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Exportversionen der Exakta

Herzlich Willkommen auf der Exakta-Ausfuhr-Seite von Photo but More. Als ich begann, diesen Teil meiner Seite vorzubereiten, ahnte ich noch nichts Böses. Doch im Laufe der Zusammenstellung war ich dann selbst von der Bandbreite dieses "Randthemas" überrascht. Das liegt eben daran, dass die Exakta gleich mit ihrer Vorstellung im Jahr 1933 weltweites Interesse erfuhr.

Keine speziellen Exakta Export Modelle - oder doch?

Schon in der Exakta-Vorzeit waren die Ihagee Kamerawerke ein weltweit bekanntes Unternehmen für fotografische Geräte. Ihagee Kameras wurden bereits in den 20er Jahren in alle Welt exportiert. Dies ist nicht unbedingt eine speziell erwähnenswerte Besonderheit in der deutschen Fotoindustrie. Ihagee-Auslandsvertretungen, wie Corfield in Großbritannien, die Exakta Camera Co. in New York oder Heynderickx in den Niederlanden sind es durchaus wert, auch in einer geschichtlichen Betrachtung behandelt zu werden. Zwar hatten auch andere deutsche Unternehmen bekannte Vertretungen mit teils erheblichen eigenen Aktivitäten (z.B. Leitz New York) vor allem in den USA. Dennoch handelt es sich bei den außerhalb ihres Mutterlandes verkauften Exakta’s um Sonderlinge, selbst wenn man es nicht nur durch die unscharfe Sammlerbrille betrachtet. Sie werden mir vielleicht nach dem Lesen der folgenden Ausführungen zustimmen.

Kine ExaCta 1938Kine Exakta Nr. 540.207, Baujahr 1938, als Exportversion mit einem Namensschild in der von Richard Hummel zu Modell 003 aufgeführten Schreibweise "Exacta".

Diese Kamera ist mit einem Objektiv Exaktar 3,5/5,4 cm (gebaut von Meyer Görlitz) ausgerüstet, das mit seiner Entfernungseinstellung nur in dem US-Maß "feet" ebenfalls eine exportierte Version ist. Bitte lesen Sie dazu auch meine Erläuterungen im Text.


Zeitweilig waren Exakta Kameras in anderen Ländern in größeren Stückzahlen vertreten, als im Herstellerland selbst. Zum Anderen finden sich bei den exportierten Kameras - mehr als dies bei anderen Fabrikaten der Fall war – eine Reihe eigenständiger Modellvarianten. Zudem – und gerade dies macht das Sammeln von Export-Exakta’s für Manchen besonders reizvoll – sind solche Kameras Relikte der Epoche des 2. Weltkrieges, der Nachkriegszeit und des „Kalten Krieges“ der 1950/60er Jahre.

KINE EXAKTA und Standard Exakta - auch als Exacta?

Die ersten dieser Thematik zugehörigen Exakta's sind bereits in die Mitte der 1930er Jahre einzuordnen. In der Sammlerliteratur (Aguila/Rouah), aber auch von Richard Hummel werden exportierte Exakta-Kameras mit einem Namensschild in der Schreibweise „Exacta“ erwähnt. Während mir eine Standard/VP Exakta mit einem derartigen Typenschild selbst noch nie begegnet ist, ist auch die Einordnung des Hummel-Modells 003, der Kine Exacta in einer "Liefervariante für spezielle Exporte nach Frankreich, Portugal und USA", nicht ganz einfach. Richard Hummel gibt in seinem Buch eine produzierte Stückzahl von etwa 500 im Jahr 1937 an. Die in erheblich größeren Stückzahlen von 1946-1949 produzierte sogenannte „Reparationsexacta“ hat das gleiche Typenschild „Exacta“, so dass einfallsreiche Zeitgenossen hin und wieder der Idee verfallen, es einfach auf eine Vorkriegs-Kine zu schrauben um deren Wert nach oben anzupassen.

Kine ExaCta 1938Wie Sie eine nachträglich mutierte „Exportexakta“ erkennen können, habe ich in meiner Abteilung Kine Exakta beschrieben. Die oben und rechts abgebildete Kine mit der Fabriknummer 540.207 aus dem Jahr 1938 mag aufzeigen, wie eine solche Exportausgabe auszusehen hat.

Obwohl diese Kamera in etwa der von mir für diese Version ermittelten Nummernreihe zugehörig ist, kann ich für Echtheit nicht garantieren. Ein gewisses Indiz dafür ist das montierte Exaktar 3,5/5,4 cm mit einer feet-Entfernungsskala. Diese Objektivversion findet sich ansonsten nicht oft.

