In den manchmal auch als "Blütezeit der Photographie" bezeichneten Jahren zwischen etwa 1920 bis 1940 nahmen sich einige Firmen des damals neuen Themas "fotografische Aufnahmefilter" an. Die Filterherstellung, gleich ob mit Gelatinefolien oder Glas, erforderte jedoch gewisse produktionstechnische Voraussetzungen. Somit war die Zahl der Hersteller überschaubar, dennoch wird sicher der Eine odere Andere in Vergessenheit geraten sein. Fast alle Filterhersteller dieser Jahre haben nach Kriegsende ihre Produktion wieder aufgenommen, teils jedoch in anderen Produktionsumgebungen. Dazu finden Sie im nächsten Kapitel mehr.
Nachfolgend zunächst Angaben über die mir bekannten Hersteller die bereits in den Vorkriegsjahren Fotofilter produzierten:


Von Agfa wurden die Gelbfilter 0 (Rapid), 1 (sehr hell), 2 (hell), 3 (mittel), 4 (stark, Belichtung 4 – 5x) und als Nr. 5 ein Orangefilter ( 5 – 6x) angeboten. Die Filter gab es als runde oder quadratische Glasscheiben in verschiedenen Grössen mit dazu passenden Haltern. Auch Verlaufsfilter und Filter für die Dreifarbenfotografie (blau, grün, rot) waren bereits im Angebot der Agfa.
Gegründet 1929, 1972 verstaatlicht und in das Kombinat Zeiss Jena eingegliedert. Nach der Verstaatlichung firmierte Arnz unter "VEB JENAer GLASWERK SCHOTT & GEN." Filterfertigung noch bis 1990.
B. Eichapfel entwickelte in den 1930er Jahren die Noviflex, später als Reflex Korelle bekannter. Zuvor bildeten die Beda-Filtersätze das Hauptbetätigungsfeld.


In den 1930er Jahren wurde das Angebot auf eine komplette Filterpalette, zunächst für Schwarzweiß- später auch für Colorfilme erweitert. Die für alte Ceneiplan-Filter typische 3zack-Aufsteckfassung (s. auch unter Filterfassungen) wurde noch bis Anfang 1960 beibehalten.




Leitz nimmt nicht nur bei den Kameraherstellern eine Sonderstellung ein, auch auf meiner Filterseite muss ich dem Begründer des Mythos Kleinbildkamera meine besondere Würdigung zukommen lassen. Doch weil Leitz nicht mein eigentliches Sammelgebiet ist, habe ich lange überlegt, in welcher Weise ich Leitz hier überhaupt korrekt behandele.
Ein Filterspezialhersteller ist Leitz sicher nicht. Es wurden noch nicht einmal alle von Leitz für die Leica verkauften Filter zu allen Zeiten von Leitz selbst gefertigt. Doch dies trifft auf andere Kamerahersteller in gleicher Weise zu. Dennoch sind die Filter zur Leica in mehrfacher Hinsicht eine Besonderheit, die sie (vielleicht als einzige Fotofilter überhaupt) durchaus zu einem eigenständigen Sammelgebiet machen:

Die Typisierung der Leitz- / Leica-Filter nach Gruppen A - P verschafft dem Sammler eine gute Übersicht. In der Spezialliteratur, teilweise auch im Internet sind hierzu viele Angaben zu finden, die dem Leica-Sammler meistens schon bekannt sind. Deshalb will ich Leitz-Filter hier auch nicht im Detail behandeln. Ich habe sie in verschiedenen Rubriken meiner Filterbeschreibungen entsprechend berücksichtigt, soweit dies thematisch passt. Etwas mehr über Leitz-Filter finden Sie noch bei den kameraspezifischen Filteranschlüssen.

