Filterformen - Rund, quadratisch oder rechteckig – keine Glaubensfrage

Klassische Plattenkameras waren voluminöse Geräte. Es kam bei ihnen nicht darauf an, beim Zubehör Platz und Gewicht zu sparen. Deshalb kamen auch die Filter oft in massiven Ausführungen daher. Vor allem die renommierten Hersteller protzten gern mit aufwendigen Filtersätzen, oft in Holzkästchen oder Lederetuis verpackt.

Darin befanden sich meist eckige Filter, aufwendig eingefasst, manchmal mit Lack versiegelt, manchmal mit Papier (wie alte Dias). Dass dieser Aufwand durchaus Sinn machte, zeigen die Beispiele von über 80 Jahre alten Filtern der Bauweise Gelatine zwischen Glas, die ohne eine solche aufwendige Randeinfassung längst das Zeitliche gesegnet haben. Diese Art Filter gab es bis zur Größe eines kleinen Fensters, doch mein Sammlerinteresse hört jenseits von 5cm schlagartig auf.





Holzkasten mit 6 Filtern 51x51 mm,
das in Einfassband gefasste Filter Nr. 4 (Bild unten) stammt aus folgender Quelle:

Soennecken & Co.
Inhalt des Holzkastens: 5 Gelb-Filterscheiben in verschiedenen Dichten und 1 Orange-Filterscheibe 51x51 mm:
K-1 FILTER No.6 (hellgelb)
K-2 FILTER No. 8 (gelb)
K-3 FILTER No. 9 (mittelgelb)
G-FLTER NO. 15 (dunkelgelb)
Soennecken-Filter No. 4
PanGelb-FILTER 4 - Photohaus Soennecken & Co, München (mittleres Filter unten im Bild rechts)
Orange-FILTER No. 9




zwei gefasste Quadratfilter des US-Herstellers "Scheibe's"


Agfa Quadratfilter Agfa-Gelbscheibe 45x45 mm mit Fassung.
Links ein quadratisches Gelatinefilter "Nr. 3" mit Agfa-Kennzeichnung
Agfa-Filtersatz 40x40 mm, dazu eine passende Fassung mit Omag-Verlaufsfilter.
Filterfassung von Lumiere, Lyon, mit eigenwilligem Holzzangen-Mechanismus,
dazu 3 passende Quadratfilter 45 mm
Synkromal-Gelbfiltersatz 40 mm von Verax


Die Quadratfilter wurden aber auch für kleinere Platten- und Rollfilmkameras vertrieben. Es gab verschiedene Größen, zwar nicht genormt, doch es wurden durchaus Filter verschiedener Hersteller mit einem jeweils passenden Halter verwendet.
Dies jedenfalls hat LIFA in seinen Druckschriften nicht ausdrücklich untersagt - nur die Aufbewahrung in einer gemeinsamen Ledertasche war nicht erlaubt...



Oft wurde jedoch ein kompletter Satz verkauft.
Das Foto zeigt einen Synkromal-Gelbfiltersatz Nr. 4 mit Halter von VERAX, Dresden für Objektive bis 32 mm Ø mit je einem Gelbfilter hell, mittel und dunkel.
Aufsteckfilterhalter für 28 mm Ø mit Verlaufsfilter (Iris-Gelbscheibe) mit allmählich verlaufender Dichte von klar bis mittelgelb. Der Gelbverlauf ist in seiner Wirkung auf das Motiv urch Verschieben des Filterglases einstellbar.

Filterhalter für Objektive bis 32 mm Ø von Rhaco
mit zwei Lifa-Ardua-Filtern. Bei dieser Filterausführung von Lifa handelte es sich um eine Kombination aus einem gleichmäßig gelb geärbten Filter mit einem Verlaufsfilter. Damit wurde erreicht, dass auch eine tonwertrichtige Wiedergabe des Vordergrundes erreicht wird (ein normales Verlaufsfilter ist im hellen Bereich klar).

Das linke Bild zeigt das Ardua-Filter Nr. 95 (hell), rechts daneben das Ardua-Filter Nr. 96 (mittel). Ein solches Filter kostete in der Größe 75x100 mm 11,- RM, dafür gab es auch schon eine billige Kamera....





Manche Anwender stellten sich auch selbst ihren „Filtersatz“ zusammen. Das Foto zeigt eine für die Zeit typische Zusammenstellung eines Dresdener Amateurs, bestehend aus dem Filterhalter von Photo Heinrich Dresden, Trompeterstr. 10 und sechs verschiedenen Glaseinsätzen:

Weitwinkellinse, Porträtlinse, Reproduktionslinse, Telelinse und zwei Filtern Panchrom (gelb) und Orthocolor (grün).


Posted 2008/02/29; last updated 2017/02/28 Copyright © 2000-2018 by Horst Neuhaus