ENNA Objektive by Photo but More

ENNA Objektive aus München für die Exakta

Exakta Varex mit Ultra-LithagonEnna Emblem
Enna-Objektive finden sich bei Sammlern meist nicht in vorderen Ranglistenplätzen der ganz großen Optikhersteller. Dabei erwarb sich Enna nach dem 2. Weltkrieg mit innovativen Objektiven weltweit einen guten Ruf.

Die von Siegfried Schäfer - zum Teil nach Entwürfen von Dr. Ludwig Bertele (Sonnar-Entwickler, später Chefkonstrukteur bei Wild Heerbrugg) - entwickelten Optiken bestachen vor allem durch ihre Farbreinheit und hohe Fertigungsqualität.






Das Foto rechts zeigt ein Ultra-Lithagon 3,5/28 mit einer 1958 im Ihagee-Werk in das Modell IIa umgebauten Kine Exakta Nr. 558.445

Zu den sogenannten „Meilensteinen“ gehörten 1958 das weltweit lichtstärkste Weitwinkelobjektiv für Spiegelreflexkameras Super-Lithagon 1,9/35 mm und 1961 das erste Tele-Zoom-Objektv der Welt 4/85-250 mm. Am bekanntesten wurde ENNA für Spiegelreflexfotografen jedoch mit den Sockelobjektiven, quasi dem Vorbild der TAMRON adaptall Adapterserie.

Enna war auch der erste Objektivhersteller in Westdeutschland, der ein Weitwinkelobjektiv nach dem Retrofocus-Typ vorstellte. Diese von Angenieux Paris und Carl Zeiss Jena (Flektogon) fast zeitgleich entwickelte Objektivbauweise ermöglichte erstmals kürzere Brennweiten als 40 mm in Kleinbild-Spiegelreflexkameras. Auch das hochlichtstarke 6-linsige Ennaston (später Ennalyt) 1,5/85 mm zählte in den 1950er Jahren zu den weltweit renommierten Objektiventwicklungen.

Super Lithagon 1,9/35
Schnittzeichnung der neuen Lithagon
Weitwinkel-Objektive nach dem Retrofocus-Prinzip
Schnittzeichnung des 9-linsigen
Weitwinkel-Lichtriesen Super-Lithagon 1,9/35

Gegründet 1920 von Alfred Neumann produzierte das ENNA Werk, Dr. Appelt in München, erst ab Mitte der 1950er Jahre Wechselobjektive für Spiegelreflexkameras. Der Firmenname ist vom Namenskürzel „N.A.“ (ausgesprochen Enna) seines Gründers abgeleitet. Nach dessen Tod wurde das Unternehmen ab 1945 von seinem Schwiegersohn Dr. Werner Appelt weitergeführt.

Das Unternehmen warb damals mit einem Brennweitenspektrum zwischen 24 bis 600 mm für Spiegelreflexkameras. Doch eine Normalbrennweite (50 mm), mit der Enna zum Originalausrüster für die Exakta hätte aufsteigen können, befand sich nicht im Programm. Lediglich für die Edixa Modell B wurde um 1958 ein Springblendenobjektiv 1,9/50 "Edixa Color-Ennalyt" produziert.

Das änderte sich 1958, als zum ersten Mal ein Objektiv-Sockelsystem für Kleinbild-Spiegelreflexkameras vorgestellt wurde. Mit dem Ennalyt 1,9/50 gab es nun auch ein Hochleistungsobjektiv mit Normalbrennweite im Sockelsystem. Anfangs mit (Aufzugs-)Springblende, ab 1961 auch mit automatischer Druckblende ausgerüstet, war für die mit M42- und Exakta-Kameraanschluss lieferbaren Sockel eine Objektivpalette von 24-240 mm verfügbar. Die Objektiveinsätze sind wahlweise mit beiden Sockeln verwendbar, allerdings nicht zwischen Springblende und Druckblende kompatibel. Dieses Prinzip wurde später zur Vorlage des erfolgreichsten Wechselsockelsystems Tamron Adaptall.
Ich möchte hier einen Querschnitt aus der Objektivfertigung des Münchener Unternehmens vorstellen. Vor allem die Wechselsockel-Objektive sind für Sammler eine ganz besondere Herausforderung. Für den Springblendensockel sind 10 verschiedene Objektiveinsätze entwickelt worden, die teils in verschiedenen Versionen mit meter- und/oder feet-Gravuren für den Export in die USA vertrieben wurden. Für den Automatic-Sockel sind 7 verschiedene Brennweiten, z.T. ebenfalls in unterschiedlichen Ausführungen hergestellt worden.