LIFA - zeitweilig nach eigener Werbeaussage größte Filterfabrik der Welt – hatte schon Mitte 1920 ein breites Sortiment an Aufnahmefiltern. Neben dem Normalsatz mit Nr. 1 (Gelb hell), Nr. 2 (Gelb mittel), Nr. 3 (Gelb stark), Nr. 4 (Orange) waren viele Filter für unterschiedliche Platten im Angebot, aber auch eine ganze Reihe Spezialfilter, z.B. Nr. 164 für Agfa-Blitzlicht, Nr. 166 für offenes Gaslicht, Nr. 169 für Spiritusglühlicht usw. Selbst unseren Universalfilter „UV“ gab es in vier Varianten als „Lifa-Aero-Filter“.
LIFA fertigte Gelbfilter nach verschiedenen Rezepten, u.a. nach Frhr v. Hübl, nach dem Pina-Handbuch
(Dr. E. König), als Tartrazin-Filter nach Schiel und etliche weitere „tonrichtige Filter“ für orthochromatische
oder panchromatische Platten, dazu noch nach eigenem Standard.
Im Übrigen konnten Filter auch in Wunschmaßen bestellt werden; eine genaue Lieferung in Bruchteilen von mm
kostete allerdings Aufpreis. Die Filterbezeichnungen bei LIFA sind nach heutigen Maßstäben recht konfus,
doch der Photoamateur von damals wusste durchaus zwischen Orthocolor- und Panchrom-Filter in den
Gradationen Nr. 100 / 0 / 1 / 2 / 3 / 4 zu unterscheiden. Es gab dann ja auch noch Omnicolor und
Recticolor. Manches scheint recht durcheinander, so gibt’s das Panchrom 100 in hellgelb und als
Panchrom 1 in Grün ... Dazu muß man wohl im Detail über orthochromatische bzw. panchromatische Filme
Bescheid wissen. Manchmal steht auch nur LIFA 1, 2, 3 oder 4 drauf. LIFA-Filter sammeln kann ein Leben
er- und etliche Vitrinen auffüllen.





Zwei Marken aus der Schweiz standen im Ruf besonders hoher Qualität: Omag-Gelbscheiben aus geschliffenem Jenaer Glas (hell, mittel, dunkel) und Kern-Gelbfilter in der Masse gefärbtes Glas (hell, Compensationsfilter).








Zeiss lässt sich in Kurzform für Sammler nicht beschreiben. Dafür ist die Zeiss-Geschichte zu vielfältig und wird in zahlreich verfügbarer Spezialliteratur vermittelt. Für den Objektivbereich finden Interessenten Einiges auf meiner Zeiss Seite. Für den Filtersammler sind 3 Zeiträume von Bedeutung: frühe Carl Zeiss Jena-Filter (vor der Fusion zur Zeiss Ikon), die Vorkriegsfertigung bei Zeiss Ikon in Dresden und Jena, die Nachkriegsfertigung bei Carl Zeiss Jena und bei Zeiss Ikon in Oberkochen und Stuttgart.
Vorkriegserzeugnisse tragen ab 1927 in aller Regel den Namen "Zeiss Ikon". Die Filterfassungen sind meist hochwertig aus Messing und schwarz oder braun lackiert. In den 20er Jahren findet man sogar mit Samt gefütterte Filterringe (Dukar-Filter). Die Beschriftung ist oft in goldener Farbe ausgelegt. Die Filterbezeichnungen sind nicht einheitlich, zuletzt wurde ein System verwendet (z.B. 373/1), das Zeiss Ikon Stuttgart in den Nachkriegsjahren übernahm. Die Farbkennzeichnungen (z.B. G1, O) verwendete Carl Zeiss Jena noch bis 1970 (zur Nachkriegsproduktion finden Sie weiter unten mehr).
Die Gläser wurden aus hochwertigem Jenaer Glas gefertigt, Gelatinefilter verwendete Zeiss nicht (Ausnahme: Bernotar-Polfilter). Das Filterglas konnte man anfangs - ab ca. 1905 - nur in gelb (hell 5fach, dunkel 10fach, später 1=hell, 2=mittel, 3=dunkel), später auch in rot und grün einfärben. Es wurde von Schott & Gen. bezogen, die jedoch auch an andere Hersteller lieferten. Ab etwa Anfang der 30er Jahre war ein vollständiges Farbfilterprogramm für Schwarz-Weiß-Filme verfügbar.
Zeiss-Dukarfilter mit Sammetfutter (um 1922), Gelbglas hell, Größe VI für Objektive mit "innerem Sonnenblendendurchmesser" 47,1 mm. Damals wurde der Objektivdurchmesser mit "Sonnenblende" bezeichnet.
In den USA war KODAK uneingeschränkter Marktführer mit Kodak Gelbscheiben A (10fach), B Horizontfilter (verlaufend) und den späteren Wratten-Filtern. Kodak Wratten entwickelte auch die internationale Filtertabelle mit vielen Filterwerten für Schwarzweiß- und Farbfotografie (finden Sie in der Wikipedia). US-amerikanische und viele japanische Hersteller bieten ihre Filter nach dieser Wertetabelle an. Deutsche Hersteller kochten zumeist ihre eigene Filtersuppe; eine Vergleichstabelle der bekanntesten Hersteller finden Sie in meiner Filterseite.
Auch Tiffen, Chess United, Ednalite oder die vom Handelshaus Burke & James vertriebenen REXO-Filter und Scheibe’s aus Los Angeles waren über die US-Grenzen hinaus bekannt. Aus Japan etwa ist "WALZ" eine häufiger auftauchende Filtermarke und seit den 1970er Jahren natürlich HAMA mit seinem HOYA-Filterprogramm.
Manche Hersteller besonders hochwertiger Filter brachten Kennzeichnungen, wie Name und Filterfaktor am Rand des Filterglases an. Bei den Massivglasfiltern der Fotobeispiele von Zeiss und Optochrom in der ersten Reihe erfolgte dies durch eine Ätzung im Glas. Filter, die mit einer Gelatinefolie zwischen zwei Gläsern (nach Frh. von Hübl) aufgebaut waren, erhielten gelegentlich eine Kennzeichnung auf der Folie. Dies zeigen die Bildbeispiele von Agfa-Filtern in der zweiten Reihe.





