Diese Seite wird wohl die umfangreichste meiner Exakta-Präsentation. Zur Zeit ist sie noch im Aufbau und das wird - weil ich dies zugleich mit einer Bestandsaufnahme verbinde - noch eine Weile dauern. Schauen Sie also ruhig gelegentlich wieder vorbei. Vielen Dank!
Als Zeiss – Sammler hat man sich für kein leichtes Leben entschieden. Mehr noch als bei Leitz ist die Zeiss’sche Fertigungspalette nahezu unüberschaubar. Die Firmengeschichte nimmt leicht Lexikon-Format an, wenn man nur halbwegs chronologisch vorgeht. Deshalb will ich mich hier gar nicht an einer Zeiss-Seite versuchen, auch wenn in meiner Antik-Abteilung noch das eine oder andere Zeiss-Teil zu finden ist.
Zudem stellt sich für einen Exakta-Sammler die Frage nach Zeiss ohnehin anders – für uns ist nur die Objektivfertigung in Jena und Saalfeld von Bedeutung. Deshalb setze ich mich hier ausschließlich mit den Objektiven auseinander, die Carl Zeiss Jena für die Exakta hergestellt hat. Und dies sind schon nicht gerade wenige. Meines Wissens sind in Oberkochen keine Objektive mit Exakta-Bajonettanschluss gefertigt worden, von der einen oder anderen Spezialanfertigung vielleicht einmal abgesehen. Lange habe ich mich um eine Sortierung meiner recht umfangreichen Sammlung von Zeiss-Ojektiven zur Exakta herumgedrückt. Immer, wenn ich damit beginnen wollte, fand sich wieder ein Objektiv - in irgendeiner Weise anders als die anderen. Dennoch wagte ich im Frühjahr 2009 zunächst mit dem Tessar einen Anfang. Obwohl die Tessar-Baureihen auch ein Jahr später noch nicht komplett eingearbeitet sind, will ich nach und nach auch andere zur Exakta angebotene Zeiss-Objektive vorstellen. Aktuell - im März 2010 - ist jetzt das Triotar an der Reihe.
Das Zeiss Tessar
Das Brot und Butter-Objektiv von Zeiss ist das Tessar, es dürfte wohl mehr als die Hälfte aller je von Zeiss gefertigten Objektive stellen. Aus dem von Dr. Rudolph im Jahr 1902 errechneten 4-Linser wurde der Objektiv-Welterfolg schlechthin. Das Tessar, später als "Adlerauge" beworben, galt fast 100 Jahre lang als Maßstab für ein klar und scharf zeichnendes Aufnahmeobjektiv. Wie schon in meiner Objektivseite beschrieben basiert es auf dem Cook'schen Dreilinser.
Mit einer zusätzlichen, verkitteten Hinterlinse gehört es zur großen Gattung der "Triplets". Nahezu jede Kamera, die etwas auf sich hielt, war auch mit einem Tessar lieferbar.
Schon für die Exakta 4x6,5 (später Standard Exakta) waren 1933 zwei unterschiedlich lichtstarke Tessare als Basisausstattung lieferbar. 1940 wurde kriegsbedingt eine materialsparende flache Alu-Version des Tessar 2,8 geschaffen und in einer kleinen Serie produziert. Dieses Objektiv wurde 1947 für die Reparations-Exakta noch einmal aufgelegt (Stückzahl um 5000 Exemplare). 1949 war Produktionsbeginn für ein überarbeitetes Tessar 3,5 ab der Seriennummer 3.000.000. Bis weit in die 1950er Jahre wurde es in der Normalbrennweite sowohl mit Lichtstärke 1:3,5 als auch mit 1:2,8 angeboten. Erst als Springblendenversion wurde es ausschließlich in Lichtstärke 1:2,8 ausgeliefert.
Schnittzeichnung des 4-linsigen Zeiss Tessar 2,8/50
Das Zeiss Biotar

Das sechslinsige Biotar ist ebenfalls eine recht alte Konstruktion. Schon in den 30er Jahren wurde die Zeiss-eigene Contax, aber auch andere Kameras wie die Standard- und Kine-Exaktas (dann: Nacht-Exakta!) mit dieser Optik ausgerüstet. Es gab verschiedene Typen ab Lichtstärke 1,5 und mit Brennweiten bis 16,5 cm. Bereits ab 1939 konnte das Biotar 2/5,8 gegen Aufpreis von 25 RM mit einem T-Belag (Vergütung) auf allen Flächen geliefert werden.
Schnittzeichnungen des 6-linsigen Zeiss Biotar 1,5/75 (links) und des Biotar-Nachfolgers Pancolar 2/50 (rechts)
Nach dem 2. Weltkrieg begann die Produktion zunächst mit "geretteten" Restteilen. 1946 wurde das Biotar neu aufgelegt. Wenige Export-Kines und Reparations-Exacta's konnten so auch mit dem Biotar ausgerüstet werden. Das Biotar in der schwarz lackierten Ausführung kam etwa 1949 für die Kine II zur Ausrüstung. Auch die Praktiflex (mit M40-Gewinde) und später die Praktica waren mit einem schwarzen Biotar zu haben (allerdings Luxusartikel). Zeitgleich gab es auch wieder Biotare mit verchromtem Messinggehäuse und aus Aluminium.