Enna Objektivlinie 1950

ENNA-Wechselobjektive für SLR-Kameras in den 1950er Jahren (1954-1959)

Anfangs fertigte Enna nur Objektive für die Kameraausrüstung anderer Hersteller. Als erstes wechselbares SLR-Objektiv wurde das 35 mm Weitwinkel-Lithagon mit Lichtstärke 1:4,5, bald darauf mit 1:3,5 und 1:2,8 und sogar 1:2,5 angeboten. Eine Version mit 28 mm Brennweite - damals eine Sensation - das Ultra-Lithagon 3,5/28 ergänzte dieses seinerzeit konkurrenzlose Weitwinkelobjektiv-Angebot.

1955 folgten ein Teleobjektiv, das Tele-Ennalyt 3,5/135 und 1958 mit dem 9-linsigen Super-Lithagon 1,9/35 mm das weltweit lichtstärkste Weitwinkelobjektiv. Auch das ENNASTON 1,5/85 gehörte in den 1950er Jahren zu den herausragenden Münchener Objektivkonstruktionen.

Nicht alle westdeutschen Objektivhersteller boten auch Objektive mit dem Praktina-Schraubbajonett an; Enna gehörte jedoch zeitweise mit einer kleinen Palette von Wechselobjektiven dazu.

Erste Enna Objektivlinie für Spiegelreflexkameras in den 1950er Jahren

Lithagon 4,5/35Lithagon 4,5/35Das erste (1953) in Westdeutschland hergestellte 35 mm Weitwinkelobjektiv, Lithagon 4,5/35 mm, Nr. 3376

bereits mit Vorwahlblende ausgerüstet (4,5-16), Bildwinkel 64°, Fokus ab 0,9 m, Filtergewinde ES52.







Im Foto eine US-Exportversion, nur mit feet-Skala ab 3ft.


Lithagon 3,5/35Lithagon 3,5/35Lithagon 3,5/35 mm, Nr. 240069

wie die erste Ausführung ein 4-Linser, jedoch optisch neu konstruiert und mit höherer Lichtstärke, Vorwahlblende 3,5-22, Bildwinkel 64°, Fokus jetzt ab 0,4 m, Filtergewinde ES52, gleiche Fassungsbauform.
Lithagon 3,5/35 Schnitt

Lithagon 2,8/35 BVLithagon 2,8/35Lithagon 2,8/35 mm, Nr. 3226135

jetzt mit 6 Linsen und hoher Lichtstärke, Blendenvorwahl 2,8 bis 22, Bildwinkel 64°, Fokus ab 0,4 m, Filtergewinde ES52; unveränderte Fassungsbauform.Lithagon 2,8/35 Schnitt


Super Lithagon 2,5/35Super Lithagon 2,5/35Super-Lithagon 2,5/35 mm, Nr. 2192861 (li) und 2192954 (re)

6-Linser mit damals schon ungewöhnlich hoher Lichtstärke, Blendenvorwahl 2,5 bis 22, Bildwinkel 64°, Fokus ab 0,5 m, Filtergewinde ES52, gleiche Fassungsbauform.


