"-Filter. Vor dem 2. Weltkrieg gab es mit diesem Namen ein Filterangebot beider Unternehmen, zeitweise sogar unter den gleichen Katalognummern. Es liegt nahe, dass alle Filter von Arnz gefertigt und von Hama vertrieben wurden. Nach Kriegsende verlegte Hama seinen Firmensitz nach Westdeutschland, der Name Ultrasorban verblieb bei Arnz und bezeichnet seither das komplette Arnz-Angebot an Schwarz-Weiß-Filtern, Vorsatzlinsen und Weichzeichnern. Nachdem Arnz Anfang der 1950er Jahre auch Colorfilter in sein Fertigungsprogramm aufgenommen hatte, wurden diese als "A-Z Colorfilter" angeboten. Nach 1972 war "A-Z" der Markenname für das gesamte Filterprogramm von Arnz.

In den sogenannten „Blütejahren der Fotografie“, den 1920/30ern und den späteren 1950ern führten die Filterhersteller eher ein Randdasein im fotografischen Geschehen. Zwar verwendete auch fast jeder Amateurfotograf Filter, doch hatten nur ganz wenige ein Qualitätsbewusstsein für die kleinen Glasscherben. Gelbscheibe oder Grünfilter reichten meist für den persönlichen Bedarf. Nur für Fachfotografen oder engagierte Amateure waren die damals sehr detaillierten Filterkataloge, etwa von Lifa, von Bedeutung. In der Praxis entschied meist der Photohändler, welche Filtermarke er seinen Kunden anbot. Dabei bestimmten eher wirtschaftliche Gründe, eine übersichtliche Lagerhaltung oder schnelle Verfügbarkeit darüber, welches Filtersortiment im Laden vorgehalten wurde. Im Versandhandel galten eh andere Regeln, kaum ein Versandhändler bot spezielle Hersteller an, von bekannten Marken wie Leitz, Zeiss oder Voigtländer oder zeitweise auch Lifa mal abgesehen.

Arnz-Filter TafelDie Filterhersteller versuchten dem über günstige Preise und ein gutes Vertreternetz zu begegnen. Nur Wenigen gelang es, über einen eigenständigen Markenauftritt die Nachfrage in gewissen Grenzen zu beeinflussen. Hugo Arnz spielte in diesem Reigen auf seine Weise mit. Durch kostengünstige Herstellung mit einfachen Fassungen, Direktbezug hochwertiger Gläser, Kooperation mit Vertriebspartnern wie Hama und seiner unverwechselbaren schwarz/roten Bakelitdose gelang es Arnz schon in den 1930er Jahren eine gewisse Bekanntheit im Marktsegment Fotozubehör zu erlangen.

Fertigungs- und Angebotspalette der optischen Werkstätten Arnz in Jena

Arnz beschränkte sich in der Herstellung fotooptischer Teile von Beginn an auf die Fertigung von Filtern und anderen Objektivvorsätzen, wie Nahlinsen oder Weichzeichner. Mit einer Ausnahme - 1953 entwickelte man auch ein Objektiv, das Softon. Seinem Namen entsprechend war es ein spezielles Weichzeichnerobjektiv, vergleichbar etwa dem Rodenstock Imagon. Die vierlinsige Konstruktion mit der Lichtstärke 1:4,5 wurde für das 6x6-Bildformat mit 13,5 cm Brennweite entwickelt (anfangs war auch an 15 cm Brennweite gedacht). Es entstand eine Leichtmetallfassung für die Primarflex, andere 6x6-Anschlüsse waren zwar geplant, wurden jedoch nicht verwirklicht. Das Objektiv hatte ein leichtes Gelbfilter eingebaut. Mit der Produktionseinstellung der Primarflex wurde auch das Softon nicht mehr weiter gebaut.

Von diesem Seitenweg einmal abgesehen, bestand die Arnz’sche Produktlinie aus:
Fotofiltern für Schwarz-Weiß-Film (Ultrasorbanfilter)
Vorsatzlinsen für Nahaufnahmen, Tele- und Weitwinkelvorsätze für Plattenkameras
Weichzeichnervorsätze
nach Kriegsende kamen noch die A-Z-Colorfilter für Farbfilm, Spezialfilter und zwei Hilfsgeräte zur Colorfilterbestimmung hinzu.

Für den Filter-Sammler ist Arnz nach Lifa die vielleicht größte Herausforderung. Deshalb widme ich diesem Hersteller in meiner Filterabteilung seit Anfang 2015 eine eigene Unterseite. Hier kann die Arnz-Produktpalette ziemlich umfassend vorgestellt werden, ohne die Übersichtlichkeit dieser Herstellerseite zu beeinträchtigen. Arnz verwendete für seine Filter stets hochwertige Gläser, zumeist von Schott & Gen., Jena. Hingegen erfordert die Qualität der Fassungen gelegentlich einige Zugeständnisse. Unterschied sie sich bei Vorkriegsfiltern noch so gut wie nicht von den Erzeugnissen der Konkurrenz, waren Arnz-Fassungen später handwerklich rustikal um es mal salopp zu formulieren.