Die Filter-Marktführer der 50er Jahre in Westdeutschland waren Biermann + Weber (B+W) und Neithold (CENEI). B+W wurde erst 1947 in Berlin gegründet und verlegte seinen Firmensitz wenige Jahre später nach Wiesbaden. Das Unternehmen wurde 1985 von Schneider Kreuznach übernommen. Weitere Filterhersteller, wie Summer (Heliopan) und Kaiser (EKA) entstanden ebenfalls erst nach Kriegsende. EKA kooperierte bei der Filterproduktion auch mit Heliopan und zuletzt auch mit Rodenstock.
In der DDR wurden Filter von Agfa (Wolfen, später ORWO), Arnz (1929 gegründet) sowie Zeiss in Jena (mit Schott-Gläsern) und Lehmann + Balzer, Dresden (Panchromar) geliefert. Bei Agfa und Zeiss sind Filter sowohl aus ostdeutscher als auch westdeutscher Produktion zu finden.
Die Augsburger Filterhersteller LIFA, Solcolor und Optochrom schlossen sich zu einer Arbeitsgemeinschaft der Lichtfilterfirmen - ALFI - zusammen. Bei allen Augsburger Betrieben fand die Filterproduktion allerdings in den 1970er Jahren ihr Ende. Gleiches gilt für die meisten anderen deutschen Filterspezialhersteller.
Nur B + W, Heliopan und Kaiser überstanden den Exidus der deutschen Fotoindustrie und produzieren noch heute Filter. Es gab eine Reihe von Herstellungs- und Vertriebskooperationen, sowohl zwischen den Filterproduzenten selbst, als auch mit anderen Markenherstellern von Fotogeräten. Cenei beispielsweise fertigte Filter für Leitz und zeitweise auch für Agfa (München). B+W produzierte u.a. Rollei-Filter.
Die zuvor ebenfalls in Dresden ansässige Hama zog es nach Westdeutschland. Hama liefert etwa ab 1970 ein umfangreiches Filterprogramm in Kooperation mit dem japanischen Hersteller HOYA. Auch der schon vor Kriegsbeginn in Frankfurt ansässige Hersteller RHACO sowie die 1946 gegründete ROWI (Robert Widmer) hatten neben allgemeinem Fotozubehör auch Filter in ihrem Fertigungs- bzw. Vertriebsprogramm. Das Filterglas stammte jedoch - wie schon an anderer Stelle beschrieben - in den meisten Fällen aus dem Jenaer Glaswerk von Schott & Gen bzw. aus deren westdeutscher Fertigung in Mainz.
AGFA, München
AGFA, Wolfen (spätere ORWO)
Alfi, Arbeitsgemeinschaft Lichtfilter Augsburg
ARNZ, Jena (Ultrasorban, A-Z)ARNZ-Seite)
Biermann + Weber (B+W), ehemals Berlin, später Wiesbaden
Carl Zeiss Jena
Cenei (CENEIPLAN), Carl Neithold, Frankfurt
Deutsche Optochrom GmbH, Augsburg
Heliopan / Summer, Grafelfing/München
Kaiser (EKA) - Erich Kaiser, Buchen/Odenwald
Kelpan, Augsburg (1962 von Heliopan übernommen)
KODAK, Stuttgart (auch USA)
Lehmann & Balzer, Lommatzsch/Dresden (Panchromar)