Ultra Lithagon 3,5/28Ultra Lithagon 3,5/28In den 50er Jahren eine Sensation - ein 6linsiges 28er Weitwinkel: Ultra-Lithagon 3,5/28, Nr. 3216458 (1956)

Blendenvorwahl 3,5-22, Bildwinkel 75°, Fokus ab 0,3 m, Filtergewinde ES 52, gleiche Fassungsbauform wie die 35er.Ultra-Lithagon 3,5/28 Schnitt


Ennaston 1,5/85Ennaston 1,5/85Lichtriese in Gauss-Bauweise Ennaston 1,5/85 mm Nr. 1427

mit 6 Linsen (1956), Rastblende 1,5 bis 22, Bildwinkel 28,5°, Fokus ab 1,2 m, Filtergewinde ES 58


Tele Ennalyt 3,5/135Tele Ennalyt 3,5/135Tele-Ennalyt 3,5/135 mm Nr. 2632535

kurze Telebauweise mit 5 Linsen (1958), Rastblende 3,5 bis 22, Bildwinkel 18°, Fokus ab 1,5 m, Filtergewinde ES 52




Dieses Objektiv war nicht nur für Spiegelreflexkameras mit Exakta- oder M42-Anschluss erhältlich. Auch für verschiedene Kleinbild-Sucherkameras mit Anschlusmöglichkeit für Wechselobjektive war das Tele-Ennalyt seinerzeit lieferbar.

Die Abbildung zeigt die Version für eine Braun Paxette mit M39-Gewindeanschluss. Wenn Ihnen ein solches Objektiv für die Leica angeboten werden sollte (das Gewinde passt), beachten Sie aber dass Leica und Paxette unterschiedliche Auflagemaße für den Objektivanschluss haben! Das Objektiv lässt sich an der Leica also nicht bis unendlich einstellen.

Im Übrigen sind auch andere ENNA-Objektive mit Anschlüssen für andere Kamerasysteme als Exakta oder M42 zu finden. Einige waren werksseitig - etwa das ENNASTON 1,5/85 für die Leica, andere auch für das Praktina-System - bereits mit entsprechenden Anschlüssen lieferbar. Hin und wieder finden sich auch mehr oder weniger gut gemachte Umbauten von Kamerawerkstätten oder Bastlern.

ENNA-Wechselobjektive für SLR-Kameras in der Bauform der frühen 1960er Jahre

Seit 1958 nahmen die ENNA-Sockelobjektive den größten Raum des Enna-Objektivangebotes ein. Allerdings musste auch das Design der bisher angebotenen Standardserie dem Zeitgeist angepasst werden. Statt wie bisher blank waren nun schwarze Fassungen gefragt.

In dieser ersten Objektivlinie mit schwarz eloxierten Fassungen und breiten blanken Griffringabsetzungen sind interessante Sammlerteile zu finden - das rare superlichtstarke Weitwinkel 1,9/35 und die für Corfield GB gebauten Lumar/Lumax-Objektive. 1966 machte diese Serie dem dann aktuellen "Zebra-Design" Platz.




Objektive in der Bauform der frühen 1960er Jahre

Super Lithagon 1,9/35

9-Linser Super-Lithagon 1,9/35
Weitwinkelobjektiv mit Vorwahlblende 1,9-22, Bildwinkel 64°, Fokus ab 0,3 m, Filtergewinde ES52






Das 9linsige hochlichtstarke Weitwinkelobjektiv war 1958 eine Weltsensation. Es war damals das lichtstärkste Weitwinkelobjektiv weltweit.

Lithagon 2,8/35Lithagon 2,8/356-Linser aus den 60er Jahren: Lithagon 2,8/35

Weitwinkel mit Vorwahlblende 2,8-22, Bildwinkel 64°, Fokus ab 0,4 m, Filtergewinde ES52
Sandmar 2,8/35


Das rechte Foto zeigt das gleiche Objektiv in einer USA-Ausführung als "Sandmar" im Vertrieb von Argus
Lithagon 2,8/35 Schnitt

Tele-Ennalyt 2,8/90Ebenfalls aus den frühen 1960ern - klassische Porträtbrennweite: 4-linsiges Tele-Ennalyt 2,8/90 mm

Rastblende 2,8-22, Bildwinkel 27°, Fokus ab 0,7 m, Filtergewinde ES52.