Hingegen lassen sich die mit einem Typenschild in der Normalschreibweise „Exakta" und dem gravierten Zusatz „T.M. Reg" (Trade Mark, Registered = registriertes Warenzeichen) eindeutig als Exportmodelle ausmachen. Diese sind nach meinen Erkenntnissen in den Jahren 1936-38 zu finden.

Exakta B T.M.Reg. Kine Exakta T.M.Reg.


Doch wer nun denkt, leichtes Spiel beim Umsortieren seiner Exportkameras in der Vitrine zu haben, liegt kräftig daneben. Bei weitem nicht alle in diesen Jahren exportierten Exakta’s wurden so gekennzeichnet. Ein System der Markierungen in Verbindung oder im Zusammenhang mit Fabriknummern ist mir jedenfalls nicht bekannt. Vom allgemeinen Sammlerwert her unterscheiden sich die T.M.Reg.-gemarkten Kameras m.E. nicht von Kameras ohne diese Kennzeichnung, weil sie in den USA nicht selten sind. Wer den Anspruch stellt, wirklich jede Modellvariante in seine Sammlung zu stellen, hat Einiges zu suchen – alle VP- und Kine Modelle aus der Vorkriegsproduktion sind mit und ohne diese Zusatzmarkierung zu finden. Allein bei der Standard kommen Sie auf diese Weise leicht an rund 60 Varianten. Ich selbst habe an den Rollfilmversionen der Exakta nur eingeschränktes Interesse, weshalb ich nur wenige Varianten in Bildern vorstellen kann und möchte.

KINE EXAKTA - Nachkriegsversionen

Die dieser Rubrik ebenfalls zugehörige Geschichte der sogenannten „Reparationsexakta“ oder „C-Exakta“ können sie bei der Vorstellung der Kine Exakta nachlesen. Dieses Exakta-Modell ist ausschließlich für Exportzwecke, überwiegend als Kriegsreparationsleistung in die damalige Sowjetunion, produziert worden.

Einige wenige Exemplare wurden auch in die Schweiz und USA exportiert, manche davon tragen einen Aufdruck „Germany“. In Deutschland ist diese Version zu keiner Zeit in Fotoläden zu kaufen gewesen. Für die damaligen „Schwarzmärkte“ galt natürlich Anderes, mir ist aber der Gegenwert einer Exacta in Butter oder Lucky Strike nicht bekannt.

Das von 1949-1950 produzierte Folgemodell der Kine Exakta, die Kine Exakta II, ist äußerlich und nach speziellen Merkmalen nicht in Binnenmarkt- oder Exportversionen zu unterscheiden. Es dürfte aber feststehen, dass die weitaus meisten Kameras dieser Produktionsreihe ausgeführt worden sind. Oft ist im Bodenleder eine Stanzung „Made in Germany“ zu finden, manchmal auch nur „GERMANY“. Doch lässt das Vorhandensein oder Fehlen einer solchen Stanzung keine Rückschlüsse darauf zu, ob die Kamera exportiert worden ist.

Exakta Varex und ihre Nachfolger

Das neue Modell „Exakta Varex“ eröffnete ab 1950 schlagartig ein neues Export-Zeitalter. Hier beginnt auch ein besonders spannendes historisches Thema nicht nur für für Sammler, weil die USA im damals beginnenden „Kalten Krieg“ Produkte aus der Sowjetunion (UdSSR) und deren sozialistischem Machtbereich Importrestriktionen unterwarfen. Betroffen davon war auch die in den USA damals sehr beliebte Exakta, war doch ihre Heimatstadt Dresden in der - soeben aus dem russisch besetzten Teil Deutschlands gebildeten - DDR gelegen. Dabei war die Ihagee damals (noch) kein der sozialistischen Einflusssphäre unmittelbar zuzurechnender Betrieb! Als ausländisches Vermögen blieb sie als Aktiengesellschaft bestehen und wurde lediglich unter staatliche Verwaltung gestellt. Gegenüber den meist enteigneten anderen Dresdener Fotounternehmen genoss sie deshalb gewisse Sonderrechte.

Zunächst kontrollierten die Besatzungsbehörden der Alliierten die Ausfuhren der Kameras. Dabei wurden Kennzeichen in das Bodenleder gestanzt: GERMANY EXTERNAR stand für den amerikanischen, GERMANY EXTE NAR für den britischen und GERMANY EXTENAR für den französischen Sektor Berlins. Normalerweise sollten also alle auf diese Weise in die USA gelangten Exakta’s an der Stanzung zu erkennen sein – soweit das Bodenleder noch vorhanden und halbwegs ordentlich erhalten ist.