Leitz, Wetzlar
LIFA / Kellner & Co, Augsburg
ROWI / Robert Widmer, Neuburg/Donau
Rodenstock, München
Schott & Gen. Jena (TGL)
SOLCOLOR, Augsburg
Steinheil, München
UGL, Glage Hamburg
Voigtländer, Braunschweig
WATA, Ernst Wateler, Braunschweig
Zeiss Ikon, Stuttgart
Filterschachteln bekannter Filterhersteller in den 1950er Jahren
Nur wenige Kamerahersteller mit einem eigenen Filterprogramm fertigten dieses auch selbst. Voigtländer, Zeiss Ikon in Stuttgart und zeitweilig auch Leitz stellten eigene Filter her. AGFA produzierte Filter seit den 20er Jahren, kooperierte später aber auch mit Neithold/Cenei. Die Übrigen bezogen diese meist von den Filter-Spezialherstellern. Oft lässt sich anhand der Fassung die wahre Geburtsstätte des Markenfilters feststellen (z.B. B + W für Rollei, CENEI für Leitz oder AGFA, Lehmann + Balzer für Ihagee). Doch kennzeichnete nicht jeder Hersteller seine Filterfassungen. Manche verzichteten zeitweilig sogar völlig auf Angaben auf der Fassung (Arnz, Panchromar, Solcolor). Dies betrifft weniger die weiter oben beschriebenen frühen Filter, als einige Erzeugnisse aus den Nachkriegsjahren. Wenn in solchen Fällen die Verpackung fehlt oder Filter falsch einsortiert worden sind, ist guter Rat oft teuer. Für Anwender war (und ist) dies in der Regel ohne Bedeutung, solange sich der Filtertyp für die jeweilige Anwendung eindeutig identifizieren lässt. Doch ein Sammler hätt's gern genauer....
Einige Sammler baten mich deshalb - ergänzend zur allgemeinen Vorstellung der Filterfassungen um herstellerspezifische Hinweise zu den Fassungen. Deshalb habe ich die Beispiele zu den Filtern der Nachkriegsjahre um einige Fotos erweitert, insbesondere bei den Fabrikaten ohne Herstellerkennzeichnung auf der Filterfassung.
Allerdings - akribische Sammler mit ausgeprägtem Sinn für Ordnung und exakte Zuordnungen müssen an dieser Stelle zu Zugeständnissen bereit sein. Nicht jedes Filter wird sich konkret einem bestimmten Hersteller zuordnen lassen. Bei den Gläsern ist dies ohnehin nicht möglich, weil Filterhersteller ihre Gläser vom gleichen Produzenten (Schott & Gen.) bezogen oder bei der Glasbearbeitung kooperierten. Auch die Herkunft der Fassungen ist nicht immer identisch mit dem Aufdruck auf der Filterpackung. An anderer Stelle (Filteretuis) schreibe ich über Kooperationen, die selbst über die damalige "Zonengrenze" hinweg praktiziert worden sind. Doch gilt für diesen Bereich meiner Seite ganz besonders: alle Angaben sind ohne jede Gewähr für Richtigkeit oder Vollständigkeit!