Tele-Ennalyt 2,8/135Tele-Ennalyt 2,8/1355linsiges Tele-Ennalyt 2,8/135 mm (Nr. 3 203 171)

Rastblende 2,8-22, Bildwinkel 18°, Fokus ab 1,5 m, Filtergewinde ES52.Tele-Ennalyt 2,8/135 Schnitt


Corfield Tele-Lumax 3,5/135Teile seiner Objektivpalette lieferte ENNA auch an andere Hersteller, wie Corfield in England oder Argus in den USA. Diese statteten damit entweder ihre eigenen Kameramodelle mit speziellen Anschlüssen aus oder boten sie - oft nur mit einem anderen Ring versehen - als Lumar, Lumax (Corfield) bzw. Sandmar (Argus) mit Exakta-Bajonett oder auch M42-Schraubanschluss an. Diese Objektive sind mit den jeweiligen Lithagon- oder Ennalyt-Ausführungen optisch und mechanisch baugleich.

Corfield Tele-Lumax 3,5/135Mit dem 5-linsigen Tele-Ennalyt baugleiches Tele-Lumax 3,5/135 mm im Vertrieb von Corfield England

Rastblende 3,5-22, Bildwinkel 18°, Fokus ab 2,2 m, Filtergewinde ES52
Tele-Ennalyt 3,5/135 Schnitt

Tele-Ennalyt 4,5/200 Tele-Ennalyt 1:4,5/200 mm (Nr. 2 754 448

Blendenvorwahl 4,5 bis 22, Bildwinkel 12°, Fokus ab 4,5 m, Filtergewinde ES77.





Schweres Teleobjektiv (800g) mit 7 Linsen und Statvanschluss! Wurde 1958/59 nur in recht kleiner Stückzahl produziert und mit Exakta- oder M42-Anschluss für 297 DM verkauft.

Tele-Ennalyt 4,5 240 mm Tele-Ennalyt 1:4,5 240 mm als 3-linsiges Fernobjektiv in Normalbauweise

Blendenvorwahl 4,5 bis 32, Bildwinkel 10°, Fokus ab 2,4 m, Filtergewinde ES67.





Neben diesem 240er Fernobjektiv, das weiter unten auch im Größenvergleich mit dem späteren 240er Tele gezeigt ist, hatte Enna noch zwei richtig lange Tüten im Angebot. Zwei Fernobjektive 4,5/400 mm und 5,6/600 mm in einer 5-linsigen Tele-Konstruktion, die die Baulänge zwar verkürzte, die Objektive jedoch mit 2 bzw. 3,3 Kilogramm sehr schwer machte. Das Tele-Ennalyt 4,5/400 mm finden Sie in meiner Abteilung "Fernobjektive".

Diese Objektive haben Filtergewinde in den Größen M95x1 bzw. M 108x1. Bevor man jedoch zu Fenstergläsern in diesen Ausmaßen greift, ist möglicherweise die weiter unten gezeigte Filterkassette für Steckfilter praktischer.

ENNA Objektive 1970

ENNA-Wechselobjektive für SLR-Kameras mit Griffringen im "Zebra-Design"

Nahezu alle Objektivhersteller boten ab etwa 1966 ihre Objektive im - später von Sammler so bezeichnet - "Zebra-Design" an. Exakta-Sammler nennen es gelegentlich auch "VX 1000-Design".

In Prospekten wurde diese Griffring-Gestaltung gelegentlich auch einfach "schwarz/chrom" genannt.









Fassungsbauform ab etwa Mitte 1960 bis 1970.

Lithagon 3,5/35Lithagon 3,5/35Eines der letzten ENNA-Weitwinkel mit dem Namen "Lithagon" 3,5/35 mm

Rastblende 3,5-22, Bildwinkel 64°, Fokus ab 0,5 m, Filtergewinde ES52




Lithagon 2,8/35 SchnittNach wie vor blieb das 35mm-Lithagon auch als 4-Linser mit etwas geringerer Lichtstärke 1:3,5 im Programm. Mit seiner Rastblende war es zugleich eines der preiswertesten damals erhältlichen Weitwinkelobjektive.