Eine Eigenart der von Arnz hergestellten und vertriebenen Filter war deren hohe Fassung, in aller Regel aus Aluminium gedreht. Ein einfacher Schraubring mit dem gleichen Gewinde wie das Filter hielt das Glas in der Fassung. Dieser Ring war anfangs blank, ab etwa 1957 schwarz eloxiert. Die hohe Filterfassung der Gewindeversion war für Weitwinkelobjektive nur bedingt geeignet und verursachte bei offener Blende Vignettierung. Deshalb wurde für Weitwinkelobjektive die Aufsteckfassung empfohlen, mit der bauartbedingt keine oder geringere Vignettierung auftritt.

Flektogone mit FilterIm Foto links zeige ich zwei Weitwinkelobjektive, Carl Zeiss Flektogon 2,8/35mm, mit Schraub- bzw. Aufsteckfilter. Das links außen abgebildete ist mit einem Filter in Schraubfassung ES49, das Objektiv rechts daneben mit einem Filter A51 bestückt. Zwar ist der Unterschied nur gering, doch entsteht bei diesem Objektiv dadurch keine Abdunklung der Bildecken. Eine zusätzliche Sonnenblende muss dann natürlich auch in Aufsteckfassung A51 vorhanden sein.

Nebenbei - eine Alternative für die Filterverwendung mit Weitwinkelobjektiven boten Adapterringe und die Verwendung größerer Filterdurchmesser. Zeiss bot für das Flektogon einen ensprechenden Adapter ES49>ES58 an und auch eine dazu passende Sonnenblende. Dadurch wurde allerdings der Abstand zwischen Filter und Objektivvorderlinse größer. Bei schwierigen Lichtverhältnissen (Gegen- oder Seitenlicht) können dadurch Reflexionen zwischen den Glasflächen auftreten. Deshalb verwendeten viele Fotografen lieber ein direkt vor der Frontlinse montiertes Filter. Zeiss Jena bot zeitweise spezielle Filter in "W"-Fassung für Weitwinkelobjektive an, die noch flacher gebaut waren.

Arnz Ultrasorban

Vorkriegsfertigung

Arnz-Filterdose

Zur etwas besseren Übersicht möchte ich hier die Arnz-Produktion in eine Vorkriegs- und Nachkriegsfertigung trennen. Wenn man sich einmal einer größeren Stückzahl von Arnz-Produkten widmet, erscheint zunächst eine derartige Aufteilung nur bedingt logisch. Vor allem in den Jahren 1930 bis 1952 unterscheiden sich die Filter aus Jena kaum. Für Neu-Sammler ist es zudem schwierig, die in aller Regel unbezeichneten Filter dieser Zeit überhaupt einem bestimmten Hersteller zuzuordnen. Selbst langjährigen Sammlern bereitet dies nicht selten Probleme. Allgemein mag das bei Filtern auch daran liegen, dass manche Filteranbieter ihre Produkte gar nicht selbst herstellten, sondern dabei mit anderen kooperierten.

Eine halbwegs sichere Zuordnung ist nur dem Sammler möglich, der einige noch originalverpackte Filter des jeweiligen Herstellers im Bestand hat. Deren Bauweise ermöglicht in diesem Fall durch Vergleich Rückschlüsse auch auf andere Filter dieses Herstellers. Für derartige Filter aus dem hier maßgeblichen Produktionszeitraum ist die klassische Arnz-Filterdose mit ihrem schwarzen Unterteil und dem karminroten Schraubdeckel aus Bakelit zwar ein gutes Zuordnungsmerkmal. Doch liegt auch der richtige Filter darin?

Das Foto zeigt die typische schwarz-rote Bakelitdose, in der Arnz Ultrasorbanfilter noch bis in die frühen 50er Jahre verkauft wurden.

In der Vorkriegsfertigung gab es noch keine Colorfilter. Bei den Ultrasorban Filtern für Schwarzweiß-Filme wurde nach orthochromatischer und panchromatischer Emulsion unterschieden.
Filter für orthochromatische SW-Filme:
Arnz Gelbfilter 201No. 200 (gelb) - auch als UV-Filter und für panchromatische Filme verwendbar, ohne Verlängerung
No. 201 (gelb) - leichte Tönung, Verlängerungsfaktor 2x (s. Foto rechts, A32)
No. 202 (gelb) - stärkere Tönung, Verlängerungsfaktor 3x
No. 300 (gelb) - starke Tönung, Verlängerungsfaktor 4x
No. 401(orange) - Kontrastfilter für Fernaufnahmen, Verlängerung 4-5x
No. 500 (gelb) - Verlaufsfilter (Wolkenfilter), halb gelb/halb klar

