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Photokram und Fotokram - Nützliches und Überflüssiges

Herzlich Willkommen auf der Photokramseite von Photo but More by Horst Neuhaus
Dieser Teil meiner Seite wird mehr oder weniger regelmäßig verändert. Bitte schauen Sie gelegentlich mal wieder vorbei. Danke!

Auf dieser Seite möchte ich Einiges von dem vorstellen, was aus meiner Sicht die Sammelei von fotografischen Geräten so interessant, zugleich aber auch so unorganisiert unübersichtlich macht. Vieles läßt sich gar nicht in die typischen Sammlerkategorien, z.B. nach Marke, Gattung oder Format einordnen. Einiges ist auch total überflüssig, trotzdem wurde es gekauft.

Bewußt will ich aber nicht von Kuriositäten oder Raritäten sprechen. Vielmehr ist mit den Jahren Manches an fotografischem Zubehör entstanden, das aus Sicht seines Entwicklers durchaus einen Zweck erfüllen konnte - Fotokram also. Wer das dann benutzt hat und ob es seinem Benutzer nutzte oder ihm gar Freude bereitete, will ich hier offen lassen.

ANSCO Filmlader




Als "Dunkelkammer in der Jackentasche" bot der US-Filmhersteller ANSCO seinen Super Anscochrome Dia-Film an.

Tatsächlich war die Ersparnis enorm - wenn alles gut ging. Der Selbstlader mit 8 Filmen à 20 Aufnahmen kostete DM 55,50, während für eine Einzelpackung DM 12,90 aufzuwenden waren.




Das Flexameter von Kühn aus der Leica-Stadt Wetzlar. Wurde in den 1950er Jahren nur kurze Zeit produziert.
Es handelt sich um einen aufsteckbaren Reflexsucher, der aus jeder Kamera eine TLR machen sollte. Mit dem kleinen Objektiv (Lichtstärke 2,8) läßt sich das Motiv auf einer ziemlich finsteren Mattscheibe "scharfstellen". Der daraufhin abgelesene Wert kann auf die Objektiv-Entfernungsskala übertragen werden. Ob die Fotos danach tatsächlich schärfer waren, ist nicht überliefert.



Ein Retuschierpult für Negative.
Was Photoshop heute am Computer nahezu automatisch macht, mußte früher in mühseliger Kleinarbeit per Hand mit feinem Pinsel erledigt werden. Damit die Ausbesserungsarbeiten am 6x6 oder gar Kleinbildnegativ nicht allzu stressig wurden, konnte man sich dieses kleinen Leuchtpultes mit aufgesetzter Lupe bedienen.

Retuschierkasten
Für die heutige Fotografengeneration mit Digitalausrüstung und Photoshop sind historische Teile wie das vorherige Retuschierpult oder gar diese Retuschier- und Colorierausrüstung pure Exotic. Dabei ist es noch gar nicht so lang her, als mit sowas fotografische Negative aufgehübscht hat oder Fotoabzüge coloriert wurden.

Von "Halie" mit Interieur von Schwan Stabilo stammt dieser Malkasten. Das passende Anleitungsbuch wurde vom Buntstiftehersteller Schwan herausgegeben. Banausen konnten zwar auch dem Sprössling seinen Wasserfarbkasten klauen und damit Fotos "colorieren" - die Ergebnisse waren dann aber selten vorzeigbar...





Nicht jeder exclusiven Kamera war ein eingebauter Entfernungsmesser vergönnt.
Selbst der ROBOT - Eigner mußte auf ein solches Hilfsmittel verzichten. Es sei denn, er konnte sich den teuren ROYAL oder dieses exclusive Zubehörteil leisten. Der bei den kleinen ROBOT's ansteckbare E-Messer kuppelte bei Verwendung der dafür vorgesehenen Schneider - Objektive selbstständig und spiegelte das von der Leica bekannte Mischbild in den Sucher ein. Das Zubehörteil wurde nur selten gekauft und ist heute von Sammlern gesucht.



Gerade kein Stativ zur Hand? Kein Problem, wenn Sie sich zuvor im Zubehörhandel mit der von ROWI angebotenen Baumschraube eingedeckt hatten.
Allerdings muss ein passender Holzkumpel in der Nähe sein, damit die Kamera am Riemen der Bereitschaftstasche dran aufgehängt werden kann.

Survivalkit Fotografisches "Survival Kit" kann man diese Stativ-Notausstattung für alle Fälle auch nennen (unter dieser Bezeichnung gibt's sowas Ähnliches heute auch zu kaufen!). Die zuvor gezeigte Rowi'sche Baumschrauben wird hier mit einem Taschenstativ kombiniert und damit noch getoppt.

SurvivalkitDer Universalität ist zudem mit anschraubbaren Stativ-Mini-Beinchen genügt. Wer als Besitzer einer solchen Kombination seine Kamera jetzt noch in der Hand hält, ist selber schuld.

Das Teil ist im Übrigen Made in Germany - man merkt das (neben einer Prägung) auch daran, dass Beinchen und Schraube bei Nichtgebrauch im Inneren des Stativrahmens hinter der Bodenschraube verschwinden. Als ahnungsloser secondhänd-Erwerber findet man es nur durch Zufall.

