Spezialsucher für die Exakta Varex und Exa

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Die Exakta Varex war 1951 die erste Spiegelreflexkamera mit austauschbaren Suchereinsätzen. Damit konnte der bisher gewohnte Lichtschachtsucher gegen einen Prismensucher ausgetauscht werden. Doch damit nicht genug - in den Folgejahren schuf die Ihagee weitere Möglichkeiten, um die Vielseitigkeit der Exakta zu erweitern. In meiner Sucherabteilung stelle ich die verschiedenen Suchereinsätze im Detail vor. Hier geht es um Spezialsucher für die Makro- und Stereofotografie.

Sowohl für Stereoaufnahmen als auch für Lupen-/Makroaufnahmen entwickelte die Ihagee in den frühen 1950er Jahren spezielle Suchereinsätze. Beide Sucher erfuhren während ihrer Bauzeit nur geringe Veränderungen. Während der Suchereinsatz für die Mikro- und Makrofotografie - Objektiv-Lupen-Einsatz - noch bis Anfang der 1970er Jahre produziert wurde, wurde der Stereosucher - Stereflex - schon um 1965 eingestellt. In der folgenden Übersicht finden Sie diese beiden Suchereinsätze, die sowohl in der Exakta Varex als auch in der Wechselsucher-Exa verwendet werden können.

Objektiv-Lupen-Einsatz

Spiegelreflexkameras eignen sich in ganz besonderer Weise für die Mikro- und Makrofotografie. Verfügen solche Kameras über einen Wechselsucher, empfiehlt sich meist die Verwendung des Lichtschachteinsatzes. Damit ist die Mattscheibeneinstellung zwar seitenverkehrt, jedoch durch den Einblick von oben nicht nur bequemer, sondern auch übersichtlicher. Die in den Lichtschachtsucher der Exakta eingebaute klappbare Lupe ermöglicht bei Nahaufnahmen bereits eine recht komfortable Scharfstellung. Allerdings zeigt sie nicht das gesamte Reflexbild bis zum Rand der Einstellscheibe.

ObjektivlupensucherDieser Makel war zwar für den Amateurfotografen zu verschmerzen, der seine Exakta - wenn überhaupt - nur hin und wieder für die Mikrofotografie verwendete. Die Exakta kam jedoch auch in Labors oder Werkstätten als professionelles Arbeitsgerät für Mikroaufnahmen zum Einsatz. Dort entstand der Wunsch nach einem für diese fotografische Spezialanwendung verbesserten Sucher, bei dem die Lupe das ganze Mattscheibenbild unverzerrt vergrößert. Die Lösung boten die Wechselobjektive der Exakta, für die als spezielle Aufnahmemöglichkeit der Objektivlupeneinsatz konstruiert wurde. Da bei Mikroaufnahmen mit dem Mikroskop das normale Kameraobjektiv ohnehin nicht benötigt wurde, konnte dieses als Lupe in dem neuen Suchereinsatz Verwendung finden.

Das Objektiv wird auf unendlich fokussiert und mit voll geöffneter Blende in den Bajonettsockel des Suchers eingesetzt. Objektive mit der Standardbrennweite 50 mm oder länger zeigen das ganze Sucherbild verzerrungsfrei bis zum Rand. Bei längeren Brennweiten wird die Lupenvergrößerung dabei geringer. Kürzere Brennweiten, 40 oder 35mm, zeigen zwar eine stärkere Lupenvergrößerung, jedoch nicht mehr das gesamte Sucherbild. Auch mit längerbrennweitigen Objektiven, bei denen die Vorderlinse weiter in die Fassung zurückgebaut ist, kann das gesamte Sucherbild nicht auf einen Blick erfasst werden.
Mit verschiedenen Brennweiten lassen sich folgende Lupenvergrößerungen erzielen, wenn die übliche Einstelllupe im Suchereinsatz verwendet wird:

35mm Brennweite ca. 8fach - 58mm Brennweite ca. 5fach - 100mm Brennweite ca. 3fach
50mm Brennweite ca. 5,5fach - 75mm Brennweite ca. 4fach - 135mm Brennweite ca. 2fach

Wird anstelle der gewölbten Einstellupe (mit Vergrößerung) die zum Objektivlupeneinsatz speziell entwickelte flache Mattscheibe verwendet, ist die Gesamt-Vergrößerung des Sucherbildes etwas geringer.

Aufsatzlupe Typ 2Kolpofot-EinsatzFür Einsatzfälle, in denen kein Objektiv zur Verfügung steht, wurde auch eine spezielle Aufsatzlupe angeboten. Diese (Katalog-Nr. 312) vergrößert das Reflexbild etwa 4,5fach (5fach mit der gewölbten Einstelllupe).

Auch andere Objektive, die über einen Bajonettadapter angepasst werden können, sind als Lupenobjektive verwendbar (s. Foto rechts mit einem Schmalfilmkamera-Objektiv in Retrostellung in einem Kolpofot-Einsatz).

Durch die vielfältigen Anpassungsmöglichkeiten unter Verwendung unterschiedlicher Objektive und Einstelleinsätze stellt sich der Objektivlupeneinsatz als das universellste Einstellinstrument für die Nah- oder Mikrofotografie dar. Wer damit in der Praxis schon einmal gearbeitet hat, wird darauf nicht mehr verzichten wollen.

Exakta MikroskopfotografieIn meiner Übersicht der Einstellscheiben finden Sie sowohl die verschiedenen Einstelllupen (mit Vergrößerung) als auch die zum Objektivlupensatz speziell angebotenen flachen Einstellscheiben in unterschiedlichen Ausführungen. Ich will hier nicht auf die Verwendung im Detail eingehen - für unterschiedliche Zwecke waren jeweils unterschiedliche Kombinationen sinnvoll - jedoch einige Anwendungshinweise geben.

Generell ungeeignet für Nah- und Mikroaufnahmen ist die Zeiss-Messlupe mit dem Schnittbild in der Mitte. Allgemein ist für Nahaufnahmen eine Einstellscheibe mit einem Klarfleck (3 oder 10mm Ø) gut geeignet. Für Reproduktionen empfiehlt sich eine Planmattscheibe mit Quadratnetz. In der Mikrofotografie und für extreme Nahaufnahmen mit Balgen ist eine klare Einstellscheibe bzw. -Lupe mit oder ohne Fadenkreuz ideal. Das helle Luftbild der Klarlupe ermöglicht eine ausgezeichnete Objektbetrachtung, macht aber die genaue Entfernungseinstellung schwierig oder gar unmöglich. Eine Einstellscheibe mit Fadenkreuz verbessert dabei die Orientierung des Auges deutlich.


Im Beispielfoto ist eine komplette Mikroskop-Fotoeinrichtung mit Lupensucher und Okularbalgen dargestellt

Auch bei Sachfotos, in der Architektur- oder professionellen Landschaftsfotografie erweist sich der Objektivlupeneinsatz, etwa mit einer Fadenkreuz- oder Quadratnetzlupe, als optimales Einstellgerät für anspruchsvolle Aufnahmen.



Posted 2008/09/15; last updated 2016/05/26 Copyright © 2007-2018 by Horst Neuhaus