Normalerweise sind Filter, gleich welcher Bauweise, in eine Fassung montiert. Diese dient sowohl dem Schutz des Filterglases, als auch einer besseren Handhabung. Abgesehen von Sonderfällen (z.B. Einschubfilter) wird die Fassung entweder mittels einer Federspannung auf das Objektiv geklemmt (Klemmfassung), auf den vorderen Ring aufgesteckt (Aufsteckfassung) oder mit dem Objektiv per Schraubgewinde (Einschraubfassung), seltener auch Bajonett, fest verbunden. Die meisten Objektive konnten sowohl Aufsteck- als auch Einschraubfilter aufnehmen.
Der Objektivdurchmesser - und entsprechend auch der Filterdurchmesser - ist sowohl von der Negativgröße abhängig, als auch von Brennweite und Lichtstärke. In den Anfangsjahren wurde der äußere Durchmesser des Objektivs (Aufsteckdurchmesser in mm) mit "Sonnenblende" angegeben. Der Wert für ein Aufsteckfilter mit 37 mm Ø war demnach "Sonnenblende 36,8".
Die Objektivfassungen waren jedoch hinsichtlich der Durchmesser für Filterfassungen nicht genormt. Jeder Hersteller kreierte nach Belieben seinen eigenen Fassungsdurchmesser, manche hielten wenigsten noch innerhalb einer Objektivbaureihe gleiche Durchmesser ein. Deshalb gab es in der Fotoklassik eine Vielzahl unterschiedlicher Fassungsgrößen – ein Eldorado für Sammler (oder auch ein Albtraum).
Es sind auch Kombi-Fassungen zu finden, die Aufsteck- und Einschraubmöglichkeit miteinander verbinden. Auf Filter mit Einschraubgewinde konnte meist eine Sonnenblende in Aufsteckfassung gesetzt werden. Bei kleineren Durchmessern hatte das sogar den Vorteil, Vignettierungen durch einen "Turmaufbau" von Filter und Blende zu vermeiden. Manche Einschraubfilter hatten in der Fassung gar kein Gewinde mehr (s. Foto).
Das B+W-Filter mit der Kennzeichnung 24/19 im Foto links hat nur objektivseitig ein E19 Gewinde, eine Gegenlichtblende muss 24mm Aufsteckdurchmesser haben.
Zeiss hingegen lieferte Aufsteckfilter zum Teil auch mit zusätzlichem Einschraubgewinde zur Kombination mit weiteren Filtern oder Sonnenblende. Das Foto rechts zeigt ein Aufsteckfilter A42 mit zusätzlichem Einschraubgewinde 40,5.
Dagegen ist es normalerweise nicht möglich, Aufsteckfilter mit einer Einschraub-Sonnenblende zu kombinieren. Doch sind auch hierfür Spezialfilter zu finden, die mit einem zusätzlichen Einschraubgewinde versehen sind (Zeiss-Filter im vorherigen Foto rechts).
Die Ausführung der Aufsteckfassungen variierte nicht nur von einem Hersteller zum anderen. Vor allem Arnz oder Cenei wechselten ihre Fassung mehrfach, aber auch B+W-Filter aus verschiedenen Herstellungsperioden lassen sich nicht ohne weiteres an der Fassung identifizieren. Immerhin waren die meisten Filter der beiden bekannten deutschen Hersteller B+W und Cenei gekennzeichnet, aber eben auch nur die meisten...
Dies galt für andere Hersteller so nicht. Vor allem an den Filtern von Arnz Jena finden sich so gut wie keine Angaben, deswegen war die Qualität keinesfalls schlechter; Arnz verwendete – wie auch Zeiss – Gläser von Schott Jena. Auch bei Filtern von EKA/Kaiser, Optochrom und Solcolor findet sich nur selten ein Herstellerhinweis. In meinen Bildbeispielen zeige ich nur eine kleine Auswahl der Filter-Vielfalt. Ohne Probleme ließen sich weitere Fassungsvarianten zeigen.
Wer die Filtersammelei als nettes Beiwerk zu den Kameras sieht, darf sich also bei den Fassungen nicht weiter aufhalten. Ansonsten kann es leicht zu psychischen Beeinträchtigungen kommen oder es besteht Sucht- oder gar Infarktgefahr....
Etwa Mitte der 1950er Jahre wurde die Aufsteckfassung mehr und mehr von der Einschraubfassung verdrängt. Zwar blieben auch Aufsteckfassungen noch einige Jahre im Lieferprogramm der meisten Hersteller, doch nach und nach verschwanden diese. Nur Agfa, Leitz und Voigtländer blieben mit ihrem Filterprogramm der Aufsteckfassung länger treu, stellten zuletzt aber auch auf Filter in Einschraubfassungen um.
Filterhalter mit Klemmfassungen
In den Anfangsjahren wurden Filter (Gelbscheibe) und Halter üblicherweise getrennt angeboten. Die Halter hatten meist eine Federspannfassung, die in gewissen Grenzen für verschiedene Objektivdurchmesser ausreichte. Es gab hochwertige, mechanisch recht aufwendige Halter von Markenherstellern, und einfachere No Name-Erzeugnisse. Nicht selten trugen die Halter auch Gravuren der Photogeschäfte.