Filter für panchromatische SW-Filme:
No. 601 (grün) - auch für orthochromatischen Film verwendbar, Verlängerungsfaktor 2x
No. 602 (grün) - mittlere Tönung, Verlängerungsfaktor 3x
No. 700 (grün) - Verlaufsfilter (Wolkenfilter), halb grün/halb klar
No. 801 (blau) - Kunstlichtfilter, Verlängerungsfaktor 1 1/2x
No. 802 (blau) - Kunstlichtfilter, Verlängerungsfaktor 2x
No. 901 (rot) - Kontrastfilter, für „Nachteffekte“ oder Infrarot, Verlängerungsfaktor 3-5x
No. 902 (rot) - Kontrastfilter, für „Nachteffekte“ oder Infrarot, Verlängerungsfaktor10-30x

Spezialfilter
No. 910 - Infrarotfilter für Infrarotfilme (sog. Schwarzfilter)

Porträtlinse 220/IIVorsatzlinsen
No. 220/I - Portraitlinse und für Nahaufnahmen bis 50cm (1 Punkt auf der Fassung)
No. 220/II - Nahlinse für Nahaufnahmen bis 33 cm (2 Punke auf der Fassung, s.Foto rechts A 32)
No. 221 - Weitwinkellinse für Plattenkameras (Brennweite wird um 1/6 reduziert)
No. 222 - Weitwinkellinse für Plattenkameras (Brennweite wird um 1/4 reduziert)
No. 223 - Telelinse für Plattenkameras (Brennweitenverlängerung 1/3), Verlängerungsfaktor 2x
No. 224 - Telelinse für Plattenkameras (Brennweitenverlängerung 2/3), Verlängerungsfaktor 3x
SOFTARLENZ - Weichzeichnervorsatz 1 mit schwacher Wirkung, für Porträts und Landschaftsaufnahmen


Die Vorkriegsfilter wurden ausnahmslos in der damals allgemein üblichen 3-Klauen-Aufsteckfassung geliefert. Fassungsmaterial war schwarz lackiertes Aluminium.

Arnz Signet

Nachkriegsfertigung - Arnz Ultrasorban / A - Z Colorfilter / FOTO-OPTIK Jena / TGL

Neben Arnz wurden in der DDR Filter von Agfa Wolfen (später ORWO), Lehmann + Balzer, Lommatzsch b/ Dresden (Panchromar) und Zeiss in Dresden und Jena geliefert. Bei Agfa und Zeiss sind Filter zudem sowohl aus ostdeutscher als auch aus westdeutscher Produktion zu finden. Auch die ostdeutschen Kamerahersteller mit einem eigenen Filterprogramm fertigten dieses nicht selbst, Ihagee-Exakta-Filter etwa stammten überwiegend von Lehmann + Balzer. Filterhersteller - sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland -verzichteten zeitweilig darauf, Angaben auf die Filterfassung zu gravieren. Davon sind vor allem Erzeugnisse aus den Nachkriegsjahren betroffen. Wenn in solchen Fällen die Verpackung fehlt oder Filter falsch einsortiert worden sind, ist auch guter Rat kaum möglich. Für Anwender war (und ist) dies in der Regel ohne Bedeutung, solange sich wenigstens der Filtertyp für die jeweilige Anwendung eindeutig identifizieren lässt. Aber auch dies ist bei den Arnz Filtern nicht leicht. Und Sammler hätten's ohnehin gern genauer....

Die Nachkriegsentwicklung in der Sowjetischen Besatzungszone und der späteren DDR machte es Fertigungsbetrieben ganz allgemein schwer bis zum Teil unmöglich, eigenständige Produktentwicklung zu betreiben. Größere Unternehmen wurden bereits unmittelbar nach Kriegsende, andere in den frühen 1950 Jahren enteignet. Daraus entstanden dann die sogenannten Volkseigenen Betriebe (VEB) oder Kombinate. Kleinere Werkstätten oder Handwerksbetriebe hatten oft noch einige Jahre „Schonzeit“, bis auch sie in den 1960/70er Jahren verstaatlich wurden.

Auch die Optische Werkstätte Hugo Arnz, zuletzt eine KG, wurde 1972 enteignet und dem Jenaer Fotokombinat eingegliedert, obwohl der Betrieb durch geschickte Betriebsführung in Jena eine besondere Stellung hatte. Vater und Sohn Arnz war es lange gelungen, durch gute Kontakte zu Zeiss Jena und Schott Jena ihre Eigenständigkeit zu bewahren ohne über die Maßen staatlichen Drangsalierungen ausgesetzt zu sein. So blieb denn Joachim Arnz auch nach der Enteignung seines Unternehmens noch bis 1990 dessen Geschäftsführer. In einem Artikel im Jenaer Jahrbuch zur Technik – und Industriegeschichte (Band 11/2008) „Die wechselvolle Geschichte der Firma Hugo Arnz, Optische Werkstätte, Jena“ hat Joachim Arnz seine persönliche Sicht der Firmengeschichte dargestellt - lesenswert.