Das Biotar als Normalobjektiv für Kleinbild-Spiegelreflexkameras hatte mit 58 mm eine etwas längere Brennweite als die üblichen 50 mm. Die lichtstarke Gauss-Konstruktion erforderte - wie auch beim Primoplan 1,9/58 von Meyer Görlitz - eine andere Bauweise um die Spiegelbewegung nicht zu behindern. Es wurde gegen Ende der 1950er Jahre vom neu gerechneten Pancolar (hieß anfangs Flexon) 2/50 abgelöst. Nur als hochlichtstarke Spezialvariante 1,5/75 war es noch einige Jahre länger erhältlich.
Das Zeiss Triotar
Nach dem Tessar ist das Triotar wohl das meistgebaute Zeiss-Objektiv. Die einfache Triplet-Konstruktion mit nur drei einzelnen Linsen machte das Objektiv vergleichsweise preisgünstig. Zugleich bot sie dem Konstrukteur einige Freiheiten hinsichtlich Form und Funktion der Fassung sowie Anordnung der Blende. Bereits seit der Jahrhundertwende 1900 wurden unterschiedliche Brennweitenvarianten für viele fotografische Zwecke gebaut. Zur Exakta wurde es jedoch nur mit Brennweiten zwischen 85 bis 135 mm angeboten - für Fotografen, die die guten Abbildungsleistungen dieses 3-Linsers in der gestalterischen Fotografie zu schätzen wussten. Weitere Informationen über die Triotar-Baureihe finden Sie hier.
Tabellen
Für meine Sammlung habe ich die zur Exakta lieferbaren Zeiss-Objektive in 9 Kategorien nach Bauformen eingeteilt. Prinzipell trifft diese Einteilung auch auf andere Kameraanschlüsse zu. In jeder dieser Kategorien ist auf jeden Fall auch ein Tessar mit der Normalbrennweite von 50 mm (5 cm) zu finden. Der Weitsicht der Zeiss-Konstrukteure haben wir Sammler es jedoch zu verdanken, dass es in jeder Kategorie nicht nur eine einzige Tessar-Ausführung gibt, sondern meist deren einige...
Mit einer weiteren Tabelle will ich deshalb den Versuch wagen, ein wenig Übersicht in den Tessar Dschungel zu bringen. Kein Gedanke, es handele sich etwa um eine komplette Zusammenstellung – auch ich finde immer noch Unarten und Abarten bei den Tessaren. Danach behandle ich noch unterschiedliche Formen der Gravuren auf Frontring und Fassung. Wollte man alle Unterschiede typisieren - soweit das überhaupt gelingt - ergäbe sich eine total konfuse Übersicht.
Zur Terminologie - wenn Sammler damit beginnen, ihre Schätze zu sortieren, bezeichnen manche die unterschiedlichen Versionen des gleichen Gerätes als "Modelle". Andere nennen sie "Typ", "Version" oder "Variante". Oft bezeichnen diese verschiedenen Begriffe aber ein und dasselbe: das gleiche Gerät in einer etwas anderen Bauweise oder Ausführung. Auch ich verwende diese Ausdrücke manchmal willkürlich. Wenn man jedoch mit einer Sortierung erreichen will, dass auch andere ihre Sammlung danach ausrichten können oder man selbst neu erworbene Teile einordnen kann, muss man gewisse Standards einhalten. Sonst findet man - ähnlich wie bei Computerdateien oder in Aktenschränken - seinen eigenen Kram nämlich nicht mehr wieder ....
In meinen Aufstellungen habe ich bewusst den Begriff "Modell" vermieden, weil ich diesen gern dem Hersteller für dessen eigene Benennungen reserviere. Wenn er dies getan hat, wie die meisten Kamerahersteller (z.B. Exakta Varex Modell IIa, Modell VX oder Modell IIb) verwende ich diese auch. Hat er dies aber nicht gemacht - wie Zeiss bei seinen unterschiedlichen Objektivausführungen - habe ich dazu meine eigene Einteilung geschaffen nach 1. Bauform/Ausführung, 2. Version und weiter in Varianten. Auf diese Weise habe ich meine Tabelleneinteilung strukturiert, so dass man also ein Sammlungsteil auch mit Ziffern und Buchstaben einsortieren kann. Ein "Tessar 6b" ist also ein Standardobjektiv 2,8 für die Exa mit Rastblende.
Die jeweilige Absatzüberschrift ist (oder wird noch) als Link zu einer detaillierten Beschreibung mit Bildern gestaltet. Wenn Sie darauf also klicken, erfahren Sie noch mehr!
