Zwischenringe anderer Hersteller für Exakta und Exa by Photo but More

Zwischenringe anderer Hersteller für die Exakta und Exa

Zugegeben, dies ist ein weites und unübersichtliches Feld. Deshalb will ich meinen Ausflug auf nur wenige interessante Stücke beschränken. Die gewählte Reihenfolge ist rein zufällig.

Interessantes Nahring-Set von Leitz Wetzlar, das gängige Objektiv-Anschlüsse für die Exakta nutzbar macht. Der Kameraadapter "DOORX" mit einer Auszugslänge von 24 mm ermöglicht den Anschluss von Objektiven und Zubehör mit Leica M39-Gewinde. Daran läßt sich zum Beispiel der abgebildete "Repro"-Ring vom Leitz-Focoslide (26 mm Auszugslänge) verwenden.
Der Übergangsring auf M42-Gewinde (Praktica/Pentax) hat 23 mm Auszugslänge. Durch entsprechende Kombination mit Ringen anderer Fabrikate (M39 oder M42 auf xy-Bajonett) lassen sich auch Objektive anderer Fabrikate (natürlich nur bei Nahaufnahmen) verwenden.



Qualitativ hochwertiger massiver Zwischenringsatz mit hochglanzverchromten Anschlußringen, ebenfalls M39-Zwischengewinde. Er ist somit wie der zuvor beschriebene DOORX-Adapter von Leitz verwendbar. Auszugsmaße: gesamt 66 mm (Ringe 7 / 15 / 30, Bajonettringe zus. 14 mm). Der Hersteller ist unbekannt.

Topcon Ringsatz













Einen sehr schönen und wertig gebauten 3teiligen Ringsatz lieferte TOKYO OPTICAL Co, als Lizenznehmer der Ihagee für das Exakta-Bajonett besser unter der Marke TOPCON bekannt.

Die Ringe sind mit No.1, No.2 und No.3 bezeichnet und haben beidseitig Bajonettanschluss. Die Auszugslänge des kleinsten Ringes ist 10 mm, die beiden anderen sind - wie die Ihagee-Ausführung - 15 und 30 mm lang.


Flexibler Zwischenring des Hamburger Zubehörvertriebs ACCURA. Der Auszug läßt sich zwischen 34-54 mm stufenlos einstellen. Der Ring ist aus Aluminium und im Design der Ihagee-Zwischenringe der frühen 1950er Jahre. Eigenartigerweise ist das Zwischengewinde M39,8x0,75 - das Maß der frühen Ihagee-Ringe von 1937.

Flexibler Zwischenring mit zweifachem Schneckengangauszug. Hiermit läßt sich eine variable Auszugslänge zwischen 34 - 65 mm erreichen, die zweite Stufe liegt bei 47 mm. Material ist Aluminium. Bei dieser Ausführung eines mir unbekannten Herstellers ("PB" Germany) sind Kamera- und Objektivbajonettanschluß fest mit dem Ring verbunden.

Das Teil wurde 1958 als "verstellbares Zwischenrohr für Nahaufnahmen bis 1:1" von Photo Porst für die Exakta (Bestell-Nr. 045435) oder mit M42-Anschluss (Bestell-Nr. 045436) angeboten.

Ein "normaler" Ringsatz des Berliner Zubehörstellers Walter Witt (Marke TITANIA) . Die Maße stimmen mit denen des Original-Ihagee-Ringsatzes, Bestell-Nr. 138 überein. Auch die Aluminium-Ausführung entspricht im Design den zeitweise von Ihagee gelieferten Ringen.








Einen Unterschied zwischen den "Original Ihagee" Ringen und Ausführungen anderer Hersteller bemerkt der kundige Betrachter am Entriegelungshebel (s. Vergleichsfotos unten). Hier war nämlich bei den objektivseitigen Bajonett-Ringen der Ihagee aus dieser Zeit der äußere Rand - wohl zur leichteren Montage - teilweise ausgefräst. Andere Hersteller verzichteten darauf.
Dieser Ringsatz, gekennzeichnet "E.B. Germany" verwendet ebenfalls exakt die gleichen Masse wie die Ihagee-Ausführungen. Material ist schwarz eloxiertes Aluminium.