Doch waren die Zeiten und Umstände wohl nicht so, dass alles wie geplant verlief, weil in den USA auch Gehäuse ohne jede Kennzeichnung auftauchen. Andere wiederum haben zusätzlich die gestanzte Herkunftsangabe „Made in Germany“. Vor allem bei frühen Gehäuse-Nummern steht „Made in Germany“ auch allein. Exportierte Kameras haben in aller Regel jedoch das Typenschild „Exakta V“ (s. nächster Absatz). Doch gelangten durch Käufe von US-Besatzungssoldaten auch Kameras mit dem Varex-Frontschild ohne Lederstanzung oder nur mit „Made in Germany“ in die USA. Wer besonders penibel nach solchen Varianten Ausschau hält, kann von den beiden Varex-Versionen rund 30 Verschiedene in die Vitrine stellen ...

Zudem durfte die Exakta Varex aus namensrechtlichen Gründen in den USA nicht “Varex” heißen. Der US-Hersteller Argus hatte diesen Namen für ein Objektiv schützen lassen. Deshalb erhielten offiziell in die USA importierte Exakta-Kameras spezielle Typenschilder, auf denen statt Varex “V” bzw. “VX” stand. Auch war dies der Grund für die Umbenennung der Suchereinsätze, die anfangs mit „Varex“ graviert waren. Bis der Namensschutz griff, waren aber dennoch schon einige „Varex“-Versionen in die USA eingeführt.

Exakta VX mit Niete



















Dieses Vehikel ist die Ursache dafür, dass die Exakta Varex in den USA nicht unter ihrem Originalnamen auftreten durfte...

Exakta Varex VX 2. Modell mit aufgenieteter Abdeckung für "V-are-X

Zeitweilig hatte der US Importeur wohl nicht genug Typenschilder vorrätig oder der US-Zoll beanstandete ein privat eingeführtes Gehäuse. Dann wurde der Varex-Schriftzug oft aus dem Namensschild herausgeprägt und durch die Gravur „VX“ ersetzt oder auch mit einem aufgenieteten Blech ganz oder teilweise abgedeckt. Das - auch im Übrigen sehr lesenswerte - Buch "Exakta OBSCURITIES" von Gary Cullen und Klaus Rademaker zeigt hiervon etliche schöne Beispiele. Meine Sammlung umfasst nur wenige dieser Stücke.




Von der offiziellen Ihagee Vertretung in New York importierte Kameras sind an einem gelben, später auch schwarzen oder grauen Aufkleber zu erkennen. Dieser ist meist auf der Innenseite der Rückwand zu finden, seltener auch in der rechten Filmkammer.
Die großen US-Photohäuser, wie Sears oder Seymour's, beschafften sich ihre Ware gelegentlich auch eigenständig. Diese Kameras haben in der Regel kein US-Typenschild (V, VX usw.). Der unzulässige "Varex"-Schriftzug ist in unterschiedlicher Weise unleserlich gemacht (s. Bilder oben). Gelegentlich finden sich auch Eigennamen, wie "ASTRAFLEX". Dabei ist dann ein entsprechendes Schild auf das Original-Exakta-Schild genietet worden.


Bis etwa 1954 war das Exakta-Angebot der Exakta Camera Co., Bronxville N.Y. in den USA bedeutend umfangreicher als in Deutschland. Deshalb ist es vielleicht von Interesse, hier einmal die Verkaufspreise der Exakta VX mit unterschiedlichen Objektiven aus dieser Zeit aufzuführen. Alle Preise verstehen sich mit einem Lichtschachtsucher. In der ersten Preisspalte Preise aus 1953, zweite Preisspalte 1956. Der Prismensucher mit Zeiss-Messlupe kostete $ 85 extra!