Der Filterbetrieb wurde kurz nach Ende des 2. WK von Walter Biermann und Johannes Weber in Berlin gegründet. Nach nur wenigen Jahren zog das Unternehmen nach Wiesbaden um und wurde Ende der 1980er Jahre von Schneider Kreuznach übernommen. B+W ist auch Hersteller und Rechteinhaber der Polarisationsfilter "nach Käsemann". Wie Konkurrent Cenei fertigte auch B+W Filter für verschiedene Kamerahersteller, die diese unter eigenem Namen vertrieben.
Neithold nahm seine Produktion schon kurz nach Kriegsende wieder auf; 1964 verlegte das Unternehmen seinen Sitz nach Schwalbach im Taunus. Ob zunächst noch Filter in den alten schwarzen Fassungen (s. weiter oben) hergestellt wurden, ist mir nicht bekannt aber denkbar.






1946 in Lardenbach/Hessen gegründet verlegte der Betrieb zunächst nach Offenbach, bevor 1954 der endgültige Umzug nach Buchen im Odenwald erfolgt.
Unter der neuen Marke "Kelpan" werden die früheren Pan-Ortho-Filter nach 1945 vertrieben. Kelpan schloss sich nicht der Augsburger Lichtfilter-Arbeitsgemeinschaft an; das Unternehmen wurde 1962 von Heliopan übernommen. 




Solcolor war einer der in der Filterstadt Augsburg ansässigen Filterhersteller (Lifa, Kelpan, Solcolor, Optochrom). Wie Kelpan war auch Solcolor ein Lifa-Ableger und kooperierte auch mit Lifa. Teile für das spätere Lifa-Adaptersystem sind auch unter der Marke Solcolor zu finden.

Für manche Sammler deutscher Fotoerzeugnisse mag es von Interesse sein, die Produktentwicklungen in Deutschland Ost und West zu dokumentieren. Dass dies ein spannendes Betätigungsfeld ist, erfahren Sie bei meinen Vorstellungen von Edixa - Exakta und Zeiss Jena Objektiven. An dieser Stelle soll es mit dem Vergleich von Zeiss-Filtern der 1960er Jahre sein Bewenden haben.
Drei Filter mit Einschraubfassung E35,5. Die beiden links auf dem Bild aus Stuttgart unterscheiden sich durch unterschiedliches Fassungsmaterial: ganz links eine Alu-Fassung, daneben die übliche Zeiss-Fassung aus verchromtem Messing. Ganz rechts dazu im Vergleich ein Filter von Carl Zeiss Jena mit schwarz lackierter Messingfassung.
Bis gegen Ende der 1950er Jahre trugen Filter aus der Produktion von Carl Zeiss Jena keine Herstellerbezeichnung. An ihrer typischen weißen Beschriftung auf der schwarz lackierten Messingfassung sind sie aber eindeutig zu identifizieren. Auch die Klappetuis, anfangs aus braunem oder schwarzem Bakelit mit Prägung ZEISS IKON oder CARL ZEISS JENA, später aus Plastik ohne Herstellerangabe machen eine Zuordnung leicht. Von Bedeutung ist noch, dass es aus Jena keine Colorfilter für Farbfilm gegeben hat. Erst nach der staatlich verordneten Zusammenlegung der ostdeutschen Filterhersteller gab es auch Colorfilter aus dem früheren Arnz-Programm. Diese mit der "TGL"-Prüfkennzeichnung angebotenen Filter sind gelegentlich auch in Zeiss-Verpackungen zu finden.


Eine eher für Anwender interessante Besonderheit vieler Zeiss-Filter aus Stuttgarter Fertigung ist ihre flache Bauform. Diese ermöglicht es, das Filter auch auf Weitwinkelobjektiven zu verwenden, ohne bei offener Blende Vignettierungen befürchten zu müssen. Allerdings - eine Sonnen-/Gegenlichtblende mit Schraubgewinde lässt sich auf diesen Filtern nicht mehr anbringen weil ein dafür notwendiges Gewinde fehlt. Es ist eine Blende mit entsprechend größerer Aufsteckfassung erforderlich (z.B. A 37 für E35,5-Filter). Diese wiederum vermeidet ebenfalls eine Vignettierung der Bildecken.
Eine Randbemerkung noch zu Stuttgart vs. Jena - auch Jenaer Filter sind mit flachen Fassungen zu finden! Diese waren meist, aber auch nicht immer, mit "Ww" graviert. Hin und wieder wird es auch nicht einfach sein, Erzeugnisse aus Jena oder Stuttgart auseinanderzuhalten. Die Filter waren zeitweise gleich gekennzeichnet, Gelbgrün-Filter etwa GR55 oder 323/55... Nur schwarze Messingfilter aus Stuttgart sind mir bislang noch nicht begegnet - was aber nicht sicher ausschließt, dass es solche nicht auch gegeben hat.
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