Der Zusammenschluss führte denn auch nach 1972 nicht unmittelbar zu bedeutsamen Veränderungen oder gar Einschränkungen der Produktion bei Arnz. Vielmehr übernahm der Betrieb die Jenaer Filterproduktion von Zeiss und Schott in eigene Verantwortung. Die Produktlinie der A-Z Colorfilter und Ultrasorbanfilter wurde zunächst weitgehend unverändert weitergeführt und nach und nach den - vor allem bei Colorfiltern - neuen Marktbedürfnissen angepasst. Selbst die Markenbezeichnung „FOTO OPTIK ARNZ JENA“ blieb vorerst erhalten, ergänzt durch die Herstellerangabe „VEB JENAer GLASWERK SCHOTT & GEN.“ Später wurde daraus „VEB JENAer GLASWERK, JENA DDR“. Wer die Verhältnisse in der damaligen DDR ein wenig kennt, weiß aber dass solche Äußerlichkeiten eine eher nebensächliche Rolle spielten. Vielmehr war die Einflussnahme staatlicher Stellen auf Produktions- und Vertriebsfragen für die Unternehmen sehr viel mehr beeinträchtigend.

Übersicht der Fotofilter von Hugo Arnz, Optische Werkstätte, Jena

In den frühen Nachkriegsjahren wurden zunächst die bisherigen Filter weitergebaut, die Palette wurde bei den Farbfiltern für Schwarzweißfilme nur um ein Grünfilter (610) sowie Graufilter (162, 164) und ein stärkeres Infrarotfilter (920) erweitert. Später kamen noch ein stufenlos einstellbares Graufilter Variosorban (160) und das Polarisationsfilter POLAZET (150) hinzu. Ab etwa 1952 wurden die frühen Colorfilter eingeführt.

ULTRASORBAN - Farbfilter für SW-Film

200 (gelb, schwach) - UV-Sperrfilter, ohne Verlängerung
201 (gelb, hell) - leichte Tönung, Verlängerungsfaktor 2x
202 (gelb, mittel) - stärkere Tönung, Verlängerungsfaktor 3x
300 (gelb, dunkel) - starke Tönung, fast orange, Verlängerungsfaktor 4x
401 (gelb-orange) - Kontrastfilter für Fernaufnahmen, Verlängerung 4-5x
500 (gelb) - Verlaufsfilter (Wolkenfilter), halb gelb/halb klar
601 (gelbgrün, hell) - Universalfilter, Verlängerungsfaktor 2x
602 (gelbgrün, mittel) - Universal-Landschaftsfilter, Verlängerungsfaktor 3x
610 (grün, mittel) - Landschaftsfilter f. hochempfindliche Filme, Verlängerungsfaktor 3-4x
700 (gelbgrün) - Verlaufsfilter (Wolkenfilter), halb grün/halb klar
801 (blau, hell) - Kunstlichtfilter, Verlängerungsfaktor 1,5x
802 (blau, mittel) - Kunstlichtfilter, Verlängerungsfaktor 2x
901 (rot, hell) - Kontrastfilter, Fernaufnahmen, Verlängerungsfaktor 3-5x
902 (rot, mittel) - Kontrastfilter, für „Nachteffekte“ oder Infrarot, Verlängerungsfaktor10-30x
Ultrasorbanfilter
Alle 12 Arnz-Ultrasorban-Filter aus den 1950/60er Jahren, hier in 49mm-Schraubfassungen.
Die hohen, meist unbehandelten, Alufassungen sind in aller Regel nicht gekennzeichnet. Bis etwa 1955 war der Filter-Haltering blank (wie im Gelbfilter rechts oben), bei den späteren Filtern ist dieser Haltering schwarz eloxiert.

Arnz Infrarotfilter 910


910 Infrarot, Spezialfilter für Infrarotfilm 700-1200nm, oder Fernaufnahmen durch Nebel
920 Infrarot, Spezialfilter für Infrarotfilm 800-2900nm, wissenschaftliche Zwecke


Arnz-Ultrasorban-Infrarotfilter 910, hier in 49mm-Schraubfassung. Infrarotfilter wurden normalerweise mit speziellen Infrarotfilmen für röntgenähnliche Fotografie verwendet. Mit der "leichteren" Tönung 910 sind jedoch auch eindrucksvolle Fernaufnahmen oder "Geistereffekte" mit normalem Schwarz-Weißfilm möglich