Das wird wohl einer erfunden haben, der auch für die Verschlüsse von Milchtüten verantwortlich war...



Sowas ist für den überzeugten Exakta-Fotografen zwingend, wenn er sich als Zweitkamera eine VITO B von Voigtländer zulegt - ein Linksauslöser.
Das Gestänge überträgt den Auslösedruck von der linken Kameraseite auf den rechts angebrachten Kameraauslöser. Extrem seltenes Voigtländer-Teil, das seinerzeit in erster Linie für Fotografen angeboten wurde, die durch Kriegseinwirkungen ihren rechten Arm verloren hatten.





Von wegen, Karnevalsmasken für Venedig...
Ein kleines Sortiment Stereobrillen.

Die brauchen Sie, um die teuren Stereofotos auch richtig dreidimensional begucken zu können. Die mittlere kann auch im Alltagsgebrauch hilfreich sein, spart 'ne Menge Alkohol und man guckt trotzdem wie besoffen ...

Leitz VOOLA

Alte Leitzianer kennen die Problematik - wer beim klassischen Elmar ein Filter mit Sonnenblende montiert hat, kann die Blendeneinstellung vergessen. Es sein denn, er schraubt jedesmal sein Filter vom Elmar wieder runter.

Diesem Leiden bot Leitz mit dem VOOLA-Blendenring jedoch Abhilfe. Er wurde - wie im Foto gezeigt - in die Sonnenblende gespannt und man konnte so den mittleren Blendenring verdrehen, auch wenn ein Filter montiert war. Gewusst wie (oder womit)....



Falsch - das ist kein Vorläufer unserer Verkehrsampel! Das stand bei Uropa in der Dunkelkammer. Die grüne Lampe war für panchromatische Filme und Positive, die rote Lampe für orthochromatisches Material.
Und die weiße Lampe hat er wohl gebraucht, um auf der Packung mal eben nachsehen zu können, ob er die rote oder grüne Birne einschalten muß ....





Plakat zur Jahresausstellung der Fotografie "PHOKINA" 1949, der Vorgängerin der PHOTOKINA.

KODAK disc-Film

Nur kurz habe ich überlegen müssen - stelle ich diese bahnbrechende fotografische Neuentwicklung auf meiner antiqua-Seite oder unter Filmmaterial vor? Doch gehört dieses gefloppte Kamerasystem aus der Endzeit der Filmentwicklung nach meiner Einschätzung eher zu den Kuriositäten und damit hierher.

Kodak disc 4000 Kodak disc 4000

Mit der Präsentation eines neuen Kamera- und Filmsystems auf der Photokina 1982 versuchte Kodak zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Zum einen sollte ein Nachfolger für den mittlerweile alt und müde gewordenen Kassettenfilm 126 gefunden werden. Außerdem wollte Kodak offenbar wieder zum altgewohnten System der Käuferbindung an den hauseigenen Service zurück (das hatte mit den Kodachrome und Ektachrome Umkehr- und Schmalfilmen in den 50er/60er Jahren gut funktioniert). Im Prinzip waren die flachen Kameras auch kein schlechter Gedanke. Beim gewählten Filmformat 8x10,5 mm kam man dem bewährten Minox-Format recht nahe. Doch wurde anders als bislang üblich, das Negativmaterial (es gab nur Colornegativ-Filme) auf einer Scheibe im Durchmesser von 63 mm für 15 Aufnahmen angeordnet.

Diese Filme konnten in Eigenregie so gut wie nicht bearbeitet werden, man war also an den Kodak-Service gebunden. Andere Filmhersteller interessierten sich für das System nur wenig. Auswahl gab es somit kaum, auch nicht beim Filmmaterial - einzig Color-Negativfilme 24°DIN / 200 ASA gab es zu kaufen.

Auch Kamerahersteller hielten sich mit dem Lizenzerwerb zurück; die Technik war recht aufwändig, die Objektive (2,8/12,5mm Fixfocus) mussten zudem von Kodak bezogen werden. Infolge des kleinen Bildformates waren sie vergleichsweise hochwertig. Kodak selbst bot anfangs 4 Modelle an: disc 2000, 4000, 6000 und 8000. Diese Palette wurde später um einige Varianten erweitert oder ergänzt, wie bei den Instamatics zuvor waren die Unterschiede marginal. Nur bei der disc 2000 konnte man die Batterie selbst wechseln. In den übrigen Modellen sind 6V-Lithium-Batterien fest eingebaut. Zum Wechseln musste der Kodak-Service bemüht werden, allerdings sind sie recht langlebig (bei zwei disc 4000 in meiner Sammlung funktionieren sie noch heute!). Alle Modelle haben eingebauten Blitz und motorischen Filmtransport sowie eine mehr oder weniger umfangreiche CdS-Belichtungsmessung.

Die Produktion der disc-Kameras wurde schon nach wenigen Jahren wieder eingestellt, Filme gab es noch bis etwa 1999. Für Sammler hat dieses Kamerasystem nur geringe fotohistorische Bedeutung. Die meistverkaufte KODAK disc 4000 mit ihrem hübsch designten Gehäuse ist jedoch ein netter Lückenfüller in der Vitrine.



Posted 2008/03/25 last update 2016/03/15; Copyright © 2000-2016 by Horst Neuhaus