Zeiss Tessar, Normalblende 3,5/50 mm$ 199.50$ 286.50
Zeiss Tessar, Vorwahlblende 2,8/50 mm$ 259.50$ 326.50
Meyer Primoplan, Vorwahlblende 1,9/58 mm$269.50 
Isco Westanar, Auto-Blende 2,8/50 mm $ 296.50
Isco Westagon, Druckblende 2,0/50 mm$ 279.50$ 336.50
Meyer Primoplan, Vorwahlblende 1,9/75 mm$ 299.50$ 356.50
Zeiss Biotar, Vorwahlblende 2,0/58 mm$ 335.00 
Zeiss Biotar, Auto-Blende 2,0/58 mm  $ 392.00
Zeiss Biotar, Vorwahlblende 1,5/75 mm $ 450.00
Schneider Xenon, Druckblende 1,9/50 mm$ 341.70$ 398.70
Angénieux S21, Vorwahlblende 1,5/50 mm$ 359.50$ 416.50


Später mussten die aus der sowjetischen Besatzungszone (SBZ – DDR wurde erst später „legal“) in die USA importierten Kameras, teilweise auch deren Zubehör, mit einer Kennzeichnung auf den Ursprung im sozialistischen Machtbereich versehen werden. Dies geschah anfangs durch Aufstempeln von “U.S.S.R. OCCUPIED”, “GERMANY U.S.S.R. OCCUPIED” oder “EXTERNAR”. Ab etwa 1960 waren auch Aufkleber, Ätzungen, Gravuren oder Prägungen mit der Herkunftsangabe „Made in Germany (East)“, später „Made in GDR“ zu finden. Es wird von US-Exakta-Sammlern berichtet, die in Depression verfielen, weil sie immer neue Kennzeichnungs- und Namensversionen entdeckten.



Ätzung U.S.S.R. Handgravur occupied

Den Herkunftsstempel “U.S.S.R. OCCUPIED” oder “GERMANY U.S.S.R. OCCUPIED" findet man meist auf dem Bodenleder, bei einigen Exas auch auf der Rückseite. Ab etwa 1960 wurde diese Angabe bei der Exakta VX IIa und bei frühen VX IIb in das rechte Deckblech eingeätzt.

Bei ganz wenigen Exakta VX IIa fand ich eine Prägung im Bodenleder. Hin und wieder tauchen auch Handgravuren auf, die bei inoffiziellen Importen irgendwo im Chrom angebracht wurden um den US-Zoll zufrieden zu stellen. Oft ist die Kennzeichnung auch nicht mehr vollständig, verwischt oder unleserlich.

Ein anderes Thema sind die im DDR-Sprachgebrauch mit „für spezielle Exporte“ bezeichneten Kameras aus der Pentacon-Zeit der späten 1960er Jahre. Bei diesen ging es weniger um die Erfüllung US-amerikanischer Importbedingungen als um Konsequenzen aus dem Rechtsstreit mit den Ihagee-Rechtsnachfolgern und Steenbergen. Lediglich das Vorhandensein oder Fehlen von und die Ausführung der Markierungen im Bodenleder der Exakta Modelle VX1000 und VX500 hängen wiederum mit den Handelsbeziehungen zwischen Ost und West zusammen. Hierzu habe ich bei der Vorstellung der Exakta VX 1000 / VX 500 Modelle einige Ausführungen gemacht.

Eine letzte Exakta-Spezialversion für den US-Markt war die Exakta VX1000 TL. TL steht hier für "trough the lens", womit die Dresdner der immer stärkeren Japan-Konkurrenz mit integrierter Belichtungsmessung begegnen wollten. Diese Exakta-Version wurde standardmäßig mit einem HARWIX EXAMAT Prismeneinsatz geliefert, der über einen eingebauten Belichtungsmesser verfügte. In gewissen Grenzen ermöglicht dieser Spezialeinsatz tatsächlich TTL-Belichtungsmessung (mehr hierzu auf meiner Seite Belichtungs-Suchereinsätze). Ansonsten handelt es sich bis auf das andere Frontschild um eine stinknormale VX1000. Sonderlich bemerkenswert waren die Verkaufszahlen dieser letzten Exakta aber nicht. Ihre Zeit war nach über 30 erfolgreichen Jahren abgelaufen.





Die letzte speziell für den US-Markt kreierte Exakta - Exakta VX1000 TL mit einem HARWIX EXAMAT Belichtungsmesser-Prismensucher. Diese Ausführung (mit dem TL-Zusatz im Frontschild) wurde ausschließlich in den USA verkauft.

Nebenbei ist an dieser Kamera noch die Objektivbestückung von besonderem Interesse - das "EXAKTAR 2,0/50". Hierbei handelt es sich um einen nahezu identischen japanischen Nachbau des Jena Pancolar. Dieses Objektiv ist teilweise sogar unter der Namensangabe "Pancolar" als Fälschung in den (amerikanischen) Handel gelangt.