A-Z-Colorfilter für Farbfilm

100 (UV) - Haze-Filter (Dunstfilter), ohne Verlängerung
101 (rosa, mittel) - Colorfilter gegen Blaustich, Verlängerungsfaktor 1,5x (>R 6)
102 (rosa, dunkel) - Colorfilter gegen starken Blaugrünstich, Verlängerungsfaktor 2x (>R 12)
103 (rosa, dunkel) - Colorfilter gegen starken Blaustich, Verlängerungsfaktor 4x (>R 9)
104 (rosa, hell) - Colorfilter (Skylight) gegen Blaustich, keine Verlängerung (>R 3)
106 (zartrosa) - Skylightfilter (Liviosin), keine Verlängerung (>R 1,5)
110 (blau, hell) - Korrekturfilter gegen Rotstich, keine Verlängerung (>B 1,5)
111 (blau, mittel) - Korrekturfilter gegen stärkeren Rotstich, Verlängerungsfaktor 1,5x (>B 3)
112 (blau-violett) - Korrekturfilter gegen Rotstich, Blitzaufnahmen, Verlängerungsfaktor 2x (>B 6)
121 (orange) - Konversionsfilter (Kunstlichtfilm bei Tageslicht), Verlängerung 4x (>R 15)
122 (blau-violett) - Konversionsfilter, Tageslichtfilm bei Nitraphotlicht, Verlängerung 4x (>B 12)
123 (blau-violett) - Konversionsfilter, Tageslichtfilm bei Kunstlicht, Verlängerung 5x (>B 15)

Arnz A-Z 100Arnz A-Z 101Arnz A-Z 102Arnz A-Z 103
Arnz A-Z 104Arnz A-Z 106Arnz A-Z 121Arnz A-Z 110
Arnz A-Z 111Arnz A-Z 112Arnz A-Z 122Arnz A-Z 123

Die Fotos zeigen alle 12 Arnz-A-Z-Colorfilter aus den 1950er Jahren, hier in 49mm-Schraubfassungen.
In der ersten Reihe von links nach rechts: UV Haze 100, Rosa mittel 101, Rosa dunkel 102, Rosa dunkel 103; in der zweiten Reihe von links nach rechts: Rosa hell 104, Zartrosa (Liviosin) 106, Konversionsfilter orange 121, Blau hell 110; in der dritten Reihe von links nach rechts: Blau mittel 111, Blau violett 112, Blau violett 122, Blau violett 123.


Arnz Colorfilter mit FolieA-Z Colorfilter 103antikA-Z Colorfilter 101antikFrühe Colorfilter ab etwa 1950 (101, 102, 103, 104, 121) waren noch in Schichtbauweise aufgebaut. Zwischen zwei Glasplatten lag eine eingefärbte Gelatinefolie. Äußerlich erkennen Sie diese Filter am blanken Einschraubring, mit dem das Filterglas in der Fassung gehalten wurde. Ab etwa 1955 waren die Einschraubringe schwarz eloxiert.

Das Foto links zeigt ein A-Z-Colorfilter 101 (rosa) in der ersten Ausführung mit Gelatinefolie zwischen zwei Glasplatten. Oft war die Verklebung wenig dauerhaft und von den Rändern her löste sich die Folie ab oder wurde zwischen den Gläsern wellig (Fotos rechts). Meist sind solche Filter für die praktische Verwendung nicht mehr brauchbar, für den Sammler jedoch attraktive (und seltene) Anschauungsstücke.

Alle mir aus dieser Zeit bekannten Colorfilter - auch anderer Hersteller, wie Lifa oder Kodak, waren solche "Sandwich"-Konstruktionen. Auch die ersten Gelbscheiben in den frühen 1920er Jahren und davor waren in gleicher Weise aufgebaut. Damit war es den Filterherstellern möglich, auch Filterfärbungen anzubieten, für die es noch keine durchgefärbten optischen Gläser gab. Diese gab es von Schott & Gen. etwa ab Mitte der 1950er Jahre auch für Colorfilme. Nur noch wenige der Folienfilter sind heute in brauchbarem Zustand. Schadhaft gewordene Folienfilter wurden von den Besitzern meistens weggeworfen, so dass der Sammler heute nur noch selten solche musealen Exemplare finden kann. Wenn Sie wissen wollen, ob ein frühes Filter als Gelatineaufbau vorliegt oder aus gefärbtem Glas besteht, lässt sich dies nur feststellen, wenn Sie das Glas aus der Fassung nehmen (s. Foto oben links)

Die meist unbehandelten Alufassungen sind zur Unterscheidung teilweise mit 1, 2 oder 3 Punkten graviert, allerdings konnte ich über die Bauzeit hierfür keine einheitliche Regel erkennen. Ab 1960 wurden - nach einer Preisliste - 101 (R6) und 111 (B3) mit 1 Punkt, 102 (R12) und 122 (B12) mit 2 Punkten und 123 (B15) mit 3 Punkten graviert. Bei früheren Filtern habe ich etwa auf 103 und 121 drei Punkte und auf 101 und 111 einen Punkt festgestellt.
Bis etwa 1955 war der Filter-Haltering blank, bei späteren Filtern ist dieser Haltering schwarz eloxiert. Ab Mitte der 1950er differierten auch die Tönungen einzelner Filter zum Teil deutlich. Dies hing auch mit der Einführung durchgefärbter Gläser zusammen, die bisherige Gelatine-Kontstuktionen ersetzten. In Druckschriften aus unterschiedlichen Zeiten wurden zum Teil auch andere Werte für die Colorfilter genannt, etwa 101 (rosa hell), 102 (rosa mittel), 103 (rosa streng), 111 (blau hell). Ab etwa 1972 wurde die bisherige Colorfilterreihe durch neue Filter nach der gebräuchlicheren Reihe R1-R12 und B1-B15 ersetzt.

