
Auf dieser Seite möchte ich Einiges von dem vorstellen, was aus meiner Sicht die Sammelei von fotografischen Geräten so interessant, zugleich aber auch so
unorganisiert unübersichtlich macht. Das Meiste läßt sich gar nicht in die typischen Sammlerkategorien, z.B. nach Marke, Gattung oder Format einordnen. Einiges ist auch total überflüssig, trotzdem wurde es gekauft.
Bewußt will ich aber nicht von Kuriositäten oder Raritäten sprechen. Vielmehr ist mit den Jahren Manches an
fotografischem Zubehör entstanden, das aus Sicht seines Entwicklers durchaus einen Zweck erfüllen konnte - Fotokram also. Wer das dann benutzt hat und ob es seinem Benutzer nutzte oder ihm gar Freude bereitete, will ich hier offen lassen.

Als "Dunkelkammer in der Jackentasche" bot der US-Filmhersteller ANSCO seinen Super Anscochrome Dia-Film an.
Tatsächlich war die Ersparnis enorm - wenn alles gut ging. Der Selbstlader mit 8 Filmen à 20 Aufnahmen kostete DM 55,50, während für eine Einzelpackung DM 12,90 aufzuwenden waren.
Das Flexameter von Kühn aus der Leica-Stadt Wetzlar. Wurde in den 1950er Jahren nur kurze
Zeit produziert.
Es handelt sich um einen aufsteckbaren Reflexsucher, der aus jeder Kamera
eine TLR machen sollte. Mit dem kleinen Objektiv (Lichtstärke 2,8) läßt sich das Motiv auf
einer ziemlich finsteren Mattscheibe "scharfstellen". Der daraufhin abgelesene Wert kann auf
die Objektiv-Entfernungsskala übertragen werden. Ob die Fotos danach tatsächlich schärfer
waren, ist nicht überliefert.
Ein Retuschierpult für Negative.
Was Photoshop heute am Computer nahezu automatisch macht,
mußte früher in mühseliger Kleinarbeit per Hand mit feinem Pinsel erledigt werden. Damit
die Ausbesserungsarbeiten am 6x6 oder gar Kleinbildnegativ nicht allzu stressig wurden, konnte man
sich dieses kleinen Leuchtpultes mit aufgesetzter Lupe bedienen.
Nicht jeder exclusiven Kamera war ein eingebauter Entfernungsmesser vergönnt.
Selbst der ROBOT - Eigner mußte auf ein solches Hilfsmittel verzichten. Es sei
denn, er konnte sich den teuren ROYAL oder dieses exclusive Zubehörteil leisten. Der bei den
kleinen ROBOT's ansteckbare E-Messer kuppelte bei Verwendung der dafür vorgesehenen
Schneider - Objektive selbstständig und spiegelte das von der Leica bekannte Mischbild in den Sucher
ein. Das Zubehörteil wurde nur selten gekauft und ist heute von Sammlern gesucht.
Gerade kein Stativ zur Hand? Kein Problem, wenn Sie sich zuvor im Zubehörhandel mit der von ROWI
angebotenen Baumschraube eingedeckt hatten.
Allerdings muss ein passender Holzkumpel in der Nähe
sein, damit die Kamera am Riemen der Bereitschaftstasche dran aufgehängt werden kann.
Fotografisches "Survival Kit" kann man diese Stativ-Notausstattung für alle Fälle auch nennen (unter dieser Bezeichnung gibt's sowas Ähnliches heute auch zu kaufen!). Die zuvor gezeigte Rowi'sche Baumschrauben wird hier mit einem Taschenstativ kombiniert und damit noch getoppt.
Der Universalität ist zudem mit anschraubbaren Stativ-Mini-Beinchen genügt. Wer als Besitzer einer solchen Kombination seine Kamera jetzt noch in der Hand hält, ist selber schuld.
Das Teil ist im Übrigen Made in Germany - man merkt das (neben einer Prägung) auch daran, dass Beinchen und Schraube bei Nichtgebrauch im Inneren des Stativrahmens hinter der Bodenschraube verschwinden. Als ahnungsloser secondhänd-Erwerber findet man es nur durch Zufall.
Das wird wohl einer erfunden haben, der auch für die Verschlüsse von Milchtüten verantwortlich war...
Sowas ist für den überzeugten Exakta-Fotografen zwingend, wenn er sich als Zweitkamera eine VITO B von
Voigtländer zulegt - ein Linksauslöser.
Das Gestänge überträgt den Auslösedruck von der linken
Kameraseite auf den rechts angebrachten Kameraauslöser. Extrem seltenes Voigtländer-Teil, das seinerzeit in erster Linie für Fotografen angeboten wurde, die durch Kriegseinwirkungen ihren rechten Arm verloren hatten.
Von wegen, Karnevalsmasken für Venedig...
Ein kleines Sortiment Stereobrillen.
Die brauchen Sie,
um die teuren Stereofotos auch richtig dreidimensional begucken zu können. Die mittlere kann auch
im Alltagsgebrauch hilfreich sein, spart 'ne Menge Alkohol und man guckt trotzdem wie besoffen ...
Alte Leitzianer kennen die Problematik - wer beim klassischen Elmar ein Filter mit Sonnenblende montiert hat, kann die Blendeneinstellung vergessen. Es sein denn, er schraubt jedesmal sein Filter vom Elmar wieder runter.
Diesem Leiden bot Leitz mit dem VOOLA-Blendenring jedoch Abhilfe. Er wurde - wie im Foto gezeigt - in die Sonnenblende gespannt und man konnte so den mittleren Blendenring verdrehen, auch wenn ein Filter montiert war. Gewusst wie (oder womit)....
Falsch - das ist kein Vorläufer unserer Verkehrsampel! Das stand bei Uropa in der Dunkelkammer. Die
grüne Lampe war für panchromatische Filme und Positive, die rote Lampe für orthochromatisches
Material.
Und die weiße Lampe hat er wohl gebraucht, um auf der Packung mal eben nachsehen
zu können, ob er die rote oder grüne Birne einschalten muß ....
Plakat zur Jahresausstellung der Fotografie
"PHOKINA" 1949, der Vorgängerin der PHOTOKINA.
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