Lithagon 2,8/35Lithagon 2,8/35Ebenfalls noch als "Lithagon" - 6-Linser 2,8/35 mm

Blendenvorwahl 2,8-22, Bildwinkel 64°, Fokus ab 0,4 m, Filtergewinde ES52

Ennalyt 1,5/85

Ennalyt 1,5/85Ennalyt 1,5/85 mm
Rastblende 1,5-16, Bildwinkel 28,5°, Fokus ab 1 m, Filtergewinde ES62




Neue Version des 6-linsigen Lichtriesen, optisch unveränderte Gauss-Konstruktion, jetzt unter dem Namen "ENNALYT".
Tele Ennalyt 2,8/135

Tele-Ennalyt 2,8/135
Rastblende 2,8-22, Bildwinkel 18°, Fokus ab 1,5 m, Filtergewinde ES52




Tele-Ennalyt 2,8/135 SchnittDas 5-linsige Tele-Ennalyt 2,8/135 in der Ausführung der späten 60er Jahre wartete gleich mit mehreren Eigenheiten auf - es war eines der preiswertesten, kleinsten, leichtesten und zugleich lichtstärksten Standardteles seiner Zeit.

Den niedrigen Preis von 198 DM erkaufte man mit einfacher Bauweise - nur Rastblende und einfachem Schneckengang, bei dem sich die Frontlinse und Blendenskala beim fokussieren mitdrehten ... Seine optische Leistung hingegen ist ausgezeichnet und mit der robusten Metallkonstruktion war es damals eines der beliebtesten Teleobjektive. Die große und nicht vertieft angeordnete Frontlinse macht allerdings eine Gegenlichtblende unverzichtbar.
Tele-Ennalyt 4,5/240Tele-Ennalyt 4,5/240

Tele-Ennalyt 4,5/240 mm (Nr. 4 004 862)
Rastblende 4,5-22, Bildwinkel 10°, Fokus ab 3 m, Filtergewinde ES52

Das rechte Foto zeigt ein optisch und mechanisch identisches 240er Tele-Ennalyt in einer späteren Bauform (Nr. 4 034 197). Einziger Unterschied - am Objektivanschlussring wurde die blanke Riffelung eingespart...




Tele-Ennalyt 4,5/240 Schnitt Trotz 5linsiger Bauweise war dieses Tele-Ennalyt das wohl kleinste und leichteste 240er Teleobjektiv dieser Zeit.

240er Tele-Ennalyt

Das Tele-Ennalyt 4,5/240 wurde sowohl in normaler Bauweise als Fernobjektiv (links), als auch als sehr kleines und leichtes Teleobjektiv (rechts) hergestellt.


Tele-Ennalyt 4,5/400Tele-Ennalyt 4,5/400

Tele-Ennalyt 4,5/400 mm (1958)
Rastblende 4,5-32, Bildwinkel 6°, Fokus ab 5 m, Filtergewinde ES95




















Tele-Ennalyt 4,5/400 SchnittDas wuchtige und schwere Tele-Ennalyt 4,5/400 mm, auf dem Foto links im Größenvergleich mit einem Normalobjektiv Ennalyt 1,9/50 aus der Automatiksockel-Serie.


Filterschublade

Filterschublade für Enna-Fern- und Zoomobjektive. Diese Einschubkassetten werden mit Gelatinefiltern, z.B. Kodak-Wratten-Filter, bestückt (s. auch Foto weiter unten).



Diese Filterkassetten gibt es in zwei verschiedenen Ausführungen:
in die zweiteilige Kunststofffassung (Bild ganz links) wird das Filter eingelegt, die Metallfassung (Bild rechts) dagegen hält es in einem Rahmen mit Federspannung.