Hier der schon weiter oben gezeigte Zwischenringsatz von A. Schacht, Ulm, an einer Exakta VX 1000. In der dargestellten Kombination mit einem Objektiv-Umkehrring (ebenfalls von Schacht) und einem Travelon 1,8/50 in Retrostellung ist mit dem Doppel-Drahtauslöser sogar automatische Blendensteuerung bei Nahaufnahmen möglich. Passt das nicht alles wunderschön zusammen? Ein attraktives Vitrinenteil - natürlich kann wer will damit auch noch fotografieren ...

Der kleine Optikbetrieb Huffziger in Leipzig fertigte um 1960/1970 Spezial-Anbauteile für die Exakta und Praktica, teils unter Verwendung von Original-Zubehörteilen aus Dresden.

Hier als Beispiel ein Makroring P/E (Best.-Nr. 3727 0000), der in einem Ihagee-Karton für den D-Ring verkauft wurde. Die Bestell-Nr. 718.700 des D-Ring ist seitlich noch aufgedruckt, entspricht aber nicht dem Inhalt der Schachtel. Dieser Ring war vielmehr ein Objektiv-Umkehrring M49 zum Anschluss an Zwischenringe oder Balgengeräte mit dem M42-Objektivgewinde. Die Anwendung mit einer Praktica zeige ich bei den Umkehrringen im Foto.


Manches Fremdzubehör, vor allem Zwischenringe, ist den Originalteilen zum Verwechseln ähnlich und auch mit ihnen kompatibel. Anderes wiederum hat unterschiedliche Anschlüsse und Gewinde. Novoflex-Geräte, z.T auch Kilfitt, ermöglichten außerdem entweder über das Leica-Gewinde M39 oder das Novoflex-eigene Bajonettsystem den Anschluss von Objektiven und Geräten mit Leica-Gewinde oder mit fremdem Bajonett. Auch Zwischenringsätze mit Auslöserübertragung gab es zu kaufen (zuletzt sogar im Beroflex-Programm). Für uns Sammler entstand dadurch das Problem, oft keine zusammengehörigen Teile zu finden. Manches, was man mit einer Ausrüstung erstanden hat, ist bunt durcheinandergewürfelt und kann - weil die einzelnen Teile meist nicht gekennzeichnet sind - nur schwer wieder zum Originalsatz zusammengestellt werden.

Automatik-Zwischenringe

Berolina Auto-RingsatzSoligor-Fodor auto RingsatzWer sich in dem Thema nicht richtig auskennt, wird mit der Bezeichnung "Automatik-Zwischenring" leicht auf eine falsche Fährte geführt - es gibt eigentlich keine Zwischenringe mit Automatik. Dennoch ist dieser Begriff für Zwischenringe üblich, die mit einer Vorrichtung zur Übertragung der Blendenauslösung zwischen Kameragehäuse und Objektiv ausgerüstet sind.

Bei der Exakta war dies nur in der Weise möglich, dass über ein Gestänge eine Verbindung zwischen dem Abdruckknopf der Kamera und dem Auslöseknopf des Objektives hergestellt wird. Die Ihagee hatte zu diesem Zweck das Auslösegestänge (Ihagee-Zubehör-Nr. 149 / 178) im Lieferprogramm, allerdings war es recht fummelig zu montieren.

Einige Zubehörsteller lieferten ab etwa Mitte der 1960er Jahre Zwischenringe mit fest angebautem Übertragungsgestänge. Der Westberliner Vertriebsableger der Ihagee, die BEROLINA, hatte solche Ringe im Programm - allerdings nur eine 2teilige Version aus japanischer Fertigung (s. Bild links, daneben eine sehr solide Ringkonstruktion von FODOR/Soligor). Auch von Albinar oder Vivitar habe ich schon derartige Ringe gesehen.



Das Thema Zwischenringe und Tuben ist weiter untergliedert in:

Zwischenringe und Tuben - allgemein
Zwischenringe ud Tuben für die Kine Exakta
Zwischenringe und Tuben - Ausführungen nach 1949
Doppelbajonettring / D-Ring
Ergänzungsteile für Zwischenringe und Klein-Balgengerät



Posted 2008/09/16; last updated 2009/05/18 Copyright © 2007-2018 by Horst Neuhaus