| Ausführung der Objektivfassung und Fabriknummern | Bauzeit |
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| Die Griffringe der Ausführungen 1 und 2 sind durchweg mit einer gefrästen Riffelung versehen. | |
| 1. Bauform - Nr. ab etwa 1.900.000 - Normalblende (NB), Fassung durchweg messing verchromt; zuletzt auch Objektivfassung alu blank und Bajonettanschluss messing/chrom | 1936-40 |
| Tessar ab etwa 2.666.xxx kleinere Fassung alu blank | 1940-47 |
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| 2. Bauform – Nr. ab 3.000.000 - erste Nachkriegs-Nomalausführung mit manueller Blende (NB), alu blank | 1949-54 |
| Nr. ab etwa 3.100.000 - Normalblende (NB), Fassung jedoch auch messing verchromt (seltener) | 1950-54 |
| Nr. ab etwa 3.180.000 - Normalblende (NB), Fassung auch schwarz lackiert (nur Biotar) | 1950-51 |
| Nr. ab etwa 3.300.000 - Brennweitenangabe jetzt in mm | ab 1952 |
| Nr. ab etwa 3.500 000 - jetzt mit Qualitätszeichen Q1 und Brennweitenangaben z.T. ohne "mm" | ab 1952 |
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Die Griffringe der Ausführungen 3-6 sind unterschiedlich ausgeführt. Der Focusring erhielt mit Riffelungen versehene Vertiefungen (wie Ihagee ab Kameramodell Varex IIa). Im Sammlerjargon heißt diese Ausführung „Berg und Tal“. Sie wurde auch von anderen Objektivherstellern verwendet. Blendenring und Vorwahlring behielten die Rundum-Riffelung. | |
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| 3. Bauform – Nr. ab etwa 3.250.000 - Blendenvorwahl (BV), alu blank, kleine Bauform (nur beim Tessar zu finden) | 1951-54 |
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| 4. Bauform – Nr. ab etwa 3.330.000 - Blendenvorwahl (BV), alu blank, große Bauform (Biotar früher) | 1951-55 |
| Fassungen manchmal alu schwarz eloxiert, zum Teil auch als Sonderausführungen | 1954- |
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| 5. Bauform – Nr. ab etwa 3.725.000 - Normalobjektive Biotar und Tessar, Bauform wie 4 jetzt aber mit Aufzug-Springblende (SB), längere Brennweiten und Teleobjektive weiterhin mit Blendenvorwahl | 1954-63 |
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| 6. Bauform – Nr. ab etwa 3.677.000 - Tessar 2,8/50 mit Normal- oder Rastblende (für Exa-Ausrüstungen) | 1954-1970 |
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Mit dem neuen Design der Automatikobjektive wird der Blendenring von der Objektiv-Vorderseite in Richtung Kamera verlegt, behält aber seine Rundum-Riffelung. Der Focusring ist überwiegend mit Leder, zeitweilig auch mit einem Noppenbelag aus Plastic belegt. | |
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| 7. Bauform – Nr. ab etwa 4.460.000 - vollautomatische Springblende (VSB); überwiegend rote Blendengravur, wenige schwarz |   |
| Nr. ab etwa 4.880.000 - alu schwarz lackiert, Ledergriffring | 1957-66 |
| Nr. ab etwa 5.585.000 - alu schwarz, Noppengriffring | 1960-70 |
| Nr. ab etwa 4.460.000 - alu polierte Luxusausführung mit Leder- oder Noppenring (nur Pancolar bzw. Flexon), später mit automatischer Tiefenschärfenanzeige | 1956-62 |
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Das geänderte Kameradesign mit den schwarzen Schildern ab Kameramodell Varex IIa/1961 und dem Langzeitknopf der Varex IIb findet sich mit der Zeit auch in der Gestaltung der Objektive wieder. Die Einstellringe sind jetzt mit einer breiten Riffelung versehen, bei der die Vertiefungen schwarz eloxiert sind. Im Sammlerjargon heißt diese Ausführung auch „Zebra-Look“ oder (zeitlich nicht ganz passend) „VX1000-Design“. | |
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| 8. Bauform – Nr. ab etwa 7.000.000 - Alu schwarz mit blank polierten Griffringen (schwarz/chrom, Zebra-Look oder VX1000-Design), VSB (Ausführungen für Pentina oder M42 schon etwas früher) |   |
| mit roter Blendengravur | 1966-68 |
| mit schwarzer Blendengravur | 1966-74 |
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| 9. Bauform – Nr. ab etwa 9.650.000 (bzw. ab 1.000/1983) - Objektivfassung jetzt vollständig schwarz eloxiert, Entfernungseinstellring mit Riffelung, Herstellerangabe generell mit Zusatz „DDR“ | 1975-83 |
| mit Fertigungsnummer anfangs noch in fortlaufender Nummerierung, später mit neuer Fertigungs-Nummernreihe bis ca. 5.000 |   |
| Diese Baureihe wird nach 1983 nur noch mit M42-Anschluss hergestellt | |
In der nun folgenden Aufstellung sollen den zuvor beschriebenen neun Bauformen die verschiedenen Ausführungen des Normalobjektivs Tessar zugeordnet werden. Dabei entspricht die Ausführung in der Tessar-Übersicht der Bauform in der vorherigen Tabelle. Lediglich für das Balgentessar - für das es bei anderen Zeiss-Objektiven keine Aequivalenzen gibt - habe ich zusätzlich die Gruppe 0 eingerichtet. Während anhand der vorherigen Tabelle auch andere Objektive eingeordnet werden können, beinhaltet die folgende Einteilung in erster Linie das Tessar-Normalobjektiv mit Bajonettanschluss für die Exakta und Exa.