ENNA Wechselobjektive mit Wechselsockel

Weil die "normalen" Enna-Objektive bereits viel Raum eingenommen haben, finden Sie die Wechselsockel-Objektive auf einer eigenen Seite.

ENNA Automatik-Objektive

Im Jahr 1964 wurde die seit rund 6 Jahren produzierte ENNA-Objektivserie für den Springblendensockel von einer Automatik-Version abgelöst. Diesen umfangreichen Komplex stelle ich hier gesondert vor.

Einige Objektive aus dieser neuen Automatik-Serie bot ENNA auch mit einer fest eingebauten Spring- bzw. Druckblende an. Ebenso wie der Automatik-Sockel waren diese Objektive mit einem Auslösearm sowohl für die Exakta, als auch für die Edixa Modell A und mit einem Anschluss für M42 mit Kamera-Innenauslösung erhältlich. Lieferbar waren vier Brennweiten:

Diese Objektive sind optisch baugleich zu den Wechseleinsätzen der Automatik-Serie bzw. den "normalen" ENNA-Objektiven mit Blendenvorwahl bzw. Rastblende. Auch der Filtergewindeanschluss ist mit 52mm Einschraub identisch.

Lithagon 4/24 auto Tele-Ennalyt 4,5/240 auto Zwei Objektive aus der ENNA-Automatikserie:

Links ein Lithagon 4/24 mm mit M42-Schraubanschluss und Auslöserarm zum Anschluss an die frühen Edixa A-Modelle ohne Innenauslösung.
Das untere Foto zeigt den für diesen Anschluss notwendigen Justier- mechanismus. Damit der Auslöserarm des Objektivs dem Kameraauslöser genau gegenüber steht, muss die äußere Fassung gegebenenfalls verdreht werden. Dazu werden die vier kleinen Schrauben gelockert. Beim Bajonettanschluss für die Exakta ist diese Anpassung nicht notwendig.

Die M42-Automatiksockel mit Auslöserarm sind übrigens mit dem gleichen Verstellmechanismus ausgestattet.

Das rechte Bild zeigt eine Exportversion des Tele-Ennalyt 4,5/240 mm (feet-Skala) mit Bajonett- anschluss für die Exakta.


ENNA Tele-Zoom 1:4/85-250 mm

Dieses damals "Gummilinse" genannte Objektivmonster war das erste in Deutschland errechnete und weltweit auf den Markt gebrachte Tele-Zoom. Das Objektiv hat 12 Linsen und Vorwahlblende 4 - 22, Bildwinkel ist entsprechend der Brennweite 10 bis 29°, Fokus entsprechend 0,6 bis 3,3 m. Das frontseitige Filtergewinde ist ES74 Allerdings ist bei diesem Objektiv die Filterverwendung vor den Linsen nicht zu empfehlen, weil Filter die optischen Berechnungsdaten beeinflussen und eine Beeinträchtigung der Abbildungsleitung verursachen können.

Das Objektiv hat deshalb auch einen Einschubschacht für Filterkassetten vor dem Kameraanschluss (s. Foto unten).

Enna Tele-Zoom 85-250
Enna Tele-Zoom 85-250

ENNA-Kassettenfilter Zwar hat die Fassung des Tele-Zoom ein Gewinde für Einschraubfilter M74, zusätzlich besitzt das Objektiv - wie auch die beiden Fernobjektive 400 und 600 mm - eine Filterschublade für spezielle Filterkassetten (Foto).
Vor allem UV- oder Skylight-Filter sollten nach Enna-Empfehlung nicht vor die Frontlinse gesetzt werden!







Verschiedene ENNA-Kassettenfilter zum Einsetzen in den Filterschacht der Objektivfassung beim Enna Tele-Zoom und den Fernobjektiven.