Für die praktische Anwendung hatte dies bei Diafilmen durchaus einige Bedeutung, vor allem bei Fotos vom gleichen Motiv. Da jedoch die Verwendung von Colorfiltern in Abhängigkeit des jeweils verwendeten Filmmaterial (und sogar unterschiedlicher Emulsionen) ohnehin mehr oder weniger deutliche Farbabweichungen ergab, sind im Nachhinein zu den Tönungsunterschieden keine grundsätzlichen Aussagen möglich. Es würde auch den Rahmen dieser website sprengen, würde ich zu den Farbvarianten noch Vergleichsfotos einstellen. Meine Versuche, derartige Farbunterschiede nach Herstellungsperioden einzugrenzen, habe ich auch schon vor einiger Zeit aufgegeben. Für den neugierigen Fotografen gibt es hier allerdings ein attraktives Experimentierfeld!

Arnz POLAZETArnz POLAZET 150

Polarisationsfilter, Graufilter, Weichzeichner, Vorsatzlinsen

150 neutral-grau, Polarisationsfilter POLAZET, Verlängerung 3x - ab 1955
160 neutral-grau, Stufenlos einstellbares Graufilter VARIOSORBAN, Verlängerung ab 4x (auch als Polfilter verwendbar)
162 neutral-grau, Dämpfung zu starker Beleuchtung, 2x
164 neutral-grau, Dämpfung zu starker Beleuchtung, 4x

Arnz Weichzeichner 1 + 2A-Z-Weichzeichner Nr. 1 (schwache Wirkung), für Porträts oder Landschaft
A-Z Weichzeichner Nr. 2 (starke Wirkung), für Porträts, Effektaufnahmen


Das Foto zeigt die beiden A-Z-Weichzeichner Nr. 1 und Nr. 2 in Schraubfassung M49. Die Fassungen sind jeweils mit 1 oder 2 markiert.

Arnz Nahlinsen 1, 2, 3220/I A-Z-Vorsatzlinse + 1dptr, für Nahaufnahmen 100-50 cm (VL I)
220/II A-Z-Vorsatzlinse + 2dptr, für Nahaufnahmen 50-33 cm (VL II)
220/III A-Z-Vorsatzlinse + 3dptr, für Nahaufnahmen 33-25 cm (VL III) - ab 1956


Das Foto zeigt die drei Vorsatzlinsen 220/I, II + III in Schraubfassung M49. Die Fassungen sind jeweils mit 1, 2 oder 3 Punkten markiert.

Zur Unterscheidung ähnlicher Vorsätze sind manche Fassungen - wie bei den Colorfiltern - am Rand mit 1, 2 oder 3 Punkten graviert: WZ 1 (1Punkt), WZ 2 (2 Punkte), 220/I (1 Punkt), 220/II (2 Punkte), 220/III (3 Punkte).
Bis etwa 1955 waren auch noch die Weitwinkel- und Telelinsen 221, 222, 223 und 224 lieferbar.

Bei solchen Kennzeichnungen findet denn der Sammler beim Einsortieren seiner Filterbestände oft nicht das richtige Fach. Machen es B+W, Leitz oder Zeiss vergleichsweise einfach, geht es bei ARNZ aus Jena recht durcheinander zu. Ursächlich dafür war vor allem die beschriebene Nachkriegsentwicklung in der DDR. Arnz führte nach Kriegsende den - früher auch von Hamaphot verwendeten - Filternamen "Ultrasorban" für Schwarz-Weiß-Filter, Vorsatzlinsen und Weichzeichner allein weiter. Colorfilter nannte Arnz ab 1952 "A-Z-Colorfilter" für Farbfilm. Später firmierte das Unternehmen auch unter dem Zusatznamen FOTO-OPTIK Jena.

Nach Zusammenlegung der Filterfertigung in Jena in den 1970er Jahren wurde VEB JENAer Glaswerk, Jena, DDR, fortan die Vertriebsbezeichnung der bisher von Arnz, Schott & Gen. sowie Zeiss Jena produzierten Filter. Dazu gab es zusätzlich zu den weiterverwendeten Namen "Ultrasorban" und "A-Z" das neue "TGL" Prüfzeichen. Die Bestellbezeichnungen der Filter wurden zunächst aber nur teilweise verändert. Nach und nach wurde bei den Colorfiltern die bisherige Arnz’sche Nummerneinteilung aufgegeben und die in Europa überwiegend verwendete R (für Tageslichtfilter) und B (für Kunstlichtfilter) eingeführt. Zwar gibt es anwendungstechnisch nichts grundlegend Neues, doch die Glaseinfärbungen änderten sich zum Teil sichtbar. Bei den Tageslichtfiltern veränderte sich die bislang überwiegende Rosa-Einfärbung nach Braunrot.