Auch hier ist wieder die Absatzüberschrift als Link zu Detail-Informationen gestaltet. Für andere Objektive können zur Identifzierung ggf. einige Gruppen- und Versionsnummern übernommen werden.

In dieser Bauform ging es ziemlich durcheinander. Zwar sind die Stückzahlen ohnehin nicht gerade riesengroß, doch kann man unterschiedliche Gravuren und Kennzeichnungen quer Beet finden. Zum einen gab es das Tessar mit Lichtstärken 3,5 und 2,8. Diese wurden noch unterschiedlich gekennzeichnet, entweder mit 1:3,5 f=50 mm / 1:2,8 f=50 mm oder 3,5/50 bzw. 2,8/50. Beide Versionen finden sich mit kleinsten Blenden 22 oder 16 sowie mit und ohne „Q1“-Prädikat.
Die kleinste Einstellentfernung ist entweder 0,5 m (1,65 ft) oder 0,55 m (1,75 ft) und zuguterletzt sind auch noch vier(!) unterschiedliche Formen der Focus-Gravur zu finden. Daraus habe ich 8 Versionen zusammengestellt, die Sie hier datailliert vorgestellt finden.
Version 1) Tessar 1:2,8 f=50mm, kleinste Blende 22, Fokus ab 0,5 m
Version 2) Tessar 1:3,5 f=50mm, kleinste Blende 22, Fokus ab 0,5 m
Version 3) Tessar 1:3,5 f=50mm, kleinste Blende 22. Fokus ab 0,55 m
Version 4) Tessar 1:2,8 f=50mm Q1, kleinste Blende 22
Version 5) Tessar 2,8/50 Q1, kleinste Blende 22
Version 6) Tessar 3,5/50 Q1, kleinste Blende 22
Version 7) Tessar 2,8/50 Q1, kleinste Blende jetzt 16
Version 8) Tessar 3,5/50 Q1, kleinste Blende jetzt 16
Puuh – wen nun noch weitere Unterscheidungsgelüste treiben, der kann mit obigen Angaben jedem einzelnen Tessar eine Klassifizierungsnummer zuteilen. Nach dem Prinzip Ausführung/Version/Variante ergeben sich dabei 3stellige Bezeichnungen. Für andere Zeiss-Jena Optiken lässt sich das System meist übernehmen. Ob damit mehr Ordnung geschaffen wird, lasse ich mal dahingestellt sein. Doch für größere Sammlungsbestände erhält man eine gute Übersicht in der Datenbank und ob eine bestimmte Objektivausführung schon Sammlungsbestandteil ist. Mir jedenfalls fällt es nicht immer leicht, Teile ohne Vergleich oder Tabellen richtig einzusortieren. Unterschiede fallen nicht immer gleich auf.
Bis 1951 wurde als Herstellerangabe generell Carl Zeiss Jena graviert. Für Objektive, die nicht für den Export bestimmt waren, wurde diese Bezeichnung auch beibehalten. In der Folgezeit tauchten Exportausführungen mit C.Z. Jena auf, in den Jahren 1956/57 häufiger.
In dieser Zeit wurde zwischen Zeiss West und Ost ein Rechtsstreit um die Namensrechte geführt. Das Fotomagazin berichtete in Nummer 2/58, Seite 12-2 über das Urteil des Ersten Zivilsenates des Bundesgerichtshofs vom 24. Juli 1957. Danach durften im Gebiet der Bundesrepublik und Westberlin eine Reihe von Zeiss-Markenbezeichnungen vom VEB Carl Zeiss Jena nicht mehr verwendet werden. Schon vorher wurden in Jena die Herstellerangaben bei Exportobjektiven verändert. Als Ersatz für das tradtionelle "Carl Zeiss Jena" sind bekannt: Ernst Abbe Jena, Jena (anfangs meistverwendet), aus Jena, vereinzelt JENA und ab 1964 am häufigsten ausJENA. Das erste mir bekannte Tessar mit der Herstellerangabe „Jena“ trägt die Nr. 3.725.327. Gelegentlich erhielten Exportobjektive zusätzliche Ringe, auf denen die veränderten Angaben graviert waren. Der Ursprungsring findet sich dann noch darunter. Ab 1971 (etwa 8.880.000) wurden Objektive, die nicht für den Westexport vorgesehen waren, mit Carl Zeiss Jena DDR bezeichnet.
Von den Rechtstreitigkeiten waren auch die Objektivnamen betroffen, soweit sie von Zeiss Stuttgart beansprucht wurden. Somit erhielten die Objektive aus Jena nur eine Kurzbezeichnung (B – Biotar, T – Tessar, S – Sonnar, Bm – Biometar, Tr - Triotar). Vereinzelt sind aber auch Kurznamen für andere Objektive bekannt, wie F – Flektogon. Um 1960 fand sich gar ein „D“ in der Preisliste für die Varex IIa, hinter dem sich ein Meyer Domiron 2/50 versteckte. Dabei war dieses von der Namensstreiterei ebensowenig betroffen, wie das schon genannte „F“ = Flektogon. Ein Zeichen für die Verunsicherung in der DDR, die wohl aus der Not eine Tugend zu machen versuchte und alle Produkte in die Namenswäsche einbezog.