Zubehör und Objektive

Wer bei der Zusammenstellung seiner Vitrinenstücke auf Originalität wert legt, hat es bei diesen Exemplaren nicht gerade leicht. Zu einem Exportgehäuse gehören natürlich auch ein Exportsucher und ein Exportobjektiv. Selbst die Zeiss-Messlupen waren zeitweilig mit einer Stempelung gekennzeichnet. Auf Lichtschachtsuchereinsätzen für die Exakta habe ich bislang noch keine Exportvermerke entdeckt – was nicht heißt, dass es diese nicht gegeben hat. Prismensucher sind gelegentlich mit einer U.S.S.R. OCCUPIED – Stempelung oder Ätzung zu finden.

In der nebenstehenden Abbildung sehen Sie einen Objektiv-Lupeneinsatz mit der eingeätzten Herkunftsangabe.

Etwas leichter wird es bei der Auswahl der passenden Objektivbestückung. Vergleichsweise häufig sind Objektive mit einer feet-Entfernungsgravur zu finden. Insbesondere lichtstärkere Optiken von Angenieux oder Schneider haben oft nur eine feed-Gravur, während die meisten Zeiss-Objektive sowohl eine Gravur in Meter als auch in feet vorweisen können. Doch auch hier gibt es in den frühen 1950er Jahren Ausnahmen! Viele Optiken mit Exakta-Bajonettanschluss gibt es sowohl in der einen wie in der anderen Version, man muss nur entsprechend danach suchen. Bei Objektiven mit m/feet-Gravur aus deutscher Fertigung sollte auf jeden Fall auch „Made in Germany“ oder „Germany“ auf der Fassung stehen, wenn es als Exportversion durchgehen soll. Objektive aus späteren Jahren (1960-70) aus Jena tragen gelegentlich auch Aufkleber oder andere Herkunftsbezeichnungen.

Manchen Exakta-Sammler erstaunt es vielleicht im Nachhinein, dass Normalobjektive von ISCO Göttingen, Schneider Kreuznach und später auch Steinheil in den USA zur Originalausrüstung gehörten, also gleich mit der Kamera gekauft werden konnten. In Deutschland war dies nur kurze Zeit um 1954/55 der Fall, wie aus den Preislisten der 1950/60er Jahre zu entnehmen ist.

Das zuvor Beschriebene gilt wie gesagt für Anhänger von zeitlich passenden Bestückungsausrüstungen. Der Exakta wird es gleichgültig sein, ob ein Linsengericht mit meter- oder feet-Gravur vor ihr werkelt....



Zum Schluss noch ein wenig Nichttechnisches

(oder etwa doch nicht?). Gelegentlich tauschen sich Sammler über die verwandtschaftlichen Verhältnisse zwischen Edixa und Exakta aus. Man könnte auch sagen, sie streiten darüber, ob die Edixa nun eine Nachgeburt der Exakta oder eine Schöpfung von Heinz Waaske ist. Auch in meiner Edixa Abteilung können Sie darüber Einiges nachlesen. Was nun hat dies aber bitteschön hier zu suchen? Bitteschön - dass die Exakta Camera Corp. in New York (ECC) seit Anfang der 1950er Jahre die offizielle US-Vertretung der Ihagee war, ist vielfach bekannt.

Doch wenn Sie nun erfahren von wem diese aufgebaut und lange Jahre geleitet wurde, wird Manches klarer: Henry Wirgins Bruder Dr. Max Wirgin, der während der nationalsozialistischen Schreckenszeit in die USA emigrierte, war Begründer und langjähriger Geschäftsführer dieser US-Gesellschaft. Er vertrieb dort allerdings weniger Edixas, deren Qualität war - zumindest anfangs - für den US-Markt unzureichend, als die Erzeugnisse der Dresdner Ihagee. Nur Edixa Stereo-Kameras und die Edixa 16 sind mir aus Katalogen der 60er Jahre bekannt. ECC nahm jedoch Edixa-SLR's zur Reparatur an und führte diese auch aus. Ach so - nicht jeder wird's wissen und steht auch nicht im Duden - Henry Wirgin war Eigentümer von Wirgin in Wiesbaden und bei Wirgin entstand 1954 die Edixa ...

ECC überlebte die Muttergesellschaft in Dresden um etliche Jahre. Noch in den 1980er Jahren waren in New York Kataloge (ECC-Katalog aus dem Jahr 1986) erhältlich, aus denen Original-Exakta-Ersatzteile und gebrauchte Kameras und Objektive bestellt werden konnten.


Posted 2008/12/12 last updated 2014/11/21; Copyright © 2007-2018 by Horst Neuhaus