Fassungsausführungen von Arnz-Filtern

In den Nachkriegs- und frühen 50er Jahren verwendete Arnz für seine Aufsteckfilter noch überwiegend die üblichen 3-Zack-Fassungen. Später - bis zum Zeitpunkt der Enteignung - waren Arnz-Fassungen aus blankem Aluminium und ohne Kennzeichnung. Nur wenige Arnz-Filter gibt es auch schwarz lackiert und mit Gravuren. Erst ab 1970 wurden die Aluminium-Fassungen schwarz eloxiert.

Wie Panchromar bot Arnz zeitweise auch Wechselfassungen an, beide Produkte sind kaum zu unterscheiden (ist aber auch egal, weil das Filterglas eh' von Schott kam). Eine Besonderheit der Arnz-Schraubfassungen (neben der fehlenden Gravur) - sie sind recht hoch und deshalb nur bedingt für Weitwinkelobjektive geeignet (Vignettierung). Für diese Objektive sind Aufsteckfassungen - gelegentlich mit dem Zusatz "W" nach der Filtergröße angeboten (z.B. 51W für das 35er Flektogon) - besser geeignet.

Arnz-FilterDie Arnz-Filterfassungen waren zwar robust, in Design und Ausführung aber einfacher als andere Fabrikate. Die Form der Fassungen variierte zudem im Laufe der Jahre. Somit sind Arnz-Filter nur mit einiger Kenntnis und am besten noch im Vergleich mit anderen Filtern dieses Herstellers zu identifizieren. Dabei gibt es nur wenige Hilfen, etwa die Punktgravur bei Colorfiltern, Vorsatzlinsen und Weichzeichnern oder ganz gelegentlich mal eine Größengravur. Auch durch die Riffelung der äußeren Griffkante kann man im Zweifel ein solch unbezeichnetes Filter Arnz zuordnen. Die bauähnlichen - und ebenfalls unbezeichneten - Solcolor/Kelpan-Filter hatten jedenfalls keine solche Riffelkante...

Schon für damalige Anwender war das Fehlen eingravierter Filterdaten problematisch. Ließen sich bei den Farbfiltern Gelb von Grün noch problemlos unterscheiden, wurde dies bei Colorfiltern schwierig. Wer über einen größeren Filterbestand verfügte und die Filter 106 (Liviosin), 102, 104 oder 101 und die späteren RB1 und RB1,5 nach Gebrauch wieder in die Verpackungskartons einsortieren wollte, hatte einige Mühe... Im großen Foto unten finden Sie ganz rechts auch zwei Wechselfassungen 19A und 22A. Immerhin ist hier die Größe eingraviert...


Das Foto rechts zeigt vier unterschiedliche Aufsteckfassungen A42 aus den fünfziger Jahren. Daneben ist die typische schwarz-rote Bakelitdose, in der die Arnz-Filter seit den 30er Jahren ausgeliefert wurden.

Arnz Aufsteckfilter

Arnz-Filter aus den 1950/60er Jahren in unterschiedlichen Aufsteckfassungen. Die Fassungen - gleich ob alu blank oder schwarz lackiert - tragen keinerlei Kennzeichnung. Es sind weder Hersteller, noch Filterfarbe oder -größe graviert, nur bei Vorsatzlinse (links vorn) und Weichzeichner (große Alufassung) sind zwei Punkte für Größe 2 graviert. Lediglich auf den beiden Wechselfassungen ist A19 bzw. A22 angegeben.

Filtervergleich ARNZ Arnz-Schraubfassungen vignettieren aufgrund ihrer Fassungshöhe bei vielen Weitwinkelobjektiven. Für diese Objektive sind Aufsteckfassungen - gelegentlich mit dem Zusatz "W" nach der Filtergröße angeboten (z.B. 51W für das 35er Flektogon) - besser geeignet.













Drei Einschraubfilter E35,5 von ARNZ Jena mit fast - aber eben auch nur fast - gleichen Alu-Fassungen.


Arnz SchraubfassungenEine Kennzeichnung, wie die Größenangabe auf der mittleren Fassung, ist bei Arnz-Filtern eher selten zu finden. Hier noch als Identifizierungshilfe einige Arnz-Filter in Schraubfassungen.







Arnz-Filter aus den 1950/60er Jahren in typischen hohen Schraubfassungen. Auch hier finden sich keine Gravuren, die Aufschluss über den Filter geben. Die beiden unterschiedlich roten Filter (im Foto links) haben einen blanken Glas-Haltering. Sie wurden bis etwa 1955 so hergestellt. Bei den späteren Filtern (blau und gelb) ist dieser Haltering schwarz.

