Originalfilter oder "Fremd"filter?

Viele Kamerahersteller boten in ihrem Zubehörprogramm Filter an. Doch die wenigsten stellten diese – wie an anderer Stelle meiner Seite schon beschrieben – auch selbst her. Wer in den großen Versandhäusern kaufte (PHOTO PORST, SCHAJA u.a.) und dort zur neuen Kamera auch die im Katalog angebotenen Zubehörteile bestellte, erhielt nur selten Filter aus dem „Original“-Zubehörprogramm des Kameraherstellers. Ausnahmen galten noch für Leitz, Voigtländer oder Zeiss, die wohl für Zubehörteile bestimmte Vertriebsbindungen mit den Händlern festgelegt hatten.

Selbst bei Kameras mit speziellen Filteranschlüssen (z.B. Rollei, Robot) erhielt man nicht immer Filter aus dem Originalprogramm, es sei denn, diese wurden ausdrücklich bestellt. In aller Regel fanden sich die gängigen Filter von B+W, Cenei oder Kaiser bei der gelieferten Kameraausrüstung.

Auch zur Kodak Retina gab es passende LIFA-Filter im LIFA-Filtersatz
Auch wer im örtlichen Fotohandel einkaufte, fragte bei Filtern kaum mal nach Fabrikaten und verließ sich – wie in der Apotheke – auf den fachlichen Rat des Fotohändlers. Und diese hatten höchst selten das gesamte Filterprogramm eines oder gar mehrerer Hersteller vorrätig.
Anders als bei „Fremdobjektiven“ stellte sich also die Herstellerfrage bei Filtern eher selten. Auch nach Qualitätskriterien war es mehr oder weniger gleichgültig, welches Filter man verwendete; viel wichtiger war der richtige Wert...

So fanden sich in den Kombitaschen der Fotoamateure meist Filter verschiedener Hersteller. Selbst wenn man ein Set im Ledertäschchen von z.B. Cenei erwarb, waren nicht immer nur CENEIPLAN-Filter darin. Wir Sammler streben natürlich an, vom Hersteller der Kamera angebotene "Original"-Filter zu besitzen. Dagegen gibt es auch nichts einzuwenden, bei meinen Exakta’s liegen auch Filter mit IHAGEE-Gravur ... Doch meist hat man mehrere Modelle, so dass es eine gute Alternative darstellt, diese mit Filtersets anderer Hersteller zu bestücken.

Das ist zum einen mit Blick auf die Originalität einer damaligen Fotoausrüstung praxisgerecht, zum anderen wird das Sammeln vielseitiger. Immerhin lässt sich ein Filter problemlos austauschen, wenn man später das Original oder ein anderes Fabrikat ersteht.

Auch bei einer Leica-Präsentation macht sich ein exotisches Filter, etwa von KELPAN mit dem eigenwilligen Summitar-Anschluss, gut. Daran kann man den Unterschied zum Original demonstrieren, so es denn einen gibt.

Filter für das Leitz Summitar: Originalfilter GBWOO (rechts oben), darunter ein B+W Sky, links ein Kelpan-Orangefilter. In der Mitte ein hübsches „Leica-Set“ des französischen Herstellers EXAchrome.

Leica-Anhänger gelten als pingelig, wenn es um die Originalität ihrer Schätze geht. Die Leica-Filter sind denn auch eine kleine Wissenschaft für sich. Gerade deshalb sind speziell an die Leica-Objektive passende Fremdfilter seltener als Originale! Ebenso wie beim „L“ der Belichtungsmesser muss man bei Filtern nach entsprechenden Hinweisen Ausschau halten.

Ist das Filter noch in der Originalpackung, steht meist „Leica“ drauf, ansonsten geben der Durchmesser oder das Gewinde einen Anhaltspunkt.









Zur Leica passende Filter von LIFA und Optochrom

Aufsteckfilter A36 sind nicht besonders häufig. Sie sind eine Alternative zu den Standard-Aufsteckfiltern von Leitz (Serien A und B), obwohl deren korrekter Durchmesser 35,9 mm ist.
Bei den LIFA-Filtern für die Leica ist dieser Durchmesser auf der Fassung graviert!

Kameraspezifische Filter, die - wie beschrieben - von vielen Herstellern für ihr Kameraprogramm angeboten wurden, finden Sie auch in der Abteilung "Filterfassungen" abgebildet und beschrieben.

Hier ein Original-Leica-Filter GBWOO und ein Filter von Kelpan, doch Welches ist Welches? Die Auflösung des Foto Ratebildes – zwei Summitar-Filter, welches ist das Original? - finden Sie am Schluss der Seite



Posted 2008/02/28; last updated 2010/06/07 Copyright © 2007-2018 by Horst Neuhaus