Der Namenswirrwar ging so weit, dass in Prospekten und Bedienungsanleitungen Hinweise auf Zeiss, Tessar usw. unleserlich gemacht wurden. Während in der Anleitung zur Exakta VX (Form 227) in der Ausgabe 5401 noch „Carl Zeiss“ zu lesen war, sah man in der Auflage 5405 an gleicher Stelle einen schwarzen Strich. In der Übergangszeit, um 1954/55 führte diese Situation zu kuriosen Namensgebungen für die Erzeugnisse aus Jena. So wurde im Porst-Katalog Nr. 46 (1954) die Objektivausstattung der Exakta Varex wie folgt beschrieben: Varex-Objektiv 3,5/50 mm, Varex-Objektiv 2,8/50 mm, Varex-Objektiv 2,0/58 mm. Bei den Praktica- und Pentacon- (Spiegel-Contax) Angeboten stand gar: Walter Ernst Abbe Jena T 2,8/50 mm und Walter Ernst Abbe Jena B 2,0/58 mm ...
Damit der Ring mit den Kurznamen nicht so leer wirkte, wurden Öffnung und Brennweite wieder in der klassischen Schreibweise graviert (z.B. statt Tessar 2,8/50 – T 1:2,8 f=50 mm).
Mir scheint es, als seien die unterschiedlichen Gravuren Carl Zeiss Jena, C.Z. Jena, Jena, aus Jena, ausJENA mehr oder weniger willkürlich und durcheinander verwendet worden. Allenfalls bei US-Exportobjektiven ist die Variante C.Z. Jena häufiger zu finden. Vermutlich wurde vielfach auch erst bei der Auslieferung über die Art der Kennzeichnung entschieden, wenn feststand, wohin das Objektiv geliefert werden soll. Es mag auch damit zusammenhängen, dass die Fräswerkzeuge für die Gravuren im Werk jeweils nach Verfügbarkeit oder Wartungsintervallen eingesetzt worden sind. Dabei wird dem Graveur jeweils ein bestimmtes Nummernkontingent für seine Schicht zugewiesen worden sein. Wurde er krank, oder fiel der Automat aus, war das Nummernkontingent hinfällig und wurde ggf. später anderweitig neu verteilt. Hinzu kommen die Merkwürdigkeiten um die an anderer Stelle beschriebenen „Zwei-Ring-Objektive“, die mit zwei unterschiedlichen Herstellerangaben und Produktionsnummern ausgeliefert wurden.
Erst mit der sogenannten "Londoner Vereinbarung" fanden die beiden Zeiss'schen Streithähne aus Jena und Stuttgart im Jahr 1971 eine Regelung. Diese schuf drei Ländergruppen, in denen Zeiss Ost und West jeweils unterschiedlich auftreten durften. Danach führte Zeiss Stuttgart den Namensteil "Zeiss" in den Ländern, für die es Namensrechte besitzt (damalige westeuropäische Länder und USA). Zeiss Jena erhielt dieses Exclusivrecht vor allem für den damaligen "Ostblock". In einer dritten Ländergruppe konnten beide Unternehmen in unterschiedlicher Form unter dem Namen "Zeiss" auftreten.
Qualitätszeichen / Gütezeichen
Seit 1952 wurden vom Amt für Standardisierung, Messwesen und Warenprüfung (ASMW) - der Warenprüfanstalt der DDR - Gütezeichen vergeben. Es galten bei "klassifizierungspflichtigen Erzeugnissen die mit hoher Effektivität" hergestellt werden:

„Q1“ für Weltmarktspitzenerzeugnisse war das höchste Qualitätssiegel der DDR
Gütesiegel „1“ für Erzeugnisse deren Gebrauchseigenschaften mit denen anderer Erzeugnisse auf dem Weltmarkt
vergleichbar sind – die 1 stand dabei in einem Dreieck, meist/\, aber auch\/

Gütesiegel „2“ (ebenfalls im Dreieck) bedeutet, mit anderen DDR-Erzeugnissen vergleichbare Qualität

wenn nur ein leeres Dreieck dargestellt ist, besteht keine Vergleichbarkeit.
Das Gütesiegel „/S\“ liegt in der Wertung zwischen Q1 und 1.
Produkte mit Gütesiegel Q1, /S\ oder /1\ galten üblicherweise als für den Export geeignet.
Objektive aus der Jenaer Fertigung haben zumeist das Gütesiegel „Q1“. Es sind jedoch auch Objektive ohne Kennzeichnung zu finden, aus der Zeit um 1969/70 gibt es einige wenige Tessare mit der Kennzeichnung /1\. Ab 1971 wurden die Gütesiegel nicht mehr verwendet. Das erste mir bekannte Objektiv mit dem Qualitätsprädikat „Q1“ – ein Tessar 2,8/50, Baujahr 1952 - trägt die Nummer 3.332.892.
Vergütungen
Erste vergütete Objektive waren auch schon vor dem 2. Weltkrieg erhältlich. Das Biotar 2/5,8 konnte bereits 1939 gegen einen Aufpreis von 25 RM mit einem T-Belag auf allen Glasflächen geliefert werden. Üblicher Lieferzustand der Objektive von Carl Zeiss Jena war jedoch unvergütet. Mit Beginn der regulären Nachkriegsfertigung im Jahr 1949 wurden nach und nach alle Objektive mit allseits vergüteten Glasflächen ausgeliefert; dies wurde auf der Fassung mit der Kennung T kenntlich gemacht. 