Aufgrund der vorstehend beschriebenen Unklarheiten baten mich einige Sammler - ergänzend zur allgemeinen Vorstellung der Filterfassungen - um weitere herstellerspezifische Hinweise zu den Fassungen. Deshalb habe ich die Beispiele zu den Filtern der Nachkriegsjahre um einige Fotos erweitert, insbesondere bei den Fabrikaten ohne Herstellerkennzeichnung auf der Filterfassung.

Allerdings - akribische Sammler mit ausgeprägtem Sinn für Ordnung und exakte Zuordnungen müssen an dieser Stelle zu Zugeständnissen bereit sein. Nicht jeder Filter wird sich konkret einem bestimmten Hersteller zuordnen lassen. Bei den Gläsern ist dies ohnehin nicht möglich, weil die Filterhersteller ihre Gläser vom selben Produzenten (Schott & Gen. in Jena) bezogen. Auch die Herkunft der Fassungen ist nicht immer identisch mit dem Aufdruck auf der Filterpackung. An anderer Stelle (Filteretuis) schreibe ich über Kooperationen, die selbst über die damalige "Zonengrenze" hinweg praktiziert worden sind. Doch gilt für diesen Bereich meiner Seite ganz besonders: alle Angaben sind ohne jede Gewähr für Richtigkeit oder Vollständigkeit!

Filterzubehör

Arnz Colorvist + ColortestAb 1955 bot Arnz in Zusammenarbeit mit dem Feingerätewerk Weimar (Werralux-Belichtungsmesser) einen Belichtungsmesservorsatz „A-Z Colortester“ zur Colorfilterbestimmung bzw. Ermittlung der Farbtemperatur (Farbtemperaturmesser) an. Der Werralux erhielt für die Aufnahme des A-Z-Colortesters eine Führung, die den blau/roten Messvorsatz aufnahm. Bei vielen anderen Belichtungsmessern kann der Vorsatz ebenfalls verwendet werden; er wird dazu direkt vor das Messfenster gehalten. Die Messung erfolgt direkt gegen die Sonne oder aus dem Schatten schräg gegen den Himmel.

A-Z ColortesterAnwendung des A-Z-Colortesters:

zeigen beide Messfilter, das blaue und das rote, den gleichen Wert (ohne die Messrichtung zu verändern) entspricht die Beleuchtung dem Normalwert, also 5800° Kelvin. Ein Filter ist dann nicht erforderlich. Zeigt der rote Messfilter einen höheren Messausschlag als der blaue, herrscht Rotüberschuss. Dieser kann durch ein blaues Filter korrigiert werden.

Wenn der blaue Messfilter einen höheren Messausschlag zeigt, herrscht Blauüberschuss. Um die Werte richtig zu bestimmen, liegt dem Colortester eine Tabelle bei, aus der die entsprechenden Farbfilterwerte zu entnehmen sind.

ColorvistEine weitere handliche Bestimmungshilfe für das richtige Colorfilter ist der ab etwa 1960 angebotene „Colorvist“. Wie durch ein Fernglas kann mittels Vergleichsfenstern ein Colorfilter der Nummern 101, 102, 104, 111 und ohne Filter direkt bestimmt werden. Das Okular kann übrigens vom Unterteil abgezogen und als 5fache Lupe verwendet werden…

Zeitweise waren bei Arnz auch Rechenscheiben aus Karton als „Filter-Rechner“ oder „Filter-Finder“ erhältlich. Beide boten, vergleichsweise den Agfa-Belichtungstabellen, eine Hilfe bei der Belichtungs- oder Filterermittlung. Wer sie nachbauen mag - durch Klicken auf die Bilder unten erhalten Sie ein großes Foto, bitte die Fotos ausdrucken, zuschneiden und entsprechend zusammenfügen, Gesamtdurchmesser ist 83 mm, die kleine innere Scheibe misst 55 mm.

Filterrechner Filterrechner
Filterfinder Filterfinder


Damit bin ich mit meiner Arnz-Filterseite am Ende. Vielleicht werden Sie fragen, weshalb ich gerade diesem Filterhersteller solchen Aufwand gewidmet habe? Das hat vor allem ganz persönliche Gründe. Mit meiner ersten Exakta Varex IIb wurden mir 1963 auch ein paar Filter geliefert, die mein späteres Fotografenleben lange begleiteten. Ich besitze sie noch heute.
Spätere Versuche, diesen Filterbestand zu ergänzen scheiterten damals daran, dass ich nicht herausfinden konnte, von welchem Hersteller sie stammten. Die Schachteln hatte ich wohl gleich nach dem Auspacken weggeworfen. Als ich Jahrzehnte später mit Beginn meiner Foto-Sammlerei darauf kam, dass es sich um Arnz Produkte aus Jena handelte, habe ich den Bestand nach und nach erweitert. Während meiner Tätigkeit in Ostdeutschland zu Beginn der 1990er Jahre hatte ich auch Kontakt zu Joachim Arnz. Seine Filterwerkstätte war jedoch bereits geschlossen.


Posted 2015/03/30; last updated 2017/10/29 Copyright © 2000-2018 by Horst Neuhaus