ENNA Objektivfertigung für andere Hersteller und Handelsmarken

Neben der eigenen Fertigungslinie produzierte Enna auch Wechselobjektive für Argus USA (Sandmar) und lieferte die von Corfield GB unter den Namen "Lumar" und „Lumax“ vertriebenen Objektive. Von Corfield, damals auch Ihagee Vertrieb für Großbritannien, waren die Lumar/Lumax-Objektive neben der M39-Anschlussversion für die Periflex-Kameras auch mit Exakta-Objektivanschluss erhältlich.

In den USA sind Enna-Objektive - vor allem die Sockel-Version 1 - sowohl unter den Enna-Typenbezeichnungen als auch unter dem Argus-Namen "SANDMAR" zu finden. Es sind weitere Namensvarianten aus Enna-Fertigung bekannt (Reflexogon, Edixar u.a.).


Corfield Tele-LumaxReflexogon35
Für Corfield GB gefertigtes 5-linsiges Tele-Ennalyt 3,5/135 mit Rastblende und Exakta-Bajonettanschluss. Es wurde unter dem Namen Lumax vertrieben.4-linsiges Ennalyt 3,5/35 mit Rastblende, unter dem Handelsnamen "Reflexogon" vertrieben.

Für Vertriebsfirmen In Deutschland, unter anderem für Photo Porst und Foto Quelle (Revue), produzierte Enna Objektive, die diese unter ihrem eigenem Namen verkauften.
Enna späte SerieDie Fertigung für Porst und Revue bedingte eine kostensparende Bauweise. Deshalb wurden viele Objektive ab etwa 1965 nur noch mit Rastblende ausgerüstet. Noch spätere Versionen hatten eine Kunststofffassung (wie ISCO Göttingen). Die Kunststoffversionen besitzen auch keinen Festanschluss mehr, sondern sind mit dem verbreiteten T-2-Adaptergewinde ausgerüstet.

Enna-Objektive mit Kunststoff-Fassung, Blendenvorwahl und T-2 Schraubge- windeanschluß.

Links ein Edixa Eximar Weitwinkel 3,5/35 mm, rechts ein Tele-Ennalyt 3,5/135 mm - beide 4-Linser. Der KE-Adapter für das T-2 Gewinde verbindet beide Objektive mit dem Bajonett der Exakta.



Exakta-Versionen werden mit dem Adapter KE geliefert. Sie sind optisch nicht unbedingt schlecht, etliche wurden noch nach Ende der Exakta-Bauzeit ausgeliefert. Wie die Kunststoff-Serie von ISCO passen sie thematisch zur VX 1000 und VX 500, mit denen sie damals als Komplett-Angebote verkauft worden sind. Solche Objektive werden heute zwar nicht oft, aber preiswert angeboten.

Bis 1964 wurden 4 Millionen Objektive gebaut, Enna produzierte bis in die 1990er Jahre Objektive und andere optische Teile. Neben Objektiven entstand bei Enna auch anderes optisches Zubehör, z.B. Diaprojektoren. Der anfänglich für die Weitwinkelobjektive verwendete Name „Lithagon“ musste um 1960 aus namensrechtlichen Gründen aufgegeben werden. Die Objektive hießen fortan „Ennagon“.

Zu den Olympischen Spielen 1972 in München erlebte die Objektivfertigung von ENNA noch einmal einen Aufschwung. Das Unternehmen gehörte damals zu den "offiziellen" Ausrüstern der Spiele und durfte seine Produkte entsprechend mit den 5 Ringen zieren. Die Objektive selbst waren nicht gekennzeichnet, wohl aber die Verpackungen.

Enna TaschenbuchZu allerletzt möchte ich den besonders interessierten Sammler noch auf das ENNA TASCHENBUCH von Friedrich-W. Voigt hinweisen. Dieses Buch, 1965 im Heering-Verlag, Seebruck, erschienen, beschreibt das damalige Enna-Lieferprogramm recht ausführlich. Voigt ist auch als Verfasser der Edixa-Kamerabücher und anderer Fotoliteratur bekannt.






Posted 2008/12/14 last updated 2015/05/04; Copyright © 2007-2016 by Horst Neuhaus