Bis 1956 wurden vergütete Objektive noch mit diesem roten „T“ graviert. Einige Exemplare (Bilder) tragen eine andere Kennzeichnung, deren Ursprung oder Zweck mir allerdings nicht bekannt ist. Hin und wieder wurden auf besonderen Wunsch Objektive auch nach 1950 noch ohne Vergütung geliefert.
Als in den 1960er Jahren die MC-Vergütungen (multicoating) aktuell wurden, traf dies für Zeiss Jena mit der Straffung der DDR-Fotoindustrie im VEB Pentacon zusammen. In Folge dieser politisch bedingten Neuorganisation wurden Gläser erster Güte nur noch dem Carl Zeiss Kombinat zugeteilt. Meyer Görlitz z.B. musste seine Gläser anderweitig beschaffen, was auch eine komplett neue Fertigungslinie bedingte.
Zeiss Mitarbeiter, die ich zu den damaligen unterschiedlichen „Vergütungsfarben“ befragte, erklärten mir, dies habe an den unterschiedlichen Glassorten gelegen. Weil wohl nicht alle „Gläser erster Güte“ wirklich erster Güte waren, wurde mit der Vergütung experimentiert. Dies erklärt auch, weshalb etliche Zeiss-Objektive dieser Jahre an Pilzerkrankungen leiden. Die verschiedenen Vergütungen lassen sich m.E. schon deshalb nicht typisieren, weil sie von Glaslieferung zu Glaslieferung unterschiedlich vorgenommen wurden. Als dann aus Japan die MC-Vergütungen aufkamen, besaß man durch die langjährigen Experimente mit unterschiedlichen Vergütungen ein gutes Wissen. So konnte aus der Not eine Tugend erwachsen und auch Zeiss Jena führte die MC-Vergütung als Werbeargument.
Gehäuseausführungen, Griffringe, sonstige Gravuren
Wenn man 1933 – Start der Contax / Exakta usw. – beginnt, findet man für die verschiedenen Kameraanschlüsse fast identische Bauweisen. Die Fassungsgehäuse waren durchweg messing verchromt. Mit der kriegsbedingten Materialverknappung kam mehr und mehr Aluminium zum Einsatz. Doch auch nach Kriegsende, etwa bis 1952/53 hat Zeiss Jena parallel zu den Baureihen aus Alu in geringen Stückzahlen noch Messingobjektive gefertigt. Danach wurden Objektive bis zur Brennweite von 135 mm (Ausnahme: schwarzes Biotar) überwiegend in blankem Aluminium, darüber größtenteils schwarz lackiert oder später manchmal auch schwarz eloxiert ausgeliefert.

Die Fassungen der Zeiss Tessar-Normalobjektive für die Exakta von 1936 bis 1974 (von links nach rechts)
Auch die Blendenkonstruktionen und die Gehäuseausführungen mit unterschiedlichen Griffringen mögen für eine Typisierung herhalten. Meine Tabellen geben hierzu eine Übersicht. Für die späteren unterschiedlichen Griffring-Ausführungen (Lederring oder Kunststoffring mit Noppen) ist aber kein System zu finden. Entweder war die unterschiedliche Ausrüstung nur der jeweiligen Materialverfügbarkeit geschuldet (eher unwahrscheinlich) oder es sollte der Aufwertung bestimmter Objektivtypen dienen. Anfangs war z.B. nur das neue Pancolar mit dem Noppenring lieferbar.
Die Gravur der Entfernungsskala war anfangs nur in „m“. Exportobjektive (für die USA) sind stattdessen mit einer feet-Skala versehen. Ab 1952 wurden auch beide Skalen graviert, dies erfolgte in verschiedener Weise: meist wurden die beiden Maßeinheiten - in der später und auch bei anderen Objektivherstellern üblichen Weise - übereinander graviert und andersfarbig ausgelegt. Anfang der 1950er Jahre gab es auch eine andere Form – entweder war die m-Skala oder die feet-Skala von oben ablesbar und die jeweils andere Skala von vorn und meist in rot graviert. Die Bezeichnungen waren nicht einheitlich, anfangs mtr. bzw. m oder feet, später entweder m/ft oder m/feet.
Exportobjektive sind meist mit einer zusätzlichen Gravur „Germany“ oder „GERMANY“ gekennzeichnet. Spätere Objektive hatten unterschiedliche Kennungen dafür, teils mit einem Aufkleber oder einer Gravur auf dem Focusring oder bei Automatikobjektiven manchmal auch im Auslöserarm. Wer es noch detaillierter mag, findet eine Infrarotmarke (oder auch nicht) und unterschiedliche Gravuren der Tiefenschärfenskala.




Etwa um Fabr.-Nr. 3.250.000 = 1952 wurden die Brennweitenangaben – zuerst beim Tessar 2,8 - von cm auf mm umgestellt. Allerdings tauchen vereinzelt auch Objektive mit cm-Gravur und erheblich höheren Nummern auf. Mit der Einführung der Gütezeichen-Einprägung in den Frontring wurde - offenbar aus Platzgründen - die Datengravur zum Teil gekürzt, z.B. statt 1:3,5 f=50mm nur noch 3,5/50. Diese Form findet sich auch bei vielen Objektiven der 60er und 70er Jahre. Lediglich die Exportversionen (T, B usw) wurden meist noch mit der kompletten Datengravur versehen. Eine allgemeingültige Regel habe ich bei diesen Gravuren jedoch nicht feststellen können.
Zeiss Produktionsnummern
Lange war über die Fertigung der Objektive nichts in Erfahrung zu bringen. Eine Aufstellung ähnlich den bei Leitz verfügbaren Unterlagen war in Jena nicht vorhanden. Archiv- und Museumsleiter Dr. Wimmer vom Jenaer Zeiss-Archiv konnte auf Anfrage nur eine kurze nach Jahren geordnete roduktionsnummernübersicht zur Verfügung stellen. Meine Anfrage im Objektivwerk Saalfeld führte 1990 noch zu keinem Ergebnis. Zwischen 1994 und 1997 war ich selbst für eine Jenoptik-Tochtergesellschaft in Jena tätig und hatte mit einigen „Zeisianern“ Kontakt. Doch Angaben über Objektivserien und Anschlüsse ließen sich nicht ermitteln. Nur Joachim Arnz (Filterfabrik in Jena) verfügte über etwas Material, das er an Sammler in aller Welt weitergab. Es hieß auch, im Saalfelder Werk habe es eine Liste gegeben, die sei aber bei der Wende „verschwunden worden“. Weg ist weg, dachte man – sicher taucht sie irgendwann bei einer Christies-Auktion mal wieder auf ...
Dann die Überraschung - eine seit 1927 geführte Kartei mit über 10.000 Karten fand sich im Jahr 2000 wieder auf. Sie enthielt detaillierte Angaben. Aufmerksame Zeiss-Mitarbeiter hatten nach der Wende diese Kartei im Werk Saalfeld gesichert. Das ist dankenswert, weil andernfalls sich die Treuhand-Verwalter diese unter den Nagel gerissen hätten. Ihnen und Hartmut Thiele aus München, der daraus ein umfangreiches Werk erstellte, gebührt dafür besonderer Dank.
Interessenten an der Objektivfertigung von Carl Zeiss Jena sei deshalb dieses umfangreiche Buch empfohlen, das Hartmut Thiele im Oktober 2002 im Eigenverlag herausgegeben hat: Hartmut Thiele, Fabrikationsbuch Photooptik, Carl Zeiss Jena.
Meine Informationen über Zeiss-Objektive für die Exakta konnte ich aus einer bereits seit Beginn meiner Sammeltätigkeit in den 1980er Jahren geführten eigenen Datei ableiten. In diese Datei sind alle durch meine Hände gegangenen Objektive mit Exakta-Anschluss aufgenommen, seit rund 10 Jahren führe ich sie als Access-Datei. Sie umfasst mittlerweile über 2.000 Objektivdaten und –nummern. Diese Daten ermöglichen ein „empirisches“ Vorgehen, indem von jedem fraglichen Objektiv die jeweils erste und letzte Nummer des Auftauchens in der Datei ausgewertet wurde. So ist – zwar nicht mit der Präzision der Auflistungen von Hartmut Thiele – eine für Exakta-Sammler praktikable Unterscheidung und eine aussagefähige Zeiss-Typenliste für die Exakta möglich.
Die bei Exportversionen Jenaer Objektive etwa ab Mitte der 1950er Jahre festgestellten „Zwei-Ring“-Versionen lassen allerdings jeden Einordnungsversuch von Objektivtypen nach Produktionsnummern scheitern. Auch bei Hartmut Thiele findet man hierzu keine weiteren Erkenntnisse. Beide Ringe der jeweiligen Objektive, also der verdeckte „Carl Zeiss Jena“- ebenso wie der obere „aus Jena“–Ring sind jedenfalls mit unterschiedlichen Produktionsnummern graviert, die zum Teil sogar verschiedenen Herstellungsjahren zugeordnet werden können.
Beschreibung zu den Bildern der Objektivringe links s. Text
In meiner Abteilung "Kurioses" finden Sie hierzu noch ein wenig mehr. Im Bild sehen Sie drei Zusatzringe für Zeiss Jena-Exportobjektive. Auch diese waren nicht einheitlich gestaltet, wie an den beiden Ringen links für ein Tessar 2,8/50 erkennbar ist. Der Ring rechts stammt von einem Export-Sonnar 4/135. Einheitliches Erkennungsmerkmal dieser Ringe sind die äußeren Einkerbungen für das Montagewerkzeug. Üblicherweise wurden die normalen Ringe ohne solche Montagehilfen montiert; bei einer notwendigen Demontage wurden im Werk oder der Werkstatt zwei Bohrungen angebracht. Im Bild des S-Ringes rechts sind diese zu sehen, obwohl bei den vorhandenen Kerben eigentlich nicht erforderlich.
Nicht alle „Jena“ oder „ausJENA“ –Objektive sind jedoch „Zwei-Ring-Typen“. Die Meisten haben nur einen Ring, allerdings stimmen auch hier die Ring-Nummer und die innere Fassungs-Nummer nicht immer überein. Ein ziemliches Durcheinander also, das eine Zuordnung der Objektive nach den Herstellungsnummern seit Mitte der 1950er Jahre kaum möglich macht. Vielleicht ist das aber auch nicht ganz so wichtig, wie Sammler solche Dinge gelegentlich nehmen. Auf die Qualität der Jenaer Erzeugnisse hat dies jedenfalls keinen Einfluss genommen.
In den 1980er Jahren wurde die fortlaufende Nummerierung aller Objektive nach Erreichen von etwa 11 Millionen eingestellt. Jeder Objektivtyp wurde nun für sich nummeriert. Dabei begann man jeweils mit einer 4stelligen Nummer z.B. bei "1000" beim Flektogon 2,8/35. Allerdings wurden einige Objektivtypen auch schon um 1956 einzeln nummeriert. So finden sich etwa bei Exportvarianten des Biotar 6stellige Objektivnummern, die in die fortlaufenden Nummern nicht eingeordnet werden könen. Nach Eingliederung von Meyer Görlitz in das Kombinat Carl Zeiss (um 1985) erhielten auch einige in Görlitz produzierte Objektive einen "Carl Zeiss Jena"-Ring, meist ohne Nummer. Exakta-Objektive sind hiervon allerdings nicht mehr betroffen....
Nummernkennzeichnung der Objektiv-Innenfassung
Zeiss hat in seine Objektivfassungen innen durchweg die letzten Stellen der Fabrikationsnummer graviert oder gestanzt, teilweise auch nur eingekratzt. Bei Tessaren der frühen 50er Jahre finden sich die letzten Stellen der Produktionsnummer - oft sogar mehrfach - auch auf der hinteren Fassung. Dies läßt auf eine individuelle Anpassung eines jeden Objektivs schließen. Bei späteren Produkten ist nur bei einer Demontage festzustellen, ob Fassung und Ring zusammengehören.

Nun sollte man sicher nicht jedes Jenaer Objektiv demontieren, um solche Feststellungen zu treffen. Doch in Einzelfällen konnte ich die Erkenntnis gewinnen, dass es auch dabei keine Regelmäßigkeit gibt. Es ist auch nicht sicher, dass in jedem Fall die inneren Gravuren mit der Objektivnummer auf dem Ring übereinstimmen.
Beim Triotar 4/13,5 (Foto rechts) aus dem Jahr 1950 finden sich zum Beispiel zweimal die Endziffern 8223 auf dem Linsengehäuse. Der Objektivring trägt aber die Nummer 3.118.844, deren drei Endziffern 844 auch noch in die Innenfassung eingekratzt sind.
Bei dem Tessar (linkes Bild) sind die letzten 5 Stellen der Seriennummer 4.363.835 des "T" 2,8/50 in die Innenfassung eingestanzt. Zusätzlich sind nochmal die letzten 4 Stellen eingekratzt. Beim Triotar 4/13,5 (rechtes Bild) sind zweimal die letzten 4 Stellen 8223 eingestanzt. Außerdem sind noch die letzten 3 Stellen 844 der Seriennummer 3.118.844 eingekratzt.
Fabriknummern, Herstellungsdaten usw. entstammen eigenen Aufzeichnungen und Ermittlungen oder Hinweisen anderer Sammler. Die Zuordnung der Produktionsnummern zu Herstellungsjahren habe ich anhand der Aufstellung aus dem Zeiss-Museum Jena vorgenommen. Sie sind teilweise mit noch original bestückten Exakta-Kameras, bei denen das Herstellungsjahr bekannt war, auf Plausibilität überprüft worden. Insoweit handelt es sich also um Angaben, die dem Exakta-Sammler bei der zeitlichen Ein- und Zuordnung helfen sollen.
Es gibt zu Produktionsnummern auch andere Tabellen, z.B. in "Kadlubek's Objektiv-Katalog, Edition PHOTODeal (2000), mit abweichenden Angaben. Auch das schon erwähnte umfangreiche "Fabrikationsbuch Photooptik Carl Zeiss Jena" von Hartmut Thiele aus dem Jahr 2002 enthält zum Teil andere zeitliche Einordnungen. Da ich jedoch - wie eingangs erwähnt - keine Zeiss-Abhandlung erstellen will, überlasse ich eine Konkretisierung solcher Daten auf Zeiss spezialisierten Sammlern. Diesbezügliche Hinweise nehme ich aber gern auf und ergänze meine Auflistung entsprechend, soweit sie zu der auf die Exakta bezogenen Systematik passen.
Blendenkonstruktionen
Bis 1952 wurden alle Objektive für Spiegelreflexkameras mit einer Normalblende ohne Rastung geliefert. Im Jahr 1952 wurde die Blendenvorwahl, 1954 die Springblende und 1957 die vollautomatische Springblende eingeführt. Parallel dazu wurden preiswertere Tessare - speziell für die Exa - mit einer Rastblende ausgestattet. Insbesondere preisgünstige Objektivkonstruktionen auch vieler anderer Hersteller verfügen über die Rastblende.
Mehr zu den verschiedenen Blendenkonstruktionen finden Sie auf meiner Objektivseite.
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