Verschiedene Halter für Filterscheiben mit 25 mm Ø, für Objektive
von 22 bis maximal 27 mm Ø
Einfacher no-name Filterhalter für 25 mm Filterscheiben
Verschiedene Halter für Filterscheiben mit 31 mm Ø,
für Objektive von 27 bis maximal 37 mm Ø
Verschiedene Halter für Filterscheiben mit 38 mm Ø,
passend für Objektive von 32 bis maximal 42 mm Ø
Agfa-Filterhalter für 31 mm-Filterscheiben.
Die Gelatinefolie zwischen den beiden Glasscheiben ist mit dem Agfa-Emblem und der Filterstärke "2" gekennzeichnet.
Solche Kennzeichnungen verwendeten mehrere Markenhersteller, etwa Zeiss, um die eigenen - meist teuereren - Filterscheiben von der üblichen no name-Ware zu unterscheiden. Ansonsten war dem Filterglas ja nicht anzusehen, wer es produziert hatte... Bei den Filterherstellern finden Sie hierzu noch ein wenig mehr.
Filterhalter mit eingravierten Namen von Photogeschäften
Andere Ausführung eines Agfa-Filterhalters für 25 mm-Filterscheiben mit einer Aufsteckfassung für 25 - 27 mm Durchmesser.
Der Halter ist mit einem sehr frühen Grünfilter für orthochromatisches Film- oder Plattenmaterial bestückt. Es handelt sich noch um ein Filter mit zwischengelegter Gelatinefolie. Interessant ist auch das in das im Filterglas erkennbare Agfa-Emblem mit der Typenangabe "71".
Der Rhaco-Halter des Frankfurter Zubehör-Herstellers Richard Henning war wohl am einfachsten zu handhaben.
Die runde Ausführung war in sechs Größen erhältlich:
0/19 mm,
1a/25 mm,
I/31 mm,
II/39mm,
III/51 mm und
IV/64 mm.
Die mm-Angabe entspricht jeweils dem Glas-Ø, der Objektiv-Ø darf jeweils um wenige mm nach oben oder unten abweichen.
RHACO-Wechselhalter II für 39mm Ø Gläser.
Rhaco bot - nicht ganz so umfassend wie LIFA - eine umfangreiche Auswahl verschiedener Filter und Vorsatzlinsen an.
Neben den beiden oben und rechts gezeigten runden und quadratischen Haltern wurde noch eine drehbare Fassung speziell für Verlaufsfilter in 4 Größen angeboten. Darin lässt sich das Filter in jeder Richtung nach oben oder unten verschieben oder drehen.
Es wurden auch Filterhalter mit angebauter Sonnenblende angeboten.
Hier zwei Ausführungen unterschiedlichen Durchmessers des Herstellers "Ultraplan", der auch Filter und Vorsatzlinsen dazu anbot. Laut Packungsaufdruck hieß diese Sonnenblende noch "Störlichtblende".
Auch die "größte Filterfabrik der Welt" in Augsburg wich von dem verbreiteten Federklemmhalter-System ab. LIFA bot verschiedene Filterhaltersysteme an mit Fassungen, die nur einen Ausgleichsbereich von 1-2 mm aufweisen, dafür aber kleiner sind und fester sitzen. Der Filterhalter „Halter Nr. 20“ wird von LIFA als „der beste Halter des Handels“ beworben. Der parallel angebotene „Halter Nr. 21“ fasst eckige Filter, die seitlich eingeschoben werden.
Außerdem hatte LIFA auch schon Halter mit Einschraubgewinde im Angebot. Da die objektivseitigen Filtergewinde nicht genormt waren, mussten die Kamera bzw. das Objektiv bei der Bestellung von Filterhaltern mit Schraubgewinde an Lifa eingeschickt werden ...
Neben der Klemmfassung war zunächst die Aufsteckfassung der übliche Rahmen für ein Filterglas. In den 30er Jahren wurde die vielseitige Klemmfassung mehr und mehr von der Aufsteckfassung mit fest eingesetzten Gläsern verdrängt. Die Hersteller hatten wohl auch entdeckt, dass sie auf diese Weise mehr Filter verkaufen können. Voigtländer und Zeiss Ikon lieferten die zu ihren eigenen Kameras passenden Filter von Beginn an in Aufsteckfassungen.
Bei einigen Filterfassungen waren die Aufsteckkrallen mit Gummi- oder Lederringen versehen, um Kratzer am Objektiv zu vermeiden.
Anfangs wurden Filter fast ausnahmslos in schwarzen Fassungen vertrieben; die Filter der US-Hersteller waren hingegen vielfach verchromt. Eine Variante der Aufsteckfassung war die Einsteckfassung (Ae), mit der das Filter nicht auf den vorderen Objektivring aufgesteckt, sondern in einen passenden Wulst eingedrückt wurde (üblich bei Boxkameras).
Nimmt man allein die Handhabung als Maßstab für Praxistauglichkeit, folgt die Aufsteckfassung nach der - zwar handlichen und vielseitigen, in der Praxis aber oft unzuverlässigen - Klemmfassung auf Platz 2. Die Einschraubfassung passt immer nur für einen einzigen Objektivdurchmesser und ist nur mit einigem Aufwand wechselbar; sie nähme in dieser Rangfolge die dritte Position ein.
Schaut man die Aufsteckfilter der verschiedenen Hersteller genauer an, bemerkt man schnell einige Unterschiede bei der Bauweise der Fassungen. Ich möchte sie hier einmal nach drei Kriterien in die folgenden Versionen einordnen:
Version 1 - Aufsteckfassungen, die auch für mehrere Objektivdurchmesser passen sind so gebaut, dass sich die Befestigungskrallen oft um einige Millimeter biegen lassen. Manche Hersteller boten Filter in derartigen Fassungen gleich als für mehrere Objektivdurchmesser passend an (z.B. 32/33). Diese Ausführung - ich bezeichne die Fassungsart hier als "3zack" - hat drei Befestigungskrallen, die sich nach Art einer Feder leicht nach innen oder außen verbiegen lassen und dadurch für geringfügig unterschiedliche Objektivdurchmesser verwendbar sind. Diese Art der Fassung hatten nahezu alle Hersteller in der Zeit zwischen etwa 1935 bis 1955 im Programm.
In den folgenden Bildbeispielen zeige ich noch einige Filterausführungen, die Ihnen vielleicht eine Identifizierung von Filtern aus Ihrem eigenen Bestand erleichtern.
Sehr beliebt waren in den 1950er Jahren die Filtersätze von LIFA, bestehend aus einem mittleren Gelbfilter (Orthocolor 2), einem Gelbgrünfilter (Panchrom 0) sowie einer passenden Sonnenblende. Die Sonnenblende ist zugleich Teil des Filteretuis. Diese Sets waren in gängigen Größen sowohl mit Aufsteck-, zuletzt auch mit Einschraubfassung erhältlich. Die Filter mit blanken Fassungen waren bereits vergütet. Lifa-Filtersätze waren beliebter Bestandteil des klassischen "Porst Päckchen". Hier eine Porst-Werbung dafür.
Das Filter mit Einschraubfassung fand im Laufe der Jahre immer mehr Anhänger, bis es zuletzt die Aufsteckfassung nahezu völlig verdrängte. Größter Vorteil der Einschraubfassung ist der stabile Sitz des Filters vor dem Objektiv. Damit wurde auch erreicht, dass sowohl das Objektiv, wie das Filter vor Beschädigungen besser geschützt waren. Fast jeder kennt denn auch das ständig montierte UV-Filter als Schutz der Frontlinse vor Wetter, Wind und Teufel...
Dem Vorteil der schnellen Handhabung und einer Anpassung durch Zurechtbiegen der Befestigungskrallen an kleine Differenzen beim Objektivdurchmesser standen zwei Nachteile der Aufsteckfassung gegenüber:
Das Filter war oft nicht ausreichend fest mit dem Objektiv verbunden, oder saß nicht immer gerade. So blieben auch gelegentliche Bildbeeinträchtigungen durch unkorrekt sitzende Filter nicht aus. Zweiter Nachteil, Aufsteckfassungen beschädigten mit der Zeit den Frontring des Objektivs.
Bei diesem umfangreichsten Komplex der fotografischen Filter beschränkt man sich am besten auf die Ergänzung zur
Kamerasammlung (s. Fotos und meine „Ratschläge für’s Filtersammeln").
Eine Tabelle der Filtergrößen für viele klassische Kameras und Objektive finden Sie hier.
Wie bereits beschrieben, waren anfangs farbige Glasscheiben üblich, die in Filterhalter eingelegt wurden. Die Glasscheibe wurde mittels eines einschraubbaren oder einsteckbaren Ringes in der Fassung gehalten. Somit stand die Wechselfassung am Anfang aller Filterei. Auch die sogenannten Serienfilter – eine Idee, die Leitz in den 60er Jahren aus den USA importierte – gehören in diese Gattung. Das bekannteste Filter-Adapter-System, wohl weil es auch noch aktuell angeboten wird, ist COKIN.
Das Foto zeigt verschiedene Ausführungen von Wechselfassungen; die oben schon beschriebenen Klemmfassungen konnten für Objektive bis maximal 42 mm Ø verwendet werden. Die Aufsteckversionen passen für Objektivdurchmesser 31/33 mm.
Es war dabei dem Fotografen überlassen, ob er für jedes Glas eine eigene Fassung verwendete oder bei Bedarf die Glasscheibe wechselte. Die einzelnen Glasscheiben wurden in Lederetuis oder Leinensäckchen aufbewahrt. Bezüglich Kratzer oder Verschmutzungen war man früher nicht pingelig, weil sich diese auf den Fotos selten auswirken. Erst in den 30er Jahren wurden Filter in festen Fassungen (Einzelfassung) gebräuchlich, meist Aufsteckfassungen.
In den 1950er Jahren wurde das Wechselfilter wieder neu erfunden. Die Hersteller beschritten dabei unterschiedliche Wege. Einige Anbieter griffen auf das alte System zurück und boten passende Glasscheiben an. Jedoch wurde die alte wackelige Klemmfassung durch eine neue stabile Filterfassung ersetzt, die oft auch beim Filterwechsel vor dem Objektiv verbleiben konnte.
Zum Austausch der Glasscheibe musste - wie schon bei einigen der alten Systeme - ein Vorschraubring gelöst werden. Äußerlich unterschieden sich diese Wechselfassungen, die sowohl als Aufsteck- wie auch als Einschraubversion erhältlich waren, nur geringfügig von Einzelfassungen mit fest eingesetzten Filtergläsern (z.B. Panchromar). Manche Filterbenutzer werden gar nicht gewusst haben, dass ihr Filter das Wechseln der Glasscheiben ermöglicht. Bei Lieferung von Panchromar-Filtern wurde danach auch nur selten unterschieden; nicht wechselbare Filter sind auf der Packung mit "Einzelfassung" gekennzeichnet.
Nicht immer passten Gläser der gleichen Filtergröße in die Wechselfassungen der verschiedenen Hersteller, aber das war wohl auch nicht anders gewollt.
Filterhalter kombiniert mit einer Sonnenblende. In das Ledertäschchen passen zwei Filterscheiben 26 mm Durchmesser. Hersteller dieser Kombination war Chess United, USA. Die Glasgröße entspricht etwa Serienfiltern der Größe 4.5.
Wechselfassung für 30 mm Durchmesser von
Biermann + Weber (B+W)
LIFA, seinerzeit nach eigenen Werbeangaben "größter Filterhersteller der Welt", ging einen anderen Weg und entwickelte ein Adaptersystem mit Schnellwechsel-Bajonettanschluss. Dies ermöglicht in gewissem Rahmen die Verwendung desselben Filters für verschiedene Objektivdurchmesser. Vergleichbar den Serienfiltern wurden zuletzt sieben Filterdurchmesser angeboten, dazu gab es eine Vielzahl von Adaptern für damalige Kameras bzw. Objektivdurchmesser. Damit wurden – lt. LIFA-Prospekt – 97 % aller Kameras versorgt...
Dieses System ermöglicht, den Adapter auf dem Objektiv zu belassen und einen schnellen Wechsel des in einem Kunststoffrahmen geschützten Filterglases. Auch passende Gegenlichtblenden waren erhältlich und dienten, dem normalen LIFA-Filtersatz vergleichbar, gleichzeitig als Aufbewahrungsetui. Beim Kauf von drei Filtern gab es das Sonnenblenden-Etui dazu. Für Leica-Objektive, etwa 19mm-Einschraub für das Elmar 3,5 bzw. A35,9 (Elmar usw.), E36,5 (Summitar) oder auch das Rolleiflex-Bajonett 1 und 2 wurden spezielle Adapter angeboten. Diese sind jedoch äußerst selten zu finden.
Allerdings ist der Unterschied in Handhabung und Preis gegenüber Standardfiltern gering. Nur wenn mehrere Objektive oder Kameras der gleichen Seriengröße vorhanden waren, machte das Adapter-System Sinn. Die von LIFA propagierte Revolution des Filter-Marktes blieb aus, die Verbreitung vergleichsweise gering. Während der Bauzeit verlor LIFA seine führende Herstellerposition als "Größte Filterfabrik der Welt" - ein klassisches Beispiel für eine unternehmens- und marktpolitische Fehlentscheidung! Für den Sammler ist dieses Filtersortiment allerdings eine attraktive Angelegenheit.
Die umfassende Beschreibung dieses Adapter-Systems von LIFA und anderen Augsburger Filterbetrieben finden Sie auf der Seite LIFA Satz- und Adapterfilter
Serienfilter, Einlegefilter
Eine Besonderheit unter den Wechselfiltern sind die sogenannten Serienfilter. Sie entwickelten sich in den 1930er Jahren in den USA als Gegenstück zu den Filterhaltern. Die jeweilige Serien-Nummer (series mount IV – IX) bezeichnet einen Standarddurchmesser für die dazugehörigen Filterscheiben und –halter. Die Filterscheiben waren teils ungefasst, teils mit Lack oder auch einem Metallring eingefasst, hatten aber kein Gewinde.
Sie werden zwischen zwei Ringen gehalten, von denen der eine schon die Objektivfassung oder die Gegenlichtblende sein kann (z.B. Leitz SLR-Objektive). Ansonsten gibt es Adapterringe für unterschiedliche Seriengröße und Objektivdurchmesser, die mit dem eingelegten Filter in das Objektivgewinde eingeschraubt werden. In den 1960er Jahren übernahm Leitz dieses System vor allem für die neuen SLR-Objektive (R-Objektive), gab es aber etliche Jahre später wieder auf und kehrte zu den üblichen Einschraubfiltern zurück.
Die Serienfilter deckten mit vergleichsweise wenigen Standardgrößen und passenden Adapterringen nahezu alle Objektivdurchmesser ab. Wie auch beim LIFA-Bajonettsystem war es möglich, für geringfügig unterschiedliche Objektivdurchmesser nur einen Filtersatz zu verwenden. Es musste nur ein für beide Objektivdurchmesser passender Adapter vorhanden sein.
Verschiedene Serienfilter (von links IV / V / 5,5 / VI /
6,5 / VII / 7,5 / VIII
Die Serienfilter wurden üblicherweise mit römischen, Zwischengrößen mit arabischen Ziffern bezeichnet:
IV = 20.6 mm Ø/ 4.5 = 25.5 mm Ø
V = 30.2 mm Ø/ 5.5 = 35.9 mm Ø
VI = 41.3 mm Ø/ 6.5 = 47.9 mm Ø
VII = 50.8 mm Ø/ 7.5 = 57 mm Ø
VIII = 63.5 mm Ø/ 8.5/5.5 = 74.8x5.6 mm / 8.5/8 = 74.8x8 mm
IX = 82.6 mm Ø
Die meistverwendete Grösse war VII (Serie 7). Diese Filterscheiben sind mittels des passenden Adapters für Filtergewinde zwischen M42 – M52 verwendbar.
Auch andere als die Leica-SLR-Objektive der 1970/80er Jahre waren für Serienfilter vorgesehen. Hier das Makro Kilar D mit Serienfilter V
Serie-6-Filter bei Leitz - mal Serie VI, mal Serie 6
Serienfilter 6, 7 und 8 von Leitz für die SLR-Leica R4, R5
Der Schweizer Filterhersteller Omag (in den USA vertreten durch Chess) bot zeitweise im Rahmen seines Serienfilterprogramms auch eine Bajonettverbindung an. Das Konzept ähnelt dem des LIFA-Adaptersystems, ist mit diesem aber nicht kompatibel. Im Bild eine Sonnenblende aus diesem System, Seriengröße IV.
Einlegefilter
Den Serienfiltern ähnlich sind die Einlegefilter von Voigtländer. Voigtländer lieferte verschiedene Kameras mit passenden klappbaren Filteraufnahmen aus, in die diese Filter eingeklemmt werden konnten.
Die Filtereinsätze gab es dazu passend in verschiedenen Durchmessern und Farben, auch als Vorsatzlinsen. Sie sind - wie damals bei Voigtländer üblich - zum Teil nicht nach ihren Glasfarben benannt. Die Gelbfilter hießen "NORMAL" (hell gelb) oder "MOMENT" (mittelgelb). Die Einlegefilter waren wegen unterschiedlicher Fassungsgrößen nicht mit den Serienfiltern kompatibel.
Im Foto sehen Sie eine VITO aus dem Jahr 1949, eine der letzten Voigtländer-Kameras mit einem fest mit der Objektivfassung verbundenen Filterhalter. Darin passen Einlegefilter der Größe 25-29.
Abgebildet ist ein mittleres Gelbfilter "MOMENT"
Sonnenblende für 35 mm-Einlegefilter aus russischer Fertigung.
Eine eigenständige Fassungsform zum Einlegen der Filterscheiben wählte Ce-Nei,
Carl Neithold, Frankfurt.
Kameraspezifische Filteranschlüsse
Einige Hersteller statteten ihre Objektive mit besonderen Filteraufnahmen aus. Das konnte im einfachsten Fall ein spezieller Durchmesser sein (z.B. Leica-Elmar usw. 35,9 mm Ø) oder auch ein ungewöhnliches Schraubgewinde (ebenfalls Leica 36,5 mm, 39 mm oder 41 mm, Kodak Retina mit 29,5 mm u.a.). Andere wiederum bauten gleich ein Bajonett (Zeiss Icarex oder Voigtländer) oder ein Außengewinde (Zeiss) ein, damit bloß niemand andere Filter als die teuren Originalen kaufte.
Leitz Filter GFOOH für Summitar (links), Aufsteckfilter XOOCN für Summarit (mitte) und Leica Aufsteckfilter mit eingelegtem Blendeneinstellring VOOLA
Leitz schuf für seine Objektive Filteranschlüsse, die meist etwas außerhalb des üblichen Standards lagen. Schon die Leica-Aufsteckfilter der A+B-Reihen für die Objektive in den 1930ern lagen mit ihren 36 mm Ø knapp neben den verbreiteten 37 mm. Auch wackelten fremde 36er Aufsteckfilter ein wenig, weil der Durchmesser der Leica-Objektive tatsächlich etwas geringer war (35,9 mm Ø). So ließ sich der hohe Preis für die vermeintlich bessere Qualität leicht belegen ...
Doch waren die Filterspezialhersteller so dumm nicht und boten speziell zur Leica passende Filterfassungen etwas billiger als Leitz und trotzdem noch teurer als die Normalversion an.
Diverse Filter für frühe Leica-Objektive, von links nach rechts:
frühes Gelb-Verlaufsfilter (1930, hieß später FIRAD)) in Aufsteckfassung A / Grün-Verlaufsfilter (1938, FOOBD) / LIFA-Recticolorfilter (Gelbfilter für ortho-chromatische Filme) in Leica-Spezialfassung 35,9 mm Ø / Gelbgrün-Einschraubfilter 19 mm Ø (FIXIO) für frühe Elmar 3,5 und 5 cm
Frühes Elmar 1:3,5 f=3,5 cm mit Filtern aus dem vorherigen Bild bestückt:
links 19 mm Gelbgrün-Einschraubfilter / mitte frühe Leitz-Aufsteckfassung Typ A mit Gelb-Verlaufsfilter / rechts Recticolor-Aufsteckfilter in Leica-Spezialfassung 35,9 mm Ø von LIFA (damals nach eigener Werbung die größte Filterfabrik der Welt)
Für andere Objektive ließ sich Leitz ebenfalls gern etwas Besonderes einfallen. Etwa für das Summitar, dessen tiefliegendes E36,5-Gewinde mit normalen E36-Filtern nicht zusammenarbeiten will. Manchmal war das aber auch durchaus praxisgerecht, wie z.B. bei den frühen Elmar 35 und 50 mm-Objektiven. Deren fummeliger Blendeneinstellschieber wird bei Benutzung der üblichen Aufsteckfilter unzugänglich. Entweder nimmt man bei Verstellung der Blende den Aufsteckfilter jeweils ab oder verwendet den speziell konstruierten Einstellring VOOLA (s. Foto oben). Dies schien aber selbst den eigenwilligen Leitz-Konstrukteuren wohl etwas unhandlich, so dass sie den Frontring der frühen Elmare auch mit einem 19 mm-Einschraubgewinde ausrüsteten. Jedoch sind passende Filter mit diesem Gewinde höchst selten zu finden. Auch für das zeitgleich vertriebene Summar bestand die Möglichkeit, Einschraubfilter (34 mm) als Alternative zu den üblichen Leitz-Aufsteckfiltern zu verwenden.
Nach dem klassischen Marktgesetz von Angebot und Nachfrage müßten die seltenen Fremdfilter zur Leica demnach einen höheren Sammlerwert besitzen als die Leitzeigenen. Jedoch hält derzeit offenbar eine geringe Nachfrage der oft snobistischen Leitz-Ansammler die Fremdfilterpreise auf niedrigem Niveau - schließlich steht ja nicht "Leitz" drauf, obwohl der Hersteller nicht selten der Gleiche ist ... Wenn Sie eines finden, greifen Sie also zu, es sind echte Raritäten!
Mit Einführung der Leica M3 und generell etwa ab 1956 stellte Leitz die seit 1930 für Aufsteckfilter A 36/35,9 konstruierten Objektivfassungen auf das "modernere" Schraubgewinde um.
Der neu geschaffene Filterdurchmesser 39 mm-Schraubgewinde sollte weitgehend den Objektiven der Leica M vorbehalten bleiben, kaum ein anderer Kamera- oder Objektivhersteller verwendete denn auch diese Filtergröße. Neben der Leica-Filterserie "O", die seit 1955 angeboten wird, gibt es demnach auch für diesen Durchmesser nur ein spärliches Filterangebot.
Allerdings blieb die Filtergröße ES39 für viele Leica-M-Objektive bis in die jüngste Zeit erhalten. Somit lassen sich gut erhaltene klassische Filter dieser Größe auch noch mit aktuellen M-Objektiven verwenden.
M Summicron mit Leitz UV-Filter E39
Kleines Ratespiel -
Im rechten Bild sehen Sie ein Original-Leica-Orangefilter und ein Orangefilter eines Filterspezialherstellers, beide mit Spezialanschluss für das Summitar 2/5cm.
Welches ist das Original-Leitz-Filter zum Summitar? Das Auflösebild dazu finden Sie auf meiner Filter-Startseite nach den Tips für's Filtersammeln
Foto rechts - Alternative zu den Leica - Filtern der Serien A + B mit 35,9 mm Durchmesser: Spezialfilter für die Leica von LIFA.
Eine eigenwillige Konstruktion musste sich Agfa für seine zweiäugige Kleinbild-Reflexkamera Flexilette einfallen lassen. Aber dank dieser Konstruktion kann man die Filterwirkung auch im Sucher kontrollieren.
Die Akarette / Akarelle – hatte mit ES32 zwar kein spezielles Filtergewinde. Doch erlaubte eine eigenständige Bauweise der Aka-Filter auch deren Verwendung mit Weitwinkelobjektiven ohne Randabschattung.
Speziell für langbrennweitige Objektive mit großen Frontlinsen schufen einige Hersteller besondere Filterausführungen zur Verwendung hinter dem optischen System. Neben Schraubfassungen (finden sich oft bei Spiegelobjektiven) fanden spezielle Einschubkassetten Verwendung.
In der Abbildung rechts sehen Sie solche Fassungen, hier von ENNA für die 400 und 600 mm-Fernobjektive sowie das Zoomobjektiv. Auch Kilfitt verwendete ähnliche Einschübe, kompatibel sind derartige Filterkontruktionen zwischen Objektiven verschiedener Hersteller natürlich nicht.
Die Einschubfilter von ENNA sind Kassetten, in die zwischen zwei Klemmplatten beliebige Filterfolien (z.B. Kodak-Wratten) eingesteckt werden können. Wer mehrere Kassetten besitzt, kann komfortabel und blitzschnell wechseln. Ansonsten ist ein Austauschen der Filterfolie mit einiger Fummelei verbunden.
Der Hamburger Kamerahersteller Witt hatte für seine Iloca mit 30mm Einschraubgewinde ebenfalls ein eigenes Filterprogramm. Die Filter lassen sich auch mit anderen Objektiven gleichen Gewindedurchmessers verwenden.
Eine kleine Gemeinheit waren die Retina-Filter von KODAK, auf der Fassung stand "27" oder "32".
Das waren aber der Aufsteck-Durchmesser für die Sonnenblende - die entsprechenden Objektiv-/Filter-Gewinde waren jedoch M 21,5 bzw. M 29,5 ...
Die Farben sind mit römischen Ziffern bezeichnet, für die nebenstehend abgebildeten Filter: FI hellgelb; FII gelb mittel; FIII grün; FIV orange; FV rot.
Für die Großbildkameras von Linhof gab es spezielle Einsteckfilter.
Vorsteckfilter Gelb 1 für die Miniaturkamera MEC 16
Minoltafilter 16
Zwar verfügte die Miniaturkamera Minox C bereits über ein eingebautes Gelbfilter, das sich bei Bedarf vor das Objektiv schieben ließ. Doch um auch für andere Anwendungen gerüstet zu sein, gab es auch noch vorsteckbare Filter. Im Foto ein Set mit Grünfilter, Skylightfilter R3 und einem stärkeren Blaustichfilter R6.
Für die kleine Photavit 24x24 mit der Einschraubfassung E24,5x0,5 bot der Hersteller ein hübsches Filterset mit 3 Filtern an. Das abgebildete ist mit je einem mittleren Gelb-, Grün- und Orangefilter bestückt. Es waren auch andere Zusammenstellungen erhältlich.
Rolleiflex-Filter mit Bajonettanschluss
Für die nach dem 2. WK gebauten Rolleiflex TLR schuf Franke & Heidecke eine Bajonettverbindung zur Verwendung von Filtern. Im Laufe der Jahre entstanden mehrere Durchmesser:
Das Bajonett I hatte mit 28,5mm den gleichen Durchmesser wie die klassischen Rollei-Aufsteckfilter
das Bajonett II hat 34mm Ø und
das Bajonett III hat 38mm Ø.
Im Foto links sehen Sie den Bajonettanschluss Größe II, den übrigens auch die Yashica mat verwendet.
Das Lederetui im rechten Foto enthält Vorsatzlinsen, Sonnenblende und ein Filtersortiment für das Bajonett III.
Nicht unbedingt kameraspezifisch, doch für seine Objektivreihe mit dem ansonsten eher ungebräuchlichen Filtergewinde ES46x0,75 lieferte A. Schacht, Ulm, auch Filter. Durchaus denkbar, dass diese selbst produziert wurden; die Ausführung ähnelt jedoch der Filterserie von B+W.
Hier ein UV-Filter in flacher Fassung, gekennzeichnet "Ww" für Weitwinkelobjektive.
Auch Steinheil, ebenfalls nicht als Hersteller einer kompletten Filterpalette bekannt, lieferte für einige seiner Objektive Filter in speziellen Fassungen. Ob diese selbst hergestellt wurden, ist mir nicht bekannt.
Hier drei Farbfilter mit Schraubgewinde 49x0,75 in einer Spezialfassung zur Vermeidung von Vignettierung. Als Sonnenblende muss für diese Filter eine Ausführung in Aufsteckfassung 54A verwendet werden.
Ebenso wie Leitz "erfand" auch Zeiss spezielle Filteranschlüsse für seine Kameras. Hier ein Gelbgrünfilter 353GR für Objektive mit M35,5 Außengewinde!
Für die Contarex gab es Filter mit massivem Bajonettanschluss in Metallfassung B56 (außen ein Polfilter).
Nach dem Zusammenschluss von Zeiss und Voigtländer wurde ein gemeinsames Filterprogramm angeboten. Einige Kameras erhielten einen Filterbajonett-Anschluss.
B50-Bajonettanschluss der Icarex-Filter aus Plastik....
Rechts zwei Filter mit B50-Bajonett für die Icarex
Etwas leichter haben es dagegen Exakta-Sammler. Die Frontdurchmesser der mit den Exakta’s verwendbaren Objektive sind vergleichsweise überschaubar. Einige Besonderheiten für Zeiss Biotar und Tessar behandele ich auf meiner Exakta-Seite. Es gab auch „Original“-Filter, die in den Exakta-Preislisten angeboten wurden.
In der Tat lieferte die Ihagee bis etwa 1955 Filter mit graviertem „Ihagee“-Schriftzug. Doch nicht jeder, der zur Exakta passende Filter beim Händler kaufte, erhielt solche. Sie wurden auch nicht von Ihagee selbst hergestellt, sondern von Lehmann & Balzer, Dresden, bekannt für Panchromar-Filter oder auch von Arnz in Jena.
Drei Exa-Objektive mit dazu passenden Ø 35,5 Ihagee-Einschraub-Filtern
Filtersortiment verschiedener Hersteller für die Exa-Normalobjektive Zeiss Tessar, Ludwig Meritar und Meyer Trioplan mit 35,5 mm Einschraubdurchmesser
Alternativ können für diese Objektive auch Aufsteckfassungen 37A verwendet werden. Das Foto zeigt je ein Zeiss Tessar mit Einschraubfilter ES35,5 von Carl Zeiss Jena (links) und Aufsteckfilter 37A von Zeiss Ikon Stuttgart (rechts).
Vor allem in den letzten Produktionsjahren wurden zur Exakta meist Filter von Zeiss oder Arnz Jena geliefert. Das Gemeine daran – es stand oft gar nix mehr auf der Fassung, weder Hersteller noch Größe oder gar Angaben zu Farbe oder Verlängerungsfaktoren. Trotzdem sind dies „Original“-Exakta-Filter.
In meinen Fotos beim Exakta-Zubehör habe ich ein paar dieser Namenlosen abgebildet, damit die Zuordnung etwas leichter fällt. Der meistgebräuchliche Filterdurchmesser war von etwa Mitte der 50er Jahre an M49x0,75. Viele Objektivhersteller verwendeten diesen Anschluss, so dass auch Filter anderer Filterhersteller mit diesem Durchmesser gut zu einer Exakta-Kamerasammlung passen.
Manche Kameras waren nur für die Aufnahme einer bestimmten Fassungsart vorgesehen. Die Agfa Silette oder die Voigtländer VITO B etwa hatten lange Jahre kein Einschraubgewinde. Frühe Biotar- und Tessar-Nachkriegsobjektive für Exakta oder Praktica erforderten hingegen einen speziellen Einschraubring, um mit Aufsteckfiltern bestückt werden zu können.
Boxfilter (Ae)
Ein eigenes Thema sind Filter für Boxkameras. Diese "Volkskameras" besaßen in der Regel keine Objektivfassung für ein Aufsteck- oder Einschraubfilter. Auch war der Qualitätsanspruch bei den Boxfotografen nicht so ausgeprägt, als dass es eines umfangreichen Filtersortimentes bedurft hätte.
Manche Boxen hatten gar schon ein Gelbfilter eingebaut. Ansonsten wurden Gelb- oder Grünfilter, Porträt- und Vorsatzlinsen mit Einsteckfassungen angeboten. Diese waren und sind allerdings nicht häufig zu finden.
Schwaches Ultrasorban Gelbfilter 200 für die Agfa Preis-Box von HAMAPHOT, Dresden
Agfa Preis Box mit Ultrasorban Gelbfilter 201 (s. auch Bild links) von HAMAPHOT, Dresden
Leichtes Ultrasorban Gelbfilter 201 für die Agfa Preis-Box von HAMAPHOT, Dresden
Vorsatzlinse "Porträtlinse" für die Agfa Box 44
Manche Fassungen waren so konstuiert, dass sie als Aufsteckfassung oder Einsteckfassung verwendet werden konnten.
Dieses Orthoplan-Filter von RHACO hat einen Aufsteckdurchmesser von 29mm, es ließ sich auch als Einsteckfilter (30/30,5mm) für Boxkameras verwenden.
Ein aufmerksamer Filtersammler findet auch immer mal wieder eine kleine Besonderheit. Diese AGFA-Portraitlinse Typ 6701 etwa wird für die einfachen Rollfilmkameras Click I und ISOLY angeboten. Im Karton findet sich jedoch die Telelinse 30mm f=2400, Typ 9574. Optisch erfüllt diese durchaus den gleichen Zweck wie die angebotene Portraitlinse...
Verschiedene Einsteckfilter für Box- und Filmkameras
Filteradapter
Wie bei den Objektiv-/Kameraanschlüssen gibt es für die Filtergewinde Adapter, mit denen sich größere Filter an Objektiven mit kleinerem Durchmesser (bedingt auch umgekehrt) verwenden lassen. Für manchen Fotografen mit einer bunt gemischten Objektivausstattung mögen solche Teile eine Alternative gewesen sein.
Zum Sammeln taugen sie eher wenig, vielleicht mit einer Ausnahme: an Weitwinkel- oder gar Ultraweitwinkelobjektiven vignettieren die meisten Filter in der Normalfassung. Ein Anpassring an den nächsten oder noch höheren Durchmesser verhindert dies. So ist z.B. die Original-Gegenlichtblende (M58) zum Zeiss Flektogon 2,8/35 (M49) nur mit einem Übergangsring von M49 auf M58 verwendbar. Mit sowas kann man dann schon mal die Sammlung ergänzen.
Das Weitwinkelobjektiv Flektogon 2,8/35 von Carl Zeiss Jena für die Exakta oder EXA hat das übliche Filtergewinde M49x0,75. Die zu diesem Objektiv gelieferte Original-Gegenlichtblende hat Schraubanschluß M58 und ist nur mit einem Übergangsring zu benutzen. Bei Verwendung normaler Gegenlichtblenden entstehen sonst Vignettierungen in den Bildecken. Entsprechend empfiehlt sich natürlich auch die Verwendung größerer Filter.
Notfalls geht es auch mit einem Filter mit M49-Gewinde. Dies muß dann zuerst eingeschraubt werden, bevor der Adapterring mit der Blende aufgesetzt werden. Einige Hersteller lieferten für Weitwinkelobjektive auch Filter mit speziellen (flacheren) Fassungen. Viele Zeiss Ikon-Filter aus Stuttgarter Fertigung waren besonders flach gebaut und deshalb für Weitwinkelobjektive sehr